Kartoffeln getrennt verarbeiten
Die gekochten Kartoffeln sorgen für Lockerheit, die rohen Kartoffeln und ihre aufgefangene Stärke für die typische Struktur und Formstabilität.
Herzhafte Klöße, Thüringer Art
Lockere Thüringer Klöße aus rohen und gekochten Kartoffeln, gefüllt mit gerösteten Brötchenwürfeln, serviert mit cremigem Pilzrahm und fruchtigem Apfelrotkohl.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Thüringer Klöße verbinden rohe und gekochte Kartoffeln zu einer lockeren, zugleich formstabilen Masse. Geröstete Brötchenwürfel sorgen für eine herzhafte Mitte, während Pilzrahm und Apfelrotkohl daraus einen eigenständigen vegetarischen Hauptgang machen.
Die Klöße sind außen glatt und weich, innen locker mit aromatischen Brötchenwürfeln gefüllt. Dazu kommen eine cremige, würzige Pilzsauce und zarter Rotkohl mit fruchtiger Apfelnote und milder Säure.
Schritt für Schritt
Den Rotkohl vom Strunk befreien und fein schneiden. Den Apfel schälen, vierteln und klein würfeln. Die Zwiebel fein hacken. Die Butter in einem Topf zerlassen, die Zwiebel darin glasig dünsten und Rotkohl, Apfel, Zucker und Apfelessig dazugeben. Apfelsaft und Wasser angießen, Lorbeerblatt und Gewürznelken hinzufügen und mit Salz würzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze 35 bis 45 Minuten schmoren lassen, gelegentlich umrühren und anschließend Lorbeerblatt und Gewürznelken entfernen. Währenddessen die Klöße vorbereiten.
Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht zerfallen, und die Flüssigkeit ist teilweise eingekocht.
400 g Kartoffeln schälen, in Salzwasser weich kochen und abgießen. Die übrigen 800 g Kartoffeln schälen und fein reiben. Die geriebenen Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch geben und sehr kräftig ausdrücken. Den aufgefangenen Kartoffelsaft kurz stehen lassen, das Wasser vorsichtig abgießen und die abgesetzte Stärke aufbewahren.
Daran erkennst du es: Die gekochten Kartoffeln lassen sich leicht zerdrücken und die rohe Kartoffelmasse ist kräftig ausgedrückt.
Wichtig: Beim Abgießen des heißen Kartoffelwassers vorsichtig arbeiten.
Das Brötchen in kleine Würfel schneiden und in 15 g Butter rundum goldbraun rösten. Die gekochten Kartoffeln noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken oder fein stampfen und mit der heißen Milch verrühren.
Daran erkennst du es: Die Brötchenwürfel sind rundum goldbraun und duften buttrig-röstig.
Die rohe Kartoffelmasse, den Kartoffelbrei und die aufgefangene Kartoffelstärke gründlich vermengen. Mit Salz abschmecken. Falls der Teig sehr fest wirkt, esslöffelweise etwas heißes Wasser aus dem Kochvorgang einarbeiten. Den Teig in acht Portionen teilen, flach drücken, jeweils einige geröstete Brötchenwürfel in die Mitte geben und zu glatten Klößen ohne Risse formen.
Daran erkennst du es: Die Klöße sind glatt geformt und haben keine sichtbaren Risse.
Das Wasser in einem weiten Topf kräftig salzen und aufkochen. Die Klöße vorsichtig hineingeben und die Hitze sofort reduzieren. Sie sollen nur leise ziehen und nicht sprudelnd kochen. Die Klöße etwa 20 Minuten gar ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen.
Daran erkennst du es: Die Klöße steigen an die Oberfläche und sind außen stabil, ohne sprudelnd gekocht zu haben.
Wichtig: Beim Einlegen der Klöße in das heiße Wasser Spritzer vermeiden.
Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden. Die zweite Zwiebel fein würfeln. Butter in einer großen Pfanne erhitzen, Zwiebel und Pilze darin 5 bis 6 Minuten kräftig anbraten. Mehl darüberstäuben und kurz verrühren. Gemüsebrühe und Sahne nach und nach angießen und die Sauce 8 bis 10 Minuten sanft köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gehackte Petersilie unterrühren.
Daran erkennst du es: Die Pilze sind gebräunt und die Sauce ist cremig gebunden.
Die fertigen Klöße mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben und kurz abtropfen lassen. Zusammen mit dem Pilzrahm und dem Apfelrotkohl auf tiefen Tellern anrichten und sofort servieren.
Daran erkennst du es: Die Klöße sind gut abgetropft und werden heiß mit Sauce und Rotkohl serviert.
Gut zu wissen
Die gekochten Kartoffeln sorgen für Lockerheit, die rohen Kartoffeln und ihre aufgefangene Stärke für die typische Struktur und Formstabilität.
Eine ausreichend große, heiße Pfanne unterstützt die gewünschte Röstung und verhindert, dass die Pilze zu viel Flüssigkeit ziehen.
Apfel, Apfelsaft und Apfelessig geben dem Rotkohl Fruchtigkeit und Säure, während der Zucker die Schärfe der Säure abrundet.
Das Aroma kann kräftiger und abwechslungsreicher werden; die Sauce bleibt grundsätzlich gleich.
Champignons und Kräuterseitlinge im gleichen Gesamtgewicht durch eine Mischung frischer Speisepilze ersetzen und ebenso putzen und schneiden.
Die Sauce wird säuerlicher und meist etwas dicker.
Crème fraîche erst nach dem Ablöschen einrühren und bei niedriger Hitze erwärmen, ohne sie stark sprudelnd zu kochen.
Das Gericht bleibt vegetarisch und kann milchfrei werden, sofern alle übrigen Produkte entsprechend ausgewählt sind.
Butter in gleicher Menge durch eine geeignete pflanzliche Margarine ersetzen; bei Brühe, Brötchen und Sahne ebenfalls die Zutatenliste prüfen.
Die Kartoffelmasse sehr gründlich ausdrücken und zusätzliches Wasser nur esslöffelweise verwenden.
Etwas der vorhandenen Kartoffelstärke gründlich einarbeiten und die Klöße anschließend vorsichtig formen.
Die Hitze nach dem Einlegen sofort reduzieren und die Klöße ohne Risse formen.
Die verbliebenen Klöße bei deutlich reduzierter Hitze weiterziehen lassen und möglichst wenig bewegen.
Eine große, heiße Pfanne verwenden und die Pilze kräftig anbraten.
Die Pilze bei höherer Hitze kurz weiterbraten, bevor Flüssigkeit und Sahne zugegeben werden.
Die Garzeit im Bereich von 35 bis 45 Minuten halten und gelegentlich kontrollieren.
Den Topf offen weitergaren lassen, damit überschüssige Flüssigkeit reduziert wird, und die Würzung abschließend prüfen.
Der Pilzrahm wird mit weiteren frischen Kräutern aromatisiert.
Die Klöße werden ungefüllt geformt und als schlichtere Variante serviert.
Die Milchprodukte werden durch geeignete pflanzliche Alternativen ersetzt.
Den Apfelrotkohl kann man am Vortag vollständig zubereiten und zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Die Kloßmasse und die geformten Klöße möglichst erst am Tag des Servierens herstellen.
Klöße, Pilzrahm und Rotkohl getrennt und nach dem Abkühlen zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Reste nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen und vor dem Verzehr vollständig durcherhitzen.
Die Konsistenz der Kartoffelklöße und der Rahmsauce kann sich nach dem Einfrieren deutlich verändern.
Häufig gefragt
Die gekochten Kartoffeln bringen Lockerheit und die rohen, ausgedrückten Kartoffeln mit ihrer aufgefangenen Stärke geben der Masse Struktur und Formstabilität.
Starkes Kochen kann die empfindliche Oberfläche beschädigen. Die Klöße sollen deshalb nur leise im heißen Wasser ziehen.
Ja. Der Rotkohl kann am Vortag gekocht und zugedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Klöße schmecken am besten frisch gegart.
Ja. Die Klöße können auch ungefüllt geformt werden; dann fehlt jedoch der röstige, buttrige Kern.
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