Aachener Printen

Würziges Honiggebäck

Dunkles, festes Honiggebäck mit braunem Zucker, OrangeatKandierte Schale der Zitronatzitrone, meist als süße Backzutat verwendet. und winterlichen Gewürzen. Die Printen werden kühl geruht, dünn ausgerollt und gebacken; beim Abkühlen werden sie fester und aromatisch milder.

Zum Rezept
Würziges Honiggebäck | Aachener Printen | Dicht und aromatisch mit Honig, Orangeat und winterlichen Gewürzen
Vorbereitung 35 Minuten
Kochen / Backen 13 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 2 Std. 15 Min.
Gesamtzeit ca. 3 Stunden
Menge Printen
Gerichtsform und Gerichtsart Kekse und kleine trockene Süßgebäcke
Prägende Zutatenfamilie Kräuter und Gewürze, Obst, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen
Geprüfte Rezept-Eignung Vegetarisch (Ei und Milch möglich)
Verzehrkontext Zwischenmahlzeit

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Honig und brauner Zucker geben dem Gebäck eine tiefe Süße und fördern die typische dunkle Farbe.
  • Die Kombination aus Zimt, Nelken, Anis, Koriander und weiteren Gewürzen sorgt für das charakteristische winterliche Aroma.
  • Ein langer kühler Ruheaufenthalt macht den festen, leicht klebrigen Teig besser formbar und lässt die Gewürze durchziehen.
  • Die Printen werden nur so lange gebacken, dass die Oberfläche trocken und die Ränder fest sind; beim Auskühlen härten sie weiter nach.

Aachener Printen sind würzige Honigplätzchen nach rheinischem Vorbild. Der Teig wird mit Honig, braunem Zucker, wenig Butter, Orangeat und einer markanten Mischung aus Zimt, Nelken, Anis, Koriander, Kardamom und Piment zubereitet. Sie passen zum Kaffee, in die Adventszeit oder einfach zum Knabbern.

Dunkelbraune, trockene und würzige Printen mit fester Oberfläche, aromatischem Honigduft und feinen Noten von Zimt, Nelke, Anis und kandierter Orangenschale. Frisch gebacken sind sie innen noch etwas nachgiebig und werden beim Abkühlen fester.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Zubereitung

  1. Honigmischung erwärmen

    Honig, braunen Zucker und Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren erwärmen, bis alles glatt verbunden ist. Nicht kochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung auf lauwarm abkühlen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Mischung ist glatt verbunden und nur noch lauwarm.

    • Die Mischung nicht kochen lassen, damit sie nicht unnötig eindickt oder zu heiß in den Teig gelangt.
  2. Pottasche auflösen

    Die PottascheKaliumcarbonat und traditionelles Backtriebmittel für bestimmte schwere und zuckerreiche Teige. im lauwarmen Wasser vollständig auflösen.

    Daran erkennst du es: Keine sichtbaren Pottascheklümpchen bleiben zurück.

  3. Trockene Zutaten mischen

    Mehl, Kakao und alle Gewürze in einer großen Schüssel mischen. Orangeat und das optionale Zitronat sehr fein hacken und unterheben.

    Daran erkennst du es: Die Gewürze sind gleichmäßig im Mehl verteilt und die kandierten Schalenstücke liegen nicht verklumpt zusammen.

    • Sehr fein gehacktes Orangeat verteilt sich gleichmäßiger im festen Teig.
  4. Teig herstellen

    Das lauwarme Honig-Zucker-Gemisch, das Eigelb und die gelöste Pottasche zu den trockenen Zutaten geben. Alles zu einem festen, leicht klebrigen Teig verkneten. Ist der Teig zu weich, 1–2 EL Mehl zugeben; ist er zu trocken, 1 TL Honig oder Wasser einarbeiten.

    Daran erkennst du es: Der Teig ist fest, leicht klebrig und lässt sich zu einer zusammenhängenden Masse verkneten.

    • Zusätzliches Mehl oder Honig beziehungsweise Wasser nur vorsichtig und in kleinen Mengen einarbeiten.
  5. Teig ruhen lassen

    Den Teig flach drücken, in Folie wickeln und mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, kühl ruhen lassen.

    2 Stunden

    Daran erkennst du es: Der Teig ist nach der Ruhezeit fester und besser ausrollbar.

    • Bei einer Ruhezeit über Nacht den Teig vor dem Ausrollen kurz temperieren lassen, falls er sehr fest geworden ist.
  6. Ofen und Blech vorbereiten

    Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

    180 °C

    Daran erkennst du es: Der Ofen ist vollständig vorgeheizt und das Blech liegt bereit.

  7. Printen ausrollen und formen

    Den Teig auf leicht bemehlter Fläche etwa 5–7 mm dick ausrollen. Rechtecke, Rauten oder einfache Formen ausstechen beziehungsweise schneiden und mit Abstand auf das vorbereitete Blech setzen.

    Daran erkennst du es: Die Teigstücke sind gleichmäßig dick und liegen mit etwas Abstand auf dem Blech.

    • Nicht zu viel Mehl auf der Arbeitsfläche verwenden, damit die Printen nicht trocken werden.
  8. Printen backen

    Die Printen im mittleren Einschub 10–13 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze backen. Die Oberfläche soll trocken und die Ränder sollen fest wirken, während das Innere noch nicht austrocknet.

    12 Minuten 180 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist trocken, die Ränder wirken fest und die Mitte ist noch nicht vollständig hart.

    • Die Printen härten beim Abkühlen noch nach; lieber etwas früher prüfen als zu lange backen.
  9. Auskühlen und optional glasieren

    Die Printen auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Für den optionalen Guss Puderzucker mit Zitronensaft oder Wasser glatt rühren und dünn aufstreichen. Den Guss anschließend erneut antrocknen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Printen sind vollständig ausgekühlt und der optionale Guss ist oberflächlich angetrocknet.

    • Flüssigkeit für den Guss sparsam zugeben, damit er streichfähig, aber nicht zu dünn wird.
  10. Aufbewahren

    Die vollständig ausgekühlten Printen in einer Dose mit Deckel aufbewahren. In den ersten ein bis zwei Tagen werden sie oft etwas milder und angenehmer im Biss.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Ruhezeit einplanen: Die mindestens zweistündige, besser über Nacht dauernde kühle Ruhezeit ist ein wichtiger Teil des Rezepts: Der feste Teig lässt sich danach leichter ausrollen und die Gewürze verbinden sich besser.
  • Printen härten beim Abkühlen nach: Die Printen sollen beim Herausnehmen noch nicht vollständig hart sein. Oberfläche und Ränder geben die bessere Orientierung als ein vollständig fester Kern.
  • Guss ist optional: Der Guss verändert die Süße und Oberfläche, ist für die Printen selbst aber nicht erforderlich.

Zutatenwissen

Pottasche

Pottasche lockert den honigreichen Teig und ist im Backregal, im Reformhaus oder in der Apotheke erhältlich.

Kandierte Schalen fein hacken

Orangeat und optionales Zitronat sehr fein hacken, damit sich die kandierten Schalen gleichmäßig im festen Teig verteilen.

Gewürzmischung

Gemahlener Anis und Koriander sind in Gewürzregalen, türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäften und im Reformhaus erhältlich. Frisch gemahlene Gewürze duften intensiver.

Honigbasis

Der Honig gehört zu den prägenden Zutaten des Gebäcks und wird mit Zucker und Butter nur glatt erwärmt, nicht gekocht.

Sinnvolle Alternativen

Natron

Die Krume wird etwas anders und der Biss weniger traditionell.

Die Pottasche durch 1 TL Natron ersetzen und wie im Rezept im lauwarmen Wasser auflösen.

Zusätzliches Orangeat oder fein abgeriebene Bio-Orangenschale

Mit zusätzlichem Orangeat bleibt der Geschmack kandiert-süß; Orangenschale macht den Teig frischer und zitrusbetonter.

Das optionale Zitronat weglassen und stattdessen nur Orangeat verwenden oder fein abgeriebene Bio-Orangenschale einarbeiten.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird sehr weich oder das Eigelb stockt beim Vermengen.

Die Mischung nach dem Erwärmen auf lauwarm abkühlen lassen, bevor Eigelb und Pottasche dazukommen.

Den Teig kurz abkühlen lassen und bei Bedarf vorsichtig mit etwas Mehl auf die vorgesehene feste Konsistenz bringen.

Der Teig lässt sich nicht sauber ausrollen und klebt stark.

Die Ruhezeit einhalten und den Teig erst danach ausrollen; zusätzliches Mehl nur portionsweise einarbeiten.

Den Teig erneut kühlen und anschließend bei Bedarf 1–2 EL Mehl einarbeiten.

Die Printen werden trocken und sehr hart.

Bei 10 Minuten erstmals prüfen und auf trockene Oberfläche sowie feste Ränder achten.

Die Printen vollständig auskühlen lassen und anschließend in der Dose lagern; der Biss kann in den ersten Tagen milder werden.

Die Printen liegen nach dem Backen stellenweise zusammen oder garen ungleichmäßig.

Zwischen den Printen etwas Abstand lassen und bei Bedarf mehrere Bleche nacheinander backen.

Varianten

Nur mit Orangeat

Das optionale Zitronat entfällt; Orangeat bleibt die einzige kandierte Schale.

Frischere Orangennote

Statt des optionalen Zitronats wird fein abgeriebene Bio-Orangenschale verwendet.

Natronvariante

Pottasche wird durch Natron ersetzt. Die Printen erhalten dadurch eine etwas andere Krume und einen weniger traditionellen Biss.

Servieren und kombinieren

  • Zum Kaffee: Die würzigen Printen passen als kleines Gebäck zu Kaffee und runden die kräftigen Honig- und Gewürznoten ab.
  • Für die Adventszeit: Printen eignen sich als festes, aromatisches Kleingebäck für die Adventszeit und zum Teilen aus der Keksdose.
  • Zum Knabbern: Die Printen können nach dem Auskühlen einfach als würziges Kleingebäck serviert werden.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Der Teig kann mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, kühl ruhen. Die gebackenen Printen können vollständig ausgekühlt bis zum Servieren in einer Dose aufbewahrt werden.

Aufbewahren

Vollständig ausgekühlte Printen in einer gut schließenden Dose aufbewahren. In den ersten ein bis zwei Tagen werden sie oft milder und angenehmer im Biss.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Weizenmehl ist Bestandteil des Teigs und wird zusätzlich zum Ausrollen verwendet.
  • Eier: enthält · Das Rezept enthält Eigelb.
  • Milch: enthält · Butter ist Bestandteil des Teigs.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie viele Printen ergibt das Rezept?

Die angegebene Menge ergibt ungefähr 45 bis 55 Printen, abhängig von Größe und Dicke der ausgestochenen oder geschnittenen Stücke.

Warum muss der Printenteig ruhen?

Die kühle Ruhezeit macht den festen, leicht klebrigen Teig besser formbar und gibt den Gewürzen Zeit, sich im Teig zu verbinden.

Woran erkenne ich, dass die Printen fertig gebacken sind?

Die Oberfläche soll trocken und die Ränder sollen fest wirken, während die Printen innen noch nicht vollständig austrocknen. Beim Abkühlen härten sie weiter nach.

Muss der Guss verwendet werden?

Nein. Der Guss aus Puderzucker und Zitronensaft oder Wasser ist optional und verändert vor allem Süße und Oberfläche.

Aus unserer Küche

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