Wildschweinfleisch einkaufen
Wildschweinkeule oder Wildschweinschulter ist meist bei Wildmetzgereien, gut sortierten Metzgereien oder regionalen Forst- und Wildbretbetrieben erhältlich.
Harzvorland: Wildschweinbraten
Kräftiger Wildschweinbraten aus dem Bräter mit SchwarzbierDunkles, untergäriges deutsches Vollbier mit milden Röstaromen und meist zurückhaltender Hopfenbittere., WildfondWildfond ist eine kräftige Grundbrühe aus Wildknochen oder Wildabschnitten, die als Basis für Saucen, Suppen und Schmorgerichte dient., Wurzelgemüse und Wacholder, serviert mit geschmortem Rotkohl und selbst gemachten Kartoffelklößen.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Dieser Wildschweinbraten verbindet eine Buttermilchmarinade mit kräftigem Anbraten und langsamem Schmoren im Ofen. Schwarzbier, Wildfond und Wacholder geben der Soße eine herbe, malzige Tiefe, während Rotkohl und Kartoffelklöße die vollständige Tellerkombination abrunden. Die Fassung ist vom Harzvorland und der sachsen-anhaltischen Hausmannskost inspiriert, ohne eine einzig originale Rezeptur zu behaupten.
Das Fleisch wird weich und saftig, die Soße dunkel, würzig und malzig mit einer leichten Wacholdernote. Der Rotkohl ist weich, säuerlich-süß und fruchtig, während die Kartoffelklöße außen zart und innen locker mit einer buttrig gerösteten Broteinlage sind.
Schritt für Schritt
Das WildschweinfleischAromatisches, meist dunkelrotes Wildbret vom Wildschwein mit festerer Struktur als gewöhnliches Schweinefleisch. trocken tupfen. Buttermilch, eine der zerdrückten WacholderbeerenAromatische, harzig-würzige Beerenzapfen zum Würzen deftiger Speisen., ein Lorbeerblatt und den schwarzen Pfeffer verrühren. Das Fleisch hineinlegen, abdecken und mindestens 12 Stunden, höchstens 24 Stunden im Kühlschrank marinieren.
Wichtig: Das marinierte Wildschweinfleisch durchgehend gekühlt halten.
Das Fleisch aus der Buttermilch nehmen, gut abtrocknen und mit dem vorgesehenen Salz würzen. Zwiebeln, Möhren, Knollensellerie und Lauch putzen und grob schneiden. Die Buttermilchmarinade entsorgen.
Wichtig: Marinade und Kontaktutensilien des rohen Fleisches nicht für fertige Speisen verwenden, ohne sie gründlich zu reinigen.
Den Backofen auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Butterschmalz im schweren Bräter erhitzen und das Fleisch rundum kräftig anbraten. Das Fleisch herausnehmen, das vorbereitete Gemüse im Bräter anrösten und das Tomatenmark kurz mitrösten.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum gebräunt, das Gemüse leicht angeröstet und das Tomatenmark duftet röstig.
Mit Wildfond und Schwarzbier ablöschen. Die übrigen Wacholderbeeren, das zweite Lorbeerblatt und die Pimentkörner dazugeben. Das Fleisch zurück in den Bräter legen, den Deckel aufsetzen und etwa 2 bis 2½ Stunden schmoren. Nach der Hälfte der Zeit wenden und bei Bedarf etwas Wasser angießen. Das Fleisch ist fertig, wenn es weich ist und im Kern etwa 78 bis 80 °C erreicht.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist weich und erreicht im Kern etwa 78 bis 80 °C.
Wichtig: Wildschweinfleisch vollständig durchgaren und nicht halbgar servieren.
Beim Schmoren des Bratens die äußeren Blätter des Rotkohls entfernen, den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Kohl fein schneiden. Apfel und Zwiebel schälen und würfeln. Butter in einem Topf erhitzen, die Zwiebel darin glasig dünsten und den Rotkohl kurz mitdünsten.
Daran erkennst du es: Die Zwiebel ist glasig und der Rotkohl leicht zusammengefallen.
Apfel, Apfelessig, Wasser, Zucker, Gewürznelken und Salz zum Rotkohl geben. Alles aufkochen, den Topf abdecken und den Kohl bei kleiner Hitze 50 bis 60 Minuten schmoren. Zwischendurch umrühren und am Ende abschmecken.
Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht völlig zerfallen, und ausgewogen säuerlich-süß abgeschmeckt.
Für die Klöße die Kartoffeln schälen. Die Hälfte in Salzwasser weich kochen, abgießen und ausdampfen lassen. Die übrigen Kartoffeln fein reiben, in einem sauberen Tuch kräftig ausdrücken und die Flüssigkeit kurz stehen lassen. Das Wasser vorsichtig abgießen und die abgesetzte KartoffelstärkeKartoffelstärke ist ein feines Stärkepulver aus Kartoffelknollen, das Flüssigkeiten bindet und Speisen verdickt. zur rohen Kartoffelmasse geben.
Daran erkennst du es: Die gekochten Kartoffeln sind weich und die rohe Kartoffelmasse möglichst trocken.
Die gekochten Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken und mit der rohen Kartoffelmasse, Kartoffelstärke, Ei und Salz zu einem formbaren Teig verkneten. Toastbrot würfeln und in der Butter goldbraun rösten. Aus dem Kartoffelteig acht Klöße formen und jeweils einige Brotwürfel in die Mitte geben.
Daran erkennst du es: Der Kartoffelteig lässt sich formen, ohne stark an den Händen zu kleben.
Einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen. Das Wasser soll nur leicht sieden. Die Klöße vorsichtig hineingeben und etwa 20 Minuten gar ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Nicht sprudelnd kochen, damit sie nicht zerfallen.
Daran erkennst du es: Die Klöße steigen an die Oberfläche und bleiben beim vorsichtigen Herausheben stabil.
Wichtig: Vorsicht beim Einlegen der Klöße in das heiße Wasser und beim Herausheben.
Den fertigen Braten aus dem Bräter nehmen und zugedeckt ruhen lassen. Den Schmorfond durch ein Sieb in einen Topf gießen und kurz einkochen lassen. Mehl mit 100 ml Wasser glatt rühren, in die Soße geben und drei Minuten unter Rühren köcheln lassen. Johannisbeergelee einrühren und die Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Soße ist leicht gebunden, glänzt und schmeckt ausgewogen würzig-fruchtig.
Das Fleisch in Scheiben schneiden und mit Schwarzbiersoße, Rotkohl und Kartoffelklößen anrichten.
Daran erkennst du es: Die Fleischscheiben sind zart und die Beilagen heiß servierbereit.
Gut zu wissen
Wildschweinkeule oder Wildschweinschulter ist meist bei Wildmetzgereien, gut sortierten Metzgereien oder regionalen Forst- und Wildbretbetrieben erhältlich.
Rinderfond kann als Ersatz verwendet werden. Die Soße wird dadurch weniger waldig und aromatisch.
Dunkles Malzbier kann ersatzweise verwendet werden; die Soße wird dadurch milder und etwas süßer.
Wacholder gibt der Soße ihre typische herbe Wildnote. Wenn die Beeren fehlen, können sie weggelassen werden, der Charakter der Soße wird dann milder.
Mehligkochende Kartoffeln ergeben einen formbaren Teig. Bei besonders feuchten Kartoffeln kann die Teigkonsistenz zusätzliche Stärke erfordern.
Die Soße wird feiner und weniger kräftig.
Rehkeule wie die Wildschweinkeule marinieren, anbraten und schmoren. Die Garzeit nach Zartheit und Kerntemperatur beurteilen.
Die Soße schmeckt weniger waldig und aromatisch.
Den Wildfond im gleichen Volumen durch Rinderfond ersetzen.
Die Soße wird milder und etwas süßer.
Das Schwarzbier im gleichen Volumen durch dunkles Malzbier ersetzen und die Soße am Ende vorsichtig abschmecken.
Die typische herbe Wildnote wird schwächer.
Die Wacholderbeeren weglassen und die Soße am Ende besonders sorgfältig abschmecken.
Das Fleisch gründlich trocken tupfen und den Bräter mit dem Butterschmalz vollständig erhitzen.
Die Flüssigkeit abgießen oder verdampfen lassen und das Fleisch anschließend portionsweise nachbräunen.
Das Tomatenmark nur kurz mit dem Gemüse mitrösten und anschließend direkt mit Fond und Bier ablöschen.
Die Soße mit etwas zusätzlichem Fond, Wasser oder Johannisbeergelee ausbalancieren.
Die rohe Kartoffelmasse kräftig ausdrücken, die gekochten Kartoffeln ausdampfen lassen und die Klöße nur in leicht siedendem Wasser gar ziehen lassen.
Die restliche Masse mit etwas Kartoffelstärke nacharbeiten und einen Probekloß garen.
Den Fond kurz einkochen lassen und die mit Wasser angerührte Mehlmischung mindestens drei Minuten unter Rühren köcheln lassen.
Eine kleine zusätzliche Mehl-Wasser-Mischung einrühren und erneut kurz köcheln lassen.
Eine feinere Variante mit Rehkeule anstelle des Wildschweins.
Eine mildere und etwas süßere Soße mit dunklem Malzbier.
Die Klöße werden ohne geröstete Toastbrotwürfel in der Mitte geformt.
Das Fleisch kann bis zu 24 Stunden vor dem Garen mariniert werden. Rotkohl und Soße lassen sich am Vortag zubereiten und vor dem Servieren langsam erwärmen; die Kartoffelklöße möglichst frisch gar ziehen lassen.
Braten, Soße und Rotkohl getrennt oder gut abgedeckt im Kühlschrank lagern. Die Speisen nach dem Servieren zügig abkühlen lassen und innerhalb von drei Tagen verbrauchen.
Nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.
Das Einfrieren ist für dieses kombinierte Gericht nicht empfohlen, da Kartoffelklöße und Rotkohl an Qualität verlieren können.
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