Pinkel einkaufen
Pinkel bekommst du vor allem in Fleischereien und gut sortierten Supermärkten in Norddeutschland, häufig während der Grünkohlsaison.
Herzhaftes Kohlgericht
Deftiges norddeutsch inspiriertes Hauptgericht mit selbst gemachten Kartoffel-Schupfnudeln, geschmortem Grünkohl und sanft gegarter PinkelGeräucherte nordwestdeutsche Grützwurst, meist zu Grünkohl serviert..
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Grünkohl mit Pinkel gehört in vielen Teilen Niedersachsens zur deftigen Winterküche. In dieser eigenständigen Variante ersetzen selbst gemachte Schupfnudeln die klassischen Kartoffeln als Beilage: Sie werden gekocht und anschließend goldbraun gebraten, während der Grünkohl mit Zwiebeln, HafergrützeIn kleine Stücke geschnittener Haferkern, der als Getreidebeilage und Ausgangsprodukt für weitere Hafererzeugnisse dient., Brühe und Senf langsam schmort.
Herzhaft-würziger Duft, weich geschmorter und leicht gebundener Grünkohl, goldbraun gebratene Schupfnudeln mit zartem Kern und kräftig-würzige Pinkel in dicken Scheiben.
Schritt für Schritt
Die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser 20 bis 25 Minuten weich kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, noch warm pellen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Kartoffelmasse vollständig abkühlen lassen, bevor der Teig zubereitet wird.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht mit einem Messer durchstechen.
Wichtig: Kartoffeln und Topf sind direkt nach dem Kochen sehr heiß.
Die vollständig abgekühlten Kartoffeln mit Mehl, Ei, Salz und Muskatnuss zu einem weichen, gerade formbaren Teig verkneten. Nur so lange arbeiten wie nötig, damit die Schupfnudeln locker bleiben. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu fingerdicken Rollen formen, in etwa 5 cm lange Stücke schneiden und die Enden leicht spitz rollen.
Daran erkennst du es: Der Teig hält zusammen und lässt sich formen, ohne stark zu kleben.
Einen großen Topf mit Salzwasser aufkochen. Die Schupfnudeln portionsweise hineingeben und bei milder Hitze gar ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit der Schaumkelle herausnehmen, kurz abtropfen lassen und nebeneinander auf einem Teller verteilen.
Daran erkennst du es: Die Schupfnudeln steigen an die Oberfläche und sind durchgegart.
Wichtig: Beim Einlegen und Herausnehmen besteht Verbrühungsgefahr durch heißes Wasser und Dampf.
Den Grünkohl gründlich waschen, grobe Stiele entfernen und die Blätter in mundgerechte Stücke zupfen. In kochendem Salzwasser 2 bis 3 Minuten blanchieren, abgießen und gut ausdrücken. Die Zwiebeln fein würfeln.
Daran erkennst du es: Die Blätter sind zusammengefallen, aber noch grün.
Wichtig: Beim Abgießen des kochenden Wassers vorsichtig arbeiten.
Schweineschmalz oder Butter in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln darin glasig dünsten, die Hafergrütze kurz mitrösten und den Grünkohl hinzufügen. Brühe, Senf, Zucker und Piment einrühren. Mit wenig Salz und Pfeffer würzen, da die Pinkel später zusätzlich Würze abgeben.
Daran erkennst du es: Die Zwiebeln sind glasig und die Hafergrütze duftet leicht geröstet.
Die Pinkelwürste auf den Grünkohl legen. Alles zugedeckt bei sehr milder Hitze 45 bis 60 Minuten schmoren lassen. Die Würste nach etwa 30 Minuten vorsichtig wenden. Der Topfinhalt soll nur leise ziehen und nicht sprudelnd kochen.
Daran erkennst du es: Der Grünkohl ist weich und aromatisch, die Pinkel sind vollständig heiß.
Wichtig: Die Pinkel bis zum Servieren vollständig heiß halten und beim Wenden vorsichtig arbeiten.
Während der Grünkohl schmort, die Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Die abgetropften Schupfnudeln darin portionsweise rundherum goldbraun braten. Fertige Schupfnudeln bei Bedarf bei niedriger Temperatur warm halten.
Daran erkennst du es: Die Schupfnudeln sind rundherum goldbraun und haben eine leicht knusprige Oberfläche.
Wichtig: Heißes Fett kann spritzen, besonders wenn die Schupfnudeln noch feucht sind.
Die Pinkel aus dem Topf nehmen und in dicke Scheiben schneiden. Den Grünkohl mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf etwas Senf abschmecken. Die goldbraunen Schupfnudeln mit dem Grünkohl und den Pinkel-Scheiben anrichten.
Daran erkennst du es: Der Grünkohl ist ausgewogen würzig und die Pinkel sind heiß durchgewärmt.
Wichtig: Die Pinkel vor dem Schneiden kurz aus dem heißen Topf nehmen und beim Umgang mit der heißen Wurst vorsichtig sein.
Gut zu wissen
Pinkel bekommst du vor allem in Fleischereien und gut sortierten Supermärkten in Norddeutschland, häufig während der Grünkohlsaison.
Hafergrütze findest du im Reformhaus, in Bioläden oder in der Back- und Müsliregal-Abteilung größerer Supermärkte. Sie bindet den Grünkohl leicht und gibt ihm eine herzhafte Struktur.
Die Mettwurst schmeckt meist kräftiger und weniger grützig als Pinkel.
Pinkel durch eine entsprechende Menge grober geräucherter Mettwurst ersetzen und wie die Pinkel auf den Grünkohl legen. Die Garzeit und die zusätzliche Würzkraft beim Abschmecken berücksichtigen.
Der Grünkohl wird etwas weicher und weniger körnig gebunden.
Hafergrütze im gleichen Gewicht durch zarte Haferflocken ersetzen und diese an derselben Stelle kurz mit den Zwiebeln anrösten.
Kartoffeln vollständig auskühlen lassen, gut ausdampfen lassen und nur so viel Mehl verwenden wie nötig.
Die Arbeitsfläche leicht nachmehlen und den Teig kurz nacharbeiten. Nicht große Mengen Mehl auf einmal einkneten.
Den Teig nur gerade formbar kneten und die Schupfnudeln locker rollen.
Beim nächsten Formen weniger Druck ausüben und die bereits geformten Stücke nicht erneut durchkneten.
Die Würste bei sehr milder Hitze nur leise ziehen lassen und vorsichtig wenden.
Aufgeplatzte Würste können weitergegart und in Scheiben serviert werden; den Grünkohl vorsichtig abschmecken.
Den Grünkohl nach dem Blanchieren gründlich ausdrücken und nur sanft schmoren.
Den Grünkohl ohne Deckel kurz weiterziehen lassen, bis überschüssige Flüssigkeit reduziert ist.
Portionsweise braten und die Schupfnudeln vor dem Braten gut abtropfen lassen.
Die nächste Portion in der stärker erhitzten Pfanne braten und fertige Stücke nur bei niedriger Temperatur warm halten.
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