Böfflamott mit Semmelknödeln und glasierten Karotten

Bayerischer Rinderschmorbraten

Böfflamott ist ein bayerischer Rinderschmorbraten aus gebeizter Rinderschulter. Das Fleisch zieht mehrere Tage in Rotwein, Rotweinessig und Gewürzen, bevor es langsam geschmort und mit Semmelknödeln sowie glasierten Karotten serviert wird.

Zum Rezept
Böfflamott mit Semmelknödeln und glasierten Karotten
Vorbereitung 30 Minuten
Kochen / Backen 3 Std. 30 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 60 Stunden
Gesamtzeit ca. 63 Std. 40 Min.
Menge 4 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Eier, Fleisch, Gemüse, Getreide, Milchprodukte
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Einlegen in Salzlake oder Säure, Sanftes Köcheln, Schmoren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die mehrtägige Rotwein-Essig-Beize aromatisiert die Rinderschulter bis ins Innere und bildet die Grundlage für eine kräftige Sauce.
  • Das kräftige Anbraten von Fleisch und Gemüse sorgt für Röstaromen, die durch Tomatenmark und Rinderfond vertieft werden.
  • Langsames Schmoren mit begrenzter Flüssigkeit macht das große Fleischstück zart und hält es saftig.
  • Die lockeren Semmelknödel nehmen die Sauce auf, während die glasierten Karotten einen leicht süßlichen Ausgleich schaffen.

Böfflamott verbindet kräftiges, zart geschmortes Rindfleisch mit einer aromatischen Rotweinsauce. Die mehrtägige Beize aus Rotwein, Essig, Gemüse und Gewürzen gibt dem Fleisch Tiefe; lockere Semmelknödel und leicht süßlich glasierte Karotten ergänzen den herzhaften Teller.

Das Fleisch wird weich und saftig, die Sauce dunkel, würzig und leicht säuerlich. Die Semmelknödel sind locker und mild, die Karotten glänzend, zart mit leichtem Biss und dezent süß.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Böfflamott zubereiten

  1. Beize ansetzen

    Karotte, Zwiebel, Sellerie und Lauch putzen und grob zerkleinern. Mit Rotwein, Rotweinessig, Lorbeer, Wacholder, Pfefferkörnern, Piment, Nelken und Salz in einen großen Topf geben. Die Beize einmal aufkochen und anschließend vollständig abkühlen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Beize ist vollständig abgekühlt, bevor das Fleisch hineingelegt wird.

    • Die heiße Beize nicht über das rohe Fleisch gießen.
    • Das Gemüse nur grob zerkleinern, da es später wieder ausgesiebt wird.

    Wichtig: Die Beize vor dem Kontakt mit dem Fleisch vollständig abkühlen lassen.

  2. Fleisch beizen

    Das Rindfleisch in ein passendes abdeckbares Gefäß legen und mit der kalten Beize übergießen. Das Fleisch sollte möglichst bedeckt sein. Abgedeckt 2 bis 3 Tage im Kühlschrank ziehen lassen und bei Bedarf einmal täglich wenden.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist durchgehend von der kalten Beize umgeben und bleibt gekühlt.

    • Ein kleines Gewicht oder ein passend großes Gefäß kann helfen, das Fleisch unter der Beize zu halten.
    • Die Beize nach dem Einlegen nicht erneut für andere Speisen verwenden.

    Wichtig: Das Gefäß während der gesamten Beizzeit abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

  3. Fleisch und Beize vorbereiten

    Das Fleisch aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen und Flüssigkeit und Gemüse getrennt auffangen. Den Backofen auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

    160 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist außen trocken, und die Beize sowie das Gemüse sind getrennt aufgefangen.

    • Trockenes Fleisch bräunt im Bräter besser.
    • Die aufgefangene Beizflüssigkeit für das Ablöschen bereithalten.
  4. Anbraten und ablöschen

    Butterschmalz oder neutrales Öl im Bräter erhitzen. Das Fleisch rundum kräftig anbraten und herausnehmen. Das abgetropfte Gemüse im Bräter anrösten, Tomatenmark einrühren und kurz mitrösten. Mit der Beize ablöschen und den Bratensatz vom Boden lösen.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum gebräunt, das Gemüse angeröstet und der Bratensatz gelöst.

    • Das Fleisch portionsweise anbraten, falls der Bräter zu klein ist.
    • Tomatenmark nur kurz mitrösten, damit es nicht bitter wird.
  5. Fleisch schmoren

    Rinderfond zugießen und das Fleisch wieder in den Bräter legen. Die Flüssigkeit soll etwa bis zur halben Höhe des Fleisches reichen. Den Bräter abdecken und das Fleisch im vorgeheizten Backofen bei 160 °C 2½ bis 3 Stunden schmoren. Nach etwa der Hälfte der Garzeit einmal wenden.

    3 Stunden 160 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht mit einer Gabel einstechen.

    • Bei zu starkem Flüssigkeitsverlust etwas Wasser oder Fond nachgießen.
    • Die Flüssigkeit soll nicht vollständig über das Fleisch reichen.
  6. Sauce fertigstellen

    Das Fleisch aus der Sauce nehmen, locker abdecken und 10 Minuten ruhen lassen. Die Sauce durch ein feines Sieb gießen und das Gemüse gut ausdrücken. Die Sauce aufkochen und 10 bis 15 Minuten einkochen lassen. Falls sie noch zu dünn ist, Kartoffelstärke mit wenig kaltem Wasser anrühren, einrühren und kurz aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist kräftig aromatisch und haftet leicht am Löffel.

    • Das Gemüse beim Passieren kräftig ausdrücken, damit möglichst viel Aroma in die Sauce gelangt.
    • Kartoffelstärke immer zuerst kalt anrühren, damit sie klumpenfrei bindet.

Semmelknödel zubereiten

  1. Knödelmasse ansetzen

    Die Milch erhitzen und über das Knödelbrot gießen. Alles 10 Minuten quellen lassen. Zwiebel fein würfeln, in der Butter glasig dünsten und mit Petersilie, Eiern, Salz, Muskat und Pfeffer zur Brotmasse geben. Vorsichtig vermengen und weitere 20 Minuten ruhen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Brot ist weich, aber die Masse bleibt formbar und nicht flüssig.

    • Die Brotmasse nur vorsichtig vermengen, damit die Knödel locker bleiben.
    • Ist die Masse sehr weich, vor dem Formen noch kurz ruhen lassen.
  2. Knödel gar ziehen lassen

    Mit angefeuchteten Händen 8 Knödel formen. In einem großen Topf Salzwasser aufkochen, die Knödel einlegen und bei knapp unter dem Siedepunkt etwa 15 bis 18 Minuten ziehen lassen. Das Wasser darf nicht sprudelnd kochen.

    18 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Knödel sind aufgegangen und durchgehend fest, ohne hart zu sein.

    • Das Wasser nur knapp unter dem Siedepunkt halten, damit die Knödel nicht zerfallen.
    • Die Knödel mit ausreichend Abstand einlegen.

Karotten zubereiten und anrichten

  1. Karotten glasieren

    Karotten schälen und in gleichmäßige Stifte oder schräge Scheiben schneiden. Butter in einem breiten Topf schmelzen, Karotten darin kurz anschwitzen und mit Zucker und Salz würzen. Wasser zugießen und die Karotten zugedeckt 8 bis 10 Minuten garen. Den Deckel abnehmen und die Flüssigkeit einkochen lassen, bis die Karotten glänzen und noch leicht Biss haben.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Karotten sind glänzend, zart und haben noch leichten Biss.

    • Gleichmäßig geschnittene Karotten garen zur selben Zeit.
    • Die Flüssigkeit am Ende vollständig einkochen lassen, damit die Karotten wirklich glasiert sind.
  2. Anrichten

    Das Böfflamott quer zur Faser in Scheiben schneiden und mit der heißen Sauce anrichten. Je zwei Semmelknödel und einige glasierte Karotten dazugeben. Den Salat oder weitere Beilagen während der Schmorzeit vorbereiten, falls gewünscht.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist quer zur Faser geschnitten und wird mit heißer Sauce serviert.

    • Das Fleisch quer zur Faser schneiden, damit es zarter wirkt.
    • Die Knödel erst unmittelbar vor dem Servieren aus dem Wasser nehmen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Zeit für die Beize einplanen: Die Beize benötigt 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Das ist ein wesentlicher Teil des Rezepts und sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
  • Fleisch gut trocken tupfen: Trocken getupftes Fleisch lässt sich kräftiger anbraten und entwickelt dadurch mehr Röstaromen.
  • Knödel nicht sprudelnd kochen: Die Semmelknödel bei knapp unter dem Siedepunkt gar ziehen lassen. Stark sprudelndes Wasser kann die Knödel zerreißen oder auflösen.
  • Beilagen zeitlich abstimmen: Die Semmelknödel und Karotten können während der letzten Phase des Schmorens beziehungsweise während des Ruhens und Fertigstellens der Sauce zubereitet werden.

Zutatenwissen

Knödelbrot finden oder ersetzen

Knödelbrot ist in Bayern und Süddeutschland häufig beim Bäcker oder in der Backwarenabteilung erhältlich. Als Ersatz eignen sich vollständig ausgekühlte, altbackene helle Brötchen, die in dünne Scheiben geschnitten werden.

Wacholderbeeren

Getrocknete Wacholderbeeren stehen meist bei den Gewürzen. Sie geben der Beize eine würzige, leicht harzige Note.

Gemüse aus der Beize

Das Gemüse wird zunächst mit der Beize angesetzt, später mit angeröstet und anschließend aus der Sauce passiert. Es ist daher nicht als separate Beilage vorgesehen.

Sinnvolle Alternativen

Rinderbug

Ähnlich kräftiges Schmorgericht; je nach Zuschnitt kann die Garzeit leicht variieren.

Rinderbug im gleichen Gewicht verwenden und nach dem Gabeltest garen.

Neutrales hitzestabiles Öl

Die Sauce bleibt ohne die buttrige Note von Butterschmalz, das Gericht lässt sich aber ebenso anbraten.

Öl anstelle von Butterschmalz zum Anbraten von Fleisch und Gemüse verwenden.

Altbackene helle Brötchen

Die Knödel gelingen ähnlich; die Brötchen sollten vollständig ausgekühlt und trocken genug sein.

Brötchen in dünne Scheiben schneiden und wie Knödelbrot mit der heißen Milch übergießen.

Speisestärke aus Mais

Die Sauce wird ähnlich gebunden.

In gleicher Weise mit kaltem Wasser anrühren und portionsweise in die kochende Sauce geben.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Fleisch wird mit heißer Beize übergossen.

Die Beize vor dem Einlegen des Fleisches vollständig auskühlen lassen.

Falls das Fleisch bereits in warmer Beize liegt, sofort herausnehmen, Beize vollständig kühlen und das Fleisch anschließend wieder einlegen.

Das Fleisch bräunt kaum und dünstet im Bräter.

Fleisch gründlich trocken tupfen und bei Bedarf portionsweise anbraten.

Fleisch herausnehmen, Bräter wieder stark erhitzen und das Fleisch portionsweise nachbräunen.

Das Fleisch ist nach der angegebenen Zeit noch fest.

Die Garzeit nicht allein nach der Uhr beurteilen, sondern den Gabeltest verwenden.

Zugedeckt weiter schmoren und die Flüssigkeit kontrollieren, bis sich das Fleisch leicht einstechen lässt.

Die Semmelknödel zerfallen im Wasser.

Die Knödel bei knapp unter dem Siedepunkt gar ziehen lassen und die Masse ruhen lassen.

Die restliche Masse mit etwas trockenem Knödelbrot stabilisieren, erneut ruhen lassen und vorsichtiger garen.

Die Sauce bleibt zu dünn.

Die Sauce nach dem Passieren 10 bis 15 Minuten einkochen lassen.

Kartoffelstärke mit kaltem Wasser anrühren, portionsweise einrühren und kurz aufkochen.

Varianten

Böfflamott ohne separate Gemüsebeilage

Das Böfflamott wird klassisch mit Sauce und Semmelknödeln serviert; die glasierten Karotten entfallen.

Mit neutralem Öl

Das Fleisch wird vollständig mit neutralem Öl statt mit Butterschmalz angebraten.

Semmelknödel aus altbackenen Brötchen

Selbst geschnittene altbackene helle Brötchen ersetzen gekauftes Knödelbrot.

Servieren und kombinieren

  • Klassischer Teller: Das Böfflamott quer zur Faser schneiden, mit reichlich Rotweinsauce nappieren und je zwei Semmelknödel sowie glasierte Karotten dazugeben.
  • Mehr Sauce für die Knödel: Die Sauce separat in einer Sauciere reichen, damit die Semmelknödel nach Geschmack nachgeschöpft werden können.
  • Weitere Beilage: Je nach Saison passen zusätzlich gedünsteter Rotkohl, Wirsing oder ein grüner Salat zum kräftigen Schmorgericht.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Beize kann 2 bis 3 Tage vor dem Schmoren angesetzt werden. Das fertig geschmorte Böfflamott kann außerdem bis zum nächsten Tag vorbereitet und gekühlt aufbewahrt werden; Sauce und Fleisch getrennt oder gemeinsam sanft erwärmen.

Aufbewahren

Fleisch, Sauce, Knödel und Karotten nach dem Abkühlen getrennt oder gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Die Sauce möglichst mit dem Fleisch lagern, damit es nicht austrocknet.

Gekochte Speisen nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen und vor dem Servieren vollständig durcherhitzen.

Einfrieren

Fleisch und Sauce portionsweise in geeigneten Behältern einfrieren. Knödel können separat eingefroren werden; die Karotten verlieren nach dem Auftauen etwas Biss.

Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und anschließend langsam erhitzen.

Die Sauce und das geschmorte Fleisch eignen sich besser zum Einfrieren als die glasierten Karotten.

Aufwärmen

  • Topf: Fleisch mit Sauce in einem abgedeckten Topf bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam erwärmen und zwischendurch wenden.
  • Backofen: Fleisch und Sauce abgedeckt in einem ofenfesten Gefäß bei 140 °C erwärmen.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Knödelbrot beziehungsweise helle Brötchen enthalten typischerweise Weizen oder anderes glutenhaltiges Getreide.
  • Milch: enthält · Milch und Butter sind ausdrücklich enthalten; Butterschmalz kann ebenfalls aus Milch stammen.
  • Eier: enthält · Die Semmelknödel enthalten Eier.
  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist Bestandteil der Beize.

Lebensmittelsicherheit

  • Abgekühlte Beize: Die aufgekochte Beize vollständig abkühlen lassen, bevor sie mit dem rohen Fleisch in Kontakt kommt.
  • Kühlung während des Beizens: Das Fleisch während der 2- bis 3-tägigen Beize abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
  • Kontakt mit rohem Fleisch: Schneidebrett, Messer und Hände nach dem Kontakt mit dem rohen Rindfleisch gründlich reinigen, bevor sie für Knödel, Karotten oder das Anrichten verwendet werden.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie lange muss Böfflamott beizen?

Das Fleisch sollte abgedeckt 2 bis 3 Tage im Kühlschrank in der kalten Beize ziehen. Bei Bedarf einmal täglich wenden.

Welches Rindfleisch eignet sich für Böfflamott?

Rinderschulter oder Rinderbug als großes Stück eignen sich für das langsame Schmoren.

Warum zerfallen die Semmelknödel?

Häufig kocht das Wasser zu stark oder die Brotmasse hatte nicht genügend Zeit zu quellen. Die Knödel bei knapp unter dem Siedepunkt gar ziehen lassen.

Wie wird die Sauce dicker?

Die Sauce zunächst 10 bis 15 Minuten einkochen lassen. Falls sie noch zu dünn ist, etwas Kartoffelstärke mit kaltem Wasser anrühren und kurz aufkochen.

Was kann ich statt Knödelbrot verwenden?

Vollständig ausgekühlte, altbackene helle Brötchen in dünnen Scheiben sind ein geeigneter Ersatz.

Kann ich Wacholderbeeren ersetzen?

Wacholderbeeren geben eine würzige, leicht harzige Note. Wenn sie fehlen, kann die Beize notfalls mit etwas zusätzlichem Pfeffer gewürzt werden.

Aus unserer Küche

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