Ein kräftiges, freigeschobenes Roggenmischbrot mit rund 65 Prozent RoggenmehlRoggenmehl wird aus Roggenkörnern gemahlen und verleiht Broten ein kräftiges Aroma sowie eine dunklere Farbe., zweistufigem Roggensauerteig, Weizenvorteig, geröstetem Altbrot und charaktervoller Kruste.
Von Deutschland auf dem TellerVeröffentlicht am 21. September 2026
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Was dieses Rezept zuverlässig macht
Der zweistufige Roggensauerteig entwickelt ein kräftiges Aroma und unterstützt eine saftige, schnittfeste Krume.
Weizenvorteig und Weizenmehl ergänzen den Roggenanteil und geben dem Laib eine ausgewogene Struktur.
Geröstetes Altbrot bindet Wasser und bringt zusätzliche Würze in die Krume.
Dampf und die abgestufte Backtemperatur fördern eine kräftige Kruste bei vollständig durchgebackener Krume.
Dieses Thüringer Roggenmischbrot verbindet Roggenmehl Type 1150 mit Weizenmehl Type 1050, einem zweistufig geführten Sauerteig, Weizenvorteig und geröstetem Altbrot. Der weiche, klebrige Teig wird als runder Laib im Gärkörbchen geführt und auf heißer Backfläche mit Dampf gebacken.
Die Kruste wird kräftig und aromatisch, während die Krume saftig, würzig und dicht, aber gut schneidbar bleibt. Der Roggensauerteig sorgt für ein ausgeprägtes, angenehm säuerliches Aroma.
Schritt für Schritt
Zubereitung
Zubereitung und Backen
1
Grundsauer ansetzen
Roggenmehl, Wasser und aktives Roggen-AnstellgutAktiver Teil einer Roggensauerteigkultur, der zur Herstellung und Auffrischung eines neuen Teigs verwendet wird. zu einem festen Teig verrühren. Abgedeckt 15 bis 18 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
40 °C
Daran erkennst du es: Der Grundsauer ist nach der Reifezeit bereit für die zweite Stufe.
Die Masse vollständig abdecken, damit sie an der Oberfläche nicht austrocknet.
2
Vollsauer führen
Den reifen Grundsauer mit Roggenmehl und Wasser für die zweite Stufe gründlich vermischen. Bei etwa 28 bis 32 °C drei bis vier Stunden reifen lassen.
Daran erkennst du es: Der Vollsauer ist nach der angegebenen Reifezeit bereit für den Hauptteig.
Die Reifetemperatur möglichst gleichmäßig halten.
3
Weizenvorteig ansetzen
Weizenmehl, Wasser und frische Hefe klümpchenfrei verrühren. Drei Stunden bei Raumtemperatur anspringen lassen, danach abgedeckt im Kühlschrank weiterreifen lassen. Zwei Stunden vor der Teigbereitung herausnehmen.
Daran erkennst du es: Der Vorteig ist nach der beschriebenen Reife- und Kühlphase bereit für den Hauptteig.
Den Vorteig vor der Verwendung rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.
4
Brühstück herstellen
Das Altbrot fein mahlen, mit dem kochenden Wasser überbrühen und gut verrühren. Direkt an der Oberfläche abdecken und mindestens eine Stunde abkühlen lassen.
60 Minuten100 °C
Daran erkennst du es: Das Brühstück ist abgekühlt und kann in den Hauptteig gegeben werden.
Die Oberfläche direkt abdecken, damit sich keine trockene Haut bildet.
Wichtig: Beim Umgang mit kochendem Wasser vorsichtig arbeiten und das Brühstück vor der Weiterverarbeitung ausreichend abkühlen lassen.
5
Hauptteig mischen
Vollsauer, Weizenvorteig, Brühstück, Roggenmehl, Weizenmehl, Salz und Hefe in eine Schüssel geben. Fünf Minuten langsam mischen, anschließend zwei Minuten etwas schneller fertig vermengen. Der Teig bleibt wegen des Roggenanteils weich und klebrig.
7 Minuten
Daran erkennst du es: Alle Bestandteile sind gleichmäßig vermengt; der Teig bleibt weich und klebrig.
Nicht versuchen, den Roggenteig durch zusätzliches Mehl fest zu machen.
6
Teig ruhen lassen
Den Teig abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
30 Minuten
Daran erkennst du es: Der Teig ist nach der Ruhezeit bereit zum Wirken.
Die Abdeckung beibehalten, damit der Teig nicht austrocknet.
7
Laib wirken
Den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben, rund wirken und mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen setzen.
Daran erkennst du es: Der Teigling liegt als runder Laib mit dem Schluss nach oben im Gärkörbchen.
Arbeitsfläche und Gärkörbchen ausreichend bemehlen, da der Teig weich und klebrig ist.
8
Stückgare und Vorheizen
Den Teigling abgedeckt etwa 60 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Währenddessen den Backofen mit Backstein oder umgedrehtem Backblech auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
60 Minuten250 °C
Daran erkennst du es: Der Teigling ist nach der Stückgare bereit zum Stürzen und Einschneiden.
Das Vorheizen rechtzeitig beginnen, damit die Backfläche vollständig heiß ist.
Wichtig: Beim Vorheizen und späteren Einschießen nur hitzebeständige Ofenhandschuhe verwenden.
9
Mit Dampf anbacken
Den Teigling auf die heiße Backfläche stürzen, einschneiden und für Dampf etwa 40 ml Wasser auf ein heißes Blech oder den Ofenboden geben. Zehn Minuten bei 250 °C backen.
10 Minuten250 °C
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist nach der ersten Backphase stabilisiert und beginnt eine Kruste zu bilden.
Das Wasser zügig auf die heiße Dampffläche geben und die Ofentür sofort wieder schließen.
Wichtig: Heißer Dampf kann schwere Verbrennungen verursachen; Gesicht und Hände beim Öffnen und Beschicken des Ofens zurücknehmen.
10
Brot fertig backen
Die Ofentür kurz öffnen, den Dampf abziehen lassen und die Temperatur auf 190 °C senken. Das Brot weitere 35 bis 40 Minuten fertig backen.
190 °C
Daran erkennst du es: Das Brot ist fertig gebacken und besitzt eine kräftige Kruste.
Die Ofentür nur kurz öffnen, damit die Backtemperatur anschließend wieder stabil ansteigt.
Wichtig: Beim Ablassen des Dampfes auf austretende heiße Luft achten.
11
Auskühlen lassen
Den Laib auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Vor dem Anschneiden mindestens zwei Stunden warten.
2 Stunden
Daran erkennst du es: Der Laib ist vollständig ausgekühlt und lässt sich sauber anschneiden.
Das Brot nicht warm anschneiden, damit sich die Krume setzen kann.
Gut zu wissen
Hinweise zum Rezept
Teigkonsistenz: Der Hauptteig bleibt wegen des hohen Roggenanteils weich und klebrig. Das ist für die Rezeptur vorgesehen und kein Grund, zusätzliches Mehl einzuarbeiten.
Vor dem Anschneiden warten: Die mindestens zweistündige Auskühlzeit ist wichtig, damit sich die saftige Roggenkrume stabilisiert und das Brot sauber geschnitten werden kann.
Dampf sicher einsetzen: Das Wasser für den Dampf wird auf eine bereits heiße Fläche gegeben. Dabei vorsichtig arbeiten, da schlagartig heißer Dampf entsteht.
Zutatenwissen
Aktives Roggen-Anstellgut
Aktives Roggen-Anstellgut bekommst du häufig auf Nachfrage in handwerklichen Bäckereien, in Backkursen oder von anderen Sauerteigbäckerinnen und -bäckern. Gekaufter Roggensauerteig nach Packungsangabe ist eine mögliche Alternative; sein Aroma fällt meist milder und weniger säuerlich aus.
Geröstetes Altbrot
Das Altbrot wird fein gemahlen und vor der Zugabe zum Hauptteig mit kochendem Wasser überbrüht. Es bindet dadurch Wasser und wird als Brühstück eingearbeitet.
Mehltypen getrennt verwenden
Die drei Roggenmehlmengen und die beiden Weizenmehlmengen sind als eigene Rezeptbestandteile ausgewiesen und werden in den jeweiligen Vorstufen beziehungsweise im Hauptteig eingesetzt.
Sinnvolle Alternativen
Gekaufter Roggensauerteig
Das Aroma kann milder ausfallen und ein weniger ausgeprägtes Säurearoma entwickeln.
Aktives Roggen-Anstellgut durch gekauften Roggensauerteig nach Packungsangabe ersetzen. Die Reifezeiten und die Konsistenz an die Angaben des verwendeten Produkts anpassen.
Typische Fehler und ihre Lösung
Der Hauptteig wird durch zusätzliches Mehl unnötig fest.
Die im Rezept beschriebene weiche, klebrige Teigkonsistenz akzeptieren und Arbeitsfläche sowie Gärkörbchen gut bemehlen.
Den Teig nur vorsichtig weiterverarbeiten und nicht nachträglich stark mit Mehl anreichern.
Die Krume wirkt beim Schneiden klebrig oder instabil.
Den Laib auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen und mindestens zwei Stunden warten.
Das Brot in dickere Scheiben schneiden und die restliche Auskühlzeit abwarten.
Beim Bedampfen tritt sehr heißer Dampf aus.
Das Wasser zügig und mit Abstand auf die Dampffläche geben und Gesicht sowie Hände von der Ofenöffnung fernhalten.
Servieren und kombinieren
Herzhaft belegt: Die würzige, saftige Krume passt zu herzhaften Brotbelägen und lässt sich nach dem vollständigen Auskühlen sauber schneiden.
Zum Frühstück oder zur Brotzeit: Als kräftiges Mischbrot kann der Laib in Scheiben zum Frühstück oder zu einer klassischen Brotzeit serviert werden.
Allergene und Nährwerte
Glutenhaltiges Getreide: enthält · Das Rezept enthält Roggen- und Weizenmehl.
Häufig gefragt
Fragen zum Rezept
Wo bekomme ich aktives Roggen-Anstellgut?
Frage in einer handwerklichen Bäckerei nach aktivem Roggen-Anstellgut oder wende dich an einen Sauerteigbackkurs beziehungsweise andere Sauerteigbäckerinnen und -bäcker. Als Alternative eignet sich gekaufter Roggensauerteig nach Packungsangabe; sein Aroma fällt meist milder und weniger säuerlich aus.
Warum bleibt der Hauptteig so weich und klebrig?
Der hohe Roggenanteil prägt die Teigkonsistenz. Der Hauptteig bleibt deshalb weich und klebrig und soll nicht durch zusätzliches Mehl unnötig fest gemacht werden.
Warum muss das Brot vor dem Anschneiden so lange auskühlen?
Das Brot soll vollständig auskühlen und mindestens zwei Stunden ruhen. So kann sich die saftige Roggenkrume stabilisieren und sauber schneiden lassen.
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