Schweineblut vorbestellen
Frisches Schweineblut ist meist nicht spontan verfügbar. Es sollte rechtzeitig beim Schlachter oder bei einer regionalen Fleischerei vorbestellt werden.
Deftiger Schlachteintopf
Schwarzsauer mit Schweinenieren ist ein säuerliches schleswig-holsteinisches Schlachtgericht mit Schweinebauch, vorgegarten Schweinenieren und Schweineblut. Der kräftige Gewürzsud wird mit Blut sämig gebunden und mit lockeren Grießklößen serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Schwarzsauer, plattdeutsch Swattsuer, ist ein altes schleswig-holsteinisches Schlachtgericht. Die säuerliche, dunkel gebundene Soße bekommt ihren kräftigen Charakter durch Schweineblut, Zwiebeln und Gewürze. In regionalen Familienrezepten kommen neben durchwachsenem Fleisch auch Innereien wie Nieren vor. Dazu passen lockere Grießklöße, die den würzigen Sud aufnehmen.
Die Soße ist dunkel, sämig und würzig-säuerlich, mit einer herzhaften Tiefe vom Schweineblut und Schweinebauch. Die Nieren bleiben zart und leicht kernig, während die Grießklöße weich und locker sind.
Schritt für Schritt
Die Schweinenieren längs halbieren, die weißen Häute und den festen inneren Kern entfernen. Die Nieren 20 Minuten in kaltem Wasser wässern, anschließend gründlich abspülen und abtropfen lassen.
Wichtig: Rohes Schweinefleisch und verwendete Arbeitsflächen nach der Vorbereitung gründlich reinigen.
Den Schweinebauch in etwa 3 cm große Würfel schneiden.
Wichtig: Für rohes Fleisch ein sauberes, separates Schneidebrett verwenden.
Wasser, Essig, geschälte und halbierte Zwiebeln, Lorbeer, Nelken, Pfeffer, Piment und die abgemessene Salzmenge in einem großen Topf aufkochen.
Die Bauchwürfel in den Sud geben und bei kleiner Hitze 60 bis 75 Minuten sanft garen, bis sie weich sind. Aufsteigenden Schaum bei Bedarf abschöpfen.
Daran erkennst du es: Der Schweinebauch ist weich und lässt sich leicht mit einer Gabel einstechen.
Die Nieren in einem zweiten Topf mit leicht gesalzenem Wasser 4 Minuten blanchieren. Abgießen, kurz abkühlen lassen und in schmale Streifen schneiden.
Daran erkennst du es: Die Nieren sind außen gegart und lassen sich nach kurzem Abkühlen schneiden.
Wichtig: Die Nieren anschließend vollständig durchgaren und nicht roh verkosten.
Die Nierenstreifen für die letzten 10 bis 12 Minuten zum Schweinebauch in den Gewürzsud geben.
Daran erkennst du es: Die Nierenstreifen sind durchgegart, aber noch zart.
Bauch und Nieren aus dem Topf heben und warm halten. Den Sud durch ein feines Sieb gießen und etwa 900 ml davon zurück in den Topf geben. Den Zucker einrühren.
Das Schweineblut durch ein feines Sieb gießen und mit 100 ml warmem Sud glatt rühren. Den Topf auf niedrige bis mittlere Hitze stellen und die Blutmischung unter ständigem Rühren langsam einarbeiten. Die Soße erhitzen, bis sie sämig ist, aber nicht sprudelnd kochen lassen.
Daran erkennst du es: Die Soße ist gleichmäßig dunkel und sämig, ohne zu sprudeln.
Wichtig: Frisches Schweineblut nur gut erhitzt verwenden und nicht roh probieren.
Schweinebauch und Nieren wieder in die Soße geben und 5 Minuten sanft erwärmen. Mit Salz, Zucker und nach Geschmack etwas Essig abschmecken.
Daran erkennst du es: Fleisch und Nieren sind durchgehend heiß, die Soße schmeckt ausgewogen säuerlich und süßlich.
Milch, Butter und Salz aufkochen. Den Grieß einrühren und unter ständigem Rühren 2 bis 3 Minuten erhitzen, bis eine feste Masse entsteht. Den Topf vom Herd nehmen und die Masse 5 Minuten abkühlen lassen.
Daran erkennst du es: Die Masse ist fest und löst sich beim Rühren zunehmend vom Topfboden.
Die Eier nacheinander gründlich unter die leicht abgekühlte Grießmasse rühren.
Daran erkennst du es: Die Masse ist glatt und gleichmäßig gebunden.
Aus der Masse mit feuchten Händen 8 gleichmäßige Klöße formen.
Daran erkennst du es: Die Klöße halten ihre Form und haben eine glatte Oberfläche.
Das Wasser mit Salz aufkochen. Die Klöße einlegen, die Hitze sofort reduzieren und sie 15 bis 20 Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen, bis sie oben schwimmen.
Daran erkennst du es: Die Klöße schwimmen oben und sind durchgehend fest, aber noch locker.
Jeweils Schwarzsauer mit Schweinebauch und Nieren auf tiefe Teller verteilen und mit den Grießklößen servieren.
Gut zu wissen
Frisches Schweineblut ist meist nicht spontan verfügbar. Es sollte rechtzeitig beim Schlachter oder bei einer regionalen Fleischerei vorbestellt werden.
Die weißen Häute und der feste innere Kern werden entfernt, bevor die Nieren gewässert und blanchiert werden. Dadurch wird die Textur angenehmer.
Hartweizengrieß ergibt zusammen mit Milch, Butter und Eiern eine feste, formbare Masse für lockere Grießklöße.
Das Blut langsam bei niedriger bis mittlerer Hitze einarbeiten und ständig rühren.
Die Soße sofort von der Hitze nehmen und vorsichtig durch ein feines Sieb passieren.
Nur 4 Minuten blanchieren und anschließend erst für die letzten 10 bis 12 Minuten in den Gewürzsud geben.
Die Nieren aus der Soße nehmen und erst kurz vor dem Servieren wieder erwärmen.
Die Klöße knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen und die Grießmasse vor dem Formen kurz abkühlen lassen.
Die Hitze weiter reduzieren und die verbliebenen Klöße vorsichtig fertig garen.
Häufig gefragt
Frisches Schweineblut ist meist nur auf Vorbestellung beim Schlachter oder bei einer regionalen Fleischerei erhältlich.
Durch Wässern, gründliches Spülen und kurzes Blanchieren werden die Nieren vorbereitet, bevor sie in Streifen geschnitten im Gewürzsud fertig garen.
Zu starke Hitze kann die Blutbindung flockig oder körnig machen. Die Soße wird deshalb nur langsam erhitzt und ständig gerührt.
Aus der angegebenen Grießmasse werden 8 Klöße geformt, also etwa 2 Klöße pro Person.
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