Klöße und Teigtaschen Fleisch Gemüse Milchprodukte Wurzeln und Knollen Braten in wenig Fett Kochen in Flüssigkeit Sanftes Köcheln Schmoren Als Hauptgericht vorgesehen

Hoorische mit Speckrahmsoße und Sauerkraut

Pfälzer Kartoffelklöße

Pfälzer Kartoffelklöße aus halb gekochten und halb rohen Kartoffeln, serviert mit cremiger Speckrahmsoße und sanft geschmortem Sauerkraut.

Zum Rezept
Hoorische mit Speckrahmsoße und Sauerkraut
Vorbereitung 35 Minuten
Kochen / Backen 40 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 100 Minuten
Menge 4 Portionen, etwa 12 Hoorische
Gerichtsform und Gerichtsart Klöße und Teigtaschen
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Milchprodukte, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus gekochten und rohen Kartoffeln ergibt eine lockere, zugleich formstabile Kloßmasse mit typischer rauer Oberfläche.
  • Die cremige Speckrahmsoße bringt würzige, herzhafte Fülle und verbindet die Klöße mit dem Sauerkraut.
  • Das säuerliche Sauerkraut gleicht die Reichhaltigkeit der Soße aus und sorgt für Frische im Gesamtgericht.

Hoorische gehören zu den charakteristischen Kartoffelklößen der Pfalz. Ihre raue, leicht faserige Oberfläche entsteht durch die Verbindung von gekochten und rohen Kartoffeln. Dazu passen die kräftige Speckrahmsoße und das säuerlich-würzige Sauerkraut besonders gut.

Die Hoorischen sind außen fest und leicht rau, innen weich und locker. Die Soße schmeckt cremig, würzig und speckig, während das Sauerkraut säuerlich, mild fruchtig und sanft geschmort wirkt.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Kartoffelmasse vorbereiten

  1. Kartoffeln vorbereiten

    Die gekochten Kartoffeln abgießen, noch warm pellen und vollständig auskühlen lassen. Anschließend durch eine Kartoffelpresse drücken. Die rohen Kartoffeln schälen, fein reiben und in einem sauberen Küchentuch kräftig ausdrücken.

    Daran erkennst du es: Die gekochten Kartoffeln sind vollständig ausgekühlt, die rohe Kartoffelmasse ist möglichst trocken ausgedrückt.

    • Die gekochten Kartoffeln müssen vor dem Pressen vollständig auskühlen, damit die Masse nicht zu weich wird.
    • Die rohe Kartoffelmasse kräftig ausdrücken, weil überschüssige Flüssigkeit die Klöße instabil machen kann.
  2. Hoorische formen

    Gekochte und rohe Kartoffelmasse mit Ei, Kartoffelstärke, Salz und Muskatnuss zu einem formbaren Teig vermengen. Aus der Masse mit feuchten Händen etwa zwölf längliche Klöße formen. Nicht zu lange kneten, damit die Hoorischen locker bleiben.

    Daran erkennst du es: Der Teig lässt sich zu länglichen Klößen formen und hält seine Gestalt, ohne stark zu kleben.

    • Nur so lange vermengen, bis die Zutaten verbunden sind.
    • Die Hände zwischendurch anfeuchten, damit sich die Klöße leichter formen lassen.

Sauerkraut und Speckrahmsoße zubereiten

  1. Sauerkraut schmoren

    Die Zwiebel fein würfeln und im Schmalz oder Öl glasig dünsten. Den geschälten, fein gewürfelten Apfel kurz mitdünsten. Sauerkraut, Gemüsebrühe, Lorbeerblatt und Wacholderbeeren dazugeben, pfeffern und zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 25 Minuten schmoren. Zwischendurch umrühren und am Ende Lorbeerblatt und Wacholderbeeren entfernen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Sauerkraut ist weich und aromatisch, der Apfel ist eingekocht, aber die Beilage nicht trocken.

    • Während des Schmorens gelegentlich umrühren.
    • Lorbeerblatt und Wacholderbeeren vor dem Servieren entfernen.
  2. Speckrahmsoße kochen

    Den Speck in einem Topf auslassen. Die zweite fein gewürfelte Zwiebel darin anbraten. Butter und Mehl einrühren, kurz anschwitzen und mit Gemüsebrühe und Sahne ablöschen. Unter Rühren aufkochen und anschließend fünf bis sieben Minuten sanft köcheln lassen. Mit Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

    7 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Soße ist cremig gebunden und schmeckt abgerundet, ohne mehlig zu wirken.

    • Mehl und Butter kurz anschwitzen, aber nicht dunkel werden lassen.
    • Beim Ablöschen gründlich rühren, damit sich keine Klümpchen bilden.

Hoorische garen und anrichten

  1. Hoorische ziehen lassen

    Einen großen Topf mit Salzwasser zum Sieden bringen. Die Hoorischen vorsichtig einlegen und die Hitze sofort reduzieren. Die Klöße sollen nur ziehen und nicht sprudelnd kochen. Je nach Größe etwa 20 bis 25 Minuten garen, bis sie fest und durchgehend heiß sind.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße sind fest und durchgehend heiß; das Wasser sprudelt während des Garens nicht stark.

    • Die Klöße erst einlegen, wenn das Wasser heiß ist, und danach die Hitze sofort reduzieren.
    • Nicht zu viele Klöße gleichzeitig in einen zu kleinen Topf geben.

    Wichtig: Beim Einlegen der Klöße vorsichtig arbeiten, damit kein heißes Wasser verspritzt.

  2. Anrichten und servieren

    Die Hoorischen mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben. Zusammen mit dem Sauerkraut anrichten und die Speckrahmsoße darübergeben. Sofort servieren.

    Daran erkennst du es: Die Hoorischen, das Sauerkraut und die Soße werden heiß und unmittelbar nach dem Garen serviert.

    • Die Soße unmittelbar vor dem Servieren noch einmal umrühren.
    • Die Hoorischen vorsichtig aus dem Wasser heben, damit sie nicht zerfallen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Wassergehalt der rohen Kartoffeln: Die rohe Kartoffelmasse kräftig ausdrücken. Je trockener sie ist, desto leichter lassen sich formstabile Hoorische herstellen.
  • Nicht sprudelnd kochen: Die Hoorischen nur in knapp siedendem Wasser ziehen lassen. Starkes Sprudeln kann die Oberfläche aufrauen oder die Klöße auseinanderbrechen lassen.
  • Beilagen parallel zubereiten: Sauerkraut und Speckrahmsoße können während der Vorbereitung der Kartoffelmasse beziehungsweise während des Garens der Hoorischen zubereitet und warm gehalten werden.

Zutatenwissen

Mehligkochende Kartoffeln verwenden

Mehligkochende Kartoffeln liefern ausreichend Stärke und ergeben eine geeignete, formbare Kloßmasse.

Säure ausbalancieren

Ein säuerlicher Apfel ergänzt das Sauerkraut fruchtig und rundet dessen Säure beim Schmoren ab.

Geräucherter Bauchspeck

Der geräucherte Bauchspeck wird zunächst ausgelassen und bildet die herzhafte Grundlage der Rahmsoße.

Sinnvolle Alternativen

neutrales Pflanzenöl statt Schmalz

Das Sauerkraut schmeckt etwas leichter und weniger fleischig.

Das Öl genauso zum Dünsten der Zwiebel verwenden.

geräucherter pflanzlicher Speckersatz

Die Soße wird weniger fleischig und kann je nach Produkt etwas salziger oder rauchiger schmecken.

Den Speckersatz kurz anbraten und anschließend wie den Bauchspeck weiterverwenden; die Salzmenge erst am Ende anpassen.

glutenfreie Speisestärke

Die Soße bindet etwas glatter und benötigt keine Mehlschwitze.

Die Speisestärke mit einem kleinen Teil der kalten Brühe glatt rühren und nach dem Ablöschen einrühren.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Hoorischen zerfallen im Kochwasser.

Die rohe Kartoffelmasse kräftig ausdrücken und vor dem Formen prüfen, ob der Teig formbar ist.

Einen Probekloß garen. Zerfällt er, vorsichtig etwas Kartoffelstärke in den restlichen Teig einarbeiten.

Die Oberfläche der Klöße wird stark beschädigt oder die Klöße brechen auseinander.

Die Hitze sofort reduzieren und die Hoorischen nur ziehen lassen.

Die Hitze weiter reduzieren und die Klöße nicht mehr wenden oder kräftig umrühren.

Die Speckrahmsoße enthält Klümpchen.

Flüssigkeit unter ständigem Rühren zugießen und die Soße anschließend sanft aufkochen.

Die Soße durch ein feines Sieb passieren und danach vorsichtig weiter erwärmen.

Das Sauerkraut wird trocken oder setzt am Topfboden an.

Zugedeckt bei niedriger Hitze schmoren und zwischendurch umrühren.

Etwas Brühe nachgießen und bei niedriger Hitze weiter schmoren.

Varianten

Vegetarische Rahmsoße

Eine fleischfreie Variante mit neutralem Öl und pflanzlichem Speckersatz oder zusätzlichen gebratenen Zwiebeln.

Sauerkraut ohne Apfel

Eine herzhaftere, weniger fruchtige Version des Sauerkrauts.

Mit knusprigen Zwiebeln

Die fertigen Hoorischen werden mit zusätzlich gebräunten Zwiebeln ergänzt.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch anrichten: Je drei Hoorische mit einer großzügigen Portion Sauerkraut auf den Teller geben und die Speckrahmsoße darüber oder daneben servieren.
  • Soße separat reichen: Die Speckrahmsoße in einer Sauciere servieren, damit jeder die gewünschte Menge selbst über die Hoorischen geben kann.
  • Frischer Ausgleich: Ein einfacher grüner Salat mit säuerlichem Dressing ergänzt die kräftige Kombination und bringt zusätzliche Frische auf den Teller.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Kartoffeln können am Vortag gekocht und vollständig ausgekühlt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sauerkraut und Speckrahmsoße lassen sich ebenfalls vorab zubereiten und vor dem Servieren langsam wieder erwärmen. Die geformten Hoorischen möglichst erst kurz vor dem Garen herstellen.

Aufbewahren

Hoorische, Sauerkraut und Soße möglichst getrennt voneinander abkühlen lassen und anschließend abgedeckt im Kühlschrank lagern.

Gekochte Reste nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen und vor dem Verzehr gründlich durcherhitzen.

Einfrieren

Die Qualität der Kartoffelklöße und der Rahmsoße kann beim Einfrieren und Auftauen deutlich leiden.

Aufwärmen

  • Topf mit heißem Wasser: Hoorische in heißem, nicht sprudelnd kochendem Wasser langsam erwärmen. Sauerkraut und Soße getrennt in Töpfen unter gelegentlichem Rühren erhitzen.
  • Schonendes Erwärmen der Soße: Die Soße bei niedriger Hitze erwärmen und bei Bedarf mit einem kleinen Schuss Brühe oder Sahne glatt rühren.

Allergene und Nährwerte

  • Eier: enthält · Das Rezept enthält ein Ei in der Kloßmasse.
  • Milch: enthält · Butter und Sahne sind Bestandteile der Speckrahmsoße.
  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Das Mehl in der Speckrahmsoße ist als Weizenmehl angegeben.

Lebensmittelsicherheit

  • Durchgaren der Hoorischen: Die Hoorischen so lange ziehen lassen, bis sie fest und durchgehend heiß sind.
  • Umgang mit Resten: Reste nach dem Servieren zeitnah abkühlen, gekühlt lagern und vor dem Verzehr gründlich durcherhitzen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Warum heißen die Klöße Hoorische?

Der Name wird mit ihrer rauen, leicht faserigen Oberfläche in Verbindung gebracht, die durch die Mischung aus rohen und gekochten Kartoffeln entsteht.

Warum werden rohe und gekochte Kartoffeln gemischt?

Die gekochten Kartoffeln geben der Masse Bindung und Weichheit, während die rohen Kartoffeln für die typische Struktur und Oberfläche sorgen.

Was tun, wenn die Hoorischen im Wasser zerfallen?

Die rohe Kartoffelmasse beim nächsten Ansatz stärker ausdrücken und die Teigkonsistenz mit etwas Kartoffelstärke korrigieren. Außerdem darf das Wasser nur sanft ziehen und nicht sprudelnd kochen.

Wie lässt sich eine zu dicke Speckrahmsoße korrigieren?

Die Soße bei niedriger Hitze mit etwas Gemüsebrühe oder Sahne glatt rühren und anschließend erneut abschmecken.

Aus unserer Küche

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