Wacholder sparsam einsetzen
Wacholderbeeren geben dem Sauerkraut eine harzige, würzige Note. Sie werden leicht angedrückt, damit sie ihr Aroma abgeben, und vor dem Servieren entfernt.
Milchsauer vergorenes Gemüse
Fein gehobelter Weißkohl wird mit Salz, Kümmel, Wacholder und Lorbeer milchsauer fermentiert und anschließend mit Zwiebel, Brühe und Kartoffel sämig geschmort.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Westfälisches Sauerkraut verbindet die traditionelle Vorratstechnik der Milchsäuregärung mit einer kräftigen, warmen Beilagenzubereitung. Der gesalzene Weißkohl fermentiert zunächst mehrere Wochen, bevor er mit Zwiebel, Brühe und geriebener Kartoffel weich und sämig geschmort wird.
Das fertige Kraut duftet würzig und leicht harzig, schmeckt angenehm säuerlich mit herzhafter Brühe und wirkt durch die Kartoffel weich, sämig und dennoch leicht faserig.
Schritt für Schritt
Fermentierglas, Deckel und Gewicht gründlich reinigen. Das Glas mit heißem Wasser ausspülen und vollständig abtropfen lassen.
Daran erkennst du es: Glas und Zubehör sind sauber und vollständig abgetropft.
Wichtig: Nur sauberes, unbeschädigtes Zubehör verwenden.
Die äußeren Blätter des Weißkohls entfernen und ein schönes Blatt beiseitelegen. Den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und fein hobeln. Das vorbereitete Gewicht sollte etwa 1 kg betragen.
Daran erkennst du es: Der Kohl ist fein gehobelt und wiegt küchenfertig etwa 1 kg.
Den gehobelten Kohl in die große Schüssel geben, mit 20 g Salz bestreuen und 8 bis 10 Minuten kräftig durchkneten. Sobald reichlich Flüssigkeit austritt und die Streifen weich werden, Kümmel, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt untermischen.
Daran erkennst du es: Die Kohlstreifen sind weich und es steht reichlich eigene Flüssigkeit in der Schüssel.
Das Kraut portionsweise in das Glas füllen und jede Lage mit dem Stampfer oder einem sauberen Glas kräftig nach unten drücken. Die eigene Lake muss über dem Kohl stehen. Das zurückgelegte Kohlblatt auflegen, das Fermentiergewicht daraufsetzen und alles unter der Lake halten. Falls Flüssigkeit fehlt, abgekochtes, abgekühltes Wasser mit dem dafür vorgesehenen Salz mischen und nur so viel Reserve-Lake angießen, dass das Kraut bedeckt ist. Etwa 3 cm Platz bis zum Glasrand lassen.
Daran erkennst du es: Der Kohl liegt vollständig unter der Lake und es bleiben etwa 3 cm Kopfraum.
Wichtig: Kohl und Gewicht müssen während der Fermentation möglichst vollständig unter der Lake bleiben.
Das Glas mit einem Fermentierdeckel verschließen oder einen Schraubdeckel nur locker auflegen. Das Kraut zunächst 3 Tage bei etwa 20 °C stehen lassen. Danach an einen etwas kühleren, dunklen Ort mit etwa 16 bis 18 °C stellen und weitere 4 bis 6 Wochen fermentieren lassen. In der ersten Woche täglich prüfen, ob das Kraut vollständig unter der Lake bleibt, und bei einem locker verschlossenen Glas vorsichtig überschüssiges Gas entweichen lassen.
Daran erkennst du es: Das Kraut riecht angenehm säuerlich und entwickelt nach mindestens 4 Wochen einen ausgewogenen Geschmack.
Wichtig: Bei sichtbarem Schimmel oder deutlich fauligem Geruch das gesamte Kraut entsorgen und nicht probieren.
Nach 4 Wochen erstmals probieren. Wenn das Sauerkraut angenehm säuerlich und würzig schmeckt, das Glas fest verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Bei sichtbarem Schimmel oder deutlich fauligem Geruch das gesamte Kraut entsorgen und nicht probieren.
Daran erkennst du es: Das Kraut schmeckt angenehm säuerlich und würzig ohne auffälligen Fehlgeruch.
Wichtig: Schimmel oder deutlich fauliger Geruch sind Ausschlusskriterien; nicht kosten.
Die Zwiebel schälen und würfeln. Den Speck in einem Topf langsam auslassen oder das Rapsöl erhitzen. Die Zwiebel darin glasig braten.
Daran erkennst du es: Die Zwiebel ist glasig und weich, aber noch nicht dunkel gebräunt.
Das fermentierte Sauerkraut samt etwas Lake dazugeben, mit der Gemüsebrühe auffüllen und mit schwarzem Pfeffer würzen. Das Lorbeerblatt kann mit in den Topf gegeben werden. Alles zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 60 Minuten sanft schmoren lassen.
Daran erkennst du es: Das Kraut ist deutlich weicher und die Flüssigkeit aromatisch eingekocht, ohne trocken zu werden.
Die Kartoffel schälen, fein reiben und unter das Kraut rühren. Weitere 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffel bindet und das Sauerkraut sämig wird. Lorbeerblatt und Wacholderbeeren vor dem Servieren entfernen und nochmals abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Kartoffel ist gegart und die Flüssigkeit bindet das Kraut sämig.
Gut zu wissen
Wacholderbeeren geben dem Sauerkraut eine harzige, würzige Note. Sie werden leicht angedrückt, damit sie ihr Aroma abgeben, und vor dem Servieren entfernt.
Das Salz für den Kohl wird direkt eingeknetet. Das separate Salz gehört ausschließlich in die Reserve-Lake und wird nur bei fehlender Flüssigkeit verwendet.
Die fein geriebene mehligkochende Kartoffel bindet die Schmorflüssigkeit und macht das Sauerkraut sämig.
Die Zwiebel wird ohne rauchige Fleischnote angeschwitzt; das Ergebnis bleibt herzhaft, aber pflanzlich.
Den Speck weglassen und stattdessen das Rapsöl zum Erhitzen des Topfs verwenden.
Das Sauerkraut schmeckt etwas schlichter und weniger harzig-würzig.
Die Wacholderbeeren einfach weglassen. Die übrigen Fermentationsschritte unverändert durchführen.
Jede Lage fest nach unten drücken, das Gewicht auflegen und täglich kontrollieren.
Kohl wieder unter die Lake drücken und bei Bedarf etwas Reserve-Lake angießen.
Erst nach dem Einfüllen prüfen, ob die eigene Lake den Kohl bedeckt.
Überschüssige Flüssigkeit vorsichtig abschöpfen und den Kohl erneut beschweren.
Nach den ersten 3 Tagen an einen dunklen Ort mit etwa 16 bis 18 °C stellen.
Bei deutlich fauligem Geruch oder sichtbarem Schimmel das gesamte Kraut entsorgen.
Bei kleiner Hitze weiterköcheln lassen und vorsichtig umrühren.
Das Kraut ohne Aufkratzen in einen sauberen Topf umfüllen und bei Bedarf etwas Brühe ergänzen.
Die Schmorgrundlage wird mit Rapsöl statt Räucherspeck zubereitet. Dadurch bleibt das Gericht vollständig pflanzlich und erhält eine klarere Kohl- und Gewürznote.
Das fermentierte Kraut wird am oberen Ende der angegebenen Schmorzeit gegart und erhält dadurch eine weichere Struktur und stärker miteinander verbundene Aromen.
Das fermentierte Sauerkraut kann nach der Reife gekühlt aufbewahrt und bis zu einer Woche vor dem warmen Schmoren vorbereitet werden. Die fertige warme Zubereitung kann bis zum nächsten Tag vorgekocht und anschließend langsam erwärmt werden.
Das fertig fermentierte Sauerkraut nach der gewünschten Reife fest verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Die warme Zubereitung nach dem Abkühlen ebenfalls abgedeckt kühlen und vor dem Servieren vollständig erhitzen.
Nicht bei sichtbarem Schimmel oder deutlich fauligem Geruch verwenden.
Keine belastbare lokale Angabe zur Gefrierqualität vorhanden; Einfrieren wird daher nicht empfohlen.
Häufig gefragt
Es steht zunächst 3 Tage bei etwa 20 °C und fermentiert anschließend weitere 4 bis 6 Wochen bei etwa 16 bis 18 °C. Nach 4 Wochen kann erstmals probiert werden.
Nur wenn die beim Kneten entstandene Flüssigkeit den Kohl im Glas nicht vollständig bedeckt. Dann so viel Reserve-Lake angießen, dass der Kohl unter der Flüssigkeit bleibt.
Ja. Das Kraut schmeckt dann etwas schlichter und weniger harzig-würzig.
Ja. Den Räucherspeck weglassen und stattdessen 1 EL Rapsöl zum Anschwitzen der Zwiebel verwenden.
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