Wildschweinspieße vom Grill mit Schwarzbrot und Gewürzgurke

Harzer Wild-Grillgericht

Marinierte Wildschweinwürfel werden mit Paprika, Zwiebeln, Gewürzgurke und Schwarzbrot aufgespießt, zunächst direkt und anschließend indirekt gegrillt. Dazu passt ein warmer Kartoffelsalat mit Zwiebel, Essig, Senf und Petersilie.

Zum Rezept
Wildschweinspieße vom Grill mit Schwarzbrot
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 35 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 90 Minuten
Menge Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Spießgerichte
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Getreide, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Grillen, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Ziehenlassen und Aufgießen
Verzehrkontext Abendmahlzeit
Würzanwendung Marinieren
Servierrolle Als Hauptgericht vorgesehen
Grill-Hitzeanordnung Direkte Grillzone, Indirekte Grillzone

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die kurze Marinierzeit bringt Wacholder, Majoran, Senf und Knoblauch in das Wildschwein, ohne den Eigengeschmack zu überdecken.
  • Direktes Anrösten sorgt für kräftige Grillaromen, während das anschließende indirekte Garen das Fleisch gleichmäßig durchgart.
  • Paprika, Zwiebeln, Gewürzgurke und Schwarzbrot liefern gleichzeitig Süße, Säure, Würze und Röstaromen.
  • Der warme Kartoffelsalat nimmt den würzigen Sud aus Brühe, Essig, Senf und Zwiebel besonders gut auf.

Diese bodenständige Grillvariante verbindet kräftiges Wildschwein mit süßer Paprika, würziger Gewürzgurke, Zwiebeln und herzhaftem Roggen-Schwarzbrot. Die Marinade aus Rapsöl, Senf, Paprika, Majoran, Wacholder und Knoblauch unterstreicht das aromatische Fleisch, während der warme Kartoffelsalat eine sättigende Begleitung bildet.

Die Spieße schmecken herzhaft, würzig und leicht harzig vom Wacholder. Das Wildschwein bleibt kräftig im Aroma, während Paprika und Zwiebel süße Grillnoten entwickeln. Die Gewürzgurke bringt Säure, das Schwarzbrot Röstaromen und der warme Kartoffelsalat eine weiche, essigfrische Ergänzung.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereitung

  1. Spieße und Fleisch vorbereiten

    Die Holzspieße mindestens 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen; bei Metallspießen entfällt dieser Schritt. Das Wildschweinfleisch trocken tupfen, von Sehnen befreien und in etwa 3 cm große Würfel schneiden.

    30 Minuten
    • Die Würfel möglichst gleich groß schneiden, damit sie gleichmäßig garen.

    Wichtig: Rohes Wildschweinfleisch getrennt von verzehrfertigen Zutaten verarbeiten und Arbeitsflächen danach gründlich reinigen.

  2. Kartoffeln garen

    Die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser etwa 20 Minuten garen, bis sie weich, aber noch schnittfest sind. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, pellen und in dünne Scheiben schneiden.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln sind weich, behalten beim Schneiden aber ihre Form.

    • Die Kartoffeln nicht zu weich kochen, damit der Salat nicht breiig wird.

Warmer Kartoffelsalat

  1. Sud erhitzen und Salat ansetzen

    Die Salat-Zwiebel fein würfeln. Gemüsebrühe, Weißweinessig, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer in einem kleinen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin 2 Minuten sanft ziehen lassen. Den warmen Sud über die Kartoffelscheiben geben, vorsichtig mischen und 10 Minuten durchziehen lassen. Danach Rapsöl und Petersilie unterheben.

    12 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffelscheiben sind vom warmen Sud durchzogen, bleiben aber intakt.

    • Den warmen Sud vorsichtig unterheben, damit die Kartoffelscheiben nicht zerfallen.

Marinieren, Aufspießen und Grillen

  1. Marinade anrühren und Fleisch marinieren

    Rapsöl, Senf, Paprikapulver, Majoran, fein zerdrückte Wacholderbeeren, Knoblauch, Salz und Pfeffer verrühren. Das Wildschweinfleisch darin wenden und 30 Minuten zugedeckt im Kühlschrank marinieren.

    30 Minuten 4 °C
    • Das Fleisch vollständig mit der Marinade benetzen und während der Marinierzeit abgedeckt halten.

    Wichtig: Das marinierte rohe Fleisch bis zum Grillen gekühlt aufbewahren.

  2. Spieße bestücken

    Paprika und Gewürzgurken in etwa 3 cm große Stücke schneiden. Die Zwiebeln schälen und in breite Spalten teilen. Das Schwarzbrot in grobe Würfel schneiden. Fleisch, Paprika, Zwiebel, Gewürzgurke und Schwarzbrot abwechselnd auf die Spieße stecken. Die Brotwürfel möglichst zwischen zwei Gemüsestücke setzen, damit sie nicht zu schnell durchweichen.

    15 Minuten
    • Die Stücke nicht zu eng aneinanderreihen, damit die Hitze rundum zirkulieren kann.

    Wichtig: Für rohes Fleisch ein sauberes Brett und sauberes Werkzeug verwenden oder diese vor dem Schneiden der übrigen Zutaten gründlich reinigen.

  3. Spieße grillen

    Den Grill auf etwa 200 °C vorheizen und eine direkte sowie eine indirekte Zone vorbereiten. Die Spieße über direkter Hitze rundherum 2 bis 3 Minuten anrösten. Anschließend in der indirekten Zone unter gelegentlichem Wenden etwa 8 bis 12 Minuten weitergrillen, bis das Wild vollständig durchgegart ist und eine Kerntemperatur von mindestens 80 °C erreicht.

    15 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Das Wild ist vollständig durchgegart und erreicht im Kern mindestens 80 °C.

    • Die Spieße nach dem direkten Anrösten in die indirekte Zone umsetzen, damit das Brot nicht verbrennt.

    Wichtig: Wildschwein vollständig durchgaren und die Kerntemperatur an der dicksten Fleischstelle prüfen.

  4. Ruhen lassen und servieren

    Die Spieße 3 Minuten ruhen lassen. Den Kartoffelsalat nochmals abschmecken und gemeinsam mit den heißen Wildschweinspießen servieren.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Spieße sind heiß, der Fleischsaft verteilt sich nach der kurzen Ruhezeit wieder.

    • Den Kartoffelsalat unmittelbar vor dem Servieren nochmals auf Säure, Salz und Pfeffer prüfen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Schwarzbrot nicht zu weich werden lassen: Die Brotwürfel möglichst zwischen zwei Gemüsestücke stecken. So liegen sie weniger direkt an feuchten Zutaten und behalten beim Grillen besser ihre Struktur.
  • Zwei Grillzonen nutzen: Die direkte Zone dient zum Anrösten. In der indirekten Zone gart das Wild anschließend kontrollierter weiter, während das Schwarzbrot weniger schnell verbrennt.
  • Kartoffeln schnittfest halten: Die Kartoffeln sollten weich genug für den warmen Sud sein, aber beim Mischen nicht zerfallen.

Zutatenwissen

Wildschweinfleisch einkaufen

Wildschweinfleisch ist besonders gut bei einer Wildmetzgerei, einer gut sortierten Fleischerei oder einem regionalen Wildbretvermarkter erhältlich.

Wacholderbeeren finden

Ganze Wacholderbeeren stehen meist im Gewürzregal, in Kräuterläden oder auf gut sortierten Wochenmärkten.

Schwarzbrot auswählen

Kräftiges Roggen-Schwarzbrot passt zum Wildaroma und entwickelt auf dem Grill herzhafte Röstaromen. Dicke Scheiben liefern stabile Würfel.

Sinnvolle Alternativen

Schweineschulter

Das Ergebnis schmeckt milder und weniger wildtypisch; die Fleischstruktur bleibt für Spieße geeignet.

Schweineschulter in etwa 3 cm große Würfel schneiden und wie das Wildschwein marinieren und grillen. Auch hier die vollständige Durchgarung prüfen.

zerstoßene Pimentkörner

Piment schmeckt wärmer und weniger harzig als Wacholder.

Pimentkörner grob zerstoßen und anstelle der fein zerdrückten Wacholderbeeren in die Marinade geben.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Wildschwein wird trocken und fest.

Etwa 3 cm große Würfel schneiden, nur kurz direkt anrösten und anschließend in der indirekten Zone weitergrillen.

Die Spieße sofort von der Hitze nehmen, 3 Minuten ruhen lassen und mit dem Kartoffelsalat servieren.

Die Schwarzbrotwürfel verbrennen, bevor das Fleisch gar ist.

Brot zwischen Gemüsestücke setzen und die Spieße nach dem direkten Anrösten in die indirekte Zone umsetzen.

Verbrannte Brotwürfel vorsichtig entfernen; die übrigen Spieße indirekt fertig garen.

Die Kartoffelscheiben zerfallen beim Mischen.

Kartoffeln nur weich, aber noch schnittfest garen und den Sud vorsichtig unterheben.

Den Salat nicht weiter rühren, sondern mit zusätzlichen Kräutern und etwas Öl locker durchheben.

Varianten

Spieße ohne Schwarzbrot

Die Spieße werden nur mit Wildschwein, Gemüse und Gewürzgurke zusammengestellt; der Kartoffelsalat bleibt unverändert.

Spieße mit Metallspießen

Metallspieße erleichtern die Vorbereitung, weil kein Einweichen erforderlich ist.

Servieren und kombinieren

  • Als kräftiges Grillabend-Menü: Die heißen Wildschweinspieße mit dem warmen ostfälischen Kartoffelsalat direkt vom Grill servieren. Zusätzliche Gewürzgurken oder etwas Senf passen geschmacklich dazu.
  • Rustikal mit Schwarzbrot: Einige zusätzliche Scheiben Roggen-Schwarzbrot können neben den Spießen gereicht werden, damit die würzige Marinade und der Kartoffelsalatsud aufgenommen werden können.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Roggen): enthält · Das Rezept enthält Roggen-Schwarzbrot.
  • Senf: enthält · Senf wird sowohl in der Marinade als auch im Kartoffelsalat verwendet.
  • Sellerie: uncertain · Gemüsebrühe kann Sellerie enthalten; bei abgepackter Brühe die Zutatenliste prüfen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Metallspieße verwenden?

Ja. Bei Metallspießen entfällt das Einweichen. Holzspieße sollten dagegen mindestens 30 Minuten in kaltem Wasser liegen.

Warum werden die Spieße zuerst direkt und danach indirekt gegrillt?

Die direkte Hitze sorgt für Röstaromen. In der indirekten Zone kann das Wild anschließend gleichmäßiger durchgaren, ohne dass das Schwarzbrot zu schnell verbrennt.

Wann ist das Wildschwein fertig?

Das Wildschwein soll vollständig durchgegart sein. Im Rezept wird eine Kerntemperatur von mindestens 80 °C angegeben; die Temperatur an der dicksten Fleischstelle prüfen.

Was kann ich statt Wildschwein verwenden?

Als Alternative eignet sich Schweineschulter. Sie schmeckt milder und weniger kräftig, kann aber in derselben Menge und Zubereitungsweise verwendet werden.

Aus unserer Küche

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