Braten und Schmorbraten Eier Geflügel Gemüse Milchprodukte Obst Wurzeln und Knollen Kochen in Flüssigkeit Rösten und Ofenbraten Sanftes Köcheln Schmoren Feierlicher Anlass Als Hauptgericht vorgesehen

Pommersche Gänsekeulen mit Backpflaumensauce

Pommersche Geflügelküche

Langsam geschmorte Gänsekeulen mit fruchtiger Backpflaumensauce, sanft geschmortem Rotkohl und Kartoffelklößen.

Zum Rezept
Pommersche Gänsekeulen mit Backpflaumensauce
Vorbereitung 90 Minuten
Kochen / Backen 3 Std. 45 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 6 Stunden
Menge Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Eier, Geflügel, Gemüse, Milchprodukte, Obst, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Kochen in Flüssigkeit, Rösten und Ofenbraten, Sanftes Köcheln, Schmoren
Anlasskontext Feierlicher Anlass
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das langsame Schmoren macht die Gänsekeulen zart und entwickelt einen tiefen, kräftigen Bratenfond.
  • Backpflaumen und säuerlicher Apfel setzen einen fruchtigen Kontrast zum gehaltvollen Gänsefleisch.
  • Rotkohl bringt Säure und Würze, während Kartoffelklöße die Sauce aufnehmen und das Gericht abrunden.
  • Das abschließende Erhöhen der Ofentemperatur sorgt für eine besonders knusprige Haut.

Pommersche Gänsekeulen verbinden kräftiges Geflügel mit der fruchtigen Süße und feinen Säure von Backpflaumen. Dazu kommen Kartoffelklöße und Rotkohl – eine bodenständige, festliche Kombination aus der pommerschen Küche. Die Keulen schmoren langsam im aromatischen Bratenfond und werden zum Schluss knusprig gebräunt.

Zarte, saftige Gänsekeulen mit knuspriger Haut treffen auf eine dunkle, fruchtig-säuerliche Sauce. Der Rotkohl ist weich und würzig, die Kartoffelklöße sind locker und nehmen den aromatischen Fond auf.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Gänsekeulen und Sauce

  1. Backpflaumen einweichen und vorbereiten

    Die Backpflaumen mit 100 ml heißem Wasser übergießen und mindestens 30 Minuten quellen lassen. Währenddessen Zwiebeln, Möhren und Knollensellerie schälen und grob würfeln. Den Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

    30 Minuten 150 °C
    • Die Einweichflüssigkeit später vollständig für die Sauce verwenden.
    • Die Vorbereitungsarbeiten können während der Einweichzeit erledigt werden.
  2. Fond ansetzen

    Die Gänsekeulen trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Gänseschmalz im Bräter erhitzen und das Gemüse darin etwa 5 Minuten kräftig anrösten. Das Tomatenmark einrühren und kurz mitrösten. Mit Rotwein ablöschen und den Wein etwa 5 Minuten einkochen lassen. Anschließend die Geflügelbrühe angießen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist leicht gebräunt und der Wein deutlich reduziert.

    • Den Bräter ausreichend erhitzen, damit das Gemüse röstet und nicht nur im Fett dünstet.

    Wichtig: Beim Ablöschen mit Rotwein vorsichtig arbeiten, da heißes Fett spritzen kann.

  3. Gänsekeulen schmoren und knusprig bräunen

    Die Gänsekeulen mit der Hautseite nach oben in den Bräter legen. Lorbeerblatt, Piment, Pfefferkörner und Knoblauch hinzufügen. Den Bräter abdecken und die Keulen bei 150 °C etwa 3 Stunden schmoren lassen. Danach den Deckel abnehmen und weitere 30–45 Minuten garen, bis das Fleisch weich ist. Für besonders knusprige Haut die Temperatur zum Schluss für 10–15 Minuten auf 220 °C erhöhen.

    3 Std. 45 Min. 150 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist weich und lässt sich leicht vom Knochen lösen; die Haut ist goldbraun und knusprig.

    • Die Hautseite während des Schmorens nach oben zeigen lassen.
    • Die Rotkohlzubereitung kann während dieser langen Garphase parallel erfolgen.

    Wichtig: Geflügel vollständig durchgaren und nur servieren, wenn das Fleisch weich und im Inneren nicht mehr roh ist.

  4. Backpflaumensauce fertigstellen

    Die Gänsekeulen aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Bratenfond durch ein Sieb in einen Topf gießen und überschüssiges Fett abschöpfen. Den Apfel schälen, entkernen und klein würfeln. Backpflaumen mit ihrem Einweichwasser und die Apfelwürfel in den Fond geben. Alles 8–10 Minuten leise köcheln lassen. Zitronenschale und Majoran hinzufügen und 2 Minuten ziehen lassen, dann die Zitronenschale entfernen. Speisestärke mit kaltem Wasser verrühren, in die leicht kochende Sauce geben und kurz binden lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    12 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist fruchtig aromatisch und leicht gebunden, ohne klumpige Stärke.

    • Die Stärke erst mit kaltem Wasser glatt verrühren, damit sie sich gleichmäßig verteilt.
    • Die Zitronenschale vor dem Servieren entfernen.

Rotkohl

  1. Rotkohl vorbereiten und schmoren

    Äußere Blätter vom Rotkohl entfernen, den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Kohl fein hobeln. Zwiebel würfeln und den Apfel schälen und klein schneiden. Gänseschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Apfel darin andünsten, den Rotkohl hinzufügen und kurz mitrösten. Essig, Apfelsaft und Gemüsebrühe angießen. Lorbeerblatt, Nelken, Zucker und etwas Salz dazugeben. Den Rotkohl zugedeckt 60–75 Minuten sanft schmoren und gelegentlich umrühren.

    75 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, glänzend und aromatisch, aber nicht zerfallen.

    • Den Rotkohl während des Schmorens gelegentlich umrühren und bei Bedarf einen kleinen Schuss Flüssigkeit ergänzen.
    • Er kann parallel zur langen Schmorzeit der Gänsekeulen zubereitet werden.

Kartoffelklöße

  1. Kartoffelteig und Füllung vorbereiten

    Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, noch heiß pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit Ei, Kartoffelstärke, Salz und Muskat zu einem glatten Teig verkneten. Das Weißbrot in kleine Würfel schneiden und in der Butter goldbraun rösten. Aus dem Kartoffelteig acht Klöße formen, jeweils einige Brotwürfel in die Mitte geben und gut verschließen.

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht durch die Presse drücken; der Teig ist glatt und formbar.

    • Die Kartoffeln möglichst heiß pressen, damit der Teig geschmeidig wird.
    • Die Klöße gut verschließen, damit die Brotfüllung beim Garen nicht austritt.

    Wichtig: Heiße Kartoffeln vorsichtig pellen und pressen.

  2. Klöße gar ziehen lassen

    Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser erhitzen. Die Klöße vorsichtig hineingeben und bei knapp siedender Temperatur etwa 18 Minuten gar ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen und anschließend noch 3–4 Minuten nachziehen durften.

    18 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße steigen an die Oberfläche und haben anschließend 3–4 Minuten nachgezogen.

    • Das Wasser nur knapp sieden lassen, damit die Klöße nicht zerfallen.
    • Die Klöße nach dem Aufsteigen nicht sofort herausnehmen.

    Wichtig: Beim Einlegen der Klöße vorsichtig arbeiten, da heißes Wasser spritzen kann.

Anrichten

  1. Teller anrichten und servieren

    Je eine Gänsekeule mit Backpflaumensauce, Rotkohl und zwei Kartoffelklößen auf tiefen Tellern anrichten. Etwas Sauce über das Fleisch geben und sofort servieren.

    • Die Sauce erst kurz vor dem Servieren über das Fleisch geben, damit die Haut möglichst knusprig bleibt.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Parallel arbeiten: Die Rotkohlzubereitung lässt sich während der langen Schmorzeit der Gänsekeulen beginnen und fertig garen.
  • Knusprige Haut: Die Gänsekeulen erst nach dem längeren Schmoren offen weitergaren und die Temperatur zum Schluss kurz auf 220 °C erhöhen.
  • Sauce binden: Die Speisestärke immer zuerst mit kaltem Wasser glatt verrühren und erst dann in die leicht kochende Sauce geben.
  • Klöße verschließen: Die Brotwürfel vollständig mit Kartoffelteig umschließen, damit die Füllung beim Garen nicht austritt.

Zutatenwissen

Backpflaumen

Backpflaumen sorgen für die fruchtige Süße und dunkle Farbe der Sauce. Getrocknete Aprikosen sind möglich, ergeben aber eine hellere und deutlich honigsüßere Sauce.

Gänseschmalz

Gänseschmalz unterstützt das kräftige Aroma von Keulen und Rotkohl. Butter oder Rapsöl funktionieren ebenfalls, schmecken aber milder.

Kartoffeln für Klöße

Mehligkochende Kartoffeln binden den Teig besonders gut. Die Kartoffeln sollten nach dem Kochen noch heiß gepresst werden.

Sinnvolle Alternativen

Butter oder Rapsöl

Butter bringt eine mildere, leicht milchige Note; Rapsöl bleibt neutraler. Das kräftige Gänsearoma fällt schwächer aus.

Das Gänseschmalz in beiden Zubereitungen durch dieselbe Menge Butter oder Rapsöl ersetzen.

Getrocknete Aprikosen

Die Sauce wird heller, fruchtiger und deutlich honigsüßer.

Getrocknete Aprikosen in gleicher Menge verwenden und ebenfalls vorab in heißem Wasser einweichen.

Glutenfreies helles Brot

Die Füllung bleibt ähnlich, sofern das Brot trocken genug geröstet wird.

Glutenfreies helles Brot in Würfel schneiden und in Butter goldbraun rösten.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Gänsekeulen sind trotz langer Garzeit noch fest.

Die Keulen zunächst abgedeckt schmoren und erst bei deutlich weichem Fleisch offen weitergaren.

Die Keulen wieder in den Fond legen, abdecken und weiter schmoren, bis sich das Fleisch leicht vom Knochen löst.

Die Backpflaumensauce bleibt zu dünn.

Den Fond vor dem Binden leise köcheln lassen und die Stärke mit kaltem Wasser glatt verrühren.

Etwas zusätzliche Stärke mit kaltem Wasser anrühren und portionsweise in die leicht kochende Sauce geben.

Die Haut der Gänsekeulen wird nicht knusprig.

Die Hautseite nach oben ausrichten und die letzten 10–15 Minuten bei höherer Temperatur garen.

Die Keulen kurz weiter bei 220 °C bräunen und dabei aufmerksam beobachten.

Die Kartoffelklöße zerfallen im Kochwasser.

Mehligkochende Kartoffeln verwenden, den Teig glatt verkneten und die Klöße nur knapp siedend gar ziehen lassen.

Das Wasser sofort auf knappes Sieden reduzieren; beschädigte Klöße vorsichtig herausnehmen und den restlichen Teig mit etwas Stärke nacharbeiten.

Varianten

Alkoholfreie Sauce

Der Rotwein wird durch zusätzliche Geflügelbrühe und einen kleinen Schuss Traubensaft ersetzt.

Sauce mit getrockneten Aprikosen

Getrocknete Aprikosen ersetzen die Backpflaumen und machen die Sauce heller und süßer.

Kartoffelklöße ohne Brotfüllung

Die Brotfüllung wird weggelassen, sodass einfache Kartoffelklöße entstehen.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch anrichten: Pro Person eine Gänsekeule mit zwei Kartoffelklößen, Rotkohl und reichlich Backpflaumensauce servieren.
  • Sauce separat reichen: Einen Teil der Sauce über die Keulen geben und den Rest in einer vorgewärmten Sauciere auf den Tisch stellen.
  • Fruchtige Ergänzung: Ein kleiner säuerlicher Rohkostsalat oder zusätzliche Apfelspalten können den kräftigen Teller mit frischer Säure ergänzen.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Rotkohl und Sauce können am Vortag zubereitet und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Gänsekeulen lassen sich ebenfalls vorgaren; zum Servieren in der Sauce erwärmen und die Haut anschließend im Ofen wieder knusprig bräunen. Kartoffelklöße möglichst frisch zubereiten.

Aufbewahren

Reste innerhalb von zwei Stunden abkühlen lassen, abdecken und im Kühlschrank aufbewahren. Fleisch, Sauce, Rotkohl und Klöße möglichst getrennt lagern.

Nur vollständig durchgekühlte Reste in den Kühlschrank stellen und vor dem Verzehr gründlich erhitzen.

Einfrieren

Die Kartoffelklöße können nach dem Auftauen in der Textur leiden; für dieses vollständige Gericht wird Einfrieren daher nicht empfohlen.

Aufwärmen

  • Backofen: Gänsekeulen mit etwas Sauce in eine ofenfeste Form geben, abdecken und bei moderater Ofentemperatur erwärmen. Zum Schluss ohne Abdeckung kurz heiß nachbräunen.
  • Herd: Sauce und Rotkohl getrennt in Töpfen langsam erhitzen. Kartoffelklöße in heißem, nicht sprudelndem Wasser erwärmen und die Gänsekeulen vorsichtig in der Sauce heiß werden lassen.

Allergene und Nährwerte

  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist Bestandteil des Bratenfonds.
  • Eier: enthält · Ei wird für den Kartoffelteig verwendet.
  • Milch: enthält · Butter wird zum Rösten der Brotwürfel verwendet.
  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Weißbrot enthält üblicherweise Weizen oder ein anderes glutenhaltiges Getreide; die konkrete Produktkennzeichnung prüfen.

Lebensmittelsicherheit

  • Geflügel vollständig garen: Die Gänsekeulen so lange schmoren, bis das Fleisch weich und im Inneren nicht mehr roh ist. Nicht allein nach der Hautfarbe beurteilen.
  • Arbeiten mit heißem Fett: Beim Anrösten und Ablöschen vorsichtig arbeiten, da heißes Gänseschmalz spritzen kann.
  • Reste kühlen: Übrig gebliebene Speisen zügig abkühlen, abdecken und im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren gründlich durchwärmen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Backpflaumen ersetzen?

Ja. Getrocknete Aprikosen funktionieren ebenfalls, machen die Sauce aber heller und deutlich süßer.

Was kann ich statt Gänseschmalz verwenden?

Butter oder Rapsöl sind mögliche Alternativen. Mit ihnen wird das Aroma milder und weniger gänsetypisch.

Kann ich die Kartoffelklöße vorbereiten?

Der Teig und die geformten Klöße sollten möglichst frisch gegart werden. Rotkohl und Sauce lassen sich dagegen gut am Vortag zubereiten.

Wie verhindere ich Klümpchen in der Sauce?

Die Speisestärke zuerst mit kaltem Wasser glatt verrühren und anschließend in die leicht kochende Sauce einarbeiten.

Aus unserer Küche

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