Apfelwein auswählen
Ein trockener oder herber Apfelwein hält die Beize ausgewogen. Für eine alkoholfreie Variante kann naturtrüber Apfelsaft verwendet werden; die Beize wird dadurch milder und süßer.
Hessisches Schmorgericht
Zarter Rinderschmorbraten, der 48 bis 72 Stunden in einer säuerlich-fruchtigen Beize aus Apfelwein, Apfelessig und Wurzelgemüse ruht. Dazu gibt es eine dunkle, sämige Sauce, Apfelrotkohl und Kartoffelklöße.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Eine hessische Sauerbraten-Variante verbindet kräftige Rinderschulter mit der herben Fruchtigkeit von Apfelwein und der klaren Säure von Apfelessig. Nach zwei bis drei Tagen in der Beize wird das Fleisch langsam geschmort und anschließend mit einer gebundenen Sauce, Apfelrotkohl und Kartoffelklößen serviert.
Der Braten ist weich und saftig, die Sauce dunkel, würzig und leicht säuerlich. Apfelwein und Apfelessig sorgen für eine herbe Fruchtnote, während Apfelrotkohl und Kartoffelklöße süßlich-fruchtige beziehungsweise mild-erdige Akzente ergänzen.
Schritt für Schritt
Zwiebeln, Möhren und Sellerie grob würfeln. Apfelwein, Apfelessig, Gemüse, Lorbeer, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Nelken, Zucker und Salz in einem Topf aufkochen. Die Beize anschließend vollständig abkühlen lassen.
Daran erkennst du es: Die Beize muss vor dem Kontakt mit dem rohen Fleisch vollständig kalt sein.
Wichtig: Die Beize vor der weiteren Verwendung vollständig abkühlen lassen.
Das Fleisch in eine verschließbare Schüssel legen, mit der kalten Beize übergießen und abgedeckt 48 bis 72 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Das Fleisch dabei einmal täglich wenden.
Daran erkennst du es: Das Fleisch bleibt während der gesamten Beizzeit vollständig von der Beize bedeckt und wird kalt gehalten.
Wichtig: Das rohe Fleisch abgedeckt und durchgehend gekühlt aufbewahren.
Das Fleisch aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen; Flüssigkeit und Gemüse getrennt auffangen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und im Butterschmalz rundum kräftig anbraten.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum deutlich gebräunt, ohne dass die Gewürze verbrennen.
Wichtig: Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch Hände, Brett und Tücher gründlich reinigen.
Das aufgefangene Beizgemüse zum Fleisch geben und einige Minuten mitbraten. Tomatenmark einrühren und kurz rösten. Mit der aufgefangenen Beize und der Rinderbrühe ablöschen. Den Bräter schließen und den Sauerbraten im vorgeheizten Backofen bei 160 °C Ober- und Unterhitze etwa 2½ bis 3 Stunden schmoren. Währenddessen den Apfelrotkohl und später die Kartoffelklöße zubereiten.
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht mit einer Gabel einstechen und ist weich.
Wichtig: Den Bräter vorsichtig öffnen, da heißer Dampf austreten kann.
Während der Braten schmort, die äußeren Blätter und den Strunk vom Rotkohl entfernen. Den Kohl fein schneiden, Äpfel und Zwiebel würfeln. Butter oder Schmalz erhitzen, Zwiebel und Zucker darin leicht karamellisieren. Rotkohl und Äpfel hinzufügen, mit Apfelessig und Wasser angießen, Nelken zugeben und zugedeckt 45 bis 60 Minuten weich schmoren. Mit Salz abschmecken.
Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht vollständig zerfallen, und schmeckt ausgewogen säuerlich-süß.
700 g Kartoffeln schälen, in Wasser weich kochen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Die übrigen 300 g Kartoffeln fein reiben und in einem sauberen Tuch kräftig ausdrücken. Beide Kartoffelmassen mit Ei, Kartoffelstärke, Salz und Muskat zu einem formbaren Teig verkneten.
Daran erkennst du es: Der Teig ist formbar und klebt nur wenig an den Händen.
Wichtig: Beim Abgießen und Pressen der heißen Kartoffeln vorsichtig arbeiten.
Aus dem Kartoffelteig acht Klöße formen. In einem großen Topf Wasser aufkochen, die Hitze reduzieren und die Klöße hineingeben. Sie sollen etwa 20 Minuten im nur leicht siedenden Wasser gar ziehen und sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen.
Daran erkennst du es: Die Klöße steigen an die Oberfläche und fühlen sich stabil an.
Wichtig: Die Klöße vorsichtig in das heiße Wasser geben.
Den fertigen Braten aus dem Bräter nehmen und abgedeckt warm halten. Lorbeerblätter und Nelken aus dem Sud entfernen. Gemüse und Sauce fein pürieren, den Soßenkuchen hineinbröseln und die Sauce unter Rühren etwa 10 Minuten leicht einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist sämig und haftet leicht am Löffel.
Wichtig: Beim Pürieren heißer Flüssigkeit Spritzschutz verwenden und den Pürierstab vollständig eintauchen.
Den Sauerbraten in Scheiben schneiden und mit der Sauce, dem Apfelrotkohl und den Kartoffelklößen servieren.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist quer zur Faser in saubere, zarte Scheiben geschnitten.
Gut zu wissen
Ein trockener oder herber Apfelwein hält die Beize ausgewogen. Für eine alkoholfreie Variante kann naturtrüber Apfelsaft verwendet werden; die Beize wird dadurch milder und süßer.
Soßenkuchen wird zum Binden in die pürierte Sauce gebröselt. Er bringt zusätzlich Würze und eine dunkle Farbe ein.
Die gekochten Kartoffeln geben den Klößen Bindung und Geschmeidigkeit, die rohe ausgedrückte Kartoffelmasse sorgt für eine festere Struktur.
Butter ergibt eine milde, rundere Note; Schmalz passt kräftiger zum Sauerbraten.
Die Beize wird milder und süßer und verliert die herbe Note des Apfelweins.
Apfelsaft im gleichen Volumen verwenden und die Sauce am Ende besonders sorgfältig abschmecken.
Die Sauce wird weniger würzig und etwas süßer als mit Soßenkuchen.
Mehl und Rübenkraut zunächst glatt verrühren, in die pürierte Sauce geben und gründlich einkochen lassen.
Butter schmeckt milder, Schmalz kräftiger und herzhafter.
Das gewählte Fett in gleicher Menge verwenden.
Die Beize vor dem Einlegen komplett auskühlen lassen.
Wenn das Fleisch nur kurz mit warmer Flüssigkeit in Kontakt war, sofort in eine kalte, saubere Schüssel umsetzen und vollständig kühlen.
Das Fleisch sorgfältig trocken tupfen und rundum kräftig anbraten.
Das Fleisch herausnehmen, Flüssigkeit abgießen und den Bräter erneut erhitzen, bevor das Fleisch weiter angebraten wird.
Den Braten zugedeckt weiter schmoren lassen und die Weichheit mit einer Gabel prüfen.
Mit etwas Flüssigkeit weiter schmoren, bis das Fleisch leicht einzustechen ist.
Die rohe Kartoffelmasse kräftig ausdrücken und die Klöße nur leicht sieden lassen.
Aus dem restlichen Teig einen Probekloß formen und bei Bedarf etwas Kartoffelstärke ergänzen.
Die Sauce nach dem Pürieren ohne Deckel leicht einkochen lassen und den Soßenkuchen vollständig einarbeiten.
Weitere kleine Mengen Soßenkuchen einarbeiten und die Sauce erneut kurz einkochen.
Apfelwein wird durch naturtrüben Apfelsaft ersetzt. Die Beize schmeckt milder und süßer, bleibt aber fruchtig-säuerlich.
Für eine mildere Variante wird die Säure am Ende zurückhaltend ausbalanciert und die Sauce etwas stärker mit Brühe verlängert.
Schmalz statt Butter macht den Apfelrotkohl herzhafter und passt besonders gut zu einer kräftigen Sauce.
Der fertige Sauerbraten kann bis zu einem Tag im Voraus zubereitet werden. Braten und Sauce getrennt oder gemeinsam abgedeckt kühlen und beim Aufwärmen langsam erhitzen. Apfelrotkohl lässt sich ebenfalls gut vorbereiten; die Kartoffelklöße möglichst frisch garen.
Braten, Sauce und Beilagen nach dem Abkühlen getrennt oder gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Reste nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen und vor dem Verzehr gründlich durcherhitzen.
Häufig gefragt
Die angegebene Beizzeit beträgt 48 bis 72 Stunden im Kühlschrank. Das Fleisch sollte dabei einmal täglich gewendet werden.
Für eine alkoholfreie Variante kann naturtrüber Apfelsaft verwendet werden. Die Beize wird dadurch milder und süßer.
Als Ersatz funktionieren 1 EL Mehl und 1 EL Rübenkraut. Die Sauce wird dann weniger würzig und etwas süßer.
Die Klöße sollen etwa 20 Minuten nur leicht sieden und steigen an die Oberfläche, wenn sie gar sind.
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