Grünkohl vorbereiten
Das Entfernen der dicken Blattrippen und das kurze Blanchieren machen den Kohl zarter und erleichtern das anschließende Hacken.
Norddeutsches Kohlgericht
Herzhafter norddeutscher Grünkohl mit Kasseler und Kochwurst, serviert mit goldbraun karamellisierten Kartoffeln.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Grünkohl mit Kasseler und Kochwurst ist ein kräftiges Gemüsehauptgericht für kalte Tage. Der langsam geschmorte Kohl nimmt die würzigen Aromen von Kasseler, Kochwurst, Senf und Muskat auf, während karamellisierte Kartoffeln eine fein süß-herzhafte Ergänzung bilden.
Der Grünkohl ist weich, würzig und leicht sämig, mit rauchig-herzhaften Fleischnoten. Kasseler und Kochwurst sorgen für kräftigen Biss, während die Kartoffeln außen goldbraun und leicht karamellisiert, innen weich und mild schmecken.
Schritt für Schritt
Die dicken Blattrippen des Grünkohls entfernen. Die Blätter gründlich waschen, in kochendem Salzwasser 2 Minuten blanchieren und anschließend abtropfen lassen. Den Kohl grob hacken.
Daran erkennst du es: Die Blätter sind zusammengefallen und weich genug zum Hacken.
Wichtig: Beim Abgießen vorsichtig mit dem heißen Wasser umgehen.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Das Schweineschmalz oder Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze 4–5 Minuten glasig dünsten.
Daran erkennst du es: Die Zwiebeln sind weich und glasig, aber noch nicht dunkel gebräunt.
Den Grünkohl portionsweise zugeben und kurz mit den Zwiebeln vermengen. Die Gemüsebrühe angießen, Senf, Zucker, Pfeffer und Muskatnuss einrühren und das Kasseler auf den Kohl legen. Alles zugedeckt bei niedriger Hitze zunächst etwa 40 Minuten schmoren lassen.
Daran erkennst du es: Der Kohl ist deutlich weicher geworden und das Kasseler liegt vollständig auf dem Kohl.
Wichtig: Das Kasseler bis zum vollständigen Durcherhitzen im Topf lassen.
Nach den ersten 40 Minuten die Haferflocken einrühren. Die Kochwürste an mehreren Stellen leicht einstechen, auf den Grünkohl legen und weitere 20–25 Minuten mitgaren. Das Kasseler und die Würste anschließend herausnehmen und warm halten.
Daran erkennst du es: Die Würste sind durchgehend heiß, der Kohl weich und leicht gebunden.
Wichtig: Kasseler und Würste bis zum Servieren heiß halten.
Während der Kohl schmort, die Kartoffeln gründlich waschen und in Salzwasser 18–20 Minuten gar kochen. Abgießen und kurz ausdampfen lassen. Größere Kartoffeln halbieren.
Daran erkennst du es: Ein Messer gleitet leicht in die Kartoffeln, ohne dass sie zerfallen.
Wichtig: Beim Abgießen auf den heißen Dampf achten.
Die Butter in einer großen Pfanne schmelzen. Den Zucker darüberstreuen und kurz aufschäumen lassen. Die Kartoffeln hineingeben und 6–8 Minuten unter Wenden goldbraun karamellisieren. Mit dem restlichen Salz abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln sind rundum goldbraun und von einer dünnen Karamellschicht überzogen.
Wichtig: Heißes Karamell kann stark haften und Verbrennungen verursachen.
Den Grünkohl mit Apfelessig und bei Bedarf etwas Salz abschmecken. Das Kasseler in Scheiben schneiden und zusammen mit den Kochwürsten, dem Grünkohl und den karamellisierten Kartoffeln servieren.
Daran erkennst du es: Der Grünkohl schmeckt kräftig, ausgewogen und leicht säuerlich.
Wichtig: Das Fleisch vor dem Servieren in gut handhabbare Scheiben schneiden.
Gut zu wissen
Das Entfernen der dicken Blattrippen und das kurze Blanchieren machen den Kohl zarter und erleichtern das anschließende Hacken.
Die Kochwürste nur leicht einstechen, damit sie beim Schmoren nicht aufplatzen und möglichst saftig bleiben.
Das Kasseler erst nach dem Schmoren aus dem Topf nehmen und zum Servieren in Scheiben schneiden.
Der Geschmack wird etwas kräftiger und weniger typisch für norddeutsche Kochwurst.
Die Bratwürste an mehreren Stellen leicht einstechen und wie die Kochwürste auf dem Grünkohl mitgaren.
Das Gericht schmeckt etwas leichter und ohne die zusätzliche Schmalznote.
Das Öl zum Dünsten der Zwiebeln in gleicher Menge verwenden.
Die Bindung wird glatter und weniger körnig.
Mit wenig kaltem Wasser anrühren und gegen Ende der Schmorzeit portionsweise einrühren.
Die Brühe abmessen und den Topf während des Schmorens geschlossen halten.
Den Kohl am Ende einige Minuten ohne Deckel weiterköcheln lassen oder etwas zusätzliche Haferflocken einrühren.
Nur leicht einstechen und bei niedriger Hitze zugedeckt mitgaren.
Aufgeplatzte Würste vorsichtig aus dem Topf nehmen und beim Servieren in Stücke schneiden.
Bei mittlerer Hitze arbeiten und die Kartoffeln regelmäßig wenden.
Bei stark verbranntem Zucker die Pfanne wechseln und die Kartoffeln ohne anhaftende dunkle Stellen neu erwärmen.
Den Essig am Ende schrittweise einrühren und zwischendurch probieren.
Mit etwas zusätzlichem Grünkohl oder Brühe ausgleichen und kurz weiter erhitzen.
Eine fleischfreie Variante mit kräftiger Gemüsebrühe und geräucherten vegetarischen Würsten.
Der Grünkohl wird ohne zusätzliche Flocken gegart und bleibt etwas lockerer und flüssiger.
Den Grünkohl mit Kasseler und Kochwurst am Vortag zubereiten und nach dem Abkühlen abgedeckt im Kühlschrank lagern. Die Kartoffeln möglichst erst am Serviertag kochen und karamellisieren.
Reste zügig abkühlen lassen, abgedeckt im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3 Tagen verbrauchen. Kartoffeln und Grünkohl möglichst getrennt aufbewahren.
Nicht mehrfach vollständig erwärmen; nur die benötigte Menge entnehmen.
Der Grünkohl mit Fleisch lässt sich grundsätzlich einfrieren, die Kartoffeln verlieren nach dem Auftauen jedoch deutlich an Konsistenz; deshalb wird das Einfrieren dieses vollständigen Gerichts nicht empfohlen.
Häufig gefragt
Ja. Der Grünkohl mit Kasseler und Kochwurst kann bis zu 24 Stunden vorher zubereitet und gekühlt aufbewahrt werden. Die Kartoffeln schmecken frisch karamellisiert am besten.
Geeignet sind Kochwürste oder Mettenden. Als Alternative können geräucherte Bratwürste verwendet werden; sie schmecken etwas kräftiger.
Die Haferflocken binden einen Teil der Flüssigkeit und geben dem geschmorten Kohl eine leicht sämige Konsistenz.
Der Apfelessig kommt erst am Ende zum fertigen Grünkohl. So lässt sich die Säure besser dosieren und der Geschmack bleibt frisch.
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