Rückenspeck oder Flomen
Beide Varianten eignen sich zum Auslassen. Flomen ist besonders fettreich; beim Rückenspeck kann die Ausbeute an flüssigem Schmalz und Grieben stärker schwanken.
Sächsische Brotzeit
Kräftiges Sauerteig-Mischbrot mit selbst ausgelassenem Apfel-Zwiebel-Griebenschmalz und goldbraunen Grieben.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Die sächsische Fettbemme verbindet kräftiges Brot mit einem herzhaften, streichfähigen Belag. Für diese Variante werden ungeräucherter fetter Rückenspeck oder Flomen langsam ausgelassen, die Grieben aufgefangen und anschließend mit weich geschmorter Zwiebel, säuerlichem Apfel und Majoran wieder unter das Schmalz gerührt.
Der Aufstrich ist cremig und streichfähig, mit knusprig-zarten Grieben sowie weichen Apfel- und Zwiebelstückchen. Er schmeckt herzhaft, buttrig-fettig und würzig, ergänzt durch eine milde Fruchtsäure und die erdige Note von Majoran.
Schritt für Schritt
Den Rückenspeck oder Flomen von der Schwarte befreien und in etwa 5 mm große Würfel schneiden. Die Würfel mit dem Wasser in den weiten Topf geben und bei kleiner bis mittlerer Hitze langsam auslassen. Gelegentlich umrühren, bis die Grieben goldbraun und das Fett klar sind. Das dauert je nach Fettgehalt etwa 25 bis 35 Minuten.
Daran erkennst du es: Die Grieben sind goldbraun und das ausgelassene Fett ist klar.
Wichtig: Das austretende Fett ist sehr heiß; Spritzer vermeiden und den Topf nicht unbeaufsichtigt lassen.
Den Topfinhalt vorsichtig durch das feine Sieb in die hitzebeständige Schüssel gießen. Die Grieben im Sieb auffangen. Zwei Esslöffel des flüssigen Schmalzes zurück in den Topf geben.
Daran erkennst du es: Die Grieben liegen im Sieb und das flüssige Schmalz ist getrennt aufgefangen.
Wichtig: Heißes Schmalz langsam und kontrolliert durch das Sieb gießen.
Zwiebel und Apfel schälen und fein würfeln. Beides in den zwei Esslöffeln Schmalz bei mittlerer Hitze 6 bis 8 Minuten braten, bis die Zwiebel weich und leicht goldgelb ist und der Apfel etwas zerfällt.
Daran erkennst du es: Die Zwiebel ist weich und leicht goldgelb, der Apfel beginnt zu zerfallen.
Die aufgefangenen Grieben und das restliche flüssige Schmalz wieder in den Topf geben. Majoran, Salz und Pfeffer einrühren und alles noch 1 Minute erwärmen. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung auf lauwarm abkühlen lassen.
Daran erkennst du es: Die Gewürze sind gleichmäßig verteilt und die Mischung ist erwärmt, aber nicht mehr stark dampfend.
Wichtig: Den Topf vom Herd nehmen, bevor die Mischung zum Abkühlen stehen bleibt.
Das Schmalz in ein sauberes Glas oder eine Schüssel füllen. Während es abkühlt, mehrmals umrühren, damit sich Grieben, Apfel und Zwiebel gleichmäßig verteilen. Anschließend mindestens 1 Stunde kalt stellen, bis der Aufstrich streichfähig ist.
Daran erkennst du es: Der Aufstrich ist fest genug zum Streichen, aber nicht hart.
Wichtig: Nach dem lauwarmen Abkühlen im Kühlschrank fest werden lassen.
Das Schmalz etwa 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Jede Brotscheibe großzügig bestreichen und nach Wunsch mit einer Gewürzgurke servieren. Die Fettbemmen frisch genießen.
Daran erkennst du es: Der Aufstrich lässt sich gleichmäßig auf dem Brot verstreichen.
Gut zu wissen
Beide Varianten eignen sich zum Auslassen. Flomen ist besonders fettreich; beim Rückenspeck kann die Ausbeute an flüssigem Schmalz und Grieben stärker schwanken.
Eine kräftige, dicke Scheibe Sauerteig-Mischbrot hält dem reichhaltigen Aufstrich stand und ergänzt seine Würze.
Die Gewürzgurken sind optional und bringen beim Servieren einen frischen, säuerlichen Kontrast zum Schmalz.
Die frisch ausgelassenen Grieben fehlen; der Aufstrich wird glatter und weniger knusprig.
Fertiges Schweineschmalz anstelle des selbst ausgelassenen Specks verwenden. Apfel und Zwiebel darin braten und anschließend mit Majoran, Salz und Pfeffer vermengen. Die Schritte zum Auslassen und Abseihen entfallen.
Bei kleiner bis mittlerer Hitze langsam auslassen und regelmäßig umrühren.
Sehr dunkle oder bittere Grieben entfernen und nur das nicht bitter schmeckende Schmalz weiterverwenden.
Ein hitzebeständiges Gefäß verwenden und das Schmalz langsam durch das Sieb gießen.
Das Schmalz beim Abkühlen mehrmals umrühren, bevor es vollständig fest wird.
Den Aufstrich vorsichtig temperieren, umrühren und erneut kalt stellen.
Salz vorsichtig einrühren und die Menge an den verwendeten Speck anpassen.
Mit ungesalzenem Schmalz oder weiteren ungesalzenen Bestandteilen strecken; der Geschmack verändert sich dadurch.
Häufig gefragt
Ja. Im Rezept sind ungeräucherter fetter Rückenspeck oder Flomen vorgesehen. Beide werden langsam ausgelassen; die Ausbeute an Schmalz und Grieben kann je nach Fettgehalt variieren.
Ja, fertiges Schweineschmalz ist als Alternative genannt. Dann fehlen jedoch die frisch ausgelassenen Grieben.
Nach mindestens einer Stunde im Kühlschrank ist der Aufstrich fest genug zum Streichen. Vor dem Servieren etwa 15 Minuten temperieren lassen.
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