Geeignetes Rindfleisch
Rinderbug und Rinderkeule eignen sich als große, bindegewebsreiche Stücke für das lange Schmoren.
Badische Schmorgerichte
Kräftiger Rinderbraten, der mehrere Tage in Rotwein, Rotweinessig und Gewürzen beizt, anschließend langsam geschmort und mit passierter Sauerrahmsauce serviert wird. Spätzle und Rotkohl ergänzen den säuerlich-würzigen Hauptgang.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Badischer Sauerbraten lebt von seiner langen Beize: Rindfleisch zieht mehrere Tage in Rotwein, Rotweinessig, Gemüse und Gewürzen. Durch kräftiges Anbraten, langsames Schmoren und eine mit Sauerrahm verfeinerte Sauce entsteht ein zarter, aromatischer Braten mit markanter Säure. Dazu passen selbst gemachte Spätzle und geschmorter Rotkohl.
Zartes, saftiges Rindfleisch mit kräftigen Röstaromen, einer dunkel-würzigen und deutlich säuerlichen Sauce sowie weichen, buttrigen Spätzle. Der Rotkohl bringt eine fruchtige, leicht süßliche Gegennote.
Schritt für Schritt
Zwiebeln, Möhren, Knollensellerie, Lauch und Knoblauch grob schneiden. Mit Rotwein, Rotweinessig, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Pfefferkörnern, Gewürznelken und Senfkörnern in eine große Schüssel geben. Das Fleisch hineinlegen, vollständig mit der Beize bedecken, zugedeckt in den Kühlschrank stellen und 3 bis 4 Tage kalt beizen. Einmal täglich wenden.
Wichtig: Die Beize mit dem rohen Fleisch durchgehend kalt und abgedeckt lagern.
Das Fleisch aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen und vollständig auffangen. Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch salzen und in 2 EL Butterschmalz im Bräter rundherum kräftig anbraten. Das Gemüse aus der Beize im verbliebenen Fett ebenfalls anrösten.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundherum gebräunt, das Gemüse weist erste Röststellen auf.
Das Mehl über das angeröstete Gemüse stäuben und kurz mitrösten. Mit der aufgefangenen Beize ablöschen, die Rinderbrühe zugießen und das Fleisch wieder einlegen. Der Braten sollte etwa zu einem Drittel in Flüssigkeit liegen. Den Bräter zudecken und den Sauerbraten im vorgeheizten Backofen 2 bis 2,5 Stunden schmoren. Bei Bedarf etwas Brühe nachgießen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht mit einer Gabel einstechen und ist weich.
Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und abgedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Die Sauce durch ein Sieb gießen, nochmals kurz einkochen lassen und den Sauerrahm einrühren. Nicht mehr stark kochen. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken und das Fleisch quer zur Faser in Scheiben schneiden.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist glatt und der Sauerrahm vollständig eingerührt, ohne stark zu kochen.
Mehl, Eier, Wasser, 1 TL Salz und Muskat zu einem zähen, glatten Teig schlagen. Den Teig 10 Minuten ruhen lassen. Währenddessen einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise vom Brett oder durch eine Spätzlepresse in das kochende Wasser schaben. Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen, weitere 2 bis 3 Minuten garen, mit dem Schaumlöffel herausheben und mit der Butter vermengen.
Daran erkennst du es: Die Spätzle steigen an die Oberfläche und sind anschließend durchgegart, aber noch elastisch.
Die äußeren Blätter des Rotkohls entfernen, den Kohl vierteln und fein schneiden. Zwiebel und Apfel würfeln und in der Butter anschwitzen. Rotkohl zugeben und kurz mitrösten. Rotwein, Rotweinessig und Wasser angießen, Lorbeerblatt und Gewürznelken hinzufügen, mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen und zugedeckt 45 bis 60 Minuten schmoren. Zwischendurch umrühren.
Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, behält aber noch etwas Struktur.
Die Bratenscheiben mit der Sauce, den Spätzle und dem Rotkohl auf vorgewärmten Tellern anrichten und sofort servieren.
Gut zu wissen
Rinderbug und Rinderkeule eignen sich als große, bindegewebsreiche Stücke für das lange Schmoren.
Rotwein und Rotweinessig geben der Beize ihre markante Säure und würzige Tiefe.
Sauerrahm rundet die kräftige Sauce ab und sollte nach dem Einrühren nicht mehr stark kochen.
Der Spätzleteig soll zäh und glatt sein, damit er sich vom Brett oder durch die Presse ins Kochwasser schaben lässt.
Die Sauce wird etwas fetter und meist stabiler, aber weniger säuerlich.
Schmand in gleicher Menge nach dem Passieren und kurzen Einkochen der Sauce einrühren und anschließend nur vorsichtig erwärmen.
Es fehlen leichte Butternoten; die Röstung funktioniert weiterhin.
Das Öl zum Anbraten von Fleisch und Gemüse verwenden. Für eine milchfreie Zubereitung zusätzlich Butter in Spätzlen und Rotkohl durch ein passendes pflanzliches Fett ersetzen.
Der Teller wird kompakter und die Beilage nimmt die Sauce ebenfalls gut auf.
Die Spätzle vollständig durch separat zubereitete Kartoffelklöße ersetzen; der Sauerbraten und der Rotkohl bleiben unverändert.
Das Fleisch sorgfältig trocken tupfen und rundherum in heißem Butterschmalz anbraten.
Die Flüssigkeit abgießen oder verdampfen lassen und das Fleisch anschließend portionsweise weiter anrösten.
Den Braten nur zu etwa einem Drittel in Flüssigkeit liegen lassen und die passierte Sauce kurz einkochen.
Die Sauce ohne Fleisch weiter reduzieren und erst danach den Sauerrahm einrühren.
Sauerrahm bei niedriger Hitze einrühren und die Sauce nicht mehr stark kochen.
Die Sauce vorsichtig durch ein feines Sieb passieren und bei niedriger Hitze glätten.
Den Braten weiter zugedeckt schmoren lassen und die Weichheit mit einer Gabel prüfen.
Das Fleisch zurück in die Sauce legen und zugedeckt weitergaren, bis es leicht einzustechen ist.
Eine süßere badische Abwandlung mit Rosinen in der Sauce. Die vorliegende Fassung bleibt ausdrücklich ohne Rosinen.
Die Spätzle werden durch Kartoffelklöße ersetzt, die ebenfalls viel Sauce aufnehmen.
Der fertige Sauerbraten kann bis zu 24 Stunden im Voraus zubereitet und zusammen mit der Sauce gekühlt aufbewahrt werden. Spätzle und Rotkohl möglichst frisch zubereiten oder separat aufbewahren.
Reste innerhalb von 2 Stunden abkühlen lassen, abgedeckt oder dicht verschlossen im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3 Tagen verbrauchen.
Rohes, gebeiztes Fleisch und fertige Speisen getrennt behandeln und lagern.
Fleisch mit Sauce portionsweise luftdicht verpacken und einfrieren. Spätzle können separat eingefroren werden; Rotkohl ebenfalls, verliert aber etwas an Struktur.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend vollständig durcherhitzen.
Die Sauce kann nach dem Auftauen leicht an Bindung verlieren; langsam erwärmen und vorsichtig verrühren.
Häufig gefragt
Die angegebene Beize dauert 3 bis 4 Tage. Das Fleisch sollte dabei zugedeckt im Kühlschrank liegen und einmal täglich gewendet werden.
Durch das Passieren werden Gemüse und Gewürze entfernt und die Sauce wird glatt. Anschließend wird sie kurz eingekocht und mit Sauerrahm abgerundet.
In dieser Rezeptfassung werden Spätzle und Rotkohl serviert. Kartoffelklöße sind eine mögliche Alternative zu den Spätzle.
Diese Fassung verzichtet ausdrücklich auf Rosinen. Sie können als optionale Variante ergänzt werden.
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