Springerle

Schwäbisches Bildgebäck

Feine baden-württembergische Anisplätzchen mit geprägten Motiven. Der feste Teig wird mit einem Holzmodel geformt, über Nacht getrocknet und anschließend hell gebacken.

Zum Rezept
Geprägte Plätzchen mit feinem Anisaroma
Vorbereitung 35 Minuten
Kochen / Backen 30 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 85 Stunden
Gesamtzeit ca. 86 Std. 5 Min.
Menge Plätzchen
Gerichtsform und Gerichtsart Kekse und kleine trockene Süßgebäcke
Prägende Zutatenfamilie Eier, Kräuter und Gewürze, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Trocknen
Geprüfte Rezept-Eignung Vegetarisch (Ei und Milch möglich)

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das lange Aufschlagen von Eiern und Puderzucker ergibt eine helle, dickliche Grundmasse.
  • Das Trocknen vor dem Backen hilft, dass die Oberfläche matt und fest wird und die Motive sauber stehen.
  • Hirschhornsalz lockert das flache, trockene Gebäck auf, ohne das charakteristische Anisaroma zu überdecken.

Springerle sind fein aromatische Anisplätzchen mit geprägten Motiven. Der Teig wird mit einem bemehlten Holzmodel geformt und vor dem Backen lange getrocknet. So bleibt die Oberfläche hell und die typische Prägung deutlich sichtbar. Nach dem Backen reifen die Plätzchen noch einige Tage offen nach, bis sie angenehm weich werden.

Hell gebackene, fein anisduftende Plätzchen mit klarer Prägung, zunächst eher fest und trocken, nach einigen Tagen offenem Nachreifen angenehm weich.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig vorbereiten

  1. Eier und Puderzucker aufschlagen

    Eier und Puderzucker 8–10 Minuten mit dem Handrührgerät zu einer hellen, dicklichen Masse aufschlagen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Masse ist hell und deutlich dicklich.

    • Die lange Aufschlagzeit trägt zur lockeren Grundstruktur des Gebäcks bei.
  2. Teig herstellen und kühlen

    Zitronenschale einrühren. Mehl und HirschhornsalzHirschhornsalz ist ein chemisches Backtriebmittel für flache, gut durchgebackene Gebäcke. mischen, nach und nach unterarbeiten und den Teig kurz zu einer glatten, eher festen Masse kneten. Abgedeckt 1 Stunde kühl ruhen lassen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, eher fest und nach der Ruhe gut formbar.

    • Nur kurz kneten, sobald eine glatte Masse entstanden ist.
    • Während der Ruhe kann das Backblech vorbereitet werden.

Formen und trocknen

  1. Teig prägen und ausschneiden

    Den Teig portionsweise etwa 1 cm dick ausrollen. Ein Holzmodel leicht bemehlen, fest auf den Teig drücken und vorsichtig wieder abheben. Die geprägten Stücke mit einem Messer oder Teigrädchen ausschneiden.

    Daran erkennst du es: Die Motive sind deutlich eingeprägt und die Stücke sauber ausgeschnitten.

    • Das Model nur leicht bemehlen, damit die Prägung klar bleibt.
    • Den Teig portionsweise bearbeiten, damit er handhabbar bleibt.
  2. Auf Anis trocknen lassen

    Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit den AnissamenGetrocknete Früchte des Anisstrauchs mit süßlich-würzigem Aroma. bestreuen. Die Springerle daraufsetzen und 12–24 Stunden an einem kühlen, trockenen Ort trocknen lassen, bis die Oberfläche matt und fest ist.

    12 Stunden

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist matt und fest.

    • Die Trocknungszeit ist entscheidend für eine helle Oberfläche und gut erhaltene Motive.

Backen und nachreifen

  1. Ofen vorheizen und Unterseite befeuchten

    Den Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Unterseite der Springerle kurz auf ein feuchtes Tuch setzen und die Stücke wieder auf das Blech legen.

    150 °C

    Daran erkennst du es: Der Ofen ist vollständig auf 150 °C vorgeheizt.

    • Die Unterseite nur kurz auf das feuchte Tuch setzen.

    Wichtig: Beim Umgang mit dem vorgeheizten Backofen und dem heißen Blech Ofenhandschuhe verwenden.

  2. Springerle hell backen

    Die Springerle 25–30 Minuten backen. Sie sollen hell bleiben und an der Unterseite leicht aufgehen, während die Motive deutlich sichtbar bleiben.

    30 Minuten 150 °C

    Daran erkennst du es: Das Gebäck bleibt hell, geht an der Unterseite leicht auf und die Motive bleiben deutlich sichtbar.

    • Die Springerle nicht dunkel werden lassen.
    • Bei mehreren Blechen nacheinander backen, damit die Backbedingungen gleichmäßig bleiben.

    Wichtig: Das heiße Blech vorsichtig aus dem Ofen nehmen.

  3. Auskühlen und nachreifen lassen

    Das Gebäck vollständig auskühlen lassen und anschließend 3–5 Tage offen stehen lassen. Sobald es angenehm weich geworden ist, in einer Blechdose aufbewahren.

    Daran erkennst du es: Die Plätzchen sind nach dem offenen Nachreifen angenehm weich.

    • Die Blechdose erst nach dem offenen Nachreifen verwenden.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Trocknungszeit nicht auslassen: Die Oberfläche muss vor dem Backen matt und fest sein. Das lange Trocknen unterstützt eine helle Oberfläche und klar erkennbare Motive.
  • Hell backen: Springerle sollen hell bleiben. Die Backzeit endet, wenn die Unterseite leicht aufgeht und die Motive sichtbar bleiben.
  • Nachreifen einplanen: Nach dem Backen bleiben die Plätzchen zunächst offen stehen und werden erst nach 3–5 Tagen in der Blechdose aufbewahrt.

Zutatenwissen

Hirschhornsalz gezielt einsetzen

Hirschhornsalz sorgt bei diesem trockenen, flachen Gebäck für eine lockere Struktur. Es soll laut Rezept nicht einfach durch Backpulver ersetzt werden, weil sich Volumen und Aroma verändern können.

Anis für das Blech

Die Anissamen werden auf dem Backpapier ausgestreut und geben dem Gebäck sein feines Anisaroma. Für ein intensiveres Aroma können sie vor dem Ausstreuen kurz zwischen den Fingern angerieben werden.

Model leicht bemehlen

Das Holzmodel nur leicht bemehlen, damit es sich sauber vom Teig löst und die Prägung deutlich bleibt.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Motive verlaufen oder die Oberfläche wird beim Backen ungleichmäßig.

Die geprägten Stücke 12–24 Stunden trocknen lassen, bis die Oberfläche matt und fest ist.

Die Springerle werden zu dunkel und die Motive sind weniger deutlich.

Bei 150 °C Ober-/Unterhitze backen und auf die helle Farbe sowie die sichtbaren Motive achten.

Wenn die Stücke bereits leicht gebräunt sind, sofort aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Das Holzmodel lässt sich nicht sauber vom Teig abheben.

Das Model leicht bemehlen und den Teig vor dem Formen vollständig kühl ruhen lassen.

Das Model vorsichtig lösen, erneut leicht bemehlen und den nächsten Teigabschnitt verwenden.

Die Plätzchen bleiben in der Dose zu fest.

Das Gebäck 3–5 Tage offen stehen lassen und erst bei angenehmer Weichheit in die Blechdose geben.

Die Plätzchen wieder aus der Dose nehmen und noch etwas offen nachreifen lassen.

Varianten

Schlichte ausgestochene Springerle

Für eine schlichtere Optik kann der Teig ohne ausgeprägtes Holzmodel verarbeitet und nur mit einem Messer oder Teigrädchen zugeschnitten werden.

Servieren und kombinieren

  • Zu Kaffee oder Tee: Die nachgereiften Springerle als kleines Anisgebäck zu Kaffee oder Tee servieren.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Springerle können mehrere Tage im Voraus zubereitet werden. Nach dem Backen 3–5 Tage offen nachreifen lassen und erst bei angenehmer Weichheit in einer Blechdose aufbewahren.

Aufbewahren

Nach dem offenen Nachreifen in einer Blechdose bei Raumtemperatur aufbewahren.

Allergene und Nährwerte

  • Eier: enthält · Das Rezept enthält vier Eier.
  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Weizenmehl Type 405 wird im Teig und zum Bemehlen des Models verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Hirschhornsalz durch Backpulver ersetzen?

Laut Rezept sollte Hirschhornsalz nicht einfach durch Backpulver ersetzt werden, weil sich Volumen und Aroma des flachen Gebäcks verändern können.

Warum müssen Springerle vor dem Backen so lange trocknen?

Die Oberfläche soll vor dem Backen matt und fest werden. Das hilft, die helle Oberfläche und die geprägten Motive zu erhalten.

Wann sind die Springerle verzehrfertig?

Nach dem Backen lässt man sie 3–5 Tage offen nachreifen. Sobald sie angenehm weich geworden sind, kommen sie in die Blechdose.

Aus unserer Küche

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