Braunschweiger Mummebraten

Niedersächsischer Krustenbraten

Saftiger Schweinekrustenbraten mit knuspriger Schwarte, würzig-süßer Braunschweiger Mumme und kräftiger Mumme-Soße, dazu Bratkartoffeln und Butterwirsing.

Zum Rezept
Braunschweiger Mummebraten mit Bratkartoffeln
Vorbereitung 30 Minuten
Kochen / Backen 3 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 20 Minuten
Gesamtzeit ca. 3 Std. 30 Min.
Menge 4 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Getreide, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Rösten und Ofenbraten, Schmoren
Würzanwendung Glasieren, Während des Garens bestreichen oder begießen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die lange Garzeit macht den Schweinebraten saftig und entwickelt zusammen mit dem Röstgemüse einen kräftigen Bratenfond.
  • Mumme bringt eine würzig-süße Malznote in Kruste und Soße und unterstützt die dunkle, glänzende Oberfläche.
  • Die knusprige Schwarte bildet einen aromatischen Kontrast zum zarten Fleisch und zur sämigen Soße.
  • Bratkartoffeln und Butterwirsing ergänzen den Braten mit Röstaromen, Butter und einer frischen Gemüsekomponente.

Braunschweiger Mummebraten verbindet einen langsam gegarten Schweinekrustenbraten mit der würzig-süßen Note der alkoholfreien Braunschweiger Mumme. Die knusprige Schwarte, die pürierte Bratensoße, goldbraune Bratkartoffeln und Butterwirsing ergeben eine herzhafte Tellerkombination mit regionalem Charakter.

Die Kruste wird dunkel glänzend und knusprig, während das Fleisch saftig und zart bleibt. Die Soße schmeckt kräftig, malzig-würzig und leicht süßlich; dazu kommen goldbraune, knusprige Kartoffeln und weich gedünsteter Wirsing mit Butter und Muskat.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Zubereitung

  1. Braten würzen

    Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Knoblauch mit ½ TL des festen Salzes zerdrücken. Den Schweinekrustenbraten trocken tupfen und mit der Knoblauch-Salz-Mischung sowie schwarzem Pfeffer einreiben.

    200 °C
    • Die Schwarte zunächst noch nicht einschneiden; sie lässt sich nach dem ersten Schmoren leichter bearbeiten.

    Wichtig: Rohes Schweinefleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Hände sowie Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.

  2. Braten anschmoren

    Den Braten mit der Schwarte nach unten in den Bräter legen. 250 ml heißes Wasser aus der vorgesehenen Wassermenge angießen und den Braten 15 Minuten schmoren lassen.

    15 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Die Schwarte ist weich genug zum Einschneiden.

    • Den Bräter vorsichtig aus dem Ofen nehmen, da Wasser und Bratensaft sehr heiß sind.
  3. Gemüse vorbereiten und Braten aufsetzen

    Den Braten herausnehmen und die Schwarte im Abstand von etwa 5 mm rautenförmig einschneiden. Möhren, Sellerie, Lauch und zwei Zwiebeln grob schneiden. Das Wasser aus dem Bräter auffangen, das Gemüse darin verteilen und den Braten mit der Schwarte nach oben daraufsetzen. Mit Kümmel bestreuen.

    Daran erkennst du es: Die Schwarte ist gleichmäßig eingeschnitten und der Braten liegt mit der Schwarte nach oben auf dem Gemüse.

    • Nicht durch die Schwarte bis tief ins Fleisch schneiden; die Einschnitte sollen vor allem die Schwarte öffnen.

    Wichtig: Beim Einschneiden ein rutschfestes Brett und ein scharfes Messer verwenden.

  4. Braten garen und Fond entwickeln

    Die Ofentemperatur auf 175 °C reduzieren. Den Braten etwa 2 Stunden garen. Nach und nach etwa 400 ml des aufgefangenen Wassers und zusätzlich heißes Wasser angießen, damit das Gemüse nicht anbrennt und ein kräftiger Bratenfond entsteht. Während dieser Garphase die Kartoffeln vorbereiten und auskühlen lassen.

    2 Stunden 175 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist zart, das Gemüse gut geröstet und im Bräter befindet sich ein kräftiger Fond.

    • Die Kartoffeln während des Bratens kochen, pellen und vollständig auskühlen lassen; so können sie später besser gebraten werden.
  5. Kartoffeln vorkochen

    Inzwischen die Kartoffeln gründlich waschen und in Salzwasser etwa 20 Minuten garen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, pellen und vollständig auskühlen lassen. Das Salz für das Kochwasser stammt aus der vorgesehenen Grundwürzung und wird nicht als zusätzliche Mengenangabe ergänzt.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich mit einem Messer einstechen, bleiben aber formstabil.

    • Die Kartoffeln nicht zu weich kochen, damit die Scheiben beim Braten nicht zerfallen.

    Wichtig: Heißes Kochwasser vorsichtig abgießen.

  6. Butterwirsing zubereiten

    Den Wirsing vierteln, den Strunk entfernen und die Blätter in feine Streifen schneiden. Die verbliebene Zwiebel fein würfeln. Die Butter in einem großen Topf erhitzen und die Hälfte der Zwiebel darin glasig dünsten. Wirsing und eine Prise Salz zugeben, 100 ml Wasser aus der vorgesehenen Wassermenge angießen und den Kohl zugedeckt etwa 15 Minuten dünsten. Zwischendurch umrühren und anschließend mit Pfeffer und Muskat abschmecken.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Wirsing ist weich, aber nicht vollständig zerfallen.

    • Den Deckel zwischendurch nur kurz abnehmen, damit der Wirsing in wenig Flüssigkeit garen kann.
  7. Kruste mit Mumme fertigstellen

    Nach etwa 1½ Stunden Garzeit die Ofentemperatur auf 220 °C erhöhen. Die Schwarte mit etwas Mumme bestreichen und den Braten weitere 30 Minuten braten. Zwischendurch nochmals mit Mumme bepinseln, bis die Kruste dunkel glänzt und knusprig ist.

    30 Minuten 220 °C

    Daran erkennst du es: Die Schwarte ist dunkel glänzend und knusprig, ohne zu verbrennen.

    • Die Kruste in der Schlussphase aufmerksam beobachten, da Mumme durch ihren Malz- und Zuckeranteil schnell dunkel wird.

    Wichtig: Beim Bestreichen den Bräter vorsichtig herausziehen und Ofenhandschuhe verwenden.

  8. Bratkartoffeln braten

    Die ausgekühlten Kartoffeln in Scheiben schneiden. Das Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Kartoffeln unter Wenden etwa 10 Minuten goldbraun braten. Nach 5 bis 6 Minuten die restlichen Zwiebeln zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln sind außen goldbraun und knusprig, innen heiß und weich.

    • Die Kartoffelscheiben möglichst nebeneinander in die Pfanne geben, damit sie bräunen statt zu dämpfen.

    Wichtig: Beim Einlegen der Kartoffeln auf spritzendes heißes Butterschmalz achten.

  9. Mumme-Soße vollenden

    Den fertigen Braten aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Bratenfond mit etwa einem Drittel des Röstgemüses in einen Topf geben. Den Bratsatz mit etwas heißem Wasser lösen und ebenfalls hinzufügen. Alles fein pürieren, die restliche Mumme einrühren und die Soße kurz erhitzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    Daran erkennst du es: Die Soße ist glatt, sämig und kräftig abgeschmeckt.

    • Für eine rustikalere Soße nur teilweise pürieren; für eine glatte Soße das Röstgemüse vollständig fein mixen.

    Wichtig: Beim Pürieren heißer Flüssigkeit den Stabmixer vollständig eintauchen und Spritzer vermeiden.

  10. Anrichten und servieren

    Den Braten in Scheiben schneiden und mit Mumme-Soße, Bratkartoffeln und Butterwirsing servieren. Die Soße entweder separat reichen oder über das Fleisch geben, damit die Kruste knusprig bleibt.

    Daran erkennst du es: Alle Komponenten sind heiß und die Kruste bleibt knusprig.

    • Die Soße erst beim Servieren an das Fleisch geben, wenn die Knusprigkeit der Schwarte besonders wichtig ist.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Zeit sparen: Die Kartoffeln während der langen Bratphase vorkochen und auskühlen lassen. Den Wirsing kann man ebenfalls parallel zum Braten zubereiten.
  • Mumme dosieren: Die Mumme wird teilweise zum Bestreichen der Schwarte und teilweise für die Soße verwendet. So bleibt die Kruste aromatisch und die Soße erhält eine konzentrierte Malznote.
  • Knusprige Schwarte: Die Schwarte erst nach dem ersten Schmoren einschneiden und für die Schlussphase die Temperatur erhöhen. Die Kruste während der letzten 30 Minuten aufmerksam beobachten.

Zutatenwissen

Braunschweiger Mumme

Braunschweiger Mumme ist ein alkoholfreier, süßlich-würziger Malzextrakt. Außerhalb der Region ist er häufig online oder in Spezialitätengeschäften erhältlich.

Kartoffelwahl

Festkochende Kartoffeln behalten beim Vorkochen, Auskühlen und Braten ihre Form und eignen sich besonders gut für knusprige Bratkartoffeln.

Wirsing nicht zerkochen

Der Wirsing soll weich werden, aber noch Struktur behalten. Deshalb nur wenig Wasser verwenden und während des Dünstens gelegentlich umrühren.

Sinnvolle Alternativen

Dunkles Malzbier

Die Soße wird etwas dünnflüssiger und weniger konzentriert; die Malznote bleibt erhalten.

Das dunkle Malzbier wie die Mumme zum Bestreichen der Schwarte und zum Abschmecken der Soße verwenden. Die Soße gegebenenfalls etwas länger erhitzen.

Neutrales Pflanzenöl

Die Bratkartoffeln schmecken weniger buttrig und das Gericht enthält an dieser Stelle kein Milchprodukt.

Das Öl in der großen Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin wie beschrieben braten.

Weißkohl

Der Kohl bleibt meist etwas bissfester und schmeckt milder.

Weißkohl fein schneiden und nach derselben Methode dünsten; je nach Schnitt und Festigkeit etwas länger garen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Schwarte wird ungleichmäßig oder das Messer rutscht ab.

Die Schwarte erst nach den ersten 15 Minuten im Ofen einschneiden und ein scharfes Messer verwenden.

Unebenheiten lassen sich in der Schlussphase durch sorgfältiges Bestreichen und Beobachten teilweise ausgleichen.

Die Kruste wird sehr dunkel, bevor der Braten fertig ist.

Die Kruste während der letzten 30 Minuten regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf die Temperatur etwas reduzieren.

Verbrannte Stellen vorsichtig entfernen und den Braten mit der weniger betroffenen Seite anrichten.

Die Kartoffelscheiben zerbrechen beim Braten.

Festkochende Kartoffeln nur knapp garen und vollständig auskühlen lassen.

Die zerfallenen Stücke weiterbraten und als rustikale Bratkartoffeln servieren.

Die Mumme-Soße bindet nicht ausreichend.

Flüssigkeit nach und nach zugeben und einen Teil des Röstgemüses für die Soße verwenden.

Die Soße ohne Deckel etwas einkochen lassen oder zusätzliches Röstgemüse fein pürieren.

Varianten

Mummebraten mit dunklem Malzbier

Die Mumme wird vollständig durch dunkles Malzbier ersetzt. Das Ergebnis schmeckt etwas milder und die Soße wird weniger konzentriert.

Besonders knusprige Schwarte

Die Kruste erhält eine längere, aufmerksam kontrollierte Schlussphase bei hoher Hitze.

Wirsing mit Pflanzenfett

Der Butterwirsing wird mit neutralem Pflanzenfett statt Butter zubereitet.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch anrichten: Bratenscheiben mit etwas Mumme-Soße, goldbraunen Bratkartoffeln und einer Portion Butterwirsing anrichten. Zusätzliche Soße separat reichen, damit die Kruste knusprig bleibt.
  • Kruste im Mittelpunkt: Die knusprige Schwarte nach oben auflegen und die Soße nur unter oder neben dem Braten verteilen. So bleibt die Oberfläche länger kross.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Den Braten und den Bratenfond können bis zu 12 Stunden vorher zubereitet und getrennt gekühlt werden. Kartoffeln vorkochen, pellen und ebenfalls gekühlt aufbewahren; Kruste und Bratkartoffeln erst kurz vor dem Servieren fertigstellen.

Aufbewahren

Reste nach dem Essen zügig abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Kruste verliert beim Lagern an Knusprigkeit.

Nicht längere Zeit ungekühlt stehen lassen; vor dem Verzehr vollständig durcherhitzen.

Einfrieren

Fleisch und Soße getrennt in geeigneten Gefrierbehältern einfrieren. Bratkartoffeln und Wirsing können mit eingefroren werden, verlieren aber etwas an Struktur.

Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend gründlich erhitzen.

Die Schwarte wird nach dem Einfrieren und Auftauen meist weniger knusprig.

Aufwärmen

  • Backofen: Fleisch und Soße getrennt abgedeckt im Backofen erwärmen. Die Schwarte am Ende kurz offen erhitzen, damit sie wieder etwas knuspriger wird.
  • Herd: Die Soße im Topf erhitzen und das Fleisch darin bei niedriger Hitze erwärmen. Bratkartoffeln separat in der Pfanne auffrischen.

Allergene und Nährwerte

  • Milch: enthält · Butter und Butterschmalz sind Milchprodukte; bei Butterschmalz die Produktkennzeichnung prüfen.
  • Glutenhaltiges Getreide: uncertain · Mumme ist ein Malzextrakt. Das konkrete Ausgangsgetreide und mögliche Kennzeichnung müssen dem Produktetikett entnommen werden.

Lebensmittelsicherheit

  • Umgang mit rohem Schweinefleisch: Rohes Fleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten. Hände, Messer, Schneidebrett und Arbeitsflächen nach dem Kontakt gründlich reinigen.
  • Lagerung von Resten: Übrig gebliebene Speisen nach dem Servieren zügig abkühlen lassen, abgedeckt kühlen und vor dem erneuten Verzehr vollständig erhitzen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Braunschweiger Mumme?

Braunschweiger Mumme ist ein alkoholfreier, süßlich-würziger Malzextrakt, der in diesem Rezept zum Bestreichen der Schwarte und zum Abschmecken der Soße verwendet wird.

Kann ich Mumme durch Malzbier ersetzen?

Ja. Dunkles Malzbier eignet sich als Alternative. Die Soße wird damit etwas dünnflüssiger und weniger konzentriert und kann gegebenenfalls etwas länger einkochen.

Wie bleibt die Schwarte knusprig?

Die Schwarte erst nach dem ersten Schmoren einschneiden, den Braten in der Schlussphase heißer braten und die Soße erst beim Servieren an das Fleisch geben.

Warum müssen die Kartoffeln vollständig auskühlen?

Ausgekühlte Kartoffeln bleiben beim Schneiden und Braten stabiler und entwickeln in der Pfanne eine bessere goldbraune Kruste.

Aus unserer Küche

Kommentare zum Rezept

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