Mecklenburger Rippenbraten mit Apfel-Backpflaumen-Füllung vom Grill

Gefüllter Schweinebauch vom Grill

Saftiger Schweinebauch mit säuerlichen Äpfeln und Backpflaumen, indirekt gegrillt, anschließend direkt knusprig gebräunt und mit Rotkohl, Salzkartoffeln und kräftiger Sauce serviert.

Zum Rezept
Mecklenburger Rippenbraten vom Grill
Vorbereitung 30 Minuten
Kochen / Backen 2 Std. 30 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 15 Minuten
Gesamtzeit ca. 3 Std. 5 Min.
Menge 4–6 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Obst
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen
Grill-Hitzeanordnung Direkte Grillzone, Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus säuerlichen Äpfeln, süßen Backpflaumen und Schweinefleisch schafft einen ausgewogenen fruchtig-herzhaften Geschmack.
  • Das langsame indirekte Garen hält den gefüllten Schweinebauch saftig, während die direkte Hitze am Ende für eine knusprige Schwarte sorgt.
  • Rotkohl, Salzkartoffeln und die kräftige Sauce ergänzen den Braten mit Säure, Süße, Stärke und Röstaromen.

Der Mecklenburger Rippenbraten verbindet zarten Schweinebauch mit einer fruchtig-würzigen Füllung aus Äpfeln und Backpflaumen. In dieser Grillvariante gart das gefüllte Rippenstück langsam über indirekter Hitze, bevor die Schwarte über direkter Hitze knusprig gebräunt wird. Rotkohl, Salzkartoffeln und die aus Bratensaft und Gemüse gekochte Sauce machen daraus einen vollständigen Teller.

Das Fleisch ist saftig und zart, die Füllung weich und fruchtig mit warmem Zimtaroma. Die Schwarte wird knusprig und herzhaft geröstet. Dazu kommen der süß-säuerliche Rotkohl, mehlige Salzkartoffeln und eine kräftige, leicht gebundene Sauce.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Braten vorbereiten

  1. Grill vorbereiten

    Den Grill für indirekte Hitze auf 160 °C vorheizen. Eine hitzefeste Auffangschale unter dem Rost platzieren, damit Bratensaft und Gemüse aufgefangen werden.

    160 °C
    • Die Auffangschale so platzieren, dass das Fleisch später darüberliegt, aber nicht direkt in der Flüssigkeit liegt.

    Wichtig: Nur grillgeeignete und hitzefeste Gefäße verwenden.

  2. Füllung mischen

    Äpfel schälen, entkernen und klein würfeln. Backpflaumen grob hacken. Apfelstücke, Backpflaumen, kleine Zwiebelwürfel, Semmelbrösel, Zitronensaft, Zimt, Majoran, 0,5 TL des abgewogenen Salzes und 0,5 TL des abgewogenen Pfeffers vermengen.

    Daran erkennst du es: Die Füllung ist gleichmäßig vermischt und nicht flüssig.

    • Die Backpflaumen nicht zu fein hacken, damit die Füllung eine erkennbare Struktur behält.
  3. Braten füllen und würzen

    Das Fleisch trocken tupfen. Auf der Fleischseite eine Tasche einschneiden, ohne das Stück durchzuschneiden. Die Schwarte rautenförmig einritzen. Die Füllung hineingeben und die Öffnung mit Küchengarn verschließen. Das Fleisch mit Rapsöl einreiben und mit dem restlichen abgewogenen Salz und Pfeffer würzen.

    Daran erkennst du es: Die Füllung sitzt in der Tasche und die Öffnung ist sicher verschlossen.

    • Die Tasche nicht bis zur Schwarte durchschneiden.
    • Das Küchengarn vor dem Servieren vollständig entfernen.

    Wichtig: Rohes Schweinefleisch getrennt von verzehrfertigen Zutaten bearbeiten und Arbeitsflächen danach gründlich reinigen.

Grillen und Beilagen

  1. Braten indirekt grillen

    Zwiebeln, Möhren und Sellerie grob schneiden und in die Auffangschale geben. Apfelsaft und Gemüsebrühe angießen. Das Fleisch mit der Schwarte nach oben über der Schale auf den Grill legen und bei geschlossenem Deckel etwa 2 bis 2,5 Stunden indirekt garen. Die Schale soll ungefähr ein Drittel der Fleischhöhe mit Flüssigkeit umgeben; bei Bedarf etwas Wasser nachgießen.

    2 Std. 30 Min. 160 °C

    Daran erkennst du es: Der Braten erreicht im späteren Prüfschritt die erforderliche Kerntemperatur.

    • Den Rotkohl während dieser Grillphase zubereiten, um die Gesamtzeit zu verkürzen.
    • Die Flüssigkeit in der Auffangschale regelmäßig kontrollieren.

    Wichtig: Den Deckel möglichst geschlossen halten und beim Nachgießen vorsichtig mit heißem Dampf und heißer Flüssigkeit umgehen.

  2. Rotkohl schmoren

    Während der Braten gart, Rotkohl putzen und fein schneiden. Apfel und kleine Zwiebel würfeln. Butter in einem Topf erhitzen, die Zwiebel darin glasig dünsten und den Zucker kurz schmelzen lassen. Rotkohl, Apfel, Apfelessig, Apfelsaft, Wasser, Lorbeerblatt, Gewürznelken, Piment und Salz hinzufügen. Alles zugedeckt bei milder Hitze 45 bis 60 Minuten schmoren lassen. Vor dem Servieren die Gewürze entfernen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht vollständig zerfallen.

    • Den Rotkohl gelegentlich umrühren und bei Bedarf einen kleinen Schluck Wasser ergänzen.
    • Lorbeerblatt, Nelken und Piment vor dem Servieren vollständig entfernen.
  3. Kartoffeln kochen

    Kartoffeln schälen, halbieren und in reichlich Wasser mit dem Salz etwa 18 bis 20 Minuten gar kochen. Abgießen, kurz ausdämpfen lassen und mit der Petersilie vermengen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich mit einem Messer leicht einstechen.

    • Die Kartoffeln erst abgießen, wenn sie gerade weich sind, damit sie nicht zerfallen.

    Wichtig: Beim Abgießen vorsichtig mit heißem Kochwasser und Dampf umgehen.

Fertigstellen und Servieren

  1. Kerntemperatur prüfen und Schwarte bräunen

    Die Kerntemperatur des Bratens prüfen. Bei 72 bis 75 °C ist das Fleisch gar. Den Braten anschließend vorsichtig in die direkte Hitze geben und 5 bis 10 Minuten bräunen, bis die Schwarte knusprig ist. Dabei aufmerksam beobachten.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kerntemperatur liegt bei 72 bis 75 °C und die Schwarte ist knusprig gebräunt.

    • Die Schwarte kann bei direkter Hitze schnell dunkel werden; den Braten deshalb nicht unbeaufsichtigt lassen.
    • Das Thermometer in den dicksten Teil des Fleisches einstechen, ohne die Füllung zu berühren.

    Wichtig: Das Fleisch erst anschneiden, wenn die Kerntemperatur geprüft und der Braten vollständig durchgegart ist.

  2. Braten ruhen lassen

    Den Braten vom Grill nehmen und 15 Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft verteilt.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Braten lässt sich nach der Ruhezeit sauber in Scheiben schneiden.

    • Den Braten locker abdecken, damit die Schwarte möglichst knusprig bleibt.
  3. Sauce fertigstellen

    Den Inhalt der Auffangschale durch ein Sieb in einen Topf gießen und das Gemüse leicht ausdrücken. Die Flüssigkeit kurz einkochen lassen. Speisestärke mit kaltem Wasser verrühren, in die köchelnde Sauce geben und einmal aufkochen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist glatt gebunden und haftet leicht am Löffel.

    • Die Speisestärke vollständig im kalten Wasser auflösen, bevor sie in die heiße Sauce kommt.
    • Die Sauce nur so weit einkochen, dass sie kräftig schmeckt, aber noch gut über den Braten gegeben werden kann.

    Wichtig: Beim Eingießen und Aufkochen der heißen Flüssigkeit vorsichtig arbeiten.

  4. Aufschneiden und servieren

    Das Küchengarn entfernen, das Fleisch in Scheiben schneiden und mit Rotkohl, Salzkartoffeln und Sauce servieren.

    Daran erkennst du es: Die Scheiben halten zusammen und zeigen eine saftige, vollständig gegarte Struktur.

    • Die Scheiben quer zur Faser schneiden.
    • Die Sauce erst beim Servieren über den Teller geben, damit die Schwarte knusprig bleibt.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Beilagen parallel zubereiten: Rotkohl und Kartoffeln können während der langen indirekten Grillphase vorbereitet werden. So wird die Gesamtzeit verkürzt, ohne den Braten aus der Ruhe zu bringen.
  • Schwarte aufmerksam beobachten: Die direkte Hitze dient nur dem abschließenden Bräunen. Die Schwarte kann dabei schnell dunkel werden.
  • Gewürze aus dem Rotkohl entfernen: Lorbeerblatt, Gewürznelken und Pimentkörner vor dem Servieren herausnehmen.

Zutatenwissen

Säuerliche Äpfel

Säuerliche Äpfel halten die fruchtige Füllung und den Rotkohl geschmacklich ausgewogen und bringen einen klaren Kontrast zur Süße der Backpflaumen und des Zuckers.

Backpflaumen in der Füllung

Die Backpflaumen grob hacken, damit sie beim Garen weich werden, aber noch als fruchtige Stücke erkennbar bleiben.

Knollensellerie für die Sauce

Der Knollensellerie wird nicht als Beilage serviert, sondern gibt der aufgefangenen Bratflüssigkeit Würze und Körper.

Getrennte Salzgaben

Die Salzmenge für Füllung und Braten, Rotkohl und Kartoffelwasser bleibt jeweils als eigene Zutat ausgewiesen.

Sinnvolle Alternativen

glutenfreie Semmelbrösel

Die Füllung bleibt ähnlich gebunden, kann aber etwas feiner oder trockener wirken.

Die glutenfreien Semmelbrösel im gleichen Gewicht verwenden und die Füllung wie beschrieben mischen.

Rapsöl

Der Rotkohl schmeckt etwas weniger buttrig, bleibt aber gut anschmorbar.

Das Rapsöl anstelle der Butter zum Dünsten der Zwiebel verwenden.

zusätzliche Möhre

Die Sauce wird etwas milder und weniger erdig.

Den Knollensellerie durch grob geschnittene Möhre ersetzen und mit dem übrigen Saucengemüse in die Auffangschale geben.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Braten wird trocken.

Die Grilltemperatur bei etwa 160 °C halten und die Flüssigkeit in der Auffangschale kontrollieren.

Den Braten in Scheiben schneiden und mit zusätzlicher Sauce servieren.

Die Schwarte verbrennt statt knusprig zu werden.

Die direkte Bräunungsphase aufmerksam beobachten und den Braten bei ausreichender Knusprigkeit sofort umsetzen.

Sehr dunkle Stellen vorsichtig entfernen und den Braten mit Sauce servieren.

Die Sauce bleibt dünn und wenig aromatisch.

Die Flüssigkeit kurz einkochen und die Speisestärke zuerst mit kaltem Wasser glatt verrühren.

Etwas zusätzliche angerührte Speisestärke portionsweise in die köchelnde Sauce geben.

Die Kartoffeln zerfallen.

Die Kartoffeln ab 18 Minuten prüfen und abgießen, sobald sie gerade weich sind.

Die zerfallenen Kartoffeln als rustikale Stampfkartoffeln mit Petersilie servieren.

Varianten

Extra fruchtige Füllung

Die fruchtige Note der Füllung wird stärker betont.

Mehr Röstaromen

Der Braten erhält am Ende eine ausgeprägtere Röstnote.

Gemüsereichere Sauce

Die Sauce wird durch mehr aufgefangenes Gemüse kräftiger und körperreicher.

Servieren und kombinieren

  • Klassischer Teller: Den Braten in Scheiben mit Rotkohl, Salzkartoffeln und der kräftigen Sauce anrichten. Die Sauce möglichst neben oder unter dem Fleisch servieren, damit die Schwarte knusprig bleibt.
  • Sauce separat reichen: Die Sauce in einer kleinen Kanne oder Sauciere reichen. So kann jeder die Menge selbst bestimmen und die Schwarte bleibt länger knusprig.
  • Reste als kalte Scheiben: Übrig gebliebene Scheiben können am nächsten Tag kalt oder vorsichtig erwärmt mit etwas Sauce serviert werden.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Rotkohl und Sauce können am Vortag zubereitet und gekühlt aufbewahrt werden. Den gefüllten rohen Braten erst kurz vor dem Grillen vorbereiten und bis dahin durchgehend gekühlt halten.

Aufbewahren

Braten, Beilagen und Sauce getrennt voneinander abkühlen lassen und anschließend abgedeckt im Kühlschrank lagern. Die Schwarte verliert beim Lagern an Knusprigkeit.

Reste nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren

Das Einfrieren ist für die Kombination aus knuspriger Schwarte, Rotkohl und Kartoffeln qualitativ nicht empfohlen.

Aufwärmen

  • Backofen: Bratenscheiben mit etwas Sauce in eine abgedeckte Form geben und vorsichtig erwärmen. Die Schwarte anschließend kurz offen nachbräunen.
  • Topf: Sauce und Bratenscheiben bei niedriger Hitze gemeinsam erwärmen, dabei gelegentlich wenden und ein Austrocknen vermeiden.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Semmelbrösel werden üblicherweise aus Weizenbrot hergestellt; die konkrete Produktkennzeichnung ist zu prüfen.
  • Milch: enthält · Butter ist als Milchprodukt enthalten.
  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist als Zutat enthalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Bei welcher Grilltemperatur wird der Rippenbraten gegart?

Der Braten gart bei etwa 160 °C indirekter Hitze. Zum Schluss wird die Schwarte kurz über direkter Hitze gebräunt.

Woran erkenne ich, dass der Braten gar ist?

Die Kerntemperatur im dicksten Teil des Bratens prüfen. Bei 72 bis 75 °C ist das Fleisch laut Rezept gar.

Wie verhindere ich, dass die Füllung herausfällt?

Die Tasche nicht vollständig durchschneiden, die Füllung nicht zu fest hineindrücken und die Öffnung sorgfältig mit Küchengarn verschließen.

Wie wird die Schwarte besonders knusprig?

Die Schwarte rautenförmig einschneiden und den Braten nach dem indirekten Garen kurz über direkter Hitze bräunen. Dabei aufmerksam beobachten.

Kann ich Rotkohl und Kartoffeln gleichzeitig mit dem Braten zubereiten?

Ja. Der Rotkohl kann während der langen Grillphase schmoren. Die Kartoffeln werden am besten gegen Ende gekocht, damit sie frisch und formstabil bleiben.

Aus unserer Küche

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