Wirsingblätter vorbereiten
Das kurze Blanchieren macht die Blätter biegsam. Die dicken Mittelrippen flach schneiden, damit sich die Blätter gleichmäßig rollen lassen.
Bayerische Wirsingrouladen
Zarte Wirsingblätter werden mit einer würzigen Schweinehackfüllung aus Semmeln, Zwiebel und Kräutern gefüllt, aufgerollt und im Ofen geschmort. Dazu gibt es cremiges Kartoffelpüree und eine Rahmsoße aus dem aromatischen Schmorsud.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Bayerische Wirsingrouladen verbinden zarten Kohl mit einer herzhaften Schweinehackfüllung und einer kräftigen Rahmsoße. Die Rouladen werden nach dem vorsichtigen Anbraten zugedeckt im Ofen geschmort, während Kartoffeln für das Püree garen. So entsteht ein bodenständiges Gericht für vier Personen mit weicher Textur, würziger Füllung und cremigem Abschluss.
Die Wirsingblätter sind weich und zart, die Füllung saftig und würzig mit feinen Majoran- und Zwiebelnoten. Die Rahmsoße ist cremig und aromatisch, während das Kartoffelpüree mild, buttrig und glatt auf dem Teller liegt.
Schritt für Schritt
Vom Wirsing 10 bis 12 große, möglichst unbeschädigte Blätter ablösen. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, die Blätter portionsweise 2 bis 3 Minuten blanchieren und anschließend in kaltem Wasser abschrecken. Abtropfen lassen und die dicken Mittelrippen flach schneiden. Den restlichen Wirsing anderweitig verwenden.
Daran erkennst du es: Die Blätter sind biegsam, aber nicht matschig.
Wichtig: Beim Arbeiten mit kochendem Wasser vorsichtig vorgehen.
Die Semmeln klein würfeln, mit der MilchRegionale Bezeichnung für ein kleines rundes Gebäck, besonders in Bayern und Österreich gebräuchlich. übergießen und etwa 10 Minuten quellen lassen. Eine Zwiebel fein würfeln und in 1 EL Butterschmalz glasig dünsten. Kurz abkühlen lassen.
Daran erkennst du es: Die Semmelwürfel sind weich und vollständig durchfeuchtet; die Zwiebel ist glasig, nicht gebräunt.
Schweinehackfleisch, eingeweichte Semmeln, die gedünstete Zwiebel, Ei, Petersilie, Senf und Majoran in eine Schüssel geben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig würzen und zu einer gleichmäßigen, nicht zu festen Füllung verkneten.
Daran erkennst du es: Die Masse ist gleichmäßig verbunden, bleibt aber locker und weich.
Wichtig: Rohes Hackfleisch nach der Verarbeitung nicht bei Raumtemperatur stehen lassen.
Jeweils 2 bis 3 Wirsingblätter leicht überlappend auf die Arbeitsfläche legen. Ein Achtel der Füllung in die Mitte geben, die Seiten einschlagen und die Blätter zu einer kompakten Roulade aufrollen. Mit der Nahtseite nach unten beiseitelegen.
Daran erkennst du es: Die Rouladen sind geschlossen und halten ihre Form, ohne straff zusammengepresst zu sein.
Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die zweite Zwiebel und die Möhre fein würfeln. Das übrige Butterschmalz in einem schweren Bräter erhitzen und die Wirsingrouladen darin rundherum vorsichtig anbraten. Anschließend herausnehmen.
Daran erkennst du es: Die Rouladen sind außen leicht gebräunt und lassen sich wenden, ohne auseinanderzufallen.
Wichtig: Der Bräter und das Fett werden sehr heiß; beim Herausnehmen der Rouladen vorsichtig arbeiten.
Zwiebel und Möhre im Bräter 3 bis 4 Minuten anschwitzen. Tomatenmark einrühren, kurz mitrösten und das Mehl darüberstäuben. Unter Rühren mit der Fleischbrühe ablöschen. Die Rouladen wieder hineinsetzen, den Bräter abdecken und im Ofen etwa 45 Minuten schmoren lassen.
Daran erkennst du es: Die Wirsingblätter sind weich, die Füllung ist vollständig durchgegart und die Rouladen lassen sich mit einem Löffel leicht einstechen.
Wichtig: Schweinehackfüllung vollständig durchgaren und erst servieren, wenn sie im Inneren nicht mehr roh ist.
Inzwischen die Kartoffeln schälen, vierteln und in Salzwasser etwa 20 Minuten weich kochen. Abgießen und kurz ausdampfen lassen. Milch und Butter erwärmen, zu den Kartoffeln geben und alles mit dem Kartoffelstampfer zu einem cremigen Püree verarbeiten. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken.
Daran erkennst du es: Ein Messer gleitet ohne Widerstand durch die Kartoffelstücke.
Die fertigen Rouladen aus dem Bräter nehmen und zugedeckt warm halten. Die Soße durch ein Sieb in einen Topf gießen oder für eine rustikale Variante mit dem Gemüse belassen. Sahne einrühren, die Soße 3 bis 5 Minuten leicht einkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Soße ist leicht cremig und haftet dünn am Löffel.
Wichtig: Die heiße Soße vorsichtig durch das Sieb gießen.
Je zwei Wirsingrouladen mit Kartoffelpüree anrichten und mit der Rahmsoße servieren.
Daran erkennst du es: Rouladen, Püree und Soße werden heiß und unmittelbar nach der Fertigstellung serviert.
Gut zu wissen
Das kurze Blanchieren macht die Blätter biegsam. Die dicken Mittelrippen flach schneiden, damit sich die Blätter gleichmäßig rollen lassen.
Altbackene Semmeln nehmen die Milch gut auf und lockern die Hackfüllung. Frische Brötchen können verwendet werden, ergeben aber eine weichere und weniger strukturierte Masse.
Mehligkochende Kartoffeln zerfallen beim Kochen leichter und ergeben mit warmer Milch und Butter ein cremiges Püree.
Die Blätter sind etwas fester und können eine längere Blanchierzeit benötigen.
Große Weißkohlblätter portionsweise blanchieren, bis sie biegsam sind, anschließend wie Wirsingblätter füllen und wickeln.
Mit Brühe wird die Füllung herzhafter; ein neutraler Pflanzendrink erhält die lockere Konsistenz ohne Milchprodukte.
Die gleiche Menge verwenden und die Würzung vor dem Formen prüfen.
Das Aroma wird etwas neutraler, die Rouladen lassen sich aber ebenso anbraten.
Ein hitzestabiles Pflanzenöl zum Dünsten und Anbraten verwenden.
Die Füllung erhält ein etwas kräftigeres Aroma und kann durch Rindfleisch geringfügig fester werden.
Im gleichen Mengenverhältnis verwenden und die Rouladen vollständig durchgaren.
Blätter weich, aber nicht matschig blanchieren und die Mittelrippen mit einem Messer vorsichtig abflachen.
Eingerissene Stellen mit einem kleineren Blattstück überlegen und die Roulade mit der Nahtseite nach unten anbraten.
Nur bis zur gleichmäßigen Verbindung mischen und die Semmeln ausreichend quellen lassen.
Bei noch nicht gewickelter Masse vorsichtig etwas zusätzliche Milch einarbeiten.
Die Seiten einschlagen, kompakt rollen und mit der Nahtseite nach unten anbraten.
Die Rouladen vorsichtig zurückdrehen und während des Schmorens eng aneinanderlegen.
Die Soße 3 bis 5 Minuten leicht einkochen lassen und erst danach abschmecken.
Die Soße etwas länger offen einkochen lassen; bei Bedarf eine kleine Menge Mehlbutter einarbeiten.
Die Soße wird nicht durchpassiert, sondern mit dem angeschwitzten Zwiebel-Möhren-Gemüse serviert.
Die Hackfüllung erhält zusätzlich fein gewürfelten Speck für ein kräftigeres Aroma.
Milch, Butter, Sahne und Butterschmalz werden durch geeignete pflanzliche Alternativen ersetzt.
Die Rouladen können bis zu 12 Stunden vorher vorbereitet, ungegart abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt und anschließend wie beschrieben angebraten und geschmort werden.
Rouladen, Soße und Püree nach dem Abkühlen getrennt oder gemeinsam in dicht verschlossenen Behältern im Kühlschrank aufbewahren.
Gekochte Reste nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen und vor dem Servieren vollständig durcherhitzen.
Rouladen und Soße vollständig abkühlen lassen, portionsweise luftdicht verpacken und einfrieren. Das Kartoffelpüree möglichst frisch zubereiten, da es nach dem Einfrieren an Cremigkeit verlieren kann.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend langsam in einem Topf oder zugedeckt im Ofen erwärmen.
Wirsing und Soße lassen sich gut einfrieren; das Püree kann nach dem Auftauen etwas körniger werden.
Häufig gefragt
Für vier Personen werden etwa 10 bis 12 große, möglichst unbeschädigte Blätter benötigt. Pro Roulade werden je nach Blattgröße zwei bis drei Blätter leicht überlappend verwendet.
Die Seiten der Blätter einschlagen, die Füllung kompakt aufrollen und die Rouladen mit der Nahtseite nach unten in den Bräter setzen. Das vorsichtige Anbraten stabilisiert zusätzlich die Naht.
Die übrigen Blätter und inneren Wirsingstücke können fein geschnitten als Gemüsebeilage, in einer Suppe oder in einer Pfannenzubereitung verwendet werden.
Nein. Durchpassieren ergibt eine glatte Rahmsoße. Für eine rustikale Variante kann das angeschwitzte Zwiebel-Möhren-Gemüse in der Soße bleiben.
Kartoffelpüree passt besonders gut, weil es die kräftige Rahmsoße aufnimmt. Alternativ eignen sich Salzkartoffeln oder kräftiges Bauernbrot.
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