Dunkel glänzender, sirupartiger Aufstrich aus gekochten Zuckerrüben. Der ausgepresste Saft wird langsam eingedickt, bis er streichfähig ist und kräftig süß-malzig schmeckt.
Von Deutschland auf dem TellerVeröffentlicht am 21. September 2026
Prägende ZubereitungsverfahrenKochen in Flüssigkeit
Geprüfte Rezept-EignungVegan, Vegetarisch ohne Ei (Milch möglich)
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Was dieses Rezept zuverlässig macht
Das Kochen macht die Zuckerrüben weich und ermöglicht, ihren süßen Saft gründlich auszupressen.
Durch das langsame Einkochen konzentrieren sich Geschmack, Farbe und natürliche Süße.
Ein breiter Topf unterstützt die Verdunstung und hilft dabei, eine dicke, streichfähige Konsistenz zu erreichen.
Im Rheinland steht „Kraut“ bei dieser Spezialität nicht für Kohl, sondern für einen dunkel glänzenden, sirupartigen Brotaufstrich aus Zuckerrüben. Der Saft wird nach dem Kochen ausgepresst und langsam eingedickt, bis eine streichfähige Konsistenz und die typische süß-malzige Note entstehen. Auf kräftigem Schwarzbrot schmeckt er ebenso gut wie zu Reibekuchen.
Dunkelbraun bis fast schwarz, glänzend und dickflüssig bis streichfähig. Das Zuckerrübenkraut schmeckt intensiv süß, malzig und konzentriert; beim Abkühlen wird es noch etwas fester.
Schritt für Schritt
Zubereitung
Zubereitung
1
Zuckerrüben vorbereiten
Die Zuckerrüben gründlich abbürsten, Blattansätze und beschädigte Stellen entfernen. Die Rüben vierteln und anschließend in etwa 1 bis 2 cm große Stücke schneiden.
Die Stücke möglichst gleichmäßig schneiden, damit sie ungefähr gleichzeitig weich werden.
Wichtig: Beim Schneiden der harten Rüben das Messer sicher führen und das Schneidebrett rutschfest aufstellen.
2
Rüben weich garen
Die Rübenstücke mit dem Wasser in den großen schweren Topf geben. Aufkochen und zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 90 bis 120 Minuten garen. Die Stücke müssen am Ende sehr weich sein.
105 Minuten
Daran erkennst du es: Die Rübenstücke sind sehr weich und lassen sich leicht zerdrücken.
Bei Bedarf die Hitze so regulieren, dass der Topfinhalt gleichmäßig gart und nicht stark überkocht.
Wichtig: Beim Öffnen des Deckels vorsichtig vor aufsteigendem Dampf sein.
3
Saft auspressen
Ein großes Sieb mit dem sauberen Passiertuch auslegen und über den zweiten Topf hängen. Die weichen Rüben portionsweise hineingeben und den Saft gründlich ausdrücken. Für eine besonders klare Flüssigkeit den gewonnenen Saft anschließend noch einmal durch das Tuch laufen lassen.
Daran erkennst du es: Die Rübenmasse ist deutlich trockener und möglichst viel Saft wurde aufgefangen.
Portionsweise arbeiten, damit das Tuch nicht überfüllt wird und sich der Saft besser ausdrücken lässt.
Wichtig: Die Rübenmasse ist heiß; beim Auspressen hitzebeständige Handschuhe oder geeignete Küchenutensilien verwenden.
4
Saft langsam einkochen
Den Saft in den breiten Topf geben und ohne Deckel bei mittlerer bis niedriger Hitze langsam einkochen. Das dauert je nach Topfbreite etwa 2 bis 3 Stunden. Zwischendurch umrühren und den aufsteigenden Schaum abnehmen.
2 Std. 30 Min.
Daran erkennst du es: Der Saft ist deutlich reduziert, dunkler geworden und beginnt, einen Löffel zu überziehen.
Ein breiter Topf beschleunigt die Verdunstung. Den Topf nicht unbeaufsichtigt lassen und bei Bedarf die Hitze anpassen.
Wichtig: Die konzentrierte Flüssigkeit ist sehr heiß und kann beim Umrühren spritzen.
5
Konsistenz prüfen
Das Zuckerrübenkraut ist fertig, wenn es dunkel glänzt, einen Löffel dick überzieht und auf einem kalten Teller nur noch langsam auseinanderläuft. Es darf beim Abkühlen noch etwas nachdicken.
Daran erkennst du es: Ein Tropfen oder Klecks läuft auf einem kalten Teller nur noch langsam auseinander.
Nicht ausschließlich nach der heißen Konsistenz entscheiden, da das Kraut beim Abkühlen noch fester wird.
6
Heiß abfüllen und abkühlen
Das heiße Kraut in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen und sofort verschließen. Vollständig abkühlen lassen. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und stets mit sauberem Besteck entnehmen.
Daran erkennst du es: Die Gläser sind verschlossen und das Kraut ist vollständig abgekühlt.
Die Gläser nicht bis zum Rand überfüllen und beim Abkühlen auf eine stabile, hitzefeste Unterlage stellen.
Wichtig: Beim Abfüllen und Verschließen besteht Verbrennungsgefahr durch das heiße Kraut und die Gläser.
Gut zu wissen
Hinweise zum Rezept
Die Topfbreite beeinflusst die Einkochzeit: Je breiter der Topf, desto größer die Verdunstungsfläche. Deshalb kann das Einkochen je nach Topfbreite deutlich schneller oder langsamer gehen.
Konsistenztest auf dem kalten Teller: Der Teller-Test hilft, die spätere Streichfähigkeit einzuschätzen. Das Kraut muss auf dem Teller nur langsam auseinanderlaufen, darf aber noch nicht hart wirken.
Beim Abkühlen dickt das Kraut nach: Das Zuckerrübenkraut wird nach dem Abkühlen etwas fester. Es sollte deshalb nicht so lange eingekocht werden, bis es im heißen Zustand bereits vollständig fest wirkt.
Zutatenwissen
Zuckerrüben finden
Frische Zuckerrüben sind während der Erntezeit am ehesten in Hofläden, bei Direktvermarktern und auf gut sortierten Wochenmärkten in Nordrhein-Westfalen erhältlich. Frage ausdrücklich nach Zuckerrüben für die Lebensmittelzubereitung, da sie nicht in jedem Gemüseangebot geführt werden.
Sinnvolle Alternativen
Reiner Rheinischer Zuckerrübensirup
Das Ergebnis ist bereits konzentriert und sirupartig; der Geschmack kann stärker und die Konsistenz homogener ausfallen.
Reinen Rheinischen Zuckerrübensirup anstelle der frischen Zuckerrüben verwenden. Kochen, Auspressen und Eindicken entfallen; die benötigte Menge richtet sich nach der gewünschten Ausbeute und Streichfähigkeit.
Typische Fehler und ihre Lösung
Das Zuckerrübenkraut bleibt zu dünn und läuft stark auseinander.
Die Konsistenz mit dem kalten Teller prüfen und die Topfbreite berücksichtigen.
Den Aufstrich erneut ohne Deckel bei mittlerer bis niedriger Hitze einkochen, bis er einen Löffel dick überzieht.
Das Kraut wird nach dem Abkühlen sehr fest oder klebrig.
Den kalten Teller-Test verwenden und das Kraut im heißen Zustand noch leicht beweglich lassen.
Vorsichtig etwas Wasser einarbeiten und das Kraut kurz erwärmen, bis die gewünschte Streichfähigkeit erreicht ist.
Die Ausbeute fällt deutlich geringer aus als erwartet.
Das Tuch nicht überfüllen und jede Portion sorgfältig ausdrücken.
Die ausgepresste Rübenmasse lässt sich nachträglich nur begrenzt weiterverwenden; beim nächsten Ansatz gründlicher auspressen.
Varianten
Schnellvariante mit fertigem Zuckerrübensirup
Eine praktische Abkürzung für den Fall, dass keine frischen Zuckerrüben erhältlich sind.
Servieren und kombinieren
Auf kräftigem Schwarzbrot: Das Zuckerrübenkraut als süßen, malzigen Aufstrich auf kräftigem Schwarzbrot servieren.
Zu Reibekuchen: Das süße Kraut als Kontrast zu herzhaften Reibekuchen reichen.
Planen und Reste genießen
Aufbewahren
Das heiße Kraut in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen und sofort verschließen. Vollständig abkühlen lassen. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.
Nach dem Öffnen stets sauberes Besteck entnehmen.
Lebensmittelsicherheit
Heißes Abfüllen: Das heiße Zuckerrübenkraut in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen, sofort verschließen und beim Abkühlen vorsichtig handhaben.
Entnahme nach dem Öffnen: Das geöffnete Zuckerrübenkraut im Kühlschrank aufbewahren und stets mit sauberem Besteck entnehmen.
Häufig gefragt
Fragen zum Rezept
Wo bekomme ich frische Zuckerrüben?
Während der Erntezeit findest du sie am ehesten in Hofläden, bei Direktvermarktern und auf gut sortierten Wochenmärkten in Nordrhein-Westfalen. Frage ausdrücklich nach Zuckerrüben für die Lebensmittelzubereitung.
Kann ich fertigen Zuckerrübensirup verwenden?
Ja. Reiner Rheinischer Zuckerrübensirup ist die praktische Alternative, wenn keine frischen Zuckerrüben erhältlich sind. Dadurch entfallen Kochen, Auspressen und Eindicken.
Woran erkenne ich, dass das Zuckerrübenkraut fertig ist?
Es ist fertig, wenn es dunkel glänzt, einen Löffel dick überzieht und auf einem kalten Teller nur noch langsam auseinanderläuft. Beim Abkühlen dickt es noch etwas nach.
Aus unserer Küche
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