Rheinischer Sauerbraten mit Printen-Rosinensoße

Rheinischer Schmorbraten

Rinderschmorbraten wird 24 bis 48 Stunden in einer würzigen Rotwein-Essig-Beize mariniert, langsam geschmort und mit Aachener PrintenGeschützte Aachener Spezialität aus der Familie der würzigen, festen Lebkuchen., Rosinen und RübenkrautRübenkraut bringt eine süß-malzige Note zum herzhaften Pfannkuchen. zu einer süß-säuerlichen Soße vollendet. Kartoffelklöße und Rotkohl ergänzen den kräftigen Sonntagsbraten.

Zum Rezept
Süß-säuerlicher Sonntagsbraten aus dem Rheinland
Vorbereitung 60 Minuten
Kochen / Backen 3 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 24 Std. 10 Min.
Gesamtzeit ca. 27 Std. 40 Min.
Menge Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren
Würzanwendung Marinieren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die lange Marinierzeit verbindet Rotwein, Essig und Gewürze mit dem Rindfleisch und gibt dem Braten seine charakteristische süß-säuerliche Tiefe.
  • Das kräftige Anbraten und anschließende Schmoren machen das große Stück Rindfleisch zart und geben dem Schmorfond Röstaromen.
  • Aachener Printen, Rosinen und Rübenkraut binden den Fond und balancieren die Säure mit würziger Süße.
  • Kartoffelklöße und mild-säuerlicher Rotkohl ergänzen die reichhaltige Soße mit stärkehaltiger und fruchtiger Begleitung.

Dieser rheinische Sauerbraten verbindet zart geschmortes Rindfleisch mit einer aromatischen Rotwein-Essig-Beize und einer sämigen Printen-Rosinensoße. Kartoffelklöße und Rotkohl bilden die klassischen, kräftigen Begleiter; die mehrtägige Marinierzeit belohnt die Vorbereitung mit besonders tiefem Geschmack.

Das Fleisch ist zart und saftig, die Soße dunkel, sämig und intensiv würzig mit einer ausgewogenen süß-säuerlichen Note. Printen und Rosinen bringen warme Gewürzaromen und dezente Fruchtigkeit ein; Rotkohl und Kartoffelklöße runden das kräftige Mundgefühl ab.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Beize und Marinieren

  1. Beize kochen und abkühlen

    Rotwein, Wasser und Rotweinessig mit Zwiebeln, Möhre, Knollensellerie, Lauch, Lorbeerblättern, Pfefferkörnern, Wacholderbeeren, Gewürznelken, Senfkörnern und dem Salz für die Beize aufkochen. Die Beize vollständig abkühlen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Beize ist vollständig kalt, bevor das Fleisch hineingelegt wird.

    • Die heiße Beize nicht über das Fleisch gießen.
    • Das vollständige Abkühlen verhindert, dass das Fleisch unnötig erwärmt wird.

    Wichtig: Die Beize vor dem Marinieren vollständig abkühlen lassen.

  2. Fleisch marinieren

    Das Fleisch in ein ausreichend großes Gefäß legen, mit der kalten Beize übergießen und abgedeckt 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank marinieren. Das Fleisch mindestens einmal wenden.

    24 Stunden

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist vollständig von der Beize umgeben und bleibt durchgehend gekühlt.

    • Das Gefäß so wählen, dass das Fleisch möglichst weitgehend von Flüssigkeit bedeckt ist.
    • Für die längere Marinierzeit das Fleisch nach etwa 24 Stunden wenden.

    Wichtig: Das Fleisch während der gesamten Marinierzeit im Kühlschrank aufbewahren.

  3. Backofen vorheizen und Beize abseihen

    Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen und Flüssigkeit und Gemüse getrennt auffangen.

    15 Minuten 160 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist außen trocken; Flüssigkeit und Gemüse sind getrennt aufgefangen.

    • Das Trockentupfen unterstützt eine kräftige Bräunung.
    • Die aufgefangene Beize wird später zusammen mit dem Rinderfond zum Schmoren verwendet.

Schmoren und Beilagen

  1. Fleisch und Gemüse anrösten

    Butterschmalz in einem ofenfesten Bräter erhitzen. Das Fleisch rundum kräftig anbraten und anschließend herausnehmen. Das aufgefangene Gemüse im Bräter 4 bis 5 Minuten anrösten.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum gebräunt und das Gemüse leicht angeröstet.

    • Den Bräter nicht überfüllen; das Fleisch bei Bedarf portionsweise anbraten.
    • Die Röststoffe am Boden später mit der Beize lösen.

    Wichtig: Beim Anbraten auf spritzendes heißes Fett achten.

  2. Sauerbraten schmoren

    Das Fleisch wieder in den Bräter legen. Die aufgefangene Beize und den Rinderfond angießen; das Fleisch sollte etwa zur Hälfte in der Flüssigkeit liegen. Alles aufkochen, den Bräter zudecken und den Sauerbraten 2½ bis 3 Stunden schmoren. Nach etwa der Hälfte der Zeit das Fleisch wenden.

    3 Stunden 160 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht mit einer Gabel einstechen und bleibt saftig.

    • Die Flüssigkeit soll das Fleisch nur etwa zur Hälfte bedecken.
    • Während der Braten schmort, kann der Rotkohl vorbereitet und gegart werden.
  3. Rotkohl schmoren

    Für den Rotkohl die äußeren Blätter und den Strunk entfernen und den Kohl fein schneiden. Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Apfel darin 3 Minuten andünsten. Rotkohl, Apfelsaft, Rotweinessig, Zucker, Lorbeerblatt, Gewürznelken und Salz hinzufügen und zugedeckt 60 bis 75 Minuten sanft schmoren. Zwischendurch umrühren.

    75 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht zerfallen, und die Flüssigkeit ist teilweise eingekocht.

    • Den Rotkohl während des Schmorens gelegentlich umrühren.
    • Bei Bedarf einen kleinen Schuss Wasser ergänzen, falls der Topfboden trocken wird.
  4. Kartoffeln vorbereiten

    700 g Kartoffeln mit Schale in Salzwasser 20 bis 25 Minuten weich kochen. Die übrigen 300 g roh fein reiben und in einem sauberen Tuch gründlich ausdrücken.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die gekochten Kartoffeln lassen sich leicht einstechen; die rohen Kartoffeln sind gut ausgedrückt.

    • Die rohen Kartoffeln gründlich ausdrücken, damit der Teig nicht zu feucht wird.
    • Die Kochkartoffeln erst kurz ausdampfen lassen, bevor sie gepellt werden.

    Wichtig: Beim Abgießen des heißen Kochwassers vorsichtig arbeiten.

  5. Kartoffelklöße formen

    Die gekochten Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit den rohen Kartoffeln, Eigelb, Kartoffelstärke, Salz und Muskat rasch zu einem formbaren Teig vermengen. Acht gleich große Klöße formen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist formbar und hält beim Rollen seine Form.

    • Den Teig nur so lange vermengen, bis er zusammenhält.
    • Die Klöße mit leicht angefeuchteten Händen gleichmäßig formen.

Soße und Anrichten

  1. Braten ruhen lassen und Soße vollenden

    Den fertigen Sauerbraten aus dem Bräter nehmen und zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Den Schmorfond durch ein Sieb in einen Topf gießen und aufkochen. Printen, Rosinen und Rübenkraut einrühren und die Soße etwa 10 Minuten sämig einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Soße ist sämig und haftet leicht am Löffel.

    • Die Ruhezeit des Bratens kann parallel zum Einkochen der Soße genutzt werden.
    • Die Soße erst am Ende mit Salz und Pfeffer abschmecken, da sie beim Einkochen konzentrierter wird.
  2. Klöße gar ziehen lassen

    Einen großen Topf mit Salzwasser knapp unter dem Siedepunkt halten. Die Klöße hineingeben und 20 Minuten gar ziehen lassen; sie sollen nicht sprudelnd kochen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße sind durchgehend heiß und behalten ihre Form.

    • Das Wasser darf nur leicht ziehen und nicht sprudelnd kochen.
    • Die Klöße vorsichtig ins Wasser geben, damit sie nicht aneinanderstoßen.

    Wichtig: Beim Hantieren mit heißem Wasser vorsichtig arbeiten.

  3. Anrichten

    Das Fleisch quer zur Faser in Scheiben schneiden und kurz in der Soße erwärmen. Sauerbraten mit Printen-Rosinensoße, Kartoffelklößen und Rotkohl anrichten.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Fleischscheiben sind heiß, quer zur Faser geschnitten und mit Soße überzogen.

    • Das Fleisch immer quer zur Faser schneiden, damit die Scheiben zarter wirken.
    • Die Soße separat oder großzügig über dem Fleisch servieren.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Marinierzeit einplanen: Die Beize muss vollständig abkühlen, bevor das Fleisch hineingelegt wird. Das Fleisch mindestens 24, besser bis zu 48 Stunden abgedeckt im Kühlschrank marinieren.
  • Fleisch trocken tupfen: Vor dem Anbraten das marinierte Fleisch gründlich trocken tupfen. So kann es besser bräunen, statt im austretenden Wasser zu dünsten.
  • Beilagen parallel zubereiten: Der Rotkohl kann während der Schmorzeit des Sauerbratens gegart werden. Die Kartoffelklöße werden gegen Ende vorbereitet und gegart.
  • Soße kontrollieren: Die Printen und das Rübenkraut binden den Schmorfond während des Einkochens. Die Soße erst nach dem Reduzieren abschmecken und bei Bedarf kurz weiter einkochen lassen.
  • Quer zur Faser schneiden: Das geschmorte Fleisch nach der Ruhezeit quer zur Faser schneiden. Dadurch werden die Scheiben angenehmer zu essen.

Zutatenwissen

Aachener Printen

Aachener Printen geben der Soße würzige Tiefe und binden sie. Verwendet werden trockene Printen ohne Schokoladenüberzug.

Rübenkraut

Rübenkraut verstärkt die süßliche Note der Soße. Es wird bei den Brotaufstrichen, in größeren Supermärkten oder in Hofläden angeboten.

Geeignetes Rindfleisch

Die Rinderschulter eignet sich als großes Schmorfleischstück für die lange, feuchte Garung.

Kartoffelsorte für Klöße

Mehligkochende Kartoffeln ergeben zusammen mit rohen geriebenen Kartoffeln und Kartoffelstärke einen formbaren Kloßteig.

Sinnvolle Alternativen

Trockene Lebkuchen ohne Schokoladenüberzug

Die Soße wird etwas weicher und weniger würzig.

Die Printenmenge durch trockene Lebkuchen ohne Schokoladenüberzug ersetzen und wie im Rezept zerbröseln.

Apfeldicksaft und brauner Zucker

Die Soße wird fruchtiger und etwas milder.

Apfeldicksaft und braunen Zucker anstelle des Rübenkrauts in die eingekochte Soße rühren.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Fleisch wird mit noch heißer Beize übergossen.

Die Beize vor dem Marinieren vollständig auskühlen lassen.

Falls das Fleisch bereits übergossen wurde, das Gefäß sofort in den Kühlschrank stellen und die Kühlzeit besonders sorgfältig einhalten.

Das Fleisch bräunt kaum und bleibt außen grau.

Das Fleisch vor dem Anbraten sorgfältig mit einem sauberen Küchentuch trocknen.

Das Fleisch aus dem Bräter nehmen, trocken tupfen und bei ausreichend hoher Hitze weiter anbraten.

Die Soße bleibt zu dünn.

Das Fleisch nur etwa zur Hälfte mit Flüssigkeit bedecken und die Soße anschließend etwa 10 Minuten einkochen.

Die Soße ohne Deckel weiter reduzieren lassen, bis sie sämig wird.

Das Fleisch ist noch fest.

Das Fleisch bis zur leichten Einstechbarkeit weiter schmoren und bei Bedarf wenden.

Den Braten mit ausreichend Flüssigkeit zugedeckt weiter schmoren, bis er zart ist.

Die Kartoffelklöße zerfallen im Wasser.

Rohe Kartoffeln gründlich ausdrücken, den Teig rasch formen und die Klöße nur knapp unter dem Siedepunkt gar ziehen lassen.

Die restliche Kloßmasse mit etwas Kartoffelstärke nacharbeiten und das Wasser stärker abkühlen lassen.

Varianten

Mildere Printen-Rosinensoße

Die süß-säuerliche Soße wird milder und fruchtiger zubereitet.

Soße mit trockenem Lebkuchen

Printen können durch trockene Lebkuchen ohne Schokoladenüberzug ersetzt werden.

Süße nach Familiengeschmack

Die Balance zwischen Säure und Süße kann innerhalb der belegten Zutaten angepasst werden.

Servieren und kombinieren

  • Klassischer Teller: Fleisch quer zur Faser aufschneiden und mit reichlich Printen-Rosinensoße, Kartoffelklößen und Rotkohl servieren.
  • Soße separat reichen: Zusätzliche Soße in einer kleinen Sauciere auf den Tisch stellen, damit jeder die Menge selbst bestimmen kann.
  • Beilagen ausgewogen anrichten: Pro Portion einen oder zwei Kartoffelklöße mit einer Portion Rotkohl und mehreren Fleischscheiben kombinieren, damit die kräftige Soße ausgewogen begleitet wird.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Beize kann vorbereitet und vollständig abgekühlt werden. Das Fleisch anschließend 24 bis 48 Stunden darin im Kühlschrank marinieren.

Aufbewahren

Braten, Soße und Beilagen nach dem Abkühlen getrennt in dicht schließende Behälter geben und im Kühlschrank aufbewahren.

Nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren

Braten und Soße portionsweise und gut verschlossen einfrieren. Kartoffelklöße und Rotkohl möglichst getrennt einfrieren.

Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und anschließend gründlich erhitzen.

Die Soße kann nach dem Auftauen etwas an Bindung verlieren; beim Erwärmen kurz nachreduzieren.

Aufwärmen

  • Topf: Braten und Soße zusammen bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam erwärmen und gelegentlich wenden oder umrühren.
  • Backofen: Braten mit etwas Soße zugedeckt in einer ofenfesten Form langsam erwärmen.

Allergene und Nährwerte

  • Eier: enthält · Eigelb wird für den Kartoffelkloßteig verwendet.
  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist Bestandteil der Beize.
  • Senf: enthält · Senfkörner werden in der Beize mitgekocht.
  • Glutenhaltiges Getreide: uncertain · Prüfe die Zutatenliste der verwendeten Printen auf glutenhaltiges Getreide.

Lebensmittelsicherheit

  • Kühlung während der Marinierzeit: Das Fleisch nur mit vollständig abgekühlter Beize übergießen und während der gesamten 24- bis 48-stündigen Marinierzeit im Kühlschrank aufbewahren.
  • Umgang mit heißem Wasser: Beim Abgießen der Kartoffeln und beim Einsetzen der Klöße in heißes Wasser vorsichtig arbeiten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie lange muss der Sauerbraten marinieren?

Mindestens 24 Stunden, besser bis zu 48 Stunden. Das Fleisch sollte dabei abgedeckt im Kühlschrank liegen und mindestens einmal gewendet werden.

Was kann ich statt Aachener Printen verwenden?

Trockene Lebkuchen ohne Schokoladenüberzug eignen sich als Ersatz. Die Soße wird dadurch etwas weicher und weniger würzig.

Was kann ich statt Rübenkraut nehmen?

Als Alternative sind 1 TL Apfeldicksaft und 1 TL brauner Zucker angegeben. Die Soße wird dadurch fruchtiger und etwas milder.

Warum dürfen Kartoffelklöße nicht sprudelnd kochen?

Stark sprudelndes Wasser kann die geformten Klöße beschädigen. Sie sollen knapp unter dem Siedepunkt etwa 20 Minuten gar ziehen.

Aus unserer Küche

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