Oberlausitzer Stupperle mit Sauerkraut und Speck

Kartoffelklößchen aus der Oberlausitz

Weiche, leicht feste Kartoffelklößchen aus gekochten Kartoffeln, Weizenmehl, Grieß und KartoffelstärkeKartoffelstärke ist ein feines Stärkepulver aus Kartoffelknollen, das Flüssigkeiten bindet und Speisen verdickt., serviert mit geschmortem SauerkrautAromatische, harzig-würzige Beerenzapfen zum Würzen deftiger Speisen. sowie knusprigem RäucherspeckGesalzener oder gepökelter Speck, der durch Räuchern haltbarer und aromatischer gemacht wurde., Zwiebeln und Butter.

Zum Rezept
Oberlausitzer Stupperle mit Sauerkraut und Speck
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 60 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 60 Minuten
Gesamtzeit ca. 3 Stunden
Menge 4 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Klöße und Teigtaschen
Prägende Zutatenfamilie Eier, Fleisch, Gemüse, Weizen, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die vollständig abgekühlten Kartoffeln ergeben einen formbaren Teig mit stabiler, dennoch weicher Struktur.
  • Mehl, Grieß und Kartoffelstärke binden die Kartoffelmasse und erleichtern das Formen der Stupperle.
  • Sauerkraut bringt eine säuerliche, saftige Ergänzung zu den milden Kartoffelklößchen.
  • Langsam ausgelassener Speck, gebratene Zwiebeln und Butter sorgen für Röstaromen und herzhafte Tiefe.

Oberlausitzer Stupperle sind eine regionale sächsische Kartoffelklößchen-Spezialität. Gekochte Pellkartoffeln werden mit Mehl, Grieß, Kartoffelstärke und Eiern zu einem formbaren Teig verarbeitet, zu kurzen Stücken geschnitten und in Salzwasser gar gezogen. Dazu kommen mild geschmortes Sauerkraut und eine herzhafte Garnitur aus Speck, Zwiebeln und Butter.

Die Stupperle sind weich und kompakt mit leicht fester Oberfläche. Das Sauerkraut schmeckt würzig-säuerlich, während Speck, goldbraune Zwiebeln und Butter eine rauchige, röstige und aromatische Note beisteuern.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Kartoffeln und Sauerkraut vorbereiten

  1. Kartoffeln kochen und abkühlen

    Die Kartoffeln gründlich waschen und mit Schale in leicht gesalzenem Wasser etwa 20 bis 25 Minuten gar kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen und vollständig abkühlen lassen, am besten über Nacht. Anschließend pellen und fein reiben oder durch die Kartoffelpresse drücken.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht einstechen und vollständig durchdrücken.

    • Die Kartoffeln müssen vor der Teigzubereitung vollständig abgekühlt sein.
    • Das Sauerkraut kann während der Abkühlzeit parallel zubereitet werden.

    Wichtig: Beim Abgießen und Weiterverarbeiten vorsichtig mit dem heißen Wasser und Dampf umgehen.

  2. Sauerkraut schmoren

    Eine Zwiebel fein würfeln und in 10 g Butter glasig dünsten. Das Sauerkraut, Lorbeerblatt, Wacholderbeeren und Gemüsebrühe dazugeben. Zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 25 Minuten schmoren lassen, gelegentlich umrühren und zum Schluss Lorbeerblatt und Wacholderbeeren entfernen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Sauerkraut ist heiß, aromatisch und weich, aber nicht vollständig zerfallen.

    • Das Sauerkraut gelegentlich umrühren, damit es gleichmäßig schmort.
    • Die ganzen Gewürze vor dem Servieren entfernen.

Teig herstellen und Stupperle formen

  1. Kartoffelteig zubereiten

    Die geriebenen Kartoffeln mit Eiern, Mehl, Grieß, 50 g Kartoffelstärke, Salz, Pfeffer und Muskatnuss zu einem formbaren Teig verkneten. Die Masse soll weich, aber nicht klebrig sein. Falls die Kartoffeln sehr feucht sind, etwas von der vorgesehenen Kartoffelstärke zum Wälzen zusätzlich unterarbeiten.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig lässt sich zu einer Rolle formen, ohne stark an den Händen zu kleben.

    • Die Kartoffeln erst vollständig abkühlen lassen, damit der Teig nicht unnötig weich wird.
    • Die zusätzliche Stärke nur nach Bedarf verwenden, damit die Stupperle nicht trocken werden.
  2. Stupperle schneiden und wälzen

    Den Teig auf einer leicht mit Kartoffelstärke bestäubten Fläche zu einer etwa 5 cm dicken Rolle formen. Davon 2 bis 3 cm lange Stücke abschneiden und rundherum in der restlichen Kartoffelstärke wenden.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Stücke sind gleichmäßig geformt und rundherum leicht mit Stärke bedeckt.

    • Die Stücke möglichst gleich groß schneiden, damit sie gleichzeitig gar werden.
    • Die Arbeitsfläche nur leicht bemehlen, damit die Oberfläche nicht zu trocken wird.

    Wichtig: Das Messer stabil und vom Körper weg führen.

Stupperle garen und anrichten

  1. Stupperle gar ziehen lassen

    Das Wasser mit dem Salz aufkochen. Die Stupperle vorsichtig hineingeben, die Hitze sofort reduzieren und die Klößchen bei nur leicht siedendem Wasser etwa 10 bis 12 Minuten gar ziehen lassen. Wenn sie an die Oberfläche steigen, noch 5 Minuten ziehen lassen, dann mit einer Schaumkelle herausheben.

    17 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Stupperle steigen an die Oberfläche und bleiben beim Herausheben formstabil.

    • Das Wasser nach dem Einlegen nur leicht sieden lassen, damit die Klößchen nicht zerfallen.
    • Bei mehreren Durchgängen die Garzeit je Durchgang beobachten.

    Wichtig: Die geformten Stücke vorsichtig in das heiße Wasser geben, um Spritzer zu vermeiden.

  2. Speck und Zwiebeln braten

    Den Räucherspeck würfeln und in einer großen Pfanne langsam auslassen. Die zweite Zwiebel in feine Streifen schneiden, zum Speck geben und goldbraun braten. Die restliche Butter darin schmelzen lassen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Speck ist ausgelassen und die Zwiebeln sind goldbraun, aber nicht verbrannt.

    • Den Speck langsam erhitzen, damit Fett austritt und die Würfel nicht zu dunkel werden.
    • Die Butter erst am Ende zugeben, damit sie nicht unnötig lange bräunt.

    Wichtig: Beim Zugeben der Butter auf spritzendes heißes Fett achten.

  3. Anrichten und servieren

    Das Sauerkraut abschmecken und mit den heißen Stupperle auf Tellern anrichten. Speck, Zwiebeln und die aromatische Butter darübergeben und sofort servieren.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Alle Bestandteile sind heiß und werden unmittelbar serviert.

    • Die Stupperle erst kurz vor dem Servieren aus dem Kochwasser heben.
    • Die Garnitur gleichmäßig über die Portionen verteilen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Kartoffeln vollständig abkühlen lassen: Für einen gut formbaren Teig sollten die gekochten Kartoffeln vollständig abgekühlt sein. Die Vorbereitung am Vorabend ist besonders praktisch.
  • Stärke nach Bedarf einsetzen: Die 30 g Kartoffelstärke zum Wälzen sind teilweise als Reserve gedacht. Bei sehr feuchten Kartoffeln kann etwas davon zusätzlich in den Teig kommen.
  • Nur leicht sieden lassen: Stark sprudelndes Wasser kann die geformten Stupperle beschädigen. Nach dem Einlegen die Hitze deshalb sofort reduzieren.

Zutatenwissen

Kartoffelsorte

Mehligkochende Kartoffeln geben mehr Stärke ab und ergeben eine besser formbare Masse für die Stupperle.

Verwendung der Kartoffelstärke

50 g werden direkt in den Teig eingearbeitet. Die zusätzliche Stärke dient zum Bestäuben und Wälzen und kann bei sehr feuchten Kartoffeln teilweise in den Teig wandern.

Aromatisches Sauerkraut

Lorbeer, Wacholder und Gemüsebrühe geben dem geschmorten Sauerkraut Würze und Tiefe. Die ganzen Gewürze vor dem Anrichten entfernen.

Speck langsam auslassen

Durch langsames Auslassen tritt Fett aus dem Speck aus und bildet die Grundlage für die gebratenen Zwiebeln und die abschließende Butter.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Kartoffelteig klebt stark und lässt sich nicht rollen.

Die Kartoffeln vollständig abkühlen lassen und nur nach Bedarf etwas von der vorgesehenen Kartoffelstärke zusätzlich einarbeiten.

Etwas Kartoffelstärke portionsweise einkneten, bis der Teig formbar ist.

Die Stupperle zerfallen im Kochwasser.

Die Hitze nach dem Einlegen sofort reduzieren und die Teigkonsistenz vor dem Formen prüfen.

Das Wasser nur leicht sieden lassen und die nächste Portion mit etwas zusätzlicher Kartoffelstärke stabilisieren.

Die Stupperle werden dicht oder fest.

Die Reserve-Stärke sparsam verwenden und den Teig nur so lange verkneten, bis er zusammenhält.

Die Zwiebeln werden dunkel und bitter.

Den Speck langsam auslassen und die Zwiebeln bei moderater Hitze goldbraun braten.

Sehr dunkle Zwiebeln entfernen und eine kleine neue Garnitur zubereiten.

Servieren und kombinieren

  • Klassische Tellerkombination: Die heißen Stupperle auf dem Sauerkraut anrichten und Speck, Zwiebeln sowie die aromatische Butter darübergeben.
  • Zu herzhaften Hauptgerichten: Die Stupperle können als sättigende Kartoffelbeilage zu einem herzhaften Braten serviert werden; Sauerkraut und Speck passen als Begleiter weiterhin dazu.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Kartoffeln können am Vortag gekocht, vollständig abgekühlt und bis zur Teigzubereitung aufbewahrt werden. Die Stupperle anschließend frisch formen und gar ziehen lassen.

Einfrieren

Das Einfrieren wurde für dieses Rezept nicht beurteilt; insbesondere die Struktur der Kartoffelklößchen kann sich verändern.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Weizenmehl und Weichweizengrieß sind im Teig enthalten.
  • Eier: enthält · Eier werden direkt in den Kartoffelteig eingearbeitet.
  • Milch: enthält · Butter wird für Sauerkraut sowie Speck-Zwiebel-Garnitur verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Warum sollten die Kartoffeln am besten über Nacht abkühlen?

Vollständig abgekühlte Kartoffeln ergeben einen trockeneren und besser formbaren Teig. Dadurch lässt sich die benötigte Stärke leichter beurteilen.

Woran erkennt man, dass die Stupperle gar sind?

Die Stupperle steigen zunächst an die Oberfläche und sollen anschließend noch etwa 5 Minuten bei leicht siedendem Wasser ziehen.

Kann die Kartoffelstärke zum Wälzen auch in den Teig?

Ja. Wenn die Kartoffeln sehr feucht sind, kann ein Teil der vorgesehenen Stärke zum Wälzen zusätzlich in den Teig eingearbeitet werden.

Müssen Lorbeerblatt und Wacholderbeeren entfernt werden?

Ja. Beide werden zum Aromatisieren mitgeschmort und vor dem Anrichten aus dem Sauerkraut entfernt.

Aus unserer Küche

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