Beifuß
Getrockneter Beifuß bringt eine herbe Kräuternote mit, die gut zu Gans passt. Falls er nicht erhältlich ist, kann etwas Majoran verwendet werden; dieser schmeckt milder und weniger herb.
Geflügelbraten mit Fruchtfüllung
Eine ganze Gans wird locker mit säuerlichen Äpfeln, Backpflaumen, Rosinen und Pumpernickel gefüllt und goldbraun gebraten. Dazu kommen geschmorter Rotkohl, Kartoffelklöße und eine kräftige Sauce aus Geflügelfond und Bratensaft.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Säuerliche Äpfel und Trockenfrüchte bringen fruchtige Noten in die lockere Füllung, während Pumpernickel und Beifuß ihr eine kräftig-würzige Tiefe geben. Während die Gans im Ofen brät, lassen sich Rotkohl und Sauce zubereiten; die Kartoffelklöße kommen zum Schluss ins siedende Wasser.
Die Haut wird goldbraun und knusprig, das Gänsefleisch saftig. In der Füllung treffen fruchtige Säure und milde Süße auf herben Beifuß und kräftiges Brot; Rotkohl und dunkle Sauce runden das Gericht herzhaft ab.
Schritt für Schritt
Die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser 20–25 Minuten weich kochen. Abgießen und kurz ausdampfen lassen. Währenddessen den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht mit einem Messer einstechen.
Die Gans innen und außen trocken tupfen und innen mit etwas von den 2 TL Salz einreiben. Äpfel entkernen und würfeln, Backpflaumen klein schneiden. Äpfel, Backpflaumen, Rosinen und Pumpernickel mit Pfeffer und der Hälfte des Beifußes vermengen. Die Füllung locker in die Gans geben und die Öffnung mit Küchengarn oder Holzspießen verschließen. Die Gans außen mit dem übrigen Salz und Beifuß würzen; zusätzliches Salz nur nach Bedarf verwenden.
Wichtig: Rohe Geflügelsäfte von verzehrfertigen Lebensmitteln und Arbeitsflächen fernhalten.
Die Gans mit der Brust nach oben auf einen Rost über einen tiefen Bräter oder ein Backblech setzen. 500 ml Wasser in den Bräter gießen und die Gans bei 160 °C etwa 3½–4 Stunden braten. Nach etwa einer Stunde ausgetretenes Fett vorsichtig abschöpfen und den Bratensatz bei Bedarf mit etwas Wasser lösen. Die Gans gelegentlich mit Bratensaft begießen. Gegen Ende an Keulenfleisch und in der Mitte der Füllung die Kerntemperatur prüfen; beide Stellen sollen mindestens 75 °C erreichen. Falls nötig, weitergaren. Für knusprigere Haut die Ofentemperatur zum Schluss auf 220 °C erhöhen und die Gans etwa 10 Minuten bräunen. Anschließend 15 Minuten ruhen lassen. Während der Bratzeit Rotkohl und Sauce zubereiten.
Daran erkennst du es: Keulenfleisch und Mitte der Füllung erreichen jeweils mindestens 75 °C; die Haut ist zum Schluss goldbraun.
Wichtig: Die Temperatur sowohl im Keulenfleisch als auch in der Füllungsmitte prüfen; bei Nichterreichen weitergaren.
Die fertig gegarte Gans aus dem Ofen nehmen und vor dem Aufschneiden 15 Minuten ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Die Ruhezeit ist beendet; die Gans lässt sich anschließend aufschneiden.
Während die Gans brät, den Rotkohl fein schneiden. Zwiebel würfeln und den Apfel entkernen und würfeln. Gänseschmalz oder neutrales Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel sowie Apfel darin anschwitzen. Rotkohl, Apfelessig, Apfelsaft, Wasser, Zucker, Lorbeer, Nelken und Salz zugeben. Zugedeckt bei kleiner Hitze 50–60 Minuten schmoren, gelegentlich umrühren und zum Schluss abschmecken. Lorbeer und Nelken vor dem Servieren entfernen.
Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich geschmort, aber nicht zerfallen; die Säure und Süße sind ausgewogen.
Die vorgekochten Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen, pellen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. Butter in einem kleinen Topf schmelzen und leicht bräunen. Butter, Eigelb, Kartoffelmehl, 1 TL Salz und frisch geriebene Muskatnuss unter die Kartoffelmasse arbeiten. Einen Probekloß formen und in leicht siedendem Salzwasser garen. Zerfällt er, noch etwas Kartoffelmehl unter den Teig kneten.
Daran erkennst du es: Der Probekloß bleibt beim Garen zusammen; zerfällt er, den Teig mit etwas zusätzlichem Kartoffelmehl nacharbeiten.
Aus dem Teig etwa 12 Klöße formen und portionsweise 15–20 Minuten in leicht siedendem Salzwasser gar ziehen lassen. Das Wasser nicht sprudelnd kochen.
Daran erkennst du es: Die Klöße sind gar und behalten ihre Form; das Wasser hat nur sanfte Bewegung.
Hals, Herz und Magen grob zerkleinern; die Leber bleibt beiseite. Zwiebel, Möhre und Sellerie würfeln. Etwas abgeschöpftes Gänsefett in einem Topf erhitzen und die Fleischteile rundum anbraten. Gemüse zugeben und einige Minuten mitrösten. Tomatenmark einrühren und kurz rösten, dann mit Rotwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Geflügelfond, Lorbeer und Pfefferkörner zugeben und etwa 60 Minuten leise köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen und mit entfettetem Bratensaft verrühren. Bei Bedarf Speisestärke in kaltem Wasser anrühren und die Sauce leicht binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken; Lorbeerblatt und Pfefferkörner entfernen.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist aromatisch und nach Wunsch leicht gebunden.
Die Gans aufschneiden und mit der Füllung, dem Rotkohl und den Kartoffelklößen anrichten. Die Sauce dazugeben.
Gut zu wissen
Getrockneter Beifuß bringt eine herbe Kräuternote mit, die gut zu Gans passt. Falls er nicht erhältlich ist, kann etwas Majoran verwendet werden; dieser schmeckt milder und weniger herb.
Für die Sauce werden Hals, Herz und Magen aus dem Gänsebeutel verwendet. Die Leber bleibt beiseite und kommt nicht in die Sauce.
Milder und weniger herb als Beifuß.
Beifuß durch etwas Majoran ersetzen und die Sauce beziehungsweise Füllung nach Geschmack abschmecken.
Der Rotkohl erhält weniger Gänseschmalzaroma.
Zum Anschwitzen von Zwiebel und Apfel anstelle von Gänseschmalz verwenden.
Die Füllung locker einfüllen.
Vor dem Verschließen etwas Füllung herausnehmen, damit sie locker liegt.
Zum Schluss die Ofentemperatur auf 220 °C erhöhen und die Gans etwa 10 Minuten bräunen.
Die Gans kurz weiterbräunen und dabei aufmerksam beobachten.
Einen Probekloß garen, bevor alle Klöße geformt werden.
Etwas zusätzliches Kartoffelmehl unter den Teig kneten und den Probekloß erneut prüfen.
Die Klöße in leicht siedendem Wasser gar ziehen lassen.
Die Hitze reduzieren und die Klöße vorsichtig weitergaren.
Häufig gefragt
Du kannst etwas Majoran verwenden. Er schmeckt milder und weniger herb als Beifuß.
Die Füllung locker einfüllen und nicht fest zusammendrücken.
Die Gans zum Schluss bei 220 °C etwa 10 Minuten bräunen lassen und dabei aufmerksam beobachten.
Etwas zusätzliches Kartoffelmehl unter den Teig kneten und einen weiteren Probekloß in leicht siedendem Wasser garen.
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