Bayrisch Kraut mit Speck und Apfel

Warme bayerische Krautbeilage

Herzhaftes, süß-säuerliches Bayrisch Kraut aus geschmortem Weißkohl, Räucherspeck, Apfel und KümmelEin würziges Doldenblütlergewürz, das häufig zu Kohl, Brot, Kartoffeln und Hülsenfrüchten passt.. Die bayerische Gemüsebeilage passt besonders gut zu Schweinebraten, Leberkäse, Bratwürsten und Kartoffelbeilagen.

Zum Rezept
Bayrisch Kraut mit Speck und Apfel
Vorbereitung 25 Minuten
Kochen / Backen 50 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 8 Minuten
Gesamtzeit ca. 70 Minuten
Menge 4 Portionen
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Kräuter und Gewürze, Obst
Prägende Zubereitungsverfahren Schmoren
Servierrolle Als Beilage vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das Einsalzen und kräftige Durchkneten macht den Weißkohl mürber und verkürzt die Zeit, bis er beim Schmoren weich wird.
  • Räucherspeck und Schweineschmalz geben dem Kohl eine herzhafte, aromatische Grundlage.
  • Apfel und Zucker runden die natürliche Kohlsüße ab, während Apfelessig für Frische und Ausgewogenheit sorgt.
  • Kümmel ergänzt den Kohl mit einer würzigen, warmen Note und die Speisestärke bindet die Schmorsauce leicht ab.

Bayrisch Kraut ist eine warme bayerische Gemüsebeilage aus fein geschnittenem Weißkohl. Speck, Zwiebeln, Apfel, Kümmel und Apfelessig verbinden sich beim langsamen Schmoren zu einem kräftigen, leicht süß-säuerlichen Geschmack.

Weich geschmorter, saftiger Weißkohl mit herzhaften Raucharomen, leicht süßen Apfelnoten und einer klaren säuerlichen Frische. Die Sauce ist dünn gebunden und glänzend, der Kümmel sorgt für ein würziges Finale.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten

  1. Kohl vorbereiten

    Den Weißkohl vierteln, den Strunk entfernen und die Blätter in feine Streifen schneiden. Mit den 2 TL Salz vermengen und etwa 15 Minuten kräftig durchkneten, damit der Kohl etwas mürber wird. Während dieser Zeit können die übrigen Zutaten vorbereitet werden.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kohlstreifen fühlen sich etwas weicher an und geben leicht Flüssigkeit ab.

    • Den Kohl gründlich durchkneten, damit Salz und Zellstruktur gleichmäßig wirken.
  2. Zutaten schneiden

    Zwiebeln schälen und fein würfeln. Den Räucherspeck ebenfalls würfeln. Die Äpfel schälen, entkernen und grob reiben.

    10 Minuten
    • Die Zutaten können während der 15-minütigen Ruhezeit des Kohls vorbereitet werden.

Anschwitzen und schmoren

  1. Speck und Zwiebeln anschwitzen

    Das SchweineschmalzMildes, ungewürztes Schweineschmalz gibt es im Kühlregal, an der Fleischtheke oder in gut sortierten Supermärkten. in einem großen Topf erhitzen. Den Speck darin bei mittlerer Hitze auslassen. Zwiebeln und Zucker hinzufügen und alles wenige Minuten anschwitzen, bis die Zwiebeln leicht goldgelb sind.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Speck ist ausgelassen und die Zwiebeln sind leicht goldgelb, aber nicht dunkel.

    • Nicht zu heiß arbeiten, damit Zucker und Zwiebeln nicht verbrennen.
  2. Kohl andünsten

    Den eingesalzenen Weißkohl dazugeben und unter Rühren etwa 8 bis 10 Minuten andünsten. Der Kohl soll dabei etwas zusammenfallen, aber nicht dunkel anbraten.

    9 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kohlstreifen sind sichtbar zusammengefallen, bleiben aber hell und beginnen nicht dunkel zu werden.

    • Bei Bedarf die Hitze etwas reduzieren, damit der Kohl nicht am Topfboden ansetzt.
  3. Kraut schmoren

    Geriebene Äpfel, Brühe, Apfelessig und Kümmel einrühren. Mit schwarzem Pfeffer würzen, den Topf schließen und das Kraut bei niedriger Hitze etwa 30 bis 40 Minuten schmoren lassen. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf etwas Brühe nachgießen.

    35 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Kohl ist weich, aber noch als Streifen erkennbar, und die Flüssigkeit ist leicht reduziert.

    • Das Kraut gelegentlich umrühren, damit es gleichmäßig schmort.
    • Nur bei Bedarf etwas Brühe nachgießen, damit die Beilage nicht zu flüssig wird.

Binden und abschmecken

  1. Stärke anrühren

    Die Speisestärke mit dem kalten Wasser in einer kleinen Schüssel glatt verrühren.

    2 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Mischung ist glatt und klümpchenfrei.

    • Die Stärke immer zuerst kalt anrühren, damit sie sich im heißen Kraut gleichmäßig verteilt.
  2. Binden und abschmecken

    Die angerührte Speisestärke unter das fertige Kraut rühren und kurz aufkochen lassen. Die Beilage mit Salz, schwarzem Pfeffer und bei Bedarf etwas Apfelessig abschmecken.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Flüssigkeit bindet leicht ab und legt sich glänzend um die Kohlstreifen.

    • Vorsichtig nachsalzen, da Speck, Brühe und das Einsalzen des Kohls bereits Würze mitbringen.
  3. Ruhen lassen und servieren

    Das Bayrisch Kraut vor dem Servieren 5 bis 10 Minuten ruhen lassen. Dadurch verteilt sich die Bindung und die Aromen runden sich ab.

    8 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist leicht gebunden und das Kraut lässt sich gut portionieren.

    • Das Kraut heiß als Beilage servieren.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Zeit sparen: Die Zwiebeln, den Speck und die Äpfel während der 15-minütigen Ruhezeit des eingesalzenen Kohls vorbereiten.
  • Flüssigkeit beobachten: Je nach Topf und Wassergehalt des Kohls kann während des Schmorens etwas zusätzliche Brühe nötig sein. Nur schluckweise nachgießen, damit das Kraut nicht suppig wird.
  • Salz zuletzt prüfen: Das Kraut erst nach dem Schmoren endgültig salzen, weil eingesalzener Kohl, Speck und Brühe bereits Würze beitragen.

Zutatenwissen

Schweineschmalz

Schweineschmalz ist meist im Kühlregal, an der Fleischtheke oder in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Rapsöl ist eine mögliche Alternative und macht das Kraut etwas leichter.

Ganzer Kümmel

Ganzer Kümmel steht üblicherweise in der Gewürzabteilung. Gemahlener Kümmel funktioniert ebenfalls, schmeckt aber etwas kräftiger und verteilt sich gleichmäßiger.

Brühe auswählen

Rinderbrühe sorgt für eine kräftigere, herzhafte Note. Gemüsebrühe eignet sich für eine fleischärmere Geschmacksrichtung, ersetzt aber nicht den Speck.

Sinnvolle Alternativen

Rapsöl

Das Kraut wird etwas leichter und weniger herzhaft.

Das Rapsöl anstelle des Schweineschmalzes zum Auslassen des Specks und Anschwitzen der Zwiebeln verwenden.

Gemahlener Kümmel

Der Kümmelgeschmack verteilt sich gleichmäßiger und wirkt etwas kräftiger.

Gemahlenen Kümmel zusammen mit Brühe und Essig einrühren und zunächst sparsam dosieren.

Gemüsebrühe

Die Brühe schmeckt milder und gemüsiger.

Die Gemüsebrühe in gleicher Menge verwenden. Den Speck nicht ersetzen, wenn nur die Brühe ausgetauscht werden soll.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Kohl wird dunkel oder schmeckt bitter.

Bei mittlerer Hitze arbeiten, regelmäßig rühren und den Kohl nur zusammenfallen lassen.

Dunkle Stellen entfernen und das Kraut mit etwas Brühe weiter schmoren; bei stark bitterem Geschmack lässt es sich nur begrenzt retten.

Das Bayrisch Kraut ist zu dünn.

Brühe nur schluckweise nachgießen und den Topf beim Schmoren geschlossen, aber nicht vollständig luftdicht halten.

Etwas zusätzliche Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren und unter Rühren kurz aufkochen lassen.

Das Kraut schmeckt zu salzig.

Beim finalen Abschmecken erst probieren und Salz nur vorsichtig ergänzen.

Mit etwas ungesalzenem Kohl oder zusätzlicher ungesalzener Flüssigkeit strecken und anschließend erneut ausbalancieren.

Die Sauce wird klumpig oder ungewöhnlich dick.

Stärke immer mit kaltem Wasser anrühren und unter Rühren einarbeiten.

Mit etwas Brühe verdünnen und gründlich verrühren.

Varianten

Vegetarisches Bayrisch Kraut

Eine fleischlose Variante mit Gemüsebrühe und Rapsöl statt Räucherspeck und Schweineschmalz.

Kräftigeres Kümmel-Kraut

Eine würzigere Variante mit gemahlenem Kümmel, der sich gleichmäßig in der Schmorsauce verteilt.

Servieren und kombinieren

  • Zu Schweinebraten: Das heiße Bayrisch Kraut als klassische Gemüsebeilage zu Schweinebraten servieren.
  • Zu Leberkäse: Die süß-säuerliche Beilage passt besonders gut zu gebratenem oder heißem Leberkäse.
  • Zu Bratwürsten: Bayrisch Kraut ergänzt Bratwürste mit seiner weichen Konsistenz und frischen Essignote.
  • Mit Kartoffelbeilage: Das Kraut passt zu knusprigen oder gekochten Kartoffeln und nimmt die leicht gebundene Sauce gut auf.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Das Kraut kann bis zu 24 Stunden im Voraus zubereitet und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Beim Aufwärmen bei Bedarf einen kleinen Schuss Brühe ergänzen.

Aufbewahren

Das abgekühlte Kraut innerhalb kurzer Zeit in einen dicht schließenden Behälter geben und im Kühlschrank aufbewahren.

Nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren

Das vollständig abgekühlte Kraut portionsweise luftdicht verpacken und einfrieren.

Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend langsam im Topf erhitzen.

Die Konsistenz des Kohls kann nach dem Einfrieren etwas weicher werden.

Aufwärmen

  • Topf: Das Kraut mit einem kleinen Schuss Brühe in einen Topf geben und bei niedriger bis mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren vollständig erhitzen.
  • Mikrowelle: Das Kraut abgedeckt portionsweise erhitzen und zwischendurch umrühren.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Bayrisch Kraut vegetarisch zubereiten?

Ja. Räucherspeck weglassen, Schweineschmalz durch Rapsöl ersetzen und Gemüsebrühe verwenden. Für mehr herzhafte Tiefe kann die Gemüsebrühe kräftig gewählt werden.

Kann ich gemahlenen Kümmel statt ganzem Kümmel verwenden?

Ja. Gemahlener Kümmel verteilt sich gleichmäßiger und schmeckt meist kräftiger. Deshalb zunächst etwas sparsamer dosieren.

Was kann ich tun, wenn das Kraut zu flüssig ist?

Das Kraut etwas offen weiter schmoren lassen oder zusätzliche Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren und unter Rühren kurz aufkochen lassen.

Kann ich Bayrisch Kraut vorbereiten?

Ja. Es kann bis zu 24 Stunden vorher zubereitet, im Kühlschrank aufbewahrt und vor dem Servieren langsam wieder erhitzt werden.

Aus unserer Küche

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