Bohnenkraut auswählen
Frisches Bohnenkraut wird fein gehackt verwendet; alternativ passt getrocknetes Bohnenkraut. Beide Mengen sind Alternativen und nicht zusammen einzusetzen.
Schwäbischer Kartoffeltopf
Milchsauer vergorene grüne Schnippelbohnen werden mit Kartoffeln, Zwiebeln und einer sämigen Brühe zu einem herzhaften schwäbischen Kartoffeltopf verbunden.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Saure Bohnen mit Kartoffeln sind ein eigenständiges Gericht mit klarer Fermentationsphase. Fein geschnittene grüne Bohnen werden mit Salz und BohnenkrautBohnenkraut ist ein würzig-aromatisches Kraut für Hülsenfrüchte und herzhafte Speisen. milchsauer vergoren, anschließend vollständig durchgegart und mit weich gekochten Kartoffeln in einer sämigen Mehlschwitze verbunden.
Sämig und herzhaft mit zarten Kartoffelwürfeln, weich gegarten Bohnen, deutlicher milder bis kräftiger Säure und einer pfeffrig-würzigen Kräuternote.
Schritt für Schritt
Fermentationsgefäß und Fermentationsgewicht gründlich mit heißem Wasser reinigen. Die Bohnen waschen, Enden abschneiden und vorhandene Fäden abziehen.
Wichtig: Sauber arbeiten, damit das Ferment nicht unnötig verunreinigt wird.
Die Bohnen mit einem Bohnenschneider oder einem scharfen Messer in feine Streifen schneiden. In reichlich kochendem Wasser 3 Minuten blanchieren, abgießen und vollständig abkühlen lassen.
Daran erkennst du es: Die Bohnen sind blanchiert, aber noch nicht vollständig weich gekocht.
Die abgekühlten Bohnen mit dem Fermentationssalz und entweder dem frischen oder dem getrockneten Bohnenkraut vermengen. Alles 3 bis 5 Minuten kräftig durchkneten, bis deutlich Flüssigkeit austritt.
Daran erkennst du es: Es ist deutlich Flüssigkeit aus den Bohnen ausgetreten.
Die Bohnen portionsweise in das Gefäß geben und jede Lage fest nach unten drücken. Die austretende Flüssigkeit soll das Gemüse bedecken. Falls das nicht reicht, 25 g Salz in 1 l abgekochtem und abgekühltem Wasser auflösen und mit der kalten 2,5-prozentigen Salzlake auffüllen.
Daran erkennst du es: Die Bohnen liegen kompakt im Gefäß und sind von Flüssigkeit bedeckt.
Wichtig: Die Bohnen müssen vollständig unter der Flüssigkeit liegen.
Die Bohnen mit dem Fermentationsgewicht beschweren, sodass alles vollständig unter der Flüssigkeit bleibt. Das Gefäß locker verschließen oder bei einem normalen Glas täglich kurz entlüften.
Daran erkennst du es: Das Gemüse bleibt unter der Lake und kann nicht an die Oberfläche steigen.
Wichtig: Das Gefäß nicht dauerhaft gasdicht verschließen, wenn es nicht für die Fermentation ausgelegt ist.
Die Bohnen 5 bis 7 Tage bei etwa 18 bis 22 °C stehen lassen. Danach kühl und dunkel weitere 3 bis 5 Wochen reifen lassen. Während der gesamten Zeit müssen die Bohnen unter der Lake bleiben. Bei sichtbarem Schimmel oder unangenehm fauligem Geruch das gesamte Ferment entsorgen. Nicht roh probieren.
Daran erkennst du es: Die Fermentations- und Reifezeit von insgesamt etwa 4 bis 6 Wochen ist abgeschlossen; es gibt keinen sichtbaren Schimmel und keinen fauligen Geruch.
Wichtig: Bei sichtbarem Schimmel oder unangenehm fauligem Geruch das gesamte Ferment entsorgen und nicht roh probieren.
Die fermentierten Bohnen abgießen. Wenn sie sehr salzig oder kräftig sauer sind, kurz mit kaltem Wasser abspülen. Anschließend in frischem Wasser aufkochen und mindestens 15 Minuten vollständig durchgaren.
Daran erkennst du es: Die Bohnen sind vollständig durchgegart und zart genug zum Unterheben.
Wichtig: Fermentierte Bohnen nicht roh probieren, sondern vollständig durchgaren.
Während die Bohnen garen, die Kartoffeln schälen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel fein würfeln.
Butter, Butterschmalz oder neutrales Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Das Mehl einrühren und 1 Minute anschwitzen.
Daran erkennst du es: Die Zwiebel ist glasig und das Mehl kurz angeschwitzt, ohne dunkel zu werden.
Die Gemüsebrühe nach und nach unterrühren. Lorbeerblatt und Kümmel zugeben, die Kartoffelwürfel einlegen und alles 15 bis 18 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht einstechen und die Brühe ist sämig gebunden.
Die durchgegarten sauren Bohnen unterheben und den Kartoffeltopf weitere 5 bis 8 Minuten köcheln lassen. Mit schwarzem Pfeffer und bei Bedarf wenig Salz abschmecken. Vor dem Servieren das Lorbeerblatt entfernen.
Daran erkennst du es: Bohnen und Kartoffeln sind vollständig weich und der Kartoffeltopf ist sämig verbunden.
Wichtig: Vor dem Servieren prüfen, dass die fermentierten Bohnen vollständig durchgegart sind.
Gut zu wissen
Frisches Bohnenkraut wird fein gehackt verwendet; alternativ passt getrocknetes Bohnenkraut. Beide Mengen sind Alternativen und nicht zusammen einzusetzen.
Butter, Butterschmalz und neutrales Öl sind gleichwertige Alternativen für das Anschwitzen der Zwiebel. Nur eine Variante verwenden.
Das Salz für die Fermentation ist eine feste Menge und darf nicht mit dem Salz zum abschließenden Abschmecken vermischt werden.
Die Kräuternote wird weicher und weniger pfeffrig.
Bohnenkraut durch Majoran ersetzen und ihn zusammen mit dem Salz unter die abgekühlten Bohnen mischen.
Das Gericht bleibt pflanzlich, mit weniger Butteraroma.
Statt Butter oder Butterschmalz 2 EL neutrales Öl zum Anschwitzen der Zwiebel verwenden.
Die Streifen können etwas ungleichmäßiger werden.
Die Bohnen längs oder quer in feine Streifen schneiden; ein Bohnenschneider ist nicht erforderlich.
Jede Lage fest nach unten drücken und das Fermentationsgewicht korrekt auflegen.
Wenn die Bohnen noch unauffällig riechen und kein Schimmel sichtbar ist, sie erneut vollständig unter die Lake drücken; bei Schimmel oder fauligem Geruch das gesamte Ferment entsorgen.
Bohnen bei Bedarf kurz abspülen und zusätzliches Salz erst ganz am Ende verwenden.
Mit ungesalzenen Kartoffeln oder etwas zusätzlicher ungesalzener Brühe ausgleichen, ohne erneut stark zu salzen.
Die Bohnen in frischem Wasser aufkochen und mindestens 15 Minuten vollständig durchgaren.
Die Bohnen länger in Flüssigkeit weitergaren, bis sie vollständig weich sind.
Die Brühe portionsweise einarbeiten und dabei kontinuierlich rühren.
Den Kartoffeltopf kräftig glattrühren; größere Klumpen gegebenenfalls am Topfrand zerdrücken.
Der Kartoffeltopf wird mit neutralem Öl statt Butter oder Butterschmalz zubereitet.
Majoran ersetzt das Bohnenkraut und ergibt eine weichere, weniger pfeffrige Kräuternote.
Häufig gefragt
Nein. Die Säure entsteht laut Rezept während der Milchsäuregärung der gesalzenen Bohnen.
Ja. Das Rezept sieht 1 EL fein gehacktes frisches oder alternativ 1 TL getrocknetes Bohnenkraut vor.
Die Bohnen fest nach unten drücken. Falls die eigene Flüssigkeit nicht ausreicht, kann mit kalter 2,5-prozentiger Salzlake aus 25 g Salz und 1 l abgekochtem, abgekühltem Wasser aufgefüllt werden.
Butter, Butterschmalz oder neutrales Öl können verwendet werden. Es wird nur eine der drei Varianten benötigt.
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