Ersatz für Kernerbohnen
Gesprenkelte Wachtel- oder Borlottibohnen eignen sich als Ersatz. Sie werden ähnlich cremig, schmecken aber meist etwas milder und weniger erdig.
Schwäbisches Bohnengericht
Schwäbische Kernerbohnen werden weich gegart und mit einer dunklen, leicht säuerlichen Brenne aus Gemüse, Räucherspeck und Weißwein serviert. Dazu kommen buttrige Spätzle und erwärmte Saitenwürstle, die getrennt zubereitet und erst beim Anrichten kombiniert werden.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Schwäbische Kernerbohnen mit Spätzle verbinden cremig gegarte Bohnen, eine kräftige Brenne, selbst geschabte Spätzle und warme Saitenwürstle zu einem herzhaften Tellergericht. Die einzelnen Bestandteile bleiben klar erkennbar und ergänzen sich erst beim Servieren.
Die Bohnen sind weich, aber noch formstabil, eingebettet in eine dunkel gebundene, leicht säuerliche Brenne. Die Spätzle sind weich und buttrig, der Speck herzhaft-rauchig und die Saitenwürstle saftig und warm.
Schritt für Schritt
Die Kernerbohnen in reichlich kaltem Wasser 10 bis 12 Stunden, am besten über Nacht, einweichen. Anschließend abgießen und mit frischem Wasser in den großen Topf geben. Eine geschälte Zwiebel mit Lorbeerblatt und Nelken spicken und zusammen mit dem Räucherspeck zu den Bohnen geben.
Die Bohnen ohne Salz 45 bis 60 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie weich, aber noch formstabil sind. Bei Bedarf etwas Wasser nachgießen. Zwiebel und Gewürze entfernen, den Speck herausnehmen und etwa 450 ml Kochwasser abmessen.
Daran erkennst du es: Die Bohnen sind weich, behalten aber ihre Form.
Die zweite Zwiebel, Karotten und Sellerie fein würfeln. Die Butter im breiten Topf schmelzen und das Gemüse darin etwa 4 Minuten anschwitzen. Das Mehl einrühren und unter Rühren goldbraun anrösten.
Daran erkennst du es: Das Gemüse ist weich geworden und die Mehlschwitze goldbraun angeröstet.
Den Weißwein nach und nach angießen und glatt rühren. Anschließend das Bohnenkochwasser einarbeiten und die Brenne 8 bis 10 Minuten leise köcheln lassen. Mit Apfelessig, Majoran, Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Brenne ist glatt gebunden und schmeckt ausgewogen säuerlich und würzig.
Die gekochten Bohnen und den in Stücke geschnittenen Speck in die Brenne geben und alles noch 5 Minuten sanft erwärmen. Die Petersilie erst kurz vor dem Servieren unterrühren.
Daran erkennst du es: Bohnen und Speck sind durchgehend heiß und von der Brenne umhüllt.
Mehl, Eier, Salz, Muskatnuss und Wasser zu einem zähen Teig verrühren und so lange schlagen, bis er Blasen wirft. Den Teig 10 Minuten ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist zäh und elastisch und wirft beim Schlagen Blasen.
Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise durch eine Spätzlepresse drücken, mit dem Spätzlehobel einarbeiten oder vom angefeuchteten Brett ins Wasser schaben. Sobald die Spätzle aufsteigen, noch etwa 1 Minute gar ziehen lassen, herausheben und in der Butter schwenken.
Daran erkennst du es: Die Spätzle steigen an die Oberfläche und sind nach etwa 1 Minute gar gezogen.
Die Saitenwürstle in heißem, nicht kochendem Wasser 8 bis 10 Minuten erwärmen. Die Kernerbohnen mit Brenne, Spätzle und Saitenwürstle auf Tellern anrichten und mit der restlichen Petersilie bestreuen.
Daran erkennst du es: Die Würstle sind vollständig durchgewärmt, ohne aufgeplatzt zu sein.
Gut zu wissen
Gesprenkelte Wachtel- oder Borlottibohnen eignen sich als Ersatz. Sie werden ähnlich cremig, schmecken aber meist etwas milder und weniger erdig.
Saitenwürstle werden in heißem, nicht kochendem Wasser erwärmt. Starkes Kochen kann die Haut zum Platzen bringen.
Spätzlemehl oder Weizenmehl Type 405 ist für den zähen Spätzleteig geeignet. Die Konsistenz des Teigs ist wichtiger als die genaue Mehlbezeichnung.
Knollensellerie ist eine prägende Gemüsezutat und ein deklarationspflichtiger Allergenkandidat.
Die Bohnen werden ähnlich cremig, schmecken jedoch meist etwas milder und weniger erdig.
Die Ersatzbohnen wie die Kernerbohnen einweichen und garen. Die Garzeit nach ihrer Weichheit beurteilen.
Die Brenne und die Spätzle schmecken etwas weniger milchig; die Bindung kann leicht abweichen.
Butter in beiden Verwendungen durch eine zum Braten geeignete pflanzliche Margarine ersetzen.
Die Brenne bleibt leicht säuerlich und fruchtig, mit etwas weniger Weinaroma.
Den alkoholfreien Weißwein wie im Rezept nach und nach einrühren.
Die Bohnen nur sanft köcheln lassen und nach dem Weichwerden vorsichtig weiterverarbeiten.
Zerfallene Bohnen als Teil der Bindung akzeptieren und die Brenne nicht mehr stark kochen lassen.
Die Flüssigkeit nach und nach unter ständigem Rühren einarbeiten.
Die Brenne durch ein Sieb streichen oder kräftig glatt rühren und anschließend weiterköcheln lassen.
Das Wasser portionsweise einarbeiten und den Teig schlagen, bis er zäh ist und Blasen wirft.
Etwas Mehl unterarbeiten und den Teig kurz erneut ruhen lassen.
Die Würstle nur in heißem, nicht kochendem Wasser erwärmen.
Die Würstle vorsichtig weiter erwärmen und möglichst sofort servieren.
Die Saitenwürstle entfallen; Bohnen, Brenne und Spätzle bleiben die Hauptbestandteile.
Die Saitenwürstle und der Räucherspeck werden weggelassen. Für mehr Würze kann die Brenne kräftiger abgeschmeckt werden.
Für eine pflanzliche Version werden Speck, Saitenwürstle, Eier und Butter ersetzt oder weggelassen. Dafür ist ein passender pflanzlicher Spätzleteig erforderlich.
Die Bohnen und die Brenne können bis zu 24 Stunden vorher zubereitet und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Spätzle möglichst frisch garen; beim Aufwärmen etwas Brenne oder Wasser zugeben.
Bohnen mit Brenne und Spätzle getrennt abkühlen lassen, innerhalb von zwei Stunden in dicht schließende Behälter geben und im Kühlschrank lagern. Saitenwürstle getrennt aufbewahren.
Vor dem Kühlen nicht lange bei Raumtemperatur stehen lassen.
Die Brenne und besonders die Spätzle können nach dem Einfrieren an Struktur verlieren; frisch zubereitet schmecken sie besser.
Häufig gefragt
Ja. Gesprenkelte Wachtel- oder Borlottibohnen sind geeignete Alternativen. Geschmack und Garzeit können leicht abweichen.
Die Bohnen sollen weich sein, aber noch ihre Form behalten. Je nach Alter und Sorte kann die Garzeit variieren.
Ein Spätzlehobel oder ein angefeuchtetes Brett funktioniert ebenfalls. Den Teig portionsweise ins kochende Salzwasser schaben.
In stark kochendem Wasser kann die Wursthaut platzen. Die Würstle werden deshalb nur in heißem, nicht kochendem Wasser erwärmt.
Unabhängig von Google Analytics verwenden wir eine cookielose, selbst betriebene Reichweitenstatistik mit Plausible. Sie erhält keine Kontodaten, Suchbegriffe oder URL-Parameter. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
Aus unserer Küche
Kommentare zum Rezept
Wie hat es dir geschmeckt? Teile deine Erfahrungen oder stelle eine Frage.
Kommentare werden geladen …