Suer Tüften

Mecklenburgische Kartoffelbeilage

Bissfeste Kartoffelstücke in einer würzig-säuerlichen, leicht süßen Sauce mit ausgelassenem Speck und Zwiebeln.

Zum Rezept
Mecklenburgische Kartoffelbeilage | Suer Tüften | Speckig-säuerlich umhüllt, die festkochenden Stücke bleiben bissfest.
Vorbereitung 15 Minuten
Kochen / Backen 25 Minuten
Gesamtzeit ca. 40 Minuten
Menge 4 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Eintöpfe und ragoutartige Gerichte
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln
Servierrolle Als Beilage vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Festkochende Kartoffeln behalten beim Vorkochen und anschließenden Köcheln ihre Form.
  • Ausgelassener Speck und Zwiebeln geben der Sauce eine herzhafte Grundlage.
  • Essig und Rübensirup verbinden sich zu einer ausgewogenen süß-säuerlichen Würzung.

Suer Tüften sind eine bodenständige Kartoffelbeilage mit kräftigem Speck, Essig und RübensirupDunkler, süßer Sirup aus eingekochten Zuckerrüben, der Brot, Gebäck und Saucen würzt.. Die Kartoffeln bleiben bissfest, während die Sauce sämig wird und süß-säuerliche Tiefe bekommt.

Herzhaft-speckiger Duft, weiche aber noch bissfeste Kartoffelstücke und eine sämige Sauce mit deutlicher Essigsäure, malziger Süße und pfeffrigem Nachhall.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten und Vorkochen

  1. Kartoffeln vorkochen

    Die Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser etwa 15 Minuten vorkochen. Sie sollen fast gar, aber noch bissfest sein. Abgießen und beiseitestellen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffelstücke lassen sich anstechen, zerfallen aber noch nicht.

    • Kartoffeln möglichst gleich groß schneiden, damit sie gleichmäßig garen.

    Wichtig: Beim Abgießen auf den heißen Wasserdampf achten.

Speck-Sauce zubereiten

  1. Speck und Zwiebeln auslassen

    Den Speck in einem großen Topf ohne zusätzliches Fett auslassen. Die Zwiebel darin glasig dünsten. Falls der Speck kaum Fett abgibt, das Öl verwenden.

    Daran erkennst du es: Der Speck ist leicht gebräunt und die Zwiebel glasig.

    • Nicht zu heiß braten, damit die Zwiebel nicht bitter wird.
  2. Mehl anrösten

    Das Mehl über Speck und Zwiebeln streuen und unter Rühren hellgelb anrösten.

    Daran erkennst du es: Das Mehl ist gleichmäßig verteilt und hellgelb, aber nicht dunkel gebräunt.

    • Das Mehl vollständig mit dem Fett vermengen, bevor Flüssigkeit dazukommt.
  3. Sauce ansetzen und würzen

    Essig und Gemüsebrühe nach und nach unter ständigem Rühren einarbeiten. Die Sauce aufkochen lassen. Rübensirup, Salz und Pfeffer einrühren und abschmecken.

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist glatt und beginnt leicht anzudicken.

    • Flüssigkeit portionsweise einrühren, damit sich keine Mehlklümpchen bilden.
    • Die endgültige Säure erst nach dem Einrühren des Rübensirups beurteilen.

    Wichtig: Beim Aufkochen kann die heiße Sauce spritzen.

Kartoffeln fertig garen

  1. Kartoffeln in der Sauce garen

    Die vorgekochten Kartoffeln vorsichtig unter die Sauce mischen und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich vorsichtig umrühren, bis die Sauce sämig eingedickt ist und die Kartoffeln vollständig gar sind.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln sind weich, behalten aber ihre Form; die Sauce haftet an den Stücken.

    • Nur vorsichtig rühren, damit die Kartoffeln nicht zerfallen.
    • Vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Säure ausbalancieren: Essigsorten unterscheiden sich in ihrer Schärfe. Die Sauce daher nach dem Einrühren des Rübensirups probieren und bei Bedarf vorsichtig nachwürzen.
  • Kartoffeln nicht übergaren: Festkochende Kartoffeln und vorsichtiges Rühren helfen dabei, dass die Beilage stückig bleibt und nicht breiig wird.

Zutatenwissen

Rübensirup

Rübensirup gibt der säuerlichen Sauce eine malzig-karamellige Tiefe und mildert die Essigsäure ab.

Fettbasis

Der Speck wird zunächst ohne zusätzliches Fett ausgelassen. Öl ist nur nötig, wenn dabei nicht genug Fett für die Zwiebeln und die Mehlschwitze entsteht.

Bindung der Sauce

Das Mehl wird im Speckfett angeröstet und bindet anschließend Essig und Brühe zu einer sämigen Sauce.

Sinnvolle Alternativen

Brauner Zucker

Die Sauce wird süß und rund, aber etwas weniger malzig und herb.

Den braunen Zucker anstelle des Rübensirups in die aufgekochte Sauce geben und anschließend erneut abschmecken.

Glutenfreies Universalmehl

Die Sauce kann geringfügig anders binden.

Das glutenfreie Mehl in gleicher Menge verwenden und die Sauce ausreichend aufkochen lassen, bis sie sämig ist. Die Gemüsebrühe ebenfalls auf ihre Zutaten prüfen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Kartoffeln zerfallen in der Sauce.

Kartoffeln nur fast gar vorkochen und anschließend vorsichtig unterheben.

Falls nur einzelne Stücke zerfallen, die Beilage nicht weiter rühren und kurz offen einkochen lassen.

Die Sauce enthält Mehlklümpchen.

Die Flüssigkeit nach und nach unter ständigem Rühren zugeben.

Die Sauce durch ein Sieb passieren oder mit dem Schneebesen kräftig glattrühren, bevor die Kartoffeln dazukommen.

Die Sauce schmeckt zu scharf nach Essig.

Den Essig vollständig mit Brühe und Rübensirup verbinden und erst danach endgültig abschmecken.

Mit etwas zusätzlichem Rübensirup oder braunem Zucker und bei Bedarf etwas Brühe ausgleichen.

Servieren und kombinieren

  • Mit geräuchertem Schinken: Suer Tüften traditionell als kräftige Beilage zu geräuchertem Schinken servieren.
  • Zu einem einfachen Braten: Die süß-säuerliche Kartoffelbeilage passt auch zu einem schlichten Braten und bringt Säure und Würze auf den Teller.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Beilage kann bis zu einem Tag vorher gekocht werden. Nach dem Garen zügig abkühlen lassen, abgedeckt kalt stellen und beim Erwärmen bei Bedarf etwas Brühe oder Wasser ergänzen.

Aufbewahren

Reste nach dem Abkühlen abgedeckt im Kühlschrank lagern und innerhalb von drei Tagen verbrauchen.

Nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren

Die Kartoffeln können nach dem Auftauen weich und die Sauce wässrig oder körnig werden.

Aufwärmen

  • Topf: Die Portion bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam im Topf erwärmen und vorsichtig umrühren. Bei Bedarf etwas Brühe oder Wasser zugeben.
  • Mikrowelle: Eine Portion abgedeckt in kurzen Intervallen erwärmen und zwischendurch vorsichtig umrühren.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Das verwendete Mehl ist als Weizenmehl modelliert. Bei einer glutenfreien Zubereitung Mehl und Gemüsebrühe prüfen und geeignet ersetzen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Welche Kartoffeln eignen sich für Suer Tüften?

Festkochende Kartoffeln eignen sich am besten, weil sie beim Vorkochen und anschließenden Köcheln ihre Form behalten.

Kann ich Rübensirup ersetzen?

Ja. Brauner Zucker ist eine passende Alternative. Die Sauce wird dadurch süß, aber etwas weniger malzig und herb.

Wozu serviert man Suer Tüften?

Die Kartoffelbeilage passt besonders zu geräuchertem Schinken und auch zu einem einfachen Braten.

Aus unserer Küche

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