Zwei unterschiedliche Salzgaben
Das erste Salz wird für die Fermentation dosiert. Das zweite Salz dient ausschließlich dem Abschmecken der Klitschermasse und bleibt bewusst mengenmäßig offen.
Herzhafte Kartoffelklitscher
Herzhafte erzgebirgische Klitscher aus geriebenen Kartoffeln, fermentiertem Sauerkraut, Zwiebel und Ei. Die flachen Küchlein werden in wenig Fett goldbraun und knusprig gebraten.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Diese Sauerkraut-Klitscher verbinden rohe Kartoffeln mit selbst fermentiertem Weißkohl. Das Kraut wird zunächst mit Salz und Kümmel milchsauer vergoren, anschließend ausgedrückt und mit der Kartoffelmasse vermischt. Portionsweise in der Pfanne gebraten, entstehen außen knusprige und innen herzhafte Klitscher.
Außen goldbraun und knusprig, innen weich und saftig mit einer leicht körnigen Kartoffelstruktur. Das fermentierte Kraut bringt eine deutliche, aber ausgewogene Säure; Zwiebel und Kümmel sorgen für würzige Tiefe.
Schritt für Schritt
Das Fermentierglas und das Fermentiergewicht gründlich mit heißem Wasser reinigen. Den Weißkohl vierteln, den Strunk entfernen und den Kohl fein hobeln oder schneiden.
Wichtig: Für die Fermentation sauber arbeiten und nur ein unbeschädigtes, geruchsneutrales Gefäß verwenden.
Den Kohl mit dem Salz und dem Kümmel in der großen Schüssel vermengen. Alles mehrere Minuten kräftig kneten und drücken, bis reichlich Flüssigkeit austritt.
Daran erkennst du es: Der Kohl ist deutlich weicher und es hat sich reichlich Lake gebildet.
Den Kohl portionsweise in das Glas füllen und jede Lage fest nach unten drücken. Die Lake muss den Kohl vollständig bedecken. Das Gewicht auflegen, sodass keine Kohlstücke an die Oberfläche steigen. Das Glas nicht randvoll füllen und auf den Teller stellen, falls während der Gärung Lake austritt.
Daran erkennst du es: Der Kohl liegt unter der Lake und wird vom Gewicht unter der Oberfläche gehalten.
Wichtig: Kohlstücke, die dauerhaft über der Lake liegen, können leichter verderben; sie unter das Gewicht drücken.
Das Glas bei etwa 18 bis 20 °C zunächst 5 bis 7 Tage fermentieren lassen. Danach kühl stellen und für ein kräftigeres Aroma noch 2 bis 4 Wochen nachreifen lassen. Vor der Weiterverarbeitung prüfen, ob das Kraut angenehm säuerlich riecht und schmeckt. Bei muffigem Geruch, sichtbarem Schimmel oder ungewöhnlicher Verfärbung nicht verwenden.
Daran erkennst du es: Das Kraut riecht angenehm säuerlich und zeigt keine sichtbaren Verderbzeichen.
Wichtig: Bei muffigem Geruch, sichtbarem Schimmel oder ungewöhnlicher Verfärbung das Kraut vollständig verwerfen.
Das fermentierte Sauerkraut gut ausdrücken und fein schneiden. Die Kartoffeln schälen, grob reiben und in einem sauberen Tuch oder Sieb kräftig ausdrücken. Kartoffeln, Sauerkraut, Zwiebel, Eier, Mehl und Kümmel vermischen. Erst jetzt vorsichtig mit Salz abschmecken, weil das Kraut bereits Salz mitbringt.
Daran erkennst du es: Die Masse ist gleichmäßig vermischt und lässt sich mit einem Löffel portionieren.
Das Butterschmalz oder Öl in der großen Pfanne erhitzen. Jeweils einen gehäuften Esslöffel Teig hineingeben, flach drücken und die Klitscher bei mittlerer Hitze auf jeder Seite etwa 4 bis 5 Minuten goldbraun und knusprig braten. Bei Bedarf portionsweise weiterarbeiten und zwischendurch etwas Fett nachgeben.
Daran erkennst du es: Die Klitscher sind auf beiden Seiten goldbraun, an den Rändern knusprig und in der Mitte durchgegart.
Wichtig: Heißes Fett vorsichtig handhaben und Spritzer vermeiden.
Die Sauerkraut-Klitscher kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß servieren. Dazu passen Kräuterquark, ein grüner Salat oder eine herzhafte Beilage.
Gut zu wissen
Das erste Salz wird für die Fermentation dosiert. Das zweite Salz dient ausschließlich dem Abschmecken der Klitschermasse und bleibt bewusst mengenmäßig offen.
Je trockener die geriebene Kartoffelmasse ist, desto leichter lassen sich flache Klitscher formen und desto knuspriger braten sie.
Das fermentierte Kraut vor dem Schneiden kräftig ausdrücken. Zu viel Lake macht die Masse weich und erschwert das Braten.
Butterschmalz sorgt für eine buttrige Note; neutrales Öl hält den Geschmack zurück. Eine der beiden Optionen verwenden.
Die Klitscher schmecken weniger buttrig, bleiben aber gut bratbar.
Das Öl anstelle des Butterschmalzes in der Pfanne erhitzen.
Die Bindung kann je nach Produkt leicht variieren.
Ein glutenfreies Universalmehl in gleicher Menge verwenden und die Masse vor dem Formen kurz quellen lassen, falls sie sehr weich ist.
Den Kohl schichtweise fest in das Glas drücken und das Gewicht so auflegen, dass alles unter der Lake bleibt.
Kohlstücke vorsichtig wieder unter die Lake drücken. Bei muffigem Geruch, Schimmel oder ungewöhnlicher Verfärbung nicht retten, sondern verwerfen.
Beide Zutaten separat gründlich ausdrücken, bevor sie vermischt werden.
Etwas zusätzliche trockene Bindung einarbeiten und zunächst einen Probeklitscher braten.
Portionsweise braten, die Klitscher flach drücken und die Pfanne zwischen den Chargen wieder aufheizen lassen.
Die Klitscher in einer heißen Pfanne kurz nachbraten.
Salz erst nach dem Vermischen und zunächst sehr sparsam zugeben.
Mit einer ungesalzenen kleinen Menge Kartoffel- oder Zwiebelmasse ausgleichen, sofern vorhanden.
Für eine weichere Mitte die Klitscher etwas dicker formen und bei mittlerer Hitze langsamer durchbraten.
Das Mehl durch ein glutenfreies Universalmehl ersetzen.
Neutrales Öl statt Butterschmalz verwenden, um den Geschmack des Sauerkrauts stärker hervorzuheben.
Das Sauerkraut kann innerhalb des Rezepts mehrere Wochen vor dem Braten fermentieren und nachreifen. Die fertige Klitschermasse erst kurz vor dem Braten anrühren, damit sie nicht unnötig Wasser zieht.
Gebratene Klitscher vollständig abkühlen lassen, abgedeckt in den Kühlschrank stellen und innerhalb von zwei Tagen verbrauchen.
Nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen.
Durch Sauerkraut und Kartoffelmasse kann die Knusprigkeit nach dem Einfrieren deutlich nachlassen.
Häufig gefragt
Die erste Fermentationsphase dauert etwa 5 bis 7 Tage bei etwa 18 bis 20 °C. Für ein kräftigeres Aroma kann das Kraut anschließend noch 2 bis 4 Wochen kühl nachreifen.
Das Sauerkraut bringt bereits Salz mit. Deshalb wird die Kartoffel-Sauerkraut-Masse erst nach dem Vermischen vorsichtig nach Bedarf abgeschmeckt.
Kartoffeln und Sauerkraut gründlich ausdrücken, die Klitscher flach formen und portionsweise in ausreichend heißem Fett braten.
Ja. Neutrales Öl kann in gleicher Menge verwendet werden und ergibt einen weniger buttrigen Geschmack.
Bei muffigem Geruch, sichtbarem Schimmel oder ungewöhnlicher Verfärbung sollte das Kraut nicht verwendet werden.
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