Gans nach sächsischer Art mit Apfel-Zwiebel-Füllung

Geflügelbraten nach sächsischer Art

Festlicher Gänsebraten mit säuerlichen Äpfeln, Zwiebeln und BeifußGetrockneter Beifuß ist ein herb-würziges Küchenkraut, das besonders zu fetten Speisen, Geflügel und kräftigen Gemüsegerichten passt. gefüllt, dazu geschmorter Rotkohl, Kartoffelklöße und eine kräftige Bratensoße.

Zum Rezept
Gans nach sächsischer Art mit Apfel-Zwiebel-Füllung
Vorbereitung 75 Minuten
Kochen / Backen 3 Std. 10 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 20 Minuten
Gesamtzeit ca. 4 Std. 30 Min.
Menge 6 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Geflügel, Gemüse, Obst, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Kochen in Flüssigkeit, Rösten und Ofenbraten, Sanftes Köcheln, Schmoren
Anlasskontext Feierlicher Anlass
Würzanwendung Während des Garens bestreichen oder begießen
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die säuerlichen Äpfel bringen Frische und balancieren das kräftige Gänsefett.
  • Langsames Braten mit mehreren Temperaturstufen gart das Fleisch durch und unterstützt eine knusprige Haut.
  • Rotkohl, Klöße und Bratensoße bilden eine klassische Kombination aus Säure, Stärke und herzhafter Tiefe.
  • Beifuß verleiht der Füllung eine herbe, würzige Note.

Gans nach sächsischer Art verbindet knusprig gebräunte Haut mit einer aromatischen Füllung aus Äpfeln, Zwiebeln und Beifuß. Rotkohl, Kartoffelklöße und die aus dem Bratensatz gebundene Soße ergänzen den Braten zu einer vollständigen, bodenständigen Festmahlzeit.

Die Haut wird zum Schluss goldbraun und knusprig, während das Fleisch saftig und kräftig aromatisch bleibt. Die Apfel-Zwiebel-Füllung schmeckt würzig und leicht fruchtig, der Rotkohl süß-säuerlich, die Klöße weich mit gerösteter Brotfüllung und die Soße vollmundig.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Gans vorbereiten und braten

  1. Gans füllen

    Die Gans innen und außen kalt abspülen und gründlich trocken tupfen. Überschüssiges Fett am Bürzel entfernen. Die Gans innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben. Äpfel und die drei für die Füllung vorgesehenen Zwiebeln grob würfeln, mit frischem oder getrocknetem Beifuß mischen und die Gans locker damit füllen. Die Öffnung mit Küchengarn oder Holzspießen verschließen.

    25 Minuten
    • Die Füllung nicht fest hineinstopfen, damit die Hitze zirkulieren kann.

    Wichtig: Rohes Geflügel getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.

  2. Erste Bratphase

    Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Gans mit der Brustseite nach unten in den Bräter legen, 500 ml heißes Wasser angießen und 45 Minuten braten.

    45 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Die Haut beginnt zu bräunen und Fett tritt aus.

    • Den Bräter so wählen, dass die Gans nicht dicht an den Wänden anliegt.
  3. Gans wenden und weiterbraten

    Die Gans wenden, die Haut an Brust und Keulen vorsichtig einstechen und weitere 90 bis 120 Minuten bei 180 °C braten. Zwischendurch austretendes Fett abschöpfen und die Gans mit dem Bratensaft übergießen. Falls der Bräter trocken wird, etwas Geflügelfond nachgießen. Während dieser längeren Garphase können Rotkohl und Kartoffelklöße parallel vorbereitet werden.

    105 Minuten 180 °C

    Daran erkennst du es: Die Gans ist weitgehend durchgegart, die Keulen lassen sich bereits etwas bewegen.

    • Beim Einstechen nur die Haut und die Fettschicht anstechen, nicht tief in das Fleisch schneiden.
  4. Haut knusprig bräunen und ruhen lassen

    Für eine knusprige Haut die Ofentemperatur auf 220 °C erhöhen und die Gans 15 bis 20 Minuten weiterbraten. Sie ist gar, wenn sich die Keulen leicht bewegen lassen und das Fleisch an der dicksten Stelle vollständig durchgegart ist. Die Gans vor dem Tranchieren etwa 20 Minuten ruhen lassen.

    38 Minuten 220 °C

    Daran erkennst du es: Die Haut ist goldbraun und knusprig; die Keulen lassen sich leicht bewegen.

    • Die Ruhezeit verbessert die Saftverteilung und erleichtert das Tranchieren.

Rotkohl und Kartoffelklöße

  1. Rotkohl vorbereiten und schmoren

    Die äußeren Blätter und den Strunk entfernen, den Kohl fein schneiden und die Zwiebel würfeln. Äpfel schälen, vierteln und in kleine Stücke schneiden. Gänsefett oder Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Zucker kurz anschwitzen, dann Rotkohl und Äpfel zufügen. Mit Apfelessig und Apfelsaft ablöschen. Nelken und Lorbeerblatt zugeben, den Kohl salzen und pfeffern und zugedeckt etwa 60 Minuten bei kleiner Hitze schmoren. Die Gewürze vor dem Servieren entfernen.

    70 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht vollständig zerfallen, und schmeckt süß-säuerlich.

    • Bei Bedarf während des Schmorens einen kleinen Schluck Wasser ergänzen.
  2. Kartoffeln garen und vorbereiten

    1 kg Kartoffeln in der Schale weich kochen, abgießen, ausdampfen lassen, pellen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die übrigen 500 g Kartoffeln schälen, fein reiben und in einem sauberen Tuch sehr kräftig ausdrücken. Die Flüssigkeit kurz stehen lassen, das Wasser abgießen und die abgesetzte Kartoffelstärke auffangen.

    40 Minuten

    Daran erkennst du es: Die gekochten Kartoffeln lassen sich leicht durchstechen und pressen.

    • Die gekochten Kartoffeln noch warm pressen, damit der Teig später gleichmäßig wird.
  3. Kloßteig herstellen und Klöße füllen

    Gekochte Kartoffeln, rohe Kartoffelmasse, aufgefangene Kartoffelstärke, Kartoffelstärke, Ei, Salz und Muskat zu einem glatten Teig verkneten. Weißbrot würfeln und in der Hälfte der Butter goldbraun rösten. Aus dem Kartoffelteig acht Klöße formen und jeweils einige Brotwürfel in die Mitte geben.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist formbar und hält beim Rollen zusammen.

    • Die Klöße mit leicht angefeuchteten Händen formen, damit der Teig weniger klebt.
  4. Klöße gar ziehen lassen

    Einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen, die Klöße einlegen und die Hitze so weit reduzieren, dass das Wasser nur noch leicht siedet. Die Klöße 20 bis 25 Minuten gar ziehen lassen. Die restliche Butter schmelzen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße steigen auf und sind beim Herausheben fest, aber noch weich.

    • Das Wasser nicht sprudelnd kochen lassen, damit die Klöße nicht aufreißen.

Soße und Anrichten

  1. Bratensoße binden

    Den Bratensatz durch ein Sieb in einen Topf gießen und das Fett abheben. Den Bratensatz mit dem restlichen Geflügelfond aufkochen und einige Minuten einkochen lassen. Speisestärke mit kaltem Wasser glatt rühren, in die kochende Soße geben und kurz binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    12 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Soße ist leicht gebunden und überzieht die Rückseite eines Löffels.

    • Die Stärke erst vollständig glatt rühren, damit keine Klümpchen entstehen.
  2. Tranchieren und servieren

    Die Gans tranchieren und mit Rotkohl, Kartoffelklößen und Bratensoße anrichten. Die Klöße nach Wunsch mit der geschmolzenen Butter beträufeln.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Portionen sind angerichtet und die Soße wird heiß serviert.

    • Die Gans quer zur Faser tranchieren und etwas von der knusprigen Haut auf jede Portion geben.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Mengenhinweis zur Füllung: Die Zutatenliste führt drei Zwiebeln für die Füllung auf, während der Ausgangsschritt zwei Zwiebeln nennt. Diese strukturierte Fassung bewahrt den belegten Listenwert von drei Zwiebeln und verwendet alle drei für die Füllung.
  • Arbeiten parallel ausführen: Rotkohl und die Vorbereitung der Kartoffelklöße können während der langen Bratphase der Gans zubereitet werden. Dadurch verkürzt sich die tatsächliche verstrichene Gesamtzeit gegenüber einer rein nacheinander ausgeführten Zubereitung.
  • Beifuß dosieren: Frischen und getrockneten Beifuß nicht gleichzeitig verwenden. Eine der beiden angegebenen Varianten für die Füllung auswählen.
  • Wasser nur leicht sieden lassen: Zu stark sprudelndes Wasser kann die Kartoffelklöße aufreißen. Die Klöße deshalb nur in leicht siedendem Wasser gar ziehen lassen.

Zutatenwissen

Beifuß

Beifuß gibt dem Gänsebraten eine herbe, würzige Note. Frische Zweige sind saisonal auf Wochenmärkten und in gut sortierten Kräuterabteilungen erhältlich; getrockneter Beifuß wird in Gewürzgeschäften und teilweise in Reformhäusern geführt.

Säuerliche Äpfel

Säuerliche Äpfel bringen Frische in die kräftige Gans und unterstützen den süß-säuerlichen Charakter des Rotkohls.

Kartoffelsorte

Mehligkochende Kartoffeln geben dem Kloßteig genügend Stärke und sorgen für eine weiche, formbare Struktur.

Sinnvolle Alternativen

Majoran

Die Füllung schmeckt milder und weniger herb als mit Beifuß.

Beifuß durch Majoran ersetzen und die Menge nach gewünschter Intensität dosieren.

Butter

Der Rotkohl erhält ein milderes, weniger ausgeprägt gänsefettiges Aroma.

Die angegebene Menge Gänsefett vollständig durch Butter ersetzen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Füllung sitzt dicht und die Gans gart ungleichmäßig.

Die Füllung nur locker einlegen und die Öffnung anschließend verschließen.

Falls die Gans außen stark bräunt, die Temperatur reduzieren und die Garzeit mit dem Garzustand des Fleisches abgleichen.

Bratensatz oder Haut verbrennen.

Den Bräter während der zweiten Garphase regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf Geflügelfond ergänzen.

Verbrannte Bestandteile nicht in die Soße geben; nur den nicht angebrannten Teil des Bratensatzes verwenden.

Die Kartoffelklöße zerfallen im Wasser.

Die Klöße nur leicht siedend gar ziehen lassen und den Teig glatt verkneten.

Die übrige Kloßmasse mit etwas zusätzlicher Kartoffelstärke stabilisieren, bevor weitere Klöße geformt werden.

Die Soße enthält StärkeKlumpen.

Speisestärke und kaltes Wasser vollständig verrühren und erst dann in die kochende Soße geben.

Die Soße durch ein feines Sieb passieren und nochmals kurz aufkochen.

Varianten

Mildere Kräuterfüllung

Beifuß wird durch Majoran ersetzt, wodurch die Füllung milder und weniger herb ausfällt.

Rotkohl mit Butter

Der Rotkohl wird vollständig mit Butter statt Gänsefett angesetzt.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch mit Rotkohl und Klößen: Gans mit Rotkohl, Kartoffelklößen und reichlich Bratensoße servieren. Die Klöße nach Wunsch mit geschmolzener Butter beträufeln.
  • Soße separat reichen: Die Bratensoße in einer Sauciere auf den Tisch stellen, damit jede Person die Menge selbst bestimmen kann.

Planen und Reste genießen

Einfrieren

Die Qualität von knuspriger Haut, Klößen und Rotkohl nach dem Einfrieren ist für diese Rezeptfassung nicht näher festgelegt.

Allergene und Nährwerte

  • Eier: enthält · Das Ei wird für den Kartoffelkloßteig verwendet.
  • Milch: enthält · Butter ist im Kloßteig beziehungsweise zum Rösten und Beträufeln vorgesehen; bei der optionalen Fettwahl kann sie auch im Rotkohl verwendet werden.
  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Weißbrot wird als Füllung in die Kartoffelklöße gegeben.

Lebensmittelsicherheit

  • Durchgaren der Gans: Die Gans vollständig durchgaren und erst tranchieren, wenn das Fleisch an der dicksten Stelle durchgegart ist.
  • Hygiene bei rohem Geflügel: Rohes Geflügel getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Hände, Messer, Brett sowie Arbeitsflächen danach gründlich reinigen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Beifuß ersetzen?

Ja. Majoran ist als mildere Alternative genannt. Die Füllung schmeckt dann weniger herb.

Wie lange muss die Gans braten?

Die Rezeptfassung sieht 45 Minuten bei 200 °C, anschließend 90 bis 120 Minuten bei 180 °C und zum Schluss 15 bis 20 Minuten bei 220 °C vor. Entscheidend ist der Garzustand des Fleisches, nicht allein die Uhrzeit.

Warum dürfen Kartoffelklöße nicht sprudelnd kochen?

Bei stark sprudelndem Wasser können die Klöße aufreißen oder zerfallen. Sie sollten nur leicht siedend gar ziehen.

Aus unserer Küche

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