Filderkraut ersetzen
Falls kein Filderkraut erhältlich ist, eignet sich Spitzkohl als nahe Alternative. Er lässt sich ähnlich blanchieren und aufrollen, schmeckt aber etwas milder.
Schwäbische Krautwickel
Zarte Filderkrautblätter werden mit würzigem Hackfleisch gefüllt, aufgerollt und in kräftiger Brühe geschmort. Dazu gibt es cremiges Kartoffelpüree und die gebundene Schmorsauce.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Filderkrautwickel verbinden zarte Kohlblätter mit einer würzigen Hackfleischfüllung und kräftiger Schmorsauce. Das Gericht wird mit cremigem Kartoffelpüree serviert und eignet sich besonders für ein herzhaftes Familienessen.
Die Wickel sind außen zart und saftig, die Füllung würzig und locker. Das Kartoffelpüree ist cremig, während die Schmorsauce kräftig, leicht rauchig vom Speck und samtig gebunden wirkt.
Schritt für Schritt
Vom Filderkraut den Strunk keilförmig herausschneiden. Den Kopf in einem großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser nach und nach blanchieren, bis sich zwölf große Blätter lösen lassen. Die Blätter herausheben, kalt abspülen und trocken tupfen. Die dicken Blattrippen vorsichtig flacher schneiden.
Daran erkennst du es: Die Blätter sind biegsam und lassen sich ablösen, ohne zu reißen.
Wichtig: Mit heißem Wasser vorsichtig arbeiten und die Blätter mit einer Zange oder einem Schaumlöffel herausheben.
Zwiebel schälen und fein würfeln. Hackfleisch, Semmelbrösel, Ei, Zwiebel, Senf, Petersilie, Kümmel und Paprikapulver vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Füllung in zwölf Portionen teilen.
Daran erkennst du es: Die Masse ist gleichmäßig vermengt und lässt sich in zwölf Portionen teilen.
Wichtig: Rohes Hackfleisch nach der Verarbeitung nicht bei Raumtemperatur stehen lassen.
Je ein Kohlblatt auslegen und eine Portion Füllung im unteren Drittel verteilen. Die Seiten einschlagen, das Blatt straff aufrollen und die Wickel mit der Nahtseite nach unten bereitlegen.
Daran erkennst du es: Die Wickel sind geschlossen und liegen mit der Nahtseite nach unten.
Den Speck in einem breiten Schmortopf bei mittlerer Hitze auslassen. Das Rapsöl dazugeben und die Krautwickel rundherum kräftig anbraten. Mit der Rinderbrühe ablöschen, den Topf abdecken und die Wickel bei kleiner Hitze etwa 35 bis 40 Minuten schmoren lassen. Zwischendurch einmal vorsichtig wenden.
Daran erkennst du es: Die Blätter sind weich, die Wickel halten ihre Form und die Hackfleischfüllung ist vollständig durchgegart.
Wichtig: Die Hackfleischfüllung vollständig durchgaren; sie darf im Inneren nicht roh bleiben.
Für das Kartoffelpüree die Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden und in gesalzenem Wasser etwa 20 Minuten weich kochen. Abgießen und kurz ausdampfen lassen. Milch und Butter erhitzen, die Kartoffeln durch die Presse in den Topf drücken und mit Milch und Butter zu einem cremigen Püree verrühren. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken.
Daran erkennst du es: Ein Messer gleitet ohne Widerstand durch die Kartoffelstücke; das Püree ist cremig und klümpchenarm.
Wichtig: Milch und Butter nur vorsichtig erhitzen und nicht unbeaufsichtigt stark aufkochen lassen.
Die gegarten Krautwickel aus dem Schmortopf nehmen und warm halten. Speisestärke mit dem kalten Wasser glatt rühren, in die leicht köchelnde Schmorsauce geben und unter Rühren kurz eindicken lassen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist leicht gebunden und überzieht den Kochlöffel dünn.
Wichtig: Beim Einrühren in die heiße Sauce vorsichtig arbeiten, da sie spritzen kann.
Kartoffelpüree auf Teller verteilen, je drei Krautwickel daraufsetzen und mit der Schmorsauce servieren.
Daran erkennst du es: Püree, Wickel und Sauce werden heiß und unmittelbar nach dem Fertigstellen serviert.
Gut zu wissen
Falls kein Filderkraut erhältlich ist, eignet sich Spitzkohl als nahe Alternative. Er lässt sich ähnlich blanchieren und aufrollen, schmeckt aber etwas milder.
Mehligkochende Kartoffeln ergeben ein besonders cremiges und gut bindendes Püree.
Der Speck wird zunächst ausgelassen. Das Rapsöl ergänzt das Fett zum kräftigen Anbraten der Wickel.
Die Wickel werden etwas milder und meist zarter; die Grundmethode bleibt gleich.
Spitzkohl genauso blanchieren, bis sich große biegsame Blätter lösen. Je nach Kopfgröße können mehr oder weniger Blätter benötigt werden.
Die Füllung bleibt gebunden, kann aber etwas weniger brotiges Aroma haben.
Die gleiche Menge glutenfreie Semmelbrösel verwenden und die Füllung wie beschrieben vermengen.
Die Blätter einzeln lösen, biegsam blanchieren und die dicksten Rippen vorsichtig abflachen.
Kleine Risse mit einem zweiten Blattstück überlappen und die Wickel mit der Nahtseite nach unten schmoren.
Die Seiten einschlagen, straff aufrollen und die Nahtseite nach unten legen.
Die geöffneten Wickel vorsichtig wieder schließen und im Topf möglichst wenig bewegen.
Kartoffeln kurz ausdampfen lassen und durch die Presse drücken oder vorsichtig stampfen.
Etwas warme Milch vorsichtig unterheben, ohne weiter kräftig zu rühren.
Stärke mit kaltem Wasser vollständig glatt rühren und erst dann in die leicht köchelnde Sauce geben.
Die Sauce durch ein feines Sieb streichen und anschließend kurz nachköcheln lassen.
Eine mildere Variante mit handelsüblichem Spitzkohl anstelle von Filderkraut.
Die Wickel werden ohne Speck angebraten; der Geschmack bleibt durch Rapsöl, Brühe und Gewürze herzhaft.
Die Krautwickel können bis zu 24 Stunden im Voraus vollständig geschmort und anschließend rasch abgekühlt werden. Kartoffelpüree möglichst frisch zubereiten; die Sauce beim Erwärmen bei Bedarf mit etwas Brühe oder Wasser wieder glatt rühren.
Krautwickel, Sauce und Kartoffelpüree getrennt oder gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Kühlen nicht lange bei Raumtemperatur stehen lassen.
Reste nach dem Servieren zeitnah kühlen und nur portionsweise entnehmen.
Krautwickel mit Sauce vollständig abkühlen lassen, portionsweise luftdicht verpacken und einfrieren. Das Kartoffelpüree kann ebenfalls eingefroren werden, verändert aber möglicherweise seine Konsistenz.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und anschließend langsam vollständig erhitzen.
Die Kohlblätter bleiben meist stabil; Kartoffelpüree kann nach dem Auftauen etwas körniger oder weicher wirken.
Häufig gefragt
Ja. Spitzkohl eignet sich als Alternative und lässt sich ähnlich blanchieren und aufrollen. Sein Geschmack ist etwas milder als der von Filderkraut.
Das Rezept ist auf zwölf Krautwickel ausgelegt, also drei Wickel pro Portion bei vier Personen.
Ja. Die Kartoffeln können während der 35 bis 40 Minuten Schmorphase geschält, gekocht und zu Püree verarbeitet werden.
Etwas zusätzliche Speisestärke mit kaltem Wasser glatt rühren und portionsweise in die leicht köchelnde Sauce geben. Danach kurz eindicken lassen.
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