Kartoffelbrot mit Roggensauerteig

Kartoffel-Mischbrot aus Württemberg

Rustikales Kartoffelbrot mit Roggensauerteig, Weizenmehl und Roggenmehl. Der rund gewirkte Laib erhält eine kräftig gebräunte Kruste und eine saftige, feinporige Krume.

Zum Rezept
Rustikaler Kartoffellaib mit feiner Säure
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 55 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 12 Stunden
Gesamtzeit ca. 14 Stunden
Menge 1 Laib
Gerichtsform und Gerichtsart Brote
Prägende Zutatenfamilie Weizen, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Fermentieren, Kochen in Flüssigkeit
Geprüfte Rezept-Eignung Vegetarisch (Ei und Milch möglich), Vegetarisch ohne Ei (Milch möglich)
Verzehrkontext Zwischenmahlzeit

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kartoffeln geben dem Teig Feuchtigkeit und sorgen für eine saftige, feinporige Krume.
  • Roggensauerteig bringt eine feine Säure und mehr aromatische Tiefe in die Weizen-Roggen-Mischung.
  • Der heiße Backbeginn mit Dampf unterstützt eine kräftige Kruste und guten Ofentrieb.
  • Das Dehnen und Falten stärkt den weichen Teig, ohne ihn unnötig fest zu machen.

Dieses württembergisch inspirierte Kartoffelbrot verbindet gekochte mehligkochende Kartoffeln mit Weizen- und Roggenmehl sowie einem kräftigen Roggensauerteig. Nach langer Sauerteigführung, kurzem Falten und einer zweiten Ruhephase wird der Laib heiß angebacken und anschließend kräftig ausgebacken. So entsteht ein aromatisches Brot für herzhafte Aufstriche und eine einfache Vesper.

Außen kräftig gebräunt und rustikal knusprig, innen saftig und feinporig mit zarter Kartoffelnote und angenehm milder bis markanter Roggensäure.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Sauerteig und Hauptteig

  1. Sauerteig ansetzen

    Roggenmehl, Wasser und aktives Roggen-Anstellgut in der Rührschüssel verrühren. Die Schüssel abdecken und den Ansatz 8 bis 12 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

    Daran erkennst du es: Der Sauerteig ist sichtbar belebt und aromatisch säuerlich.

    • Bei kühler Raumtemperatur kann die Reife länger dauern.
  2. Kartoffeln vorbereiten

    Die Kartoffeln weich kochen, ausdampfen lassen, pellen und vollständig abkühlen lassen. Anschließend mit einer Gabel fein zerdrücken. Wenn bereits gekochte Kartoffeln verwendet werden, direkt abkühlen lassen und zerdrücken.

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich ohne Widerstand zerdrücken.

    • Die Kartoffeln sollten vor dem Vermengen nicht mehr warm sein, damit der Teig nicht unnötig erwärmt wird.
  3. Hauptteig kneten

    Sauerteig, Kartoffeln, Weizenmehl, Roggenmehl, Wasser, Salz und Hefe in die Rührschüssel geben. Alles 8 bis 10 Minuten zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verkneten.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist weich, zusammenhängend und leicht klebrig.

    • Nicht zusätzlich viel Mehl einarbeiten; die leichte Klebrigkeit gehört zu diesem Teig.
  4. Teigruhe mit Falten

    Den Teig abgedeckt 60 bis 90 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Nach etwa 30 Minuten den Teig einmal von außen zur Mitte dehnen und falten. Die Schüssel während der Ruhezeit abgedeckt lassen.

    90 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig wirkt gelockert und leicht aufgegangen.

    • Das Falten stärkt den weichen Teig und unterstützt seine Formstabilität.

Wirken, Backen und Auskühlen

  1. Laib formen

    Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und rund wirken. Den Teigling mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen legen und abgedeckt weitere 45 bis 60 Minuten ruhen lassen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teigling ist sichtbar entspannt und leicht aufgegangen.

    • Das Gärkörbchen ausreichend bemehlen, damit sich der Teigling später gut stürzen lässt.
  2. Backofen vorheizen

    Den Backofen mit Backstein oder Backblech auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine ofenfeste Schale für den späteren Dampf mit aufheizen.

    250 °C

    Daran erkennst du es: Backstein oder Backblech ist vollständig aufgeheizt.

    • Das Vorheizen kann während der zweiten Teigruhe erfolgen.

    Wichtig: Nur hitzebeständiges Kochgeschirr verwenden.

  3. Teigling stürzen und einschneiden

    Den Teigling auf Backpapier stürzen und kreuzweise einschneiden.

    Daran erkennst du es: Der Teigling liegt mit der glatten Seite oben auf dem Backpapier und hat einen klaren Kreuzschnitt.

    • Zügig arbeiten, damit der Teigling seine Spannung behält.
  4. Mit Dampf anbacken

    Das Brot einschieben und für kräftigen Dampf etwa 100 ml heißes Wasser in die aufgeheizte, ofenfeste Schale am Boden des Ofens geben. 15 Minuten bei 250 °C backen.

    15 Minuten 250 °C

    Daran erkennst du es: Das Brot hat sichtbar Ofentrieb entwickelt und die Oberfläche beginnt fest zu werden.

    • Das Wasser vorsichtig und mit Abstand zur Schale eingießen.

    Wichtig: Beim Einfüllen des heißen Wassers entstehen schlagartig sehr heißer Dampf und Spritzer. Hände und Gesicht vom Ofeninneren fernhalten.

  5. Kräftig ausbacken

    Die Ofentür kurz öffnen, den Dampf ablassen und die Temperatur auf 210 °C reduzieren. Das Brot weitere 35 bis 40 Minuten backen, bis die Kruste kräftig gebräunt ist und der Laib beim Klopfen hohl klingt.

    40 Minuten 210 °C

    Daran erkennst du es: Die Kruste ist kräftig gebräunt und der Laib klingt beim Klopfen hohl.

    • Bei sehr starker Bräunung das Brot gegen Ende locker abdecken.
  6. Vollständig auskühlen lassen

    Das Kartoffelbrot auf einem Kühlgitter vollständig auskühlen lassen, bevor du es anschneidest.

    Daran erkennst du es: Das Brot ist vollständig abgekühlt und die Krume lässt sich sauber schneiden.

    • Das Anschneiden im warmen Zustand kann die saftige Krume zusammendrücken.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Reifezeit beobachten: Die angegebene Reifezeit von 8 bis 12 Stunden ist ein Zeitfenster. Maßgeblich sind Aktivität des Anstellguts, Raumtemperatur und sichtbare Belebung des Sauerteigs.
  • Teigkonsistenz: Der Hauptteig bleibt weich und leicht klebrig. Nicht unnötig zusätzliches Mehl einarbeiten, damit die Krume saftig bleibt.
  • Vorsicht beim Schwaden: Das heiße Wasser für den Dampf vorsichtig in die aufgeheizte Schale geben, da sofort sehr heißer Dampf entsteht.
  • Vor dem Anschneiden auskühlen: Das Brot erst vollständig auskühlen lassen. So kann sich die Krume setzen und bleibt beim Schneiden stabil.

Zutatenwissen

Aktives Anstellgut verwenden

Das Roggen-Anstellgut sollte aktiv sein, damit der Sauerteig innerhalb des angegebenen Zeitfensters sichtbar reift. Als ausdrücklich genannte Alternative funktioniert aktives Weizen-Anstellgut; der Geschmack wird dann etwas milder.

Mehligkochende Kartoffeln

Mehligkochende Kartoffeln zerfallen leicht und lassen sich fein zerdrücken. Sie unterstützen die saftige Krume des Brotes.

Weizen-Roggen-Mischung

Weizenmehl trägt zur Teigstruktur bei, während Roggenmehl und Roggensauerteig für kräftigeres Aroma und feine Säure sorgen.

Sinnvolle Alternativen

Aktives Weizen-Anstellgut

Der Geschmack wird etwas milder als mit Roggen-Anstellgut.

Das aktive Weizen-Anstellgut in gleicher Menge verwenden und den Sauerteig wie beschrieben ansetzen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird fest und das Brot trocken.

Die leichte Klebrigkeit des Hauptteigs akzeptieren und nur die Arbeitsfläche sowie das Gärkörbchen sparsam bemehlen.

Den Teig vorsichtig weiter dehnen und falten, statt weiteres Mehl einzukneten.

Das Brot bleibt kompakt und entwickelt wenig Aroma.

Den Ansatz bis zur sichtbaren Belebung und zum säuerlichen Aroma reifen lassen.

Bei noch ungebackenem Teig die erste und zweite Gehzeit nicht unnötig verkürzen.

Die Krume wirkt klebrig oder wird beim Schneiden zusammengedrückt.

Das Brot auf dem Kühlgitter vollständig auskühlen lassen.

Das restliche Brot weiter auskühlen lassen und erst danach mit einem scharfen Messer schneiden.

Es besteht Verbrennungsgefahr durch heißen Dampf oder Spritzer.

Das Wasser vorsichtig und mit Abstand zur heißen Schale eingießen.

Servieren und kombinieren

  • Herzhafte Vesper: Das Brot in Scheiben schneiden und zu herzhaften Aufstrichen oder als Bestandteil einer einfachen Vesper servieren.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Den Sauerteig bis zu 12 Stunden vor der Weiterverarbeitung ansetzen und abgedeckt bei Raumtemperatur reifen lassen. Das fertig gebackene Brot erst nach vollständigem Auskühlen verpacken.

Aufbewahren

Das vollständig ausgekühlte Brot bei Raumtemperatur trocken und vor direkter Sonne geschützt lagern. Für längere Aufbewahrung portionsweise einfrieren statt im Kühlschrank zu lagern, da die Krume dort schneller an Qualität verliert.

Vor dem Verpacken vollständig auskühlen lassen, damit sich möglichst kein Kondenswasser bildet.

Einfrieren

Das vollständig ausgekühlte Brot in Scheiben oder Stücke portionieren, luftdicht verpacken und einfrieren.

Bei Raumtemperatur im geschlossenen Beutel auftauen lassen. Einzelne Scheiben können direkt getoastet werden.

Die Kruste ist nach dem Auftauen meist etwas weniger knusprig als frisch gebacken.

Aufwärmen

  • Backofen: Aufgetaute oder frische Brotscheiben kurz im vorgeheizten Backofen erwärmen.
  • Toaster: Einzelne Brotscheiben direkt aus dem Auftauen oder bei Raumtemperatur toasten.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Das Rezept enthält Weizen- und Roggenmehl sowie Roggen-Anstellgut.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich das Kartoffelbrot auch in einer Kastenform backen?

Die vorliegende Anleitung beschreibt einen rund gewirkten freien Laib im Gärkörbchen. Eine Kastenform ist hier nicht ausgearbeitet; für ein anderes Backgefäß müssten Form und Backverhalten angepasst werden.

Kann ich Roggen-Anstellgut ersetzen?

Ja. Im Rezept ist aktives Weizen-Anstellgut als Alternative genannt. Es wird in gleicher Menge verwendet und ergibt einen etwas milderen Geschmack.

Wann darf ich das Brot anschneiden?

Erst wenn das Brot auf dem Kühlgitter vollständig ausgekühlt ist. Dadurch setzt sich die Krume und lässt sich sauber schneiden.

Aus unserer Küche

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