Aktives Anstellgut
Das Roggen-Anstellgut sollte aktiv und backfähig sein. Es kann bei handwerklichen Bäckereien, in Backkursen oder im Freundeskreis von Sauerteigbäckerinnen und -bäckern erhältlich sein.
Roggenmischbrot aus Halle
Kräftiges freigeschobenes 60/40-Roggenmischbrot mit Roggensauerteig, dunkler Kruste und saftiger, fein-säuerlich aromatischer Krume.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Außen kräftig gebacken, innen saftig und aromatisch: Dieses Hallesche Landbrot mit Roggensauerteig passt zum Frühstück ebenso wie zur herzhaften Abendbrotplatte. Der Teig wird freigeschoben gebacken und erhält durch die kräftige Anfangshitze eine ausgeprägte Kruste.
Kräftige, dunkel gebackene Kruste; saftige, dichte, aber nicht kompakte Krume mit fein-säuerlichem Roggenaroma und herzhaftem Getreidegeschmack.
Schritt für Schritt
Roggen-AnstellgutAktiver Teil einer Roggensauerteigkultur, der zur Herstellung und Auffrischung eines neuen Teigs verwendet wird., Roggenvollkornmehl und lauwarmes Wasser gründlich verrühren. Die Schüssel abdecken und den Ansatz 12 bis 16 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
Daran erkennst du es: Der Ansatz ist sichtbar aufgegangen und aromatisch-säuerlich gereift.
Den reifen Roggensauerteig mit RoggenmehlRoggenmehl wird aus Roggenkörnern gemahlen und verleiht Broten ein kräftiges Aroma sowie eine dunklere Farbe., Weizenmehl, lauwarmem Wasser, Salz und Hefe vermengen. Mit der Küchenmaschine oder den Knethaken 6 bis 8 Minuten auf niedriger Stufe kneten, bis keine Mehlnester mehr vorhanden sind. Der Teig bleibt klebrig und wird nicht elastisch wie ein reiner Weizenteig.
Daran erkennst du es: Keine Mehlnester mehr sichtbar; der Teig bleibt klebrig und weich.
Den Teig abdecken und 20 Minuten ruhen lassen. Arbeitsfläche und Hände leicht anfeuchten, den Teig vorsichtig rundwirken und mit dem Schluss nach oben in ein gut bemehltes Gärkörbchen legen.
Daran erkennst du es: Der Teig lässt sich vorsichtig formen, bleibt aber klebrig.
Den Teigling abdecken und bei etwa 26 bis 28 °C ungefähr 50 bis 70 Minuten gehen lassen. Er sollte sichtbar an Volumen gewinnen; auf der Oberfläche dürfen sich erste feine Risse zeigen.
Daran erkennst du es: Sichtbarer Volumenzuwachs und erste feine Risse auf der Oberfläche.
Backstein oder umgedrehtes Backblech sowie eine leere hitzefeste Schale auf der untersten Schiene mindestens 30 Minuten auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Daran erkennst du es: Backfläche und Schale sind vollständig aufgeheizt.
Wichtig: Beim späteren Eingießen des heißen Wassers besteht Verbrühungsgefahr; langsam und mit Abstand zur Ofentür arbeiten.
Den Teigling auf Backpapier stürzen und längs einschneiden.
Daran erkennst du es: Ein klarer länglicher Einschnitt ist gesetzt.
Wichtig: Die Brotklinge vorsichtig und vom Körper weg führen.
Das Brot einschieben und vorsichtig etwa 60 ml heißes Wasser in die aufgeheizte Schale gießen. Die Ofentür sofort schließen und das Brot 10 Minuten bei 250 °C backen. Danach den Dampf ablassen, die Temperatur auf 200 °C reduzieren und das Brot weitere 40 bis 45 Minuten backen. Bei Bedarf die Oberfläche locker mit Backpapier abdecken.
Daran erkennst du es: Das Brot klingt an der Unterseite hohl oder erreicht etwa 96 bis 98 °C Kerntemperatur.
Wichtig: Beim Öffnen der Ofentür und beim Eingießen des heißen Wassers vorsichtig wegen austretendem Dampf und Verbrühungsgefahr arbeiten.
Den Laib auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen, mindestens 6 Stunden, am besten über Nacht. Erst dann anschneiden, damit sich die Roggenkrume setzen kann.
Daran erkennst du es: Die Krume ist vollständig gesetzt und lässt sich sauber schneiden.
Gut zu wissen
Das Roggen-Anstellgut sollte aktiv und backfähig sein. Es kann bei handwerklichen Bäckereien, in Backkursen oder im Freundeskreis von Sauerteigbäckerinnen und -bäckern erhältlich sein.
Das zusätzliche Roggenmehl dient nur zum Bemehlen von Arbeitsfläche und Gärkörbchen. Mit angefeuchteten Händen lässt sich vermeiden, dass zu viel Mehl in den Teig gelangt.
Die Vorbereitung verlängert sich um mehrere Tage; das Aroma kann sich etwas verändern.
Statt gekauftem oder überlassenem aktivem Roggen-Anstellgut einen eigenen Roggenstarter verwenden und ihn vor dem Rezept backfähig auffrischen.
Nur so lange kneten, bis keine Mehlnester mehr vorhanden sind; die klebrige Konsistenz akzeptieren.
Mit angefeuchteten Händen vorsichtig formen und nicht zusätzlich lange weiterkneten.
Die Gare an sichtbarem Volumenzuwachs und ersten feinen Rissen orientieren, nicht nur an der Mindestzeit.
Bei der nächsten Zubereitung die Gare verlängern und die Teigtemperatur im vorgesehenen Bereich halten.
Mindestens 6 Stunden, besser über Nacht auskühlen lassen und die Backprobe beachten.
Die angeschnittenen Scheiben können getoastet werden; den Laib beim nächsten Mal länger auskühlen lassen.
Die Temperatur nach 10 Minuten reduzieren und die Oberfläche bei Bedarf locker mit Backpapier abdecken.
Backpapier locker auflegen und das Brot bei reduzierter Temperatur fertig backen.
Das Brot mit einem selbst gepflegten Roggenstarter backen, wenn kein aktives Anstellgut verfügbar ist.
Den Roggensauerteig am Vorabend ansetzen und 12 bis 16 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen. Der fertig gebackene Laib sollte zusätzlich vollständig auskühlen, bevor er angeschnitten wird.
Aus der Region
Hallesches Landbrot ist als freigeschobenes Roggenmischbrot mit Sauerteig und regionalem Bezug zu Halle beziehungsweise dem Halleschen Land dokumentiert. Die vorliegende Rezeptfassung greift diese Brotidentität mit Roggensauerteig, kräftiger Kruste und saftiger Krume auf.
Das Rezept führt Hallesches Landbrot als regional belegtes freigeschobenes Roggenmischbrot mit Sauerteig.
Häufig gefragt
Aktives Roggen-Anstellgut gibt es manchmal bei handwerklichen Bäckereien, in Backkursen oder im Freundeskreis von Sauerteigbäckerinnen und -bäckern. Alternativ kann ein eigener Roggenstarter angesetzt werden.
Roggenkrume setzt sich während des Auskühlens. Wird das Brot zu früh angeschnitten, kann die Krume feucht, schmierig oder instabil wirken.
Nein. Roggenteig bleibt klebrig und wird nicht so elastisch wie ein reiner Weizenteig. Kneten genügt, sobald keine Mehlnester mehr vorhanden sind.
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