Thüringer Rehbraten mit Senfjus

Wildbraten aus Thüringen

Zarte Rehkeule mit Senf, Wacholder und Rotwein geschmort, dazu Thüringer Klöße, gebratene Pfifferlinge und fruchtiges Preiselbeerkompott.

Zum Rezept
Thüringer Rehbraten mit Senfjus
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 2 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 3 Std. 15 Min.
Menge 4 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Kräuter und Gewürze, Pilze, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren
Würzanwendung Während des Garens bestreichen oder begießen
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das kurze Anbraten und anschließende Schmoren machen die Rehkeule zart und geben der Jus Tiefe.
  • Senf, Wacholder, Rotwein und Wildfond ergänzen den charakteristischen Geschmack des Wildfleischs.
  • Die flaumigen Thüringer Klöße nehmen die kräftige Jus auf, während Pfifferlinge und Preiselbeeren herzhafte und fruchtige Akzente setzen.

Dieser Thüringer Rehbraten verbindet kräftig angebratene Rehkeule mit einer aromatischen Senfjus aus Rotwein und WildfondWildfond ist eine kräftige Grundbrühe aus Wildknochen oder Wildabschnitten, die als Basis für Saucen, Suppen und Schmorgerichte dient.. Thüringer Klöße, gebratene Pfifferlinge und Preiselbeerkompott ergänzen das herzhafte Wildgericht zu einem vollständigen Festessen.

Aromatischer Wildduft, kräftige Rotwein- und Wacholdernoten, zarte Fleischscheiben, sämige Senfjus, weiche Klöße, erdige Pfifferlinge und fruchtig-säuerliches Preiselbeerkompott.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Rehbraten und Senfjus

  1. Rehkeule würzen und ruhen lassen

    Die Rehkeule trocken tupfen, mit dem Senf einreiben und rundum mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen. 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.

    30 Minuten
    • Die Ruhezeit sorgt dafür, dass die Würzung besser an der Oberfläche haftet und das Fleisch nicht direkt aus dem Kühlschrank in den Bräter kommt.

    Wichtig: Rohes Wildfleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Hände sowie Arbeitsfläche anschließend gründlich reinigen.

  2. Gemüse vorbereiten

    Zwiebeln, Möhren, Sellerie und Knoblauch grob würfeln. Die Wacholderbeeren leicht andrücken.

    • Die Gemüsewürfel dürfen grob bleiben, da sie später mit dem Bratensud passiert werden.
  3. Rehkeule anbraten

    Butterschmalz in einem schweren Bräter erhitzen. Die Rehkeule rundum kräftig anbraten und anschließend aus dem Bräter nehmen.

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist rundum kräftig gebräunt.

    • Den Bräter erst gut erhitzen und das Fleisch nicht zu früh wenden, damit eine gleichmäßige Bräunung entsteht.

    Wichtig: Beim Anbraten kann heißes Fett spritzen; die Rehkeule vorsichtig in den Bräter legen.

  4. Jus ansetzen

    Das vorbereitete Gemüse im Bräter goldbraun anrösten. Lorbeer, Wacholder und Pfefferkörner kurz mitrösten. Mit Rotwein ablöschen, den Bratensatz lösen, den Wildfond angießen und die Rehkeule wieder einlegen.

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist gebräunt und der Bratensatz hat sich vom Boden gelöst.

    • Den Rotwein kurz einkochen lassen, bevor der Wildfond dazukommt; dadurch wird die Jus aromatischer.

    Wichtig: Die heiße Flüssigkeit langsam angießen, da beim Ablöschen Dampf aufsteigen kann.

  5. Rehkeule schmoren

    Den Bräter mit dem Deckel verschließen und im vorgeheizten Backofen bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 90 Minuten schmoren. Das Fleisch zwischendurch ein- bis zweimal wenden und mit dem Sud übergießen. Anschließend die Rehkeule herausnehmen und zugedeckt warm halten.

    90 Minuten 160 °C

    Daran erkennst du es: Die Rehkeule lässt sich leicht mit einem Messer anstechen und der Schmorsud ist aromatisch eingekocht.

    • Während der Braten im Ofen schmort, können die Kartoffeln für die Klöße vorbereitet und die Beilagen weiter zubereitet werden.

    Wichtig: Den heißen Bräter nur mit geeigneten Ofenhandschuhen anfassen.

  6. Jus passieren und binden

    Den Bratensud durch ein Sieb gießen und erneut aufkochen. Vollkornmehl mit kaltem Wasser glatt rühren, in die kochende Flüssigkeit geben und einige Minuten köcheln lassen. Die kalte Butter einrühren und die Jus mit Salz und Pfeffer abschmecken.

    Daran erkennst du es: Die Jus ist leicht gebunden, glänzt durch die Butter und schmeckt ausgewogen würzig.

    • Die Mehlmischung unter ständigem Rühren einarbeiten, damit keine Klümpchen entstehen.

    Wichtig: Die kochende Jus kann spritzen; beim Einrühren vorsichtig arbeiten.

Thüringer Klöße

  1. Brotwürfel und rohe Kartoffeln vorbereiten

    Das Weißbrot in kleine Würfel schneiden und in Butter goldbraun rösten. Zwei Drittel der Kartoffeln roh fein reiben, in ein sauberes Tuch geben und kräftig ausdrücken. Die Flüssigkeit auffangen und kurz stehen lassen, bis sich die Stärke absetzt.

    Daran erkennst du es: Die Brotwürfel sind goldbraun und die Kartoffelstärke hat sich am Boden der aufgefangenen Flüssigkeit gesammelt.

    • Die Kartoffelflüssigkeit nicht sofort wegschütten; die abgesetzte Stärke wird für die Kloßmasse benötigt.

    Wichtig: Beim Ausdrücken der rohen Kartoffeln auf ein sauberes Tuch und hygienisches Arbeiten achten.

  2. Kloßmasse herstellen

    Das letzte Drittel der Kartoffeln schälen, in Salzwasser weich kochen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Milch erwärmen und unter die gekochten Kartoffeln rühren. Die abgesetzte Stärke vorsichtig vom Wasser trennen und mit dem rohen Kartoffelrieb und etwas Salz unter die gekochten Kartoffeln mischen.

    Daran erkennst du es: Die Kartoffelmasse ist formbar und gleichmäßig vermischt.

    • Die Milch nur erwärmen und nicht sprudelnd kochen lassen. Die Kartoffelmasse anschließend zügig verarbeiten.
  3. Klöße gar ziehen lassen

    Aus der Kartoffelmasse acht Klöße formen und jeweils einige geröstete Brotwürfel in die Mitte geben. Die Klöße in leicht siedendes Salzwasser legen und bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße steigen an die Oberfläche und sind außen stabil.

    • Das Wasser nur leicht sieden lassen, damit die Klöße nicht zerfallen.

    Wichtig: Die Klöße vorsichtig in das heiße Wasser legen, um Spritzer zu vermeiden.

Pfifferlinge, Preiselbeeren und Servieren

  1. Pfifferlinge braten

    Die Pfifferlinge sorgfältig putzen. Die Schalotte fein würfeln und in Butter glasig braten. Pfifferlinge dazugeben und 6 bis 8 Minuten braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Petersilie unterheben.

    8 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Flüssigkeit ist verdampft, die Pfifferlinge sind gebraten und bleiben saftig.

    • Die Pfifferlinge nicht zu dicht in die Pfanne geben, damit ihre Flüssigkeit verdampfen kann.
  2. Preiselbeerkompott erwärmen

    Preiselbeeren, Apfelsaft und Zitronensaft in einem kleinen Topf verrühren und 2 bis 3 Minuten bei niedriger Hitze erwärmen.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Kompott ist warm und leicht gelockert, aber nicht stark eingekocht.

    • Das Kompott nur erwärmen, damit seine fruchtige Säure erhalten bleibt.
  3. Anrichten und servieren

    Die Rehkeule quer zur Faser in Scheiben schneiden. Mit Senfjus, Thüringer Klößen, Pfifferlingen und Preiselbeerkompott servieren.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist quer zur Faser geschnitten und die Beilagen sind heiß beziehungsweise erwärmt angerichtet.

    • Die Jus erst kurz vor dem Servieren über oder neben das Fleisch geben, damit die Scheiben ihre Oberfläche behalten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Schmorzeit flexibel beurteilen: Die angegebene Schmorzeit ist ein Richtwert. Entscheidend ist, dass die Rehkeule zart wird und sich gut schneiden lässt, ohne trocken zu wirken.
  • Klöße sanft garen: Das Wasser für die Thüringer Klöße darf nur leicht sieden. Stark sprudelndes Wasser kann die geformten Klöße aufreißen oder zerfallen lassen.
  • Jus klümpchenfrei binden: Das Vollkornmehl zuerst mit kaltem Wasser glatt rühren und erst dann in die kochende Flüssigkeit geben. So lässt sich die Jus gleichmäßig binden.
  • Arbeitsschritte parallel nutzen: Während die Rehkeule im Ofen schmort, lassen sich Kartoffeln, Pfifferlinge und Preiselbeerkompott vorbereiten, damit alles gemeinsam servierbereit ist.

Zutatenwissen

Rehkeule einkaufen

Rehkeule ist meist beim Wildhändler, in gut sortierten Metzgereien oder auf Vorbestellung beim Jäger beziehungsweise in einer regionalen Wildkammer erhältlich.

Wildfond auswählen

Wildfond gibt der Jus eine besonders kräftige Wildnote. Gut sortierte Supermärkte, Metzgereien und Feinkostgeschäfte führen ihn häufig.

Pfifferlinge vorbereiten

Pfifferlinge sorgfältig putzen und möglichst nicht lange in Wasser liegen lassen, damit sie beim Braten ihr Aroma behalten.

Kartoffelsorte für Klöße

Mehligkochende Kartoffeln ergeben eine gut formbare Kloßmasse und nehmen die Senfjus besonders gut auf.

Sinnvolle Alternativen

Kräftige Rinderbrühe

Die Jus wird etwas weniger wildtypisch, bleibt aber kräftig und aromatisch.

Den Wildfond im gleichen Volumen durch kräftige Rinderbrühe ersetzen.

Brötchen

Die geröstete Füllung bleibt erhalten; die Brotwürfel können etwas kompakter werden.

Ein kleines Brötchen in Würfel schneiden und wie das Weißbrot in Butter goldbraun rösten.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Rehkeule wird trocken.

Die Rehkeule zugedeckt schmoren, zwischendurch wenden und mit dem Sud übergießen.

Die Scheiben mit reichlich heißer Jus servieren und nicht weitergaren.

Die Klöße zerfallen im Wasser.

Das Wasser nur leicht sieden lassen und die abgesetzte Kartoffelstärke vollständig verwenden.

Die restliche Masse mit etwas zusätzlicher Kartoffelstärke stabilisieren und zunächst einen Probekloß garen.

Die Jus wird klumpig.

Vollkornmehl und kaltes Wasser in einer Schüssel vollständig glatt rühren.

Die Jus durch ein feines Sieb passieren und nochmals kurz aufkochen.

Die Pfifferlinge bleiben wässrig.

Die Pfifferlinge in einer ausreichend großen heißen Pfanne braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Die Pilze weiterbraten, bis überschüssige Flüssigkeit verdampft ist, und erst danach würzen.

Varianten

Mit Rotkohl statt Pfifferlingen

Der Rehbraten kann mit klassischem Rotkohl anstelle der gebratenen Pfifferlinge serviert werden.

Jus ohne Rotwein

Für eine alkoholfreie Variante wird der Rotwein durch zusätzlichen Wildfond ersetzt.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch mit Thüringer Klößen: Die Rehkeule in Scheiben mit reichlich Senfjus, Thüringer Klößen, Pfifferlingen und einem Klecks Preiselbeerkompott anrichten.
  • Preiselbeerkompott separat reichen: Das Preiselbeerkompott in einer kleinen Schale auf den Tisch stellen, damit jeder die fruchtige Süße nach Geschmack dosieren kann.
  • Begleitung zum Wildbraten: Ein trockener Rotwein oder ein alkoholfreies, kräftig-fruchtiges Getränk passt zur würzigen Jus und zum Wildaroma.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Rehkeule kann bis zu 24 Stunden vorher geschmort werden. Fleisch und Jus getrennt abkühlen lassen, abgedeckt kalt stellen und zum Servieren langsam erwärmen. Klöße und Pfifferlinge möglichst frisch zubereiten.

Aufbewahren

Rehbraten und Jus getrennt voneinander abkühlen lassen und anschließend abgedeckt im Kühlschrank lagern. Beilagen möglichst getrennt aufbewahren.

Gekochte Speisen nicht längere Zeit ungekühlt stehen lassen.

Einfrieren

Die Qualität von Klößen und Pfifferlingen kann durch Einfrieren leiden.

Aufwärmen

  • Topf oder Bräter: Rehbraten und Jus getrennt bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam erwärmen. Die Fleischscheiben erst kurz vor dem Servieren in die heiße Jus geben.

Allergene und Nährwerte

  • Milch: enthält · Butter, Butterschmalz und Milch sind als Zutaten angegeben.
  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Vollkornmehl und Weißbrot beziehungsweise Brötchen sind Bestandteil des Rezepts.
  • Senf: enthält · Mittelscharfer Senf wird zum Einreiben der Rehkeule verwendet.
  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist Bestandteil des Schmorgemüses.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Wildfond ersetzen?

Ja. Kräftige Rinderbrühe kann im gleichen Volumen verwendet werden. Die Jus schmeckt dann etwas weniger wildtypisch.

Warum müssen die Kartoffeln für die Klöße ausgedrückt werden?

Durch das Ausdrücken wird überschüssige Flüssigkeit entfernt. Die abgesetzte Kartoffelstärke bindet die Masse und hilft, die Klöße stabil zu halten.

Kann ich auch andere Pilze verwenden?

Ja. Aromatische Waldpilze können die Pfifferlinge ersetzen. Die Pilze sollten sorgfältig vorbereitet und so lange gebraten werden, bis überschüssige Flüssigkeit verdampft ist.

Kann ich den Rehbraten vorbereiten?

Der Rehbraten mit Jus kann bis zu 24 Stunden vorher zubereitet und getrennt gekühlt werden. Klöße und Pfifferlinge schmecken frisch zubereitet am besten.

Aus unserer Küche

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