Badischer Wildschweinpfeffer mit Backpflaumen und handgeschabten Spätzle

Badischer Wildpfeffer

Kräftiges badisches Wildschmorgericht aus mariniertem Wildschweingulasch mit Speck, Rotwein, Wacholder und Backpflaumen, serviert mit handgeschabten Spätzle.

Zum Rezept
Badischer Wildschweinpfeffer mit Backpflaumen
Vorbereitung 75 Minuten
Kochen / Backen 2 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 3 Stunden
Gesamtzeit ca. 5 Std. 45 Min.
Menge 4 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Eintöpfe und ragoutartige Gerichte
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Kräuter und Gewürze, Obst, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Schmoren
Würzanwendung Marinieren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das portionsweise kräftige Anbraten sorgt für Röstaromen, bevor das Fleisch langsam in Rotwein und Wildfond zart schmort.
  • Wacholder, Gin und Thymian unterstreichen den aromatischen Charakter des Wildschweins.
  • Backpflaumen setzen einen fruchtigen Kontrast zur würzigen Sauce und runden ihre herbe Tiefe ab.
  • Handgeschabte Spätzle nehmen die sämige Sauce besonders gut auf.

Wildschweinpfeffer mit Backpflaumen und handgeschabten Spätzle verbindet würziges Wildschweinfleisch mit einer dunklen, sämigen Rotweinsauce. Speck, Wacholder, Gin und süß-herbe Backpflaumen geben dem Schmorgericht Tiefe und eine charakteristische Wildnote.

Das Fleisch wird zart und saftig, die Sauce dunkel, sämig und würzig. Speck und Wacholder sorgen für herzhafte Tiefe, während die Backpflaumen eine weich-süßliche Fruchtnote und einen milden Kontrast zum kräftigen Wildaroma beitragen.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Wildschweinpfeffer zubereiten

  1. Fleisch marinieren

    Das Wildschweinfleisch mit Salz, schwarzem Pfeffer, Thymian, 2 EL Öl und Gin vermengen. Abgedeckt mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

    3 Stunden
    • Die Marinierzeit gibt den Gewürzen Gelegenheit, in das Fleisch einzuziehen.

    Wichtig: Das Fleisch während der Marinierzeit abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

  2. Speck auslassen

    Das Fleisch etwa 30 Minuten vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Die Speckwürfel in einem schweren Schmortopf langsam auslassen, herausnehmen und beiseitestellen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Speck ist ausgelassen und leicht gebräunt.

    • Das Fleisch portionsweise vorzubereiten verhindert, dass der Topf zu stark abkühlt.
  3. Fleisch anbraten und Sauce ansetzen

    Das Öl zum Speckfett geben. Das Fleisch portionsweise rundherum kräftig anbraten und ebenfalls herausnehmen. Die Zwiebeln im Bratfett glasig dünsten, das Mehl darüberstäuben und unter Rühren goldgelb anschwitzen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundherum gebräunt, die Zwiebeln sind glasig und das Mehl goldgelb angeschwitzt.

    • Das Fleisch nicht zu dicht in den Topf geben, damit es brät statt zu dünsten.
  4. In Rotwein und Fond schmoren

    Das Fleisch zurück in den Topf geben und mit Rotwein, WildfondWildfond ist eine kräftige Grundbrühe aus Wildknochen oder Wildabschnitten, die als Basis für Saucen, Suppen und Schmorgerichte dient. und Rotweinessig ablöschen. Speck, WacholderbeerenAromatische, harzig-würzige Beerenzapfen zum Würzen deftiger Speisen. und Zitronenschale hinzufügen. Alles aufkochen lassen, den Deckel auflegen und bei milder Hitze etwa 60 Minuten schmoren.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce köchelt nur sanft und das Fleisch beginnt deutlich zarter zu werden.

    • Bei milder Hitze schmoren, damit die Sauce nicht zu stark reduziert, bevor das Fleisch zart ist.
  5. Sauce passieren

    Das Fleisch aus der Sauce nehmen. Die Sauce durch ein Sieb in einen zweiten Topf gießen, dabei die Speckwürfel auffangen und wieder in die Sauce geben. Fleisch und Sauce erneut zusammenführen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist von Wacholder und Zitronenschale befreit und bleibt durch den Speck herzhaft.

    • Das Passieren macht die Sauce gleichmäßiger, ohne den Speckgeschmack zu verlieren.
  6. Backpflaumen hinzufügen und vollenden

    Die Backpflaumen hinzufügen und den Wildschweinpfeffer weitere 25 bis 30 Minuten bei milder Hitze schmoren lassen, bis das Fleisch zart und die Sauce sämig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist zart und die Sauce sämig.

    • Die Backpflaumen erst in dieser letzten Schmorphase zugeben, damit sie ihre Form und fruchtige Wirkung behalten.

Spätzle zubereiten und servieren

  1. Spätzleteig schlagen

    Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Eier hinzufügen und mit so viel Wasser verrühren, dass ein zäher, glatter Teig entsteht. Den Teig kräftig schlagen, bis er Blasen wirft.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist zäh, glatt und wirft Blasen.

    • Das Wasser portionsweise zugeben, damit der Teig nicht zu weich wird.
  2. Spätzle schaben und kochen

    Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise vom Brett direkt ins Wasser schaben. Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen, mit einer Schaumkelle herausheben und kurz abtropfen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Spätzle steigen an die Oberfläche und sind gegart.

    • Das Brett leicht anfeuchten, damit der Teig besser ins Wasser gleitet.
  3. In Butter schwenken und anrichten

    Die Butter in einer Pfanne schmelzen und die Spätzle darin kurz schwenken. Den Wildschweinpfeffer mit den handgeschabten Spätzle servieren.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Spätzle sind mit Butter überzogen und heiß.

    • Die Spätzle können während der letzten Schmorphase vorbereitet werden, damit alles gemeinsam heiß auf den Tisch kommt.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Marinierzeit einplanen: Das Wildschweinfleisch muss mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen. Diese Wartezeit ist für die Gesamtplanung entscheidend.
  • Fleisch portionsweise braten: Wird zu viel Fleisch auf einmal in den Topf gegeben, sinkt die Hitze und das Fleisch beginnt eher zu dünsten als zu bräunen.
  • Spätzle zeitlich abstimmen: Die Spätzle lassen sich während der letzten Schmorphase zubereiten, sodass Fleisch, Sauce und Beilage gemeinsam serviert werden können.

Zutatenwissen

Wildschweinfleisch einkaufen

Wildschweingulasch ist besonders zuverlässig bei Wildmetzereien, regionalen Jägerinnen und Jägern oder Anbietern von heimischem Wildbret erhältlich. Rehfleisch ist eine mildere Alternative, verändert aber den Charakter des Gerichts.

Wacholderbeeren finden

Wacholderbeeren stehen meist im Gewürzregal, in gut sortierten Supermärkten oder im Gewürzfachhandel. Leicht angedrückt geben sie der Sauce eine harzig-würzige Wildnote.

Wildfond ersetzen

Wildfond ist in größeren Supermärkten, Feinkostläden und teilweise direkt bei Wildmetzereien erhältlich. Kräftige Rinderbrühe ist möglich, macht die Sauce aber weniger wildtypisch.

Sinnvolle Alternativen

Rehgulasch

Das Gericht wird geschmacklich milder und feiner, bleibt aber eine andere Pfeffer-Variante.

Rehgulasch in gleicher Menge verwenden und die Schmorzeit nach der Zartheit des Fleisches beurteilen.

kräftige Rinderbrühe

Die Sauce bleibt kräftig, schmeckt jedoch weniger wildtypisch.

Die Rinderbrühe in gleicher Menge wie den Wildfond verwenden.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Fleisch wird blass und gibt viel Flüssigkeit ab.

Das Wildschweinfleisch portionsweise in gut erhitztem Fett anbraten.

Das Fleisch herausnehmen, die Flüssigkeit einkochen lassen und die Stücke anschließend portionsweise nachbräunen.

Die Sauce bleibt dünn und haftet nicht an Fleisch und Spätzle.

Das Mehl goldgelb anschwitzen und die Sauce während des Schmorens nur sanft, aber offen genug reduzieren lassen.

Die Sauce nach dem Passieren noch etwas einkochen lassen.

Der Teig lässt sich schlecht vom Brett schaben.

Das Wasser portionsweise einarbeiten und nur so viel verwenden, bis ein zäher, glatter Teig entsteht.

Etwas Mehl unter den Teig schlagen und ihn kurz ruhen lassen.

Varianten

Rehpfeffer mit Backpflaumen

Eine mildere Wildvariante mit Rehgulasch anstelle von Wildschwein.

Variante mit Rinderbrühe

Eine leichter erhältliche Version, wenn kein Wildfond verfügbar ist.

Servieren und kombinieren

  • Mit handgeschabten Spätzle: Die Spätzle in Butter schwenken und die sämige Wildsauce direkt darübergeben oder daneben anrichten.
  • Sauce großzügig anrichten: Das Fleisch mit reichlich passierter Sauce und einigen Backpflaumen servieren, damit die Spätzle die würzige Flüssigkeit aufnehmen können.

Allergene und Nährwerte

  • Gluten (Weizen): enthält · Weizenmehl ist Bestandteil der Sauce und der Spätzle.
  • Eier: enthält · Eier werden für den Spätzleteig verwendet.
  • Milch: enthält · Butter wird zum Schwenken der Spätzle verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie lange muss das Wildschweinfleisch marinieren?

Das Fleisch sollte abgedeckt mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen.

Kann ich Wildfond ersetzen?

Ja. Kräftige Rinderbrühe ist eine mögliche Alternative, macht die Sauce aber etwas weniger wildtypisch.

Kann ich auch Rehfleisch verwenden?

Ja. Rehfleisch ist eine geschmacklich mildere Alternative, daraus entsteht jedoch eine andere Pfeffer-Variante.

Woran erkenne ich den richtigen Spätzleteig?

Der Teig soll zäh und glatt sein und beim kräftigen Schlagen Blasen werfen. Das Wasser deshalb portionsweise zugeben.

Aus unserer Küche

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