Braunschweiger Mumme
Braunschweiger Mumme ist ein alkoholfreier, süßlich-würziger Malzextrakt. Außerhalb der Region ist er häufig online oder in Spezialitätengeschäften erhältlich.
Niedersächsischer Krustenbraten
Saftiger Schweinekrustenbraten mit knuspriger Schwarte, würzig-süßer Braunschweiger Mumme und kräftiger Mumme-Soße, dazu Bratkartoffeln und Butterwirsing.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Braunschweiger Mummebraten verbindet einen langsam gegarten Schweinekrustenbraten mit der würzig-süßen Note der alkoholfreien Braunschweiger Mumme. Die knusprige Schwarte, die pürierte Bratensoße, goldbraune Bratkartoffeln und Butterwirsing ergeben eine herzhafte Tellerkombination mit regionalem Charakter.
Die Kruste wird dunkel glänzend und knusprig, während das Fleisch saftig und zart bleibt. Die Soße schmeckt kräftig, malzig-würzig und leicht süßlich; dazu kommen goldbraune, knusprige Kartoffeln und weich gedünsteter Wirsing mit Butter und Muskat.
Schritt für Schritt
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Knoblauch mit ½ TL des festen Salzes zerdrücken. Den Schweinekrustenbraten trocken tupfen und mit der Knoblauch-Salz-Mischung sowie schwarzem Pfeffer einreiben.
Wichtig: Rohes Schweinefleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Hände sowie Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.
Den Braten mit der Schwarte nach unten in den Bräter legen. 250 ml heißes Wasser aus der vorgesehenen Wassermenge angießen und den Braten 15 Minuten schmoren lassen.
Daran erkennst du es: Die Schwarte ist weich genug zum Einschneiden.
Den Braten herausnehmen und die Schwarte im Abstand von etwa 5 mm rautenförmig einschneiden. Möhren, Sellerie, Lauch und zwei Zwiebeln grob schneiden. Das Wasser aus dem Bräter auffangen, das Gemüse darin verteilen und den Braten mit der Schwarte nach oben daraufsetzen. Mit Kümmel bestreuen.
Daran erkennst du es: Die Schwarte ist gleichmäßig eingeschnitten und der Braten liegt mit der Schwarte nach oben auf dem Gemüse.
Wichtig: Beim Einschneiden ein rutschfestes Brett und ein scharfes Messer verwenden.
Die Ofentemperatur auf 175 °C reduzieren. Den Braten etwa 2 Stunden garen. Nach und nach etwa 400 ml des aufgefangenen Wassers und zusätzlich heißes Wasser angießen, damit das Gemüse nicht anbrennt und ein kräftiger Bratenfond entsteht. Während dieser Garphase die Kartoffeln vorbereiten und auskühlen lassen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist zart, das Gemüse gut geröstet und im Bräter befindet sich ein kräftiger Fond.
Inzwischen die Kartoffeln gründlich waschen und in Salzwasser etwa 20 Minuten garen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, pellen und vollständig auskühlen lassen. Das Salz für das Kochwasser stammt aus der vorgesehenen Grundwürzung und wird nicht als zusätzliche Mengenangabe ergänzt.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich mit einem Messer einstechen, bleiben aber formstabil.
Wichtig: Heißes Kochwasser vorsichtig abgießen.
Den Wirsing vierteln, den Strunk entfernen und die Blätter in feine Streifen schneiden. Die verbliebene Zwiebel fein würfeln. Die Butter in einem großen Topf erhitzen und die Hälfte der Zwiebel darin glasig dünsten. Wirsing und eine Prise Salz zugeben, 100 ml Wasser aus der vorgesehenen Wassermenge angießen und den Kohl zugedeckt etwa 15 Minuten dünsten. Zwischendurch umrühren und anschließend mit Pfeffer und Muskat abschmecken.
Daran erkennst du es: Der Wirsing ist weich, aber nicht vollständig zerfallen.
Nach etwa 1½ Stunden Garzeit die Ofentemperatur auf 220 °C erhöhen. Die Schwarte mit etwas Mumme bestreichen und den Braten weitere 30 Minuten braten. Zwischendurch nochmals mit Mumme bepinseln, bis die Kruste dunkel glänzt und knusprig ist.
Daran erkennst du es: Die Schwarte ist dunkel glänzend und knusprig, ohne zu verbrennen.
Wichtig: Beim Bestreichen den Bräter vorsichtig herausziehen und Ofenhandschuhe verwenden.
Die ausgekühlten Kartoffeln in Scheiben schneiden. Das Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Kartoffeln unter Wenden etwa 10 Minuten goldbraun braten. Nach 5 bis 6 Minuten die restlichen Zwiebeln zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln sind außen goldbraun und knusprig, innen heiß und weich.
Wichtig: Beim Einlegen der Kartoffeln auf spritzendes heißes Butterschmalz achten.
Den fertigen Braten aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Bratenfond mit etwa einem Drittel des Röstgemüses in einen Topf geben. Den Bratsatz mit etwas heißem Wasser lösen und ebenfalls hinzufügen. Alles fein pürieren, die restliche Mumme einrühren und die Soße kurz erhitzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Daran erkennst du es: Die Soße ist glatt, sämig und kräftig abgeschmeckt.
Wichtig: Beim Pürieren heißer Flüssigkeit den Stabmixer vollständig eintauchen und Spritzer vermeiden.
Den Braten in Scheiben schneiden und mit Mumme-Soße, Bratkartoffeln und Butterwirsing servieren. Die Soße entweder separat reichen oder über das Fleisch geben, damit die Kruste knusprig bleibt.
Daran erkennst du es: Alle Komponenten sind heiß und die Kruste bleibt knusprig.
Gut zu wissen
Braunschweiger Mumme ist ein alkoholfreier, süßlich-würziger Malzextrakt. Außerhalb der Region ist er häufig online oder in Spezialitätengeschäften erhältlich.
Festkochende Kartoffeln behalten beim Vorkochen, Auskühlen und Braten ihre Form und eignen sich besonders gut für knusprige Bratkartoffeln.
Der Wirsing soll weich werden, aber noch Struktur behalten. Deshalb nur wenig Wasser verwenden und während des Dünstens gelegentlich umrühren.
Die Soße wird etwas dünnflüssiger und weniger konzentriert; die Malznote bleibt erhalten.
Das dunkle Malzbier wie die Mumme zum Bestreichen der Schwarte und zum Abschmecken der Soße verwenden. Die Soße gegebenenfalls etwas länger erhitzen.
Die Bratkartoffeln schmecken weniger buttrig und das Gericht enthält an dieser Stelle kein Milchprodukt.
Das Öl in der großen Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin wie beschrieben braten.
Der Kohl bleibt meist etwas bissfester und schmeckt milder.
Weißkohl fein schneiden und nach derselben Methode dünsten; je nach Schnitt und Festigkeit etwas länger garen.
Die Schwarte erst nach den ersten 15 Minuten im Ofen einschneiden und ein scharfes Messer verwenden.
Unebenheiten lassen sich in der Schlussphase durch sorgfältiges Bestreichen und Beobachten teilweise ausgleichen.
Die Kruste während der letzten 30 Minuten regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf die Temperatur etwas reduzieren.
Verbrannte Stellen vorsichtig entfernen und den Braten mit der weniger betroffenen Seite anrichten.
Festkochende Kartoffeln nur knapp garen und vollständig auskühlen lassen.
Die zerfallenen Stücke weiterbraten und als rustikale Bratkartoffeln servieren.
Flüssigkeit nach und nach zugeben und einen Teil des Röstgemüses für die Soße verwenden.
Die Soße ohne Deckel etwas einkochen lassen oder zusätzliches Röstgemüse fein pürieren.
Die Mumme wird vollständig durch dunkles Malzbier ersetzt. Das Ergebnis schmeckt etwas milder und die Soße wird weniger konzentriert.
Die Kruste erhält eine längere, aufmerksam kontrollierte Schlussphase bei hoher Hitze.
Der Butterwirsing wird mit neutralem Pflanzenfett statt Butter zubereitet.
Den Braten und den Bratenfond können bis zu 12 Stunden vorher zubereitet und getrennt gekühlt werden. Kartoffeln vorkochen, pellen und ebenfalls gekühlt aufbewahren; Kruste und Bratkartoffeln erst kurz vor dem Servieren fertigstellen.
Reste nach dem Essen zügig abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Kruste verliert beim Lagern an Knusprigkeit.
Nicht längere Zeit ungekühlt stehen lassen; vor dem Verzehr vollständig durcherhitzen.
Fleisch und Soße getrennt in geeigneten Gefrierbehältern einfrieren. Bratkartoffeln und Wirsing können mit eingefroren werden, verlieren aber etwas an Struktur.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend gründlich erhitzen.
Die Schwarte wird nach dem Einfrieren und Auftauen meist weniger knusprig.
Häufig gefragt
Braunschweiger Mumme ist ein alkoholfreier, süßlich-würziger Malzextrakt, der in diesem Rezept zum Bestreichen der Schwarte und zum Abschmecken der Soße verwendet wird.
Ja. Dunkles Malzbier eignet sich als Alternative. Die Soße wird damit etwas dünnflüssiger und weniger konzentriert und kann gegebenenfalls etwas länger einkochen.
Die Schwarte erst nach dem ersten Schmoren einschneiden, den Braten in der Schlussphase heißer braten und die Soße erst beim Servieren an das Fleisch geben.
Ausgekühlte Kartoffeln bleiben beim Schneiden und Braten stabiler und entwickeln in der Pfanne eine bessere goldbraune Kruste.
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