Rehkeule beziehen
Rehkeule ist bei Wildmetzereien, regionalen Jägerinnen und Jägern, gut sortierten Hofläden oder Wildbretständen erhältlich.
Wildgericht aus Rheinland-Pfalz
Zarte Rehkeule wird in einer würzigen Rotwein-Essig-Beize mariniert, kräftig angebraten und mit Wildfond, Backpflaumen und Soßenlebkuchen zu einer aromatischen Soße geschmort. Kartoffelklöße und Apfelrotkohl ergänzen das Wildgericht zu einer vollständigen Mahlzeit.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Kräftiges Rehfleisch, würzige Rotwein-Essig-Beize und die fruchtige Süße von Backpflaumen verbinden sich in diesem herzhaften Rehsauerbraten. Die Kombination aus geschmorter Rehkeule, sämiger Soße, Kartoffelklößen und Apfelrotkohl passt besonders gut zu kühlen Tagen und zur Herbst- und Jagdsaison.
Die Rehkeule ist aromatisch und zart, die Soße dunkel, würzig und sämig mit fruchtiger Süße. Dazu kommen weiche Kartoffelklöße mit buttrigen Röstbröseln und ein säuerlich-fruchtiger Apfelrotkohl.
Schritt für Schritt
Zwiebeln, Möhre, Sellerie und Lauch grob würfeln, den Knoblauch andrücken. Rotwein, Rotweinessig und Wasser in einem großen verschließbaren Gefäß mischen. Gemüse, Knoblauch, Lorbeer, Wacholder, Piment, Nelken, Pfefferkörner und Thymian hinzufügen. Die Rehkeule hineinlegen, abdecken und 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank marinieren.
Wichtig: Die rohe Rehkeule ausschließlich im Kühlschrank marinieren.
Kartoffeln schälen, in Salzwasser weich kochen und ausdampfen lassen. Noch warm durch die Kartoffelpresse drücken und vollständig abkühlen lassen. Ei, Kartoffelstärke, Salz und Muskat unterkneten und aus der Masse zwölf Klöße formen.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht durchstechen; die Kloßmasse ist formbar und klebt nur wenig.
Rotkohl fein schneiden, Apfel und Zwiebel würfeln. Butter in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Apfel darin glasig dünsten. Rotkohl, Wasser, Essig, Zucker, Lorbeer und Nelken dazugeben, salzen und zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 45 Minuten schmoren. Zwischendurch umrühren.
Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber noch leicht bissfest, und die Flüssigkeit ist weitgehend aufgenommen.
Die Rehkeule aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen und auffangen; das Gemüse beiseitestellen. Den Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Wichtig: Rohes Wildfleisch und gegarte Zutaten mit getrennten oder gründlich gereinigten Arbeitsutensilien handhaben.
Öl in einem Bräter erhitzen. Speck und Rehkeule rundum kräftig anbraten, dann beides herausnehmen. Das abgetropfte Gemüse im Bräter anrösten. Tomatenmark einrühren und kurz mitrösten.
Daran erkennst du es: Die Rehkeule ist rundum gebräunt und das Gemüse zeigt deutliche Röstaromen.
Mit 500 ml der aufgefangenen Beize ablöschen und etwas einkochen lassen. Wildfond angießen. Rehkeule und Speck zurück in den Bräter legen, Backpflaumen hinzufügen und den Bräter abdecken. Die Rehkeule im Ofen etwa 80 bis 90 Minuten schmoren, bis sie weich ist. Währenddessen können die Klöße vorbereitet oder der Rotkohl warm gehalten werden.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist weich und lässt sich mit einem Messer leicht prüfen; die Schmorflüssigkeit ist aromatisch eingekocht.
Die Klöße portionsweise in siedendes Salzwasser geben. Sobald sie an die Oberfläche steigen, die Hitze reduzieren und die Klöße noch etwa 15 Minuten ziehen lassen. Butter in einer Pfanne schmelzen, Semmelbrösel darin goldbraun rösten und über die Klöße geben.
Daran erkennst du es: Die Klöße steigen zunächst auf und sind nach der Ziehzeit durchgehend fest, aber weich.
Die Rehkeule aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Speck entfernen. Die Soße durch ein Sieb gießen und das Gemüse leicht ausdrücken. Die Soße zurück in den Topf geben. Soßenlebkuchen fein zerbröseln, einrühren und die Soße bei kleiner Hitze etwa 8 Minuten sämig einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Soße ist sämig und haftet leicht am Löffel.
Die Rehkeule quer zur Faser in Scheiben schneiden. Mit der Backpflaumensoße, Kartoffelklößen und Apfelrotkohl anrichten und sofort servieren.
Gut zu wissen
Rehkeule ist bei Wildmetzereien, regionalen Jägerinnen und Jägern, gut sortierten Hofläden oder Wildbretständen erhältlich.
Wildfond gibt es häufig im Glas oder tiefgekühlt. Ungesalzene Rinderbrühe ist möglich, macht die Soße aber weniger wildtypisch.
Soßenlebkuchen ist besonders in der Adventszeit erhältlich. Trockene Printen können ebenfalls verwendet werden; die Würzung und Bindung verändern sich leicht.
Die Soße und das Gericht schmecken kräftiger; das Fleisch kann bei gleicher Garzeit etwas fester bleiben.
Die Hirschkeule wie die Rehkeule marinieren, anbraten und schmoren. Die Zartheit gegen Ende der Schmorzeit prüfen.
Die Soße erhält weniger ausgeprägte Wildaromen.
Die ungesalzene Rinderbrühe anstelle des Wildfonds angießen und erst am Ende abschmecken.
Die Bindung bleibt ähnlich, die Soße kann etwas anders gewürzt schmecken.
Printen fein zerbröseln und wie den Soßenlebkuchen in die passierte Soße einrühren.
Die Keule vor dem Anbraten sorgfältig trocken tupfen und den Bräter mit dem Öl gut vorheizen.
Die Keule herausnehmen, den Bräter wieder erhitzen und das Fleisch portionsweise nachbräunen.
Kartoffeln gut ausdampfen und vollständig abkühlen lassen, bevor Ei und Stärke untergeknetet werden.
Etwas zusätzliche Kartoffelstärke unterkneten und zuerst einen Probekloß garen.
Die Soße nach dem Einrühren des Soßenlebkuchens bei kleiner Hitze sämig einkochen lassen.
Weitere kleine Mengen fein zerbröselten Soßenlebkuchens einrühren und die Soße kurz weiterköcheln lassen.
Die Beize nur etwas einkochen lassen und die Soße erst nach dem Binden abschmecken.
Die Soße mit etwas Fond verdünnen und vorsichtig weiter abschmecken.
Die Rehkeule wird durch eine ausgelöste Hirschkeule ersetzt.
Trockene Printen übernehmen die bindende und würzende Funktion des Soßenlebkuchens.
Die Rehkeule kann bis zu 24 Stunden vor dem Schmoren in der Beize mariniert werden. Auch der Rotkohl lässt sich vorbereiten und später langsam erwärmen.
Abgekühltes Fleisch, Soße und Beilagen getrennt oder gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Die Speisen nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen.
Vor dem Kühlen zügig abkühlen lassen und beim Aufwärmen vollständig durcherhitzen.
Häufig gefragt
Die Rehkeule sollte 12 bis 24 Stunden abgedeckt im Kühlschrank in der Rotwein-Essig-Beize liegen.
Ja. Ungesalzene Rinderbrühe ist eine mögliche Alternative, macht die Soße aber weniger ausgeprägt wild.
Trockene Printen können in gleicher Menge verwendet werden. Die Bindung bleibt ähnlich, der Geschmack verändert sich leicht.
Aus der angegebenen Kartoffelmasse werden zwölf Klöße geformt, also etwa drei Klöße pro Portion.
Unabhängig von Google Analytics verwenden wir eine cookielose, selbst betriebene Reichweitenstatistik mit Plausible. Sie erhält keine Kontodaten, Suchbegriffe oder URL-Parameter. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
Aus unserer Küche
Kommentare zum Rezept
Wie hat es dir geschmeckt? Teile deine Erfahrungen oder stelle eine Frage.
Kommentare werden geladen …