Märkischer Sauerbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl

Brandenburgischer Schmorbraten

Kräftiger märkischer Sauerbraten aus Rindfleisch mit würziger Essigbeize, langsam geschmorter Soße, Kartoffelklößen und weich geschmortem Rotkohl.

Zum Rezept
Märkischer Sauerbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl
Vorbereitung 60 Minuten
Kochen / Backen 3 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 72 Stunden
Gesamtzeit ca. 75 Stunden
Menge 4 bis 6 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Einlegen in Salzlake oder Säure, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren
Würzanwendung Marinieren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die lange Essigbeize würzt das Rindfleisch tief und gibt der späteren Soße ihre charakteristische kräftige Säure.
  • Durch das scharfe Anbraten und langsame Schmoren wird der Braten aromatisch und zart.
  • Kartoffelklöße und süß-säuerlicher Rotkohl ergänzen die dunkle Soße mit einer weichen und frischen Beilagenkomponente.

Der Märkische Sauerbraten steht für ein kräftiges Rinderschmorgericht mit würziger Essigbeize und langsam gekochter Soße. Das Fleisch zieht zwei bis drei Tage mit Wurzelgemüse und Gewürzen durch, bevor es behutsam geschmort wird. Dazu kommen selbst gemachte Kartoffelklöße und aromatischer Rotkohl.

Der Braten ist zart und kräftig würzig, die Soße sämig mit ausgewogener Säure. Die Kartoffelklöße sind weich und kompakt mit gerösteten Brotwürfeln im Kern, während der Rotkohl süß-säuerlich und weich geschmort auf den Teller kommt.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Beize und Sauerbraten

  1. Beize ansetzen und Fleisch marinieren

    Zwiebeln, Möhren und Sellerie grob würfeln. Essig, Wasser, Salz, Lorbeer, Wacholder, Nelken, Pfeffer und PimentPiment, auch Nelkenpfeffer genannt, ist ein aromatisches Gewürz aus getrockneten Beeren mit Noten von Nelke, Muskat, Zimt und Pfeffer. in einem Topf aufkochen. Das Gemüse hineingeben und die Beize vollständig abkühlen lassen. Mit dem Rinderbraten in eine verschließbare Schüssel geben; das Fleisch sollte möglichst bedeckt sein. Zugedeckt 48 bis 72 Stunden im Kühlschrank marinieren und täglich wenden.

    • Die Beize vor dem Kontakt mit dem Fleisch vollständig abkühlen lassen.
    • Das Fleisch während der Marinierzeit täglich wenden.

    Wichtig: Fleisch und Beize während der gesamten Marinierzeit durchgehend gekühlt aufbewahren.

  2. Braten anrösten

    Am Zubereitungstag das Fleisch aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Gemüse und Gewürze abgießen, die Beize auffangen und die Gewürze entfernen. Butterschmalz in einem schweren Bräter erhitzen und den Braten rundum kräftig anbraten. Das abgetropfte Gemüse dazugeben und einige Minuten mitrösten.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Braten ist rundum gebräunt und das Gemüse leicht angeröstet.

    • Das Fleisch vor dem Anbraten gut trocken tupfen, damit es bräunt statt zu dämpfen.

    Wichtig: Rohes Fleisch und gegarte Zutaten mit sauberem beziehungsweise getrenntem Küchenwerkzeug handhaben.

  3. Sauerbraten schmoren

    Tomatenmark und braunen Zucker einrühren. Die aufgefangene Beize und die Rinderbrühe angießen. Den Bräter mit Deckel in den auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen stellen. Den Braten etwa 2½ bis 3 Stunden schmoren und nach der Hälfte der Zeit wenden. Er ist fertig, wenn sich das Fleisch leicht mit einer Gabel einstechen lässt.

    3 Stunden 160 °C

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht mit einer Gabel einstechen.

    • Den Bräter während des Schmorens geschlossen halten.
    • Den Rotkohl während dieser Schmorzeit zubereiten.

Rotkohl und Kartoffelklöße

  1. Rotkohl schmoren

    Während der Braten schmort, den Rotkohl vierteln, den Strunk entfernen und den Kohl fein schneiden. Apfel und Zwiebel schälen und würfeln. Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Apfel darin andünsten und den Rotkohl hinzufügen. Apfelsaft, Rotweinessig, Zucker, Nelken, Lorbeer und etwas Salz einrühren. Den Rotkohl zugedeckt 45 bis 60 Minuten bei kleiner Hitze weich schmoren und gelegentlich umrühren. Vor dem Servieren Nelken und Lorbeer entfernen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich geschmort und lässt sich leicht mit der Gabel teilen.

    • Gelegentlich umrühren und bei Bedarf einen kleinen Schluck Flüssigkeit ergänzen.
  2. Kartoffeln vorbereiten

    Für die Kartoffelklöße 700 g KartoffelnKartoffelstärke ist ein feines Stärkepulver aus Kartoffelknollen, das Flüssigkeiten bindet und Speisen verdickt. schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser etwa 20 Minuten weich kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Die übrigen 500 g Kartoffeln schälen, fein reiben und in einem sauberen Tuch kräftig ausdrücken. Die Flüssigkeit zehn Minuten stehen lassen, das Wasser vorsichtig abgießen und die abgesetzte Kartoffelstärke auffangen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die gekochten Kartoffelstücke sind weich; aus der rohen Kartoffelmasse ist Stärke abgesetzt.

    • Die gekochten Kartoffeln kurz ausdampfen lassen, damit der Teig nicht zu feucht wird.
    • Das Wasser der rohen Kartoffelraspel vorsichtig abgießen, damit die abgesetzte Stärke erhalten bleibt.
  3. Kloßteig mischen und Klöße formen

    Das altbackene Brötchen klein würfeln und in der Butter goldbraun rösten. Gekochte Kartoffeln, rohe Kartoffelraspel, aufgefangene Kartoffelstärke, Kartoffelstärke, Ei, Salz und Muskat zu einem formbaren Teig vermengen. Aus der Masse acht Klöße formen und jeweils einige Brotwürfel in die Mitte geben. Die Klöße sorgfältig verschließen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist formbar und die Klöße lassen sich geschlossen rollen.

    • Die Füllung vollständig mit Teig umschließen, damit die Brotwürfel beim Garen nicht herausfallen.
    • Den Teig nicht unnötig lange bearbeiten.
  4. Kartoffelklöße gar ziehen lassen

    Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, die Hitze reduzieren und die Klöße vorsichtig hineingeben. Sie sollen nur leicht ziehen und nicht sprudelnd kochen. Je nach Größe 15 bis 20 Minuten garen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße schwimmen an der Oberfläche und sind durchgehend fest.

    • Die Klöße erst in das Wasser geben, wenn die Hitze reduziert ist.
    • Sprudelndes Kochen vermeiden, damit die Klöße nicht zerfallen.

Soße und Servieren

  1. Soße vollenden und anrichten

    Den fertigen Braten aus dem Bräter nehmen und abgedeckt ruhen lassen. Die Schmorflüssigkeit mit dem Gemüse fein pürieren. Mehl mit kaltem Wasser glatt rühren, in die kochende Soße geben und etwa fünf Minuten unter Rühren köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einem kleinen Spritzer Rotweinessig abschmecken. Den Braten quer zur Faser aufschneiden und mit Soße, Kartoffelklößen und Rotkohl servieren.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Soße ist gebunden und glatt, der Braten lässt sich quer zur Faser schneiden.

    • Den Braten vor dem Aufschneiden kurz ruhen lassen.
    • Die Soße erst nach dem Binden abschmecken, da sie durch das Köcheln konzentrierter wird.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Beize vollständig abkühlen lassen: Die aufgekochte Beize muss vor dem Einlegen des rohen Rinderbratens vollständig abkühlen.
  • Fleisch wenden: Das Fleisch während der 48- bis 72-stündigen Marinierzeit täglich wenden, damit die Beize möglichst gleichmäßig einwirkt.
  • Beilagen parallel zubereiten: Rotkohl und Kartoffelklöße können während der langen Schmorzeit des Bratens vorbereitet werden.
  • Klöße nur ziehen lassen: Das Wasser nach dem Aufkochen deutlich zurückschalten. Sprudelndes Kochen kann die Klöße aufreißen oder zerfallen lassen.
  • Soße nach Bedarf anpassen: Die pürierte Schmorsoße wird mit der Mehlmischung gebunden. Bei einer sehr dicken Soße kann sie mit etwas Flüssigkeit gelockert werden.

Zutatenwissen

Wacholderbeeren finden

Wacholderbeeren stehen meist im Gewürzregal gut sortierter Supermärkte, in Gewürzläden oder auf Wochenmärkten. Gemahlener Wacholder ist eine mögliche Alternative, bringt aber weniger klar erkennbare Gewürznoten in die Soße.

Piment ersetzen

Ganze Pimentkörner gibt es im Gewürzregal und im Fachhandel. Zur Not kann eine kleine Prise gemahlener Piment verwendet werden; das Aroma wird dann etwas gleichmäßiger und weniger rund.

Kartoffelstärke aus den Raspeln

Die Flüssigkeit der rohen Kartoffelraspel zehn Minuten stehen lassen und das Wasser vorsichtig abgießen. Die abgesetzte Stärke wird anschließend in den Kloßteig gegeben.

Sinnvolle Alternativen

Gemahlener Wacholder

Die Soße erhält eine gleichmäßigere und weniger klar erkennbare Wacholdernote.

Anstelle der ganzen Wacholderbeeren vorsichtig dosieren und nach Möglichkeit durch ein feines Sieb oder sorgfältiges Pürieren in die Soße integrieren.

Gemahlener Piment

Das Aroma wird gleichmäßiger und etwas weniger rund.

Den gemahlenen Piment sparsam zur Beize geben, da er sich nicht wie ganze Körner wieder entfernen lässt.

Pflanzenöl zum Anbraten

Das Anbrataroma bleibt erhalten, der buttrige Geschmack des Butterschmalzes entfällt.

Ein hitzebeständiges Pflanzenöl in derselben Menge verwenden.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Fleisch wird in eine noch warme Beize gelegt.

Die Beize vor dem Einlegen des Fleisches vollständig abkühlen lassen.

Falls das Fleisch bereits in warmer Beize liegt, sofort herausnehmen, Beize abkühlen lassen und das Fleisch gekühlt aufbewahren.

Der Braten bräunt beim Anbraten kaum.

Das Fleisch vor dem Anbraten sorgfältig mit Küchenpapier oder einem sauberen Tuch trocknen.

Die Flüssigkeit abgießen, den Bräter wieder erhitzen und das Fleisch portionsweise nachbräunen.

Die Kartoffelklöße zerfallen im Wasser.

Die Hitze nach dem Aufkochen reduzieren und die Klöße vorsichtig einsetzen und verschließen.

Die restlichen Klöße nur noch sanft ziehen lassen und beim Servieren vorsichtig aus dem Topf heben.

Die Soße bleibt zu dünn.

Mehl und kaltes Wasser glatt verrühren und die Soße anschließend etwa fünf Minuten unter Rühren köcheln lassen.

Eine kleine zusätzliche Menge Mehl mit kaltem Wasser glatt rühren und portionsweise einarbeiten.

Die Soße schmeckt zu sauer.

Erst nach dem Binden abschmecken und den zusätzlichen Essig nur tropfenweise ergänzen.

Die Soße mit etwas Brühe oder Wasser verdünnen und bei Bedarf mit einer kleinen Menge Zucker ausbalancieren.

Varianten

Mit Salzkartoffeln statt Kartoffelklößen

Die Kartoffelklöße können durch separat gekochte Salzkartoffeln ersetzt werden.

Mit Gemüsebrühe statt Rinderbrühe

Die Rinderbrühe kann durch Gemüsebrühe ersetzt werden; der Braten bleibt dennoch ein Rindergericht.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch anrichten: Bratenscheiben mit reichlich gebundener Soße, zwei Kartoffelklößen und einer Portion Rotkohl auf vorgewärmten Tellern anrichten.
  • Mit zusätzlicher Soße servieren: Etwas Soße separat in einer Sauciere reichen, damit am Tisch nachgenommen werden kann.
  • Klöße aufschneiden: Die Kartoffelklöße vor dem Servieren halbieren, sodass die gerösteten Brotwürfel in der Mitte sichtbar werden.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Beize und das marinierte Fleisch können bis zu 72 Stunden im Voraus vorbereitet werden. Den fertig geschmorten Braten am besten erst am Serviertag aufschneiden.

Aufbewahren

Reste von Braten, Soße, Klößen und Rotkohl nach dem Abkühlen getrennt oder gemeinsam abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Gegarte Reste nicht längere Zeit ungekühlt stehen lassen.

Einfrieren

Kartoffelklöße und gebundene Soße können nach dem Einfrieren an Qualität und Konsistenz verlieren.

Aufwärmen

  • Topf: Braten und Soße zugedeckt bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam erwärmen und gelegentlich wenden oder umrühren. Klöße separat in heißem, nicht sprudelnd kochendem Wasser erwärmen.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Mehl und altbackenes Brötchen sind als Zutaten angegeben; die Getreideart des Mehls ist in der Grundlage nicht ausdrücklich genannt, das Brötchen wurde als Weizenbrötchen aufgelöst.
  • Milch: enthält · Butterschmalz und Butter sind Milchprodukte beziehungsweise daraus hergestellte Fette.
  • Ei: enthält · Das Rezept enthält ein Ei im Kloßteig.

Lebensmittelsicherheit

  • Kühlung während der Marinierzeit: Rinderbraten und vollständig abgekühlte Beize während der 48- bis 72-stündigen Marinierzeit durchgehend im Kühlschrank aufbewahren.
  • Rohes Fleisch getrennt handhaben: Schneidebrett und Messer nach dem Kontakt mit dem rohen Rinderbraten gründlich reinigen, bevor sie für servierfertige Zutaten verwendet werden.
  • Durchgehend erhitzen: Braten, Soße und Beilagen vor dem Servieren vollständig erhitzen und Reste nach dem Essen zügig kühlen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie lange muss der Märkische Sauerbraten marinieren?

Der Rinderbraten mariniert zugedeckt 48 bis 72 Stunden im Kühlschrank. Wende ihn währenddessen täglich.

Wie viele Kartoffelklöße ergibt das Rezept?

Aus der angegebenen Kartoffelmasse werden acht Kartoffelklöße geformt.

Warum zerfallen die Kartoffelklöße?

Häufig sind sprudelnd kochendes Wasser, ein zu feuchter Teig oder nicht sorgfältig verschlossene Klöße die Ursache. Die Klöße sollten nur leicht ziehen und vollständig verschlossen sein.

Kann ich Kartoffelklöße durch Salzkartoffeln ersetzen?

Ja. Die redaktionelle Grundlage nennt Salzkartoffeln als mögliche Alternative zu Kartoffelklößen. Dafür die Klöße-Zutaten und die entsprechenden Arbeitsschritte weglassen und Kartoffeln separat in Salzwasser garen.

Aus unserer Küche

Kommentare zum Rezept

Wie hat es dir geschmeckt? Teile deine Erfahrungen oder stelle eine Frage.

Kommentare werden geladen …

Schreib einen Kommentar