Wildschweinbraten mit Steinpilzsoße

Wildbraten aus Baden-Württemberg

Zarter Wildschweinbraten mit kräftiger Steinpilzsoße, handgemachten Spätzle und fruchtigem Rotkohl.

Zum Rezept
Wildschweinbraten mit Steinpilzsoße
Vorbereitung 60 Minuten
Kochen / Backen 5 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 6 Stunden
Menge 4 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Obst, Pilze, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Rösten und Ofenbraten, Sanftes Köcheln, Schmoren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das kräftige Wildschwein wird durch Rösten, Rotwein und einen selbst gekochten Wildfond besonders aromatisch.
  • Getrocknete Steinpilze verstärken die erdige Tiefe der Soße und ergänzen das Wildaroma.
  • Fruchtiger Rotkohl und weiche Spätzle setzen ausgewogene süß-säuerliche und milde Kontraste zum Schmorbraten.

Wildschweinbraten mit Steinpilzsoße, Spätzle und Rotkohl verbindet langsam geschmortes Wild mit einem aromatischen Fond aus gerösteten Knochen, Wurzelgemüse, Rotwein und Gewürzen. SteinpilzeBeliebter Wildpilz mit festem Fleisch und nussigem Aroma, der zu den Röhrlingen gehört. geben der Soße Tiefe, während Spätzle und Rotkohl die herzhafte Tellerkombination abrunden.

Der Braten ist zart und würzig, die Soße dunkel, vollmundig und erdig mit deutlicher Steinpilznote. Dazu kommen weiche, leicht muskatige Spätzle und saftig-fruchtiger Rotkohl mit feiner Säure.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Wildschweinbraten und Steinpilzsoße

  1. Steinpilze einweichen

    Die getrockneten Steinpilze mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 20 Minuten quellen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abgießen und das Einweichwasser auffangen.

    20 Minuten
    • Das Einweichwasser vollständig auffangen; es bringt zusätzliches Pilzaroma in die Soße.
  2. Knochen rösten

    Den Backofen auf 220 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Wildknochen mit 1 EL des Rapsöls oder Butterschmalzes in einem Bräter verteilen und etwa 25 Minuten kräftig rösten.

    25 Minuten 220 °C

    Daran erkennst du es: Die Knochen sind kräftig gebräunt.

    • Die Knochen nicht zu dicht stapeln, damit sie gleichmäßig bräunen.

    Wichtig: Beim Herausnehmen des heißen Bräters Ofenhandschuhe verwenden.

  3. Gemüse anrösten und ablöschen

    Die Hälfte von Möhren, Zwiebeln, Lauch und Sellerie grob würfeln. Das Gemüse in einem großen Topf mit dem restlichen Öl anrösten. 1 EL Tomatenmark einrühren, kurz mitrösten und mit 100 ml Rotwein ablöschen. Den Wein fast vollständig einkochen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist leicht gebräunt und der Wein weitgehend eingekocht.

    • Das Gemüse portionsweise anrösten, falls der Topf sonst zu voll ist.
  4. Wildfond kochen

    Die gerösteten Knochen, die angedrückte Knoblauchzehe, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Nelken, Paprikapulver und Muskatnuss zum Gemüse geben. Mit 1,5 l Wasser auffüllen und den Fond bei kleiner Hitze etwa 2 Stunden leise köcheln lassen. Danach durch ein Sieb gießen und den Fond auffangen.

    2 Stunden

    Daran erkennst du es: Der Fond ist aromatisch und leicht konzentriert.

    • Während des Köchelns gelegentlich prüfen, ob noch ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist.

    Wichtig: Heißen Fond vorsichtig durch das Sieb gießen.

  5. Braten anbraten

    Das WildschweinfleischAromatisches, meist dunkelrotes Wildbret vom Wildschwein mit festerer Struktur als gewöhnliches Schweinefleisch. trocken tupfen, rundum salzen und pfeffern. In einem Schmortopf im verbliebenen Öl von allen Seiten kräftig anbraten. Das restliche gewürfelte Gemüse dazugeben und 5 Minuten mitrösten. Das übrige Tomatenmark einrühren, mit dem restlichen Rotwein ablöschen und kurz einkochen lassen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum gebräunt und das Gemüse leicht angeröstet.

    • Das Fleisch erst wenden, wenn es sich leicht vom Topfboden löst.

    Wichtig: Rohes Wildfleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Hände sowie Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.

  6. Braten schmoren

    700 ml Wildfond angießen, den Topf abdecken und den Braten im Backofen bei 160 °C Ober- und Unterhitze etwa 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden 15 Minuten schmoren. Das Fleisch ist fertig, wenn es weich ist und im Kern mindestens 70 °C für 2 Minuten erreicht. Den Braten anschließend 10 Minuten ruhen lassen.

    2 Std. 15 Min. 160 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist weich und erreicht im Kern mindestens 70 °C für 2 Minuten.

    • Während der Schmorzeit kann der Rotkohl vorbereitet und gegart werden.

    Wichtig: Die Kerntemperatur an der dicksten Stelle messen; nach dem Garen 10 Minuten ruhen lassen.

  7. Steinpilzsoße vollenden

    Das Fleisch aus dem Topf nehmen. Den Schmorfond mit dem Gemüse pürieren und durch ein Sieb streichen. Die eingeweichten Steinpilze grob hacken und zusammen mit dem gefilterten Einweichwasser zur Soße geben. Alles 10 Minuten einkochen lassen, die Sahne einrühren und mit einer Mischung aus Speisestärke und kaltem Wasser leicht binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Soße ist leicht gebunden und überzieht den Löffel dünn.

    • Die Stärke zuerst mit kaltem Wasser glatt rühren, damit keine Klümpchen entstehen.

Rotkohl

  1. Rotkohl vorbereiten

    Die äußeren Blätter entfernen, den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Kohl fein schneiden. Die Zwiebel würfeln, die Äpfel schälen und grob raspeln.

    15 Minuten
    • Fein geschnittener Rotkohl wird gleichmäßiger weich.
  2. Rotkohl schmoren

    Öl oder Butterschmalz in einem Topf erhitzen, die Zwiebel darin glasig dünsten und den Zucker kurz karamellisieren lassen. Rotkohl und Äpfel dazugeben. Mit Rotwein, Wasser und Rotweinessig ablöschen. Zimtstange und Nelken hinzufügen, salzen und den Rotkohl zugedeckt bei kleiner Hitze 75 bis 90 Minuten weich schmoren. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf etwas Wasser ergänzen. Vor dem Servieren die Gewürze entfernen.

    90 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht zerfallen, und süß-säuerlich abgeschmeckt.

    • Während des Schmorens gelegentlich umrühren und bei Bedarf schluckweise Wasser ergänzen.

    Wichtig: Den Topf beim Öffnen vorsichtig öffnen, da heißer Dampf austritt.

Spätzle und Servieren

  1. Spätzleteig anrühren

    Mehl, Eier, Wasser, Salz und Muskatnuss zu einem zähen Teig verrühren. Den Teig mit einem Kochlöffel kräftig schlagen, bis er Blasen wirft, und 10 Minuten ruhen lassen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist zäh und wirft beim Schlagen Blasen.

    • Der Teig darf zäh sein; bei zu flüssigem Teig werden die Spätzle schwer zu formen.
  2. Spätzle garen

    Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Spätzleteig portionsweise durch eine Spätzlepresse oder einen Spätzlehobel ins Wasser geben. Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen, mit einem Schaumlöffel herausheben und kurz in kaltem Wasser abschrecken. Abtropfen lassen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Spätzle steigen an die Oberfläche und sind elastisch.

    • Die Spätzle portionsweise garen, damit das Wasser weiterkocht.

    Wichtig: Vorsicht vor spritzendem kochendem Wasser.

  3. Erwärmen und servieren

    Die Butter in einer großen Pfanne schmelzen und die Spätzle darin erwärmen. Den Wildschweinbraten in Scheiben schneiden und in der Steinpilzsoße kurz heiß werden lassen. Mit Spätzle und Rotkohl servieren.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Spätzle und Fleisch sind vollständig heiß.

    • Den Braten quer zur Faser in Scheiben schneiden und etwas Soße darübergeben.

    Wichtig: Reste nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Abläufe verbinden: Während der Wildfond köchelt, können Rotkohl und später der Spätzleteig vorbereitet werden. Der Rotkohl kann während der Schmorzeit des Bratens garen.
  • Fond dosieren: Für den Braten werden 700 ml des gekochten Wildfonds verwendet. Überschüssiger Fond kann für die Soße oder eine spätere Verwendung zurückbehalten werden.
  • Garprobe beim Wild: Die angegebene Kerntemperatur an der dicksten Stelle des Bratens messen. Zusätzlich sollte das Fleisch weich sein, bevor es ruht und aufgeschnitten wird.

Zutatenwissen

Wildschweinfleisch einkaufen

Wildschweinfleisch ist bei regionalen Wildbrethändlern, in Metzgereien mit Wildabteilung oder über örtliche Jägerschaften erhältlich. Rehschulter ist eine mildere und magerere Alternative.

Wildknochen für den Fond

Wildknochen sind bei Wildbrethändlern und manchen Metzgereien auf Bestellung erhältlich. Rinderknochen können ersatzweise verwendet werden, ergeben aber einen kräftigeren und weniger wildaromatischen Fond.

Getrocknete Steinpilze

Getrocknete Steinpilze sind in gut sortierten Supermärkten, auf Wochenmärkten und im Feinkosthandel erhältlich. Frische oder tiefgekühlte Steinpilze benötigen kein Einweichwasser und schmecken etwas feiner.

Sinnvolle Alternativen

Rehschulter

Das Fleisch schmeckt milder und ist meist magerer.

Rehschulter wie das Wildschweinfleisch anbraten und schmoren; die Garprobe über Weichheit und Kerntemperatur durchführen.

Rinderknochen

Der Fond wird kräftiger und weniger wildaromatisch.

Die Rinderknochen ebenso rösten und für den Fond verwenden.

Frische oder tiefgekühlte Steinpilze

Das Pilzaroma wirkt feiner; Einweichwasser entfällt.

Die Pilze direkt zur Soße geben und die Soße bei Bedarf mit etwas zusätzlichem Wildfond abschmecken.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Soße schmeckt dünn oder wenig aromatisch.

Knochen und Gemüse deutlich bräunen und den Fond leise, aber ausreichend lange köcheln lassen.

Die Soße länger einkochen lassen und anschließend mit der angerührten Speisestärke leicht binden.

Das Fleisch ist trocken oder fest.

Den Bräter abdecken, die Flüssigkeit kontrollieren und die Kerntemperatur sowie die Weichheit prüfen.

Das Fleisch in der Soße bei niedriger Hitze noch etwas nachziehen lassen und dünn aufschneiden.

Die Spätzle zerfallen im Wasser.

Einen zähen Teig schlagen und die Spätzle portionsweise in sprudelnd kochendes Wasser geben.

Etwas Mehl unter den Teig schlagen und vor der nächsten Portion erneut prüfen.

Der Rotkohl schmeckt unausgewogen süß.

Den Zucker nur kurz karamellisieren und den Rotweinessig vollständig einarbeiten.

Mit etwas Rotweinessig nachwürzen und kurz weiter schmoren.

Varianten

Mit Kartoffeln statt Spätzle

Die Spätzle werden durch Salzkartoffeln oder Kartoffelklöße ersetzt.

Steinpilzsoße ohne Sahne

Die Soße wird ohne Sahne zubereitet und mit Fond sowie Speisestärke gebunden.

Mit frischen Steinpilzen

Frische Steinpilze ersetzen die getrockneten Pilze und werden direkt in die fertige Soße gegeben.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch mit Spätzle und Rotkohl: Den Braten in Scheiben mit reichlich Steinpilzsoße, weichen Spätzle und fruchtigem Rotkohl anrichten.
  • Mit Kartoffelbeilage: Statt Spätzle passen Salzkartoffeln oder Kartoffelklöße besonders gut zur kräftigen Soße.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Wildfond und Rotkohl können am Vortag zubereitet werden. Den Braten ebenfalls vorgaren, rasch abkühlen, gekühlt aufbewahren und am nächsten Tag in der Soße langsam erhitzen. Spätzle möglichst frisch zubereiten.

Aufbewahren

Braten, Soße und Rotkohl getrennt oder zusammen rasch abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Spätzle abgedeckt separat lagern.

Gekochte Speisen nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen.

Aufwärmen

  • Topf oder Schmortopf: Braten, Soße und Rotkohl bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam und unter gelegentlichem Rühren vollständig erhitzen. Bei Bedarf etwas Fond oder Wasser ergänzen.
  • Pfanne für Spätzle: Spätzle mit etwas Butter oder einem kleinen Schuss Wasser in einer großen Pfanne unter Wenden erwärmen.

Allergene und Nährwerte

  • Gluten: enthält · Das Rezept enthält Weizenmehl für die Spätzle.
  • Eier: enthält · Die Spätzle werden mit Eiern zubereitet.
  • Milch: enthält · Sahne und Butter sind im Rezept enthalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Welches Stück Wildschwein eignet sich am besten?

Geeignet sind Schulter, Hals oder Keule. Wichtig ist ein ausreichend großes Stück, das sich zum langsamen Schmoren eignet.

Kann ich die Spätzle ersetzen?

Ja. Salzkartoffeln oder Kartoffelklöße passen ebenfalls sehr gut zur Steinpilzsoße und zum Rotkohl.

Kann ich frische Steinpilze verwenden?

Ja. Frische oder tiefgekühlte Steinpilze können direkt in die Soße gegeben werden; das Einweichwasser entfällt.

Kann ich den Wildfond vorher zubereiten?

Ja. Der Fond lässt sich vorbereiten und bis zur weiteren Verwendung gekühlt aufbewahren.

Aus unserer Küche

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