Deutschland

Wittenberger Lutherkekse

Zarte Doppelkekse aus Mandelmürbeteig mit braunem Rübenzucker, Lebkuchengewürz und Zimt. Himbeerkonfitüre verbindet die knusprigen Hälften, während Zuckerguss und optionale Schokolade Blumen-, Buch- oder Reformationsmotive sichtbar machen.

Zum Rezept
Mandelmürbeteig mit Reformationsmotiven | Wittenberger Lutherkekse | Buttrig, mandelig und würzig – mit feiner Himbeerfüllung.
Kochen / Backen 24 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 60 Minuten
Gesamtzeit ca. 84 Minuten
Menge etwa 30 Doppelkekse
Küche Deutschland
Kategorie Gebäck, Süßgebäck

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Kalte Butter und eine kurze, zügige Teigverarbeitung ergeben einen mürben statt zähen Keks.
  • Gemahlene Mandeln ergänzen das Mehl um nussige Tiefe und eine feine, sandige Textur.
  • Lebkuchengewürz und Zimt geben dem Gebäck eine warme, dezente Würze, ohne die Himbeerfüllung zu überdecken.
  • Das vollständige Auskühlen vor dem Füllen verhindert, dass die Konfitüre verläuft oder der Keks bricht.

Diese Wittenberger Lutherkekse sind eine eigenständige, regional inspirierte Variante aus mürbem Mandelteig, fruchtiger Himbeerfüllung und würzigem Gebäckaroma. Die Formen dürfen frei gewählt werden: Blumen, Bücher, Kreise oder kleine Motive mit religiösem beziehungsweise reformationsbezogenem Bezug. Für Doppelkekse erhält die Hälfte der Plätzchen eine ausgestochene Mitte, sodass die rote Füllung später sichtbar bleibt. Die Rezeptidee greift die in Wittenberg angebotenen Luther- und Wittenberg-Keksbezüge auf, ohne eine einheitlich festgelegte Originalrezeptur zu behaupten.

Die Kekse sind an den Rändern zart knusprig und innen mürbe. Mandel, brauner Rübenzucker, Zimt und Lebkuchengewürz wirken warm und leicht karamellig; die Himbeerkonfitüre setzt einen fruchtig-säuerlichen Akzent. Der Guss trocknet süß und fein fest aus, während Schokolade bei Bedarf einen herberen Kontrast ergänzt.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Zubereitung

  1. Trockene Zutaten mischen

    Mehl, gemahlene Mandeln, braunen Rübenzucker, Lebkuchengewürz, Zimt und Salz in einer Rührschüssel gleichmäßig vermischen.

  2. Teig verkneten

    Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und alles mit den Händen oder den Knethaken zu feinen Streuseln verarbeiten. Die Milch hinzufügen und den Teig zügig zu einer glatten Kugel verkneten.

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt verbunden und gerade formbar, ohne lange warm geknetet zu werden.

    • Die kalte Butter sorgt für eine mürbe Textur; den Teig deshalb nicht unnötig lange bearbeiten.
  3. Teig kühlen

    Den Teig flach drücken, abdecken und 30 bis 45 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist wieder fest und lässt sich anschließend ausrollen.

  4. Backofen vorbereiten

    Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.

    180 °C
  5. Kekse ausstechen

    Den Teig auf wenig Mehl etwa 4 Millimeter dick ausrollen. Kekse ausstechen, zum Beispiel als Blumen, Bücher oder einfache Kreise. Für Doppelkekse bei der Hälfte der Plätzchen in der Mitte ein kleines Motiv ausstechen.

    Daran erkennst du es: Die ausgestochenen Stücke sind etwa 4 Millimeter dick und behalten ihre Form.

    • Die Formen gleichmäßig dick ausstechen, damit die Kekse gleichzeitig fertig werden.
  6. Kekse backen

    Die Kekse auf die vorbereiteten Bleche legen und nacheinander bei 180 °C Ober- und Unterhitze 10 bis 12 Minuten pro Blech backen.

    24 Minuten 180 °C

    Daran erkennst du es: Die Ränder sind zart goldbraun; die Kekse sollen nicht dunkel werden.

    • Die Bleche nacheinander backen, wenn der Ofen nicht für zwei Bleche gleichzeitig eingestellt ist.

    Wichtig: Beim Herausnehmen Backhandschuhe verwenden; Blech und Kekse sind sehr heiß.

  7. Auskühlen und Konfitüre vorbereiten

    Die Kekse vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Die Himbeerkonfitüre glatt rühren und jeweils einen geschlossenen Keks dünn damit bestreichen.

    Daran erkennst du es: Die Kekse sind vollständig ausgekühlt und fest, bevor sie gefüllt werden.

    • Warme Kekse können beim Bestreichen brechen oder die Konfitüre kann verlaufen.
  8. Doppelkekse zusammensetzen

    Einen Keks mit ausgestochener Mitte auf den mit Konfitüre bestrichenen Keks setzen und leicht andrücken. Die übrigen Kekse nach Wunsch einfach lassen oder ebenfalls paarweise zusammensetzen.

    Daran erkennst du es: Die beiden Hälften haften, ohne dass Konfitüre an den Seiten herausquillt.

  9. Glasieren und verzieren

    Den Puderzucker mit Zitronensaft oder Milch zu einem dickflüssigen Guss verrühren. Die Kekse damit verzieren und trocknen lassen. Wer mag, schmilzt zusätzlich die Zartbitterschokolade und zeichnet feine Linien oder kleine Reformationsmotive auf das Gebäck.

    Daran erkennst du es: Der Guss ist dickflüssig genug zum Verzieren und später fest getrocknet.

    • Flüssigkeit tropfenweise zugeben, damit der Guss nicht zu dünn wird.

    Wichtig: Geschmolzene Schokolade vorsichtig handhaben und vor dem Auftragen kurz abkühlen lassen.

  10. Fest werden lassen

    Die Lutherkekse mindestens 30 Minuten ruhen lassen, damit Glasur und Füllung fest werden.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Glasur und Füllung sind fest und verschmieren beim Anfassen nicht.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Zeitangaben: Die strukturierte Gesamtzeit umfasst die ausdrücklich angegebenen beziehungsweise aus ihnen summierten Timerzeiten für Kühlen, Backen und Festwerdenlassen. Vorbereitungs-, Auskühl- und Dekorierdauer sind im Ausgangsrezept nicht separat beziffert.
  • Formen frei wählen: Die Motive sind nicht festgelegt. Blumen, Bücher und einfache Kreise sind im Ausgangsrezept ausdrücklich vorgesehen; ein kleines ausgestochenes Innenmotiv macht aus zwei Plätzchen einen sichtbaren Doppelkeks.

Zutatenwissen

Brauner Rübenzucker

Brauner Rübenzucker ist laut Ausgangscontent in größeren Supermärkten, Bioläden und gut sortierten Backabteilungen erhältlich. Als Ersatz eignet sich brauner Zucker; das Ergebnis wird dadurch etwas karamelliger und weniger malzig.

Gemahlene Mandeln

Die Mandeln werden bereits gemahlen in den Teig gegeben. So verteilen sie sich gleichmäßig und unterstützen die mürbe, fein-nussige Struktur der Kekse.

Sinnvolle Alternativen

Brauner Zucker

Die Kekse werden etwas karamelliger und weniger malzig. Die Süße und die Teigkonsistenz bleiben bei gleicher Menge ähnlich.

Den braunen Zucker in derselben Menge wie den braunen Rübenzucker verwenden und zusammen mit Mehl, Mandeln und Gewürzen vermischen.

Zitronensaft

Zitronensaft bringt mehr Säure und einen frischeren Geschmack; Milch ergibt einen milderen Guss.

Den Zitronensaft nach und nach in den Puderzucker rühren, bis ein dickflüssiger, streich- oder spritzfähiger Guss entsteht.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird weich und die ausgestochenen Formen verlieren beim Backen ihre Kontur.

Die Butter kalt verwenden, den Teig zügig verkneten und die Ruhezeit im Kühlschrank einhalten.

Den Teig nochmals flach drücken und kurz kühlen, bevor er erneut ausgerollt wird.

Die Kekse werden trocken oder deutlich zu dunkel.

Bei 180 °C Ober- und Unterhitze backen und die Kekse herausnehmen, sobald die Ränder zart goldbraun sind.

Sehr trockene Kekse können als einfache, ungefüllte Plätzchen serviert oder stärker mit Konfitüre verbunden werden.

Der Zuckerguss läuft von den Keksen herunter und trocknet nur langsam.

Die Flüssigkeit tropfenweise einarbeiten und die Konsistenz vor dem Verzieren prüfen.

Etwas Puderzucker unterrühren, bis der Guss wieder dickflüssig ist.

Varianten

Einfache Motivkekse ohne Füllung

Die ausgestochenen Kekse bleiben einzeln und werden nur mit Guss oder Schokolade verziert. Das eignet sich besonders für Buch-, Kreis- oder einfache Blumenformen.

Schokoladendekor

Die Kekse erhalten nach dem Glasieren feine Linien oder kleine Reformationsmotive aus geschmolzener Zartbitterschokolade.

Servieren und kombinieren

  • Zur Kaffee- oder Teestunde: Die Doppelkekse auf einer Platte servieren und den roten Himbeerkern sichtbar nach oben legen. Ein schlichtes Dekor passt zu einer alltäglichen Kaffeepause, aufwendigere Motive zu einem regionalen Backanlass.
  • Für einen Reformationsanlass: Blumen-, Buch- oder Reformationsmotive machen die Kekse zu einem passenden süßen Beitrag für den Reformationstag oder eine thematische Tafel. Die Formen können gemeinsam mit Kindern ausgestochen und dekoriert werden.

Planen und Reste genießen

Aufbewahren

Die vollständig ausgekühlten und getrockneten Kekse in einer luftdichten Dose trocken lagern. Konkrete Haltbarkeitswerte sind für diese Rezeptfassung nicht angegeben.

Nur vollständig ausgekühlte Kekse einlagern, damit sich in der Dose keine unnötige Feuchtigkeit sammelt.

Allergene und Nährwerte

  • Gluten: enthält · Das verwendete Mehl Type 405 ist ein glutenhaltiges Getreideerzeugnis.
  • Mandeln: enthält · Gemahlene Mandeln sind ein fester Bestandteil des Teigs.
  • Milch: enthält · Butter und Milch werden im Teig verwendet; Milch kann zusätzlich im Guss eingesetzt werden.

Aus der Region

Herkunft und Tradition

Die Quellen belegen einen regionalen Bezug von Wittenberg zu Luther- und Wittenberg-Keksen beziehungsweise zu Gebäck mit Reformationsmotiven. Ein offizielles Reformationskeks-Rezept beschreibt Mürbeteigkekse mit Mandeln, braunem Rübenzucker, Lebkuchengewürz, Zimt, Himbeermarmelade und Motivausstechern. Regionale Wittenberg-Seiten und der Hersteller Wikana führen außerdem Kekse beziehungsweise Produkte mit Wittenberg- und Lutherbezug. Daraus wird für diese Fassung ein regional inspirierter Keks abgeleitet, nicht eine verbindliche historische Originalrezeptur.

Reformations- oder Lutherkekse werden als Mürbeteigkekse mit Reformationsmotiven beschrieben; eine veröffentlichte Rezeptfassung verwendet unter anderem Mandeln, braunen Rübenzucker, Lebkuchengewürz, Zimt, Himbeermarmelade und eine Backtemperatur von 180 °C.

In und um Lutherstadt Wittenberg werden Kekse und Gebäck mit Wittenberg- beziehungsweise Lutherbezug angeboten; dazu zählen ein Wittenberg Keks bei Wikana und die regionale Kekswelt des Herstellers.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Welche Formen eignen sich für Lutherkekse?

Im Ausgangsrezept sind Blumen, Bücher und einfache Kreise vorgesehen. Für Doppelkekse wird bei der Hälfte der Plätzchen zusätzlich ein kleines Motiv in der Mitte ausgestochen. So kann die Himbeerfüllung sichtbar werden.

Kann brauner Rübenzucker ersetzt werden?

Ja. Als Ersatz eignet sich brauner Zucker in gleicher Menge. Die Kekse schmecken damit etwas karamelliger und weniger malzig.

Wie wird der Zuckerguss fest und streichfähig?

Puderzucker mit Zitronensaft oder Milch zu einem dickflüssigen Guss verrühren. Die Flüssigkeit nach und nach zugeben. Ist der Guss zu dünn, etwas Puderzucker ergänzen; ist er zu fest, wenige Tropfen Flüssigkeit einarbeiten.

Aus unserer Küche

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