Vogtländische Grüne Klöße mit Sauerbraten und Apfelrotkohl

Sächsische Festtagsküche

Ein sächsischer Festtagsteller aus langsam geschmortem Sauerbraten, Vogtländischen Grünen Klößen mit gerösteter Brotfüllung, dunkler Pfefferkuchensoße und fruchtigem Apfelrotkohl.

Zum Rezept
Ein Festtagsteller aus dem Vogtland
Vorbereitung 90 Minuten
Kochen / Backen 4 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 48 Stunden
Gesamtzeit ca. 52 Std. 40 Min.
Menge 4 Portionen, 8 Klöße
Gerichtsform und Gerichtsart Braten und Schmorbraten, Klöße und Teigtaschen
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Milchprodukte, Obst, Weizen, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren, Ziehenlassen und Aufgießen
Anlasskontext Feierlicher Anlass
Würzanwendung Marinieren

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Mischung aus rohen und gekochten Kartoffeln sorgt für eine feste, elastische Kloßstruktur mit typischer grüner Färbung.
  • Die gerösteten Brötchenwürfel bringen eine buttrige, aromatische Mitte in die Klöße.
  • Sauerbraten, dunkle Soße und Apfelrotkohl verbinden kräftige, säuerliche, süßliche und fruchtige Aromen zu einem ausgewogenen Festtagsteller.

Vogtländische Grüne Klöße mit Sauerbraten: Rohe und gekochte Kartoffeln verbinden sich zu einer charakteristischen Kloßmasse, in deren Mitte geröstete Brötchenwürfel sitzen. Dazu kommen ein über viele Stunden marinierter und anschließend geschmorter Rinderbraten, eine dunkle Soße mit Pulsnitzer SoßenpfefferkuchenDer fein gewürzte, wenig süße Pfefferkuchen wird zerbröselt in die dunkle Soße eingerührt. und fruchtig-säuerlicher Apfelrotkohl.

Der Braten ist zart und kräftig aromatisch, die Soße dunkel, würzig und leicht süßlich. Die Klöße sind außen kompakt und innen weich mit gerösteter Brotfüllung; der Apfelrotkohl ergänzt das Gericht mit fruchtiger Säure und angenehmer Süße.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Sauerbraten und Beize

  1. Beize ansetzen und Fleisch marinieren

    Wasser mit grob geschnittenen Zwiebeln, Möhren und Sellerie, Lorbeer, Wacholder, Piment, Pfeffer, Nelken, Senfkörnern, Zucker und Salz aufkochen. Den Sud vollständig abkühlen lassen, Rotweinessig und Rotwein einrühren und das Fleisch hineinlegen. Abgedeckt 36 bis 48 Stunden im Kühlschrank marinieren und gelegentlich wenden.

    4 Std. 48 Min.
    • Den Sud vor dem Einlegen vollständig abkühlen lassen, damit das Fleisch nicht warm mariniert wird.
    • Das Fleisch sollte möglichst von der Beize umgeben sein.

    Wichtig: Das Fleisch während der gesamten Marinierzeit abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

  2. Fleisch anbraten und Soßenansatz herstellen

    Das Fleisch aus der Beize nehmen und gründlich trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen und auffangen, das Gemüse beiseitelegen. Das Öl in einem schweren Bräter erhitzen und das Fleisch rundum kräftig anbraten. Das Beizgemüse und das Tomatenmark kurz mitrösten, dann Beize und Rinderfond angießen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum kräftig gebräunt; das Tomatenmark duftet geröstet, aber nicht verbrannt.

    • Das Fleisch vor dem Anbraten gut trocknen, damit es bräunt statt zu dünsten.
    • Die aufgefangene Beize vollständig für den Schmoransatz aufbewahren.
  3. Sauerbraten schmoren

    Den Bräter abdecken und den Sauerbraten im vorgeheizten Backofen bei 160 °C Ober- und Unterhitze etwa 2,5 bis 3 Stunden schmoren. Das Fleisch nach etwa der Hälfte der Zeit wenden. Es ist fertig, wenn sich eine Gabel leicht hineinstechen lässt.

    3 Stunden 160 °C

    Daran erkennst du es: Eine Gabel lässt sich leicht in das Fleisch stechen.

    • Bei Bedarf etwas Flüssigkeit nachgießen, wenn der Bräter während des Schmorens zu trocken wird.
    • Das Fleisch nach der Hälfte der Zeit vorsichtig wenden.

Apfelrotkohl

  1. Rotkohl schmoren

    Den Kohl fein schneiden, die Zwiebel würfeln und den Apfel schälen und klein schneiden. Butter oder Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Apfel darin anschwitzen, den Rotkohl dazugeben und mit Apfelsaft, Apfelessig, Zucker, Lorbeer, Nelken und Salz würzen. Zugedeckt bei niedriger Hitze 45 bis 60 Minuten schmoren und gelegentlich umrühren. Diese Arbeit kann während des Schmorens des Sauerbratens erfolgen.

    55 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotkohl ist weich, aber nicht vollständig zerfallen, und die Flüssigkeit ist aromatisch eingekocht.

    • Den Rotkohl gelegentlich umrühren und bei Bedarf einen kleinen Schluck Wasser ergänzen.
    • Der Rotkohl kann während des Schmorens des Sauerbratens zubereitet werden.

Vogtländische Grüne Klöße

  1. Kartoffeln kochen und Brotfüllung rösten

    Die Kartoffeln zum Kochen mit Schale in Salzwasser etwa 20 bis 25 Minuten garen. Abgießen, etwas ausdampfen lassen, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Die Brötchen würfeln und in der Butter goldbraun rösten.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht mit einem Messer oder einer Gabel einstechen; die Brötchenwürfel sind goldbraun.

    • Die gekochten Kartoffeln noch warm pressen, damit keine groben Stücke in der Kloßmasse bleiben.
    • Die Brötchenwürfel nur goldbraun rösten, nicht dunkel werden lassen.
  2. Kloßmasse herstellen

    Die rohen Kartoffeln fein reiben und in einem sauberen Tuch oder Kloßsack kräftig ausdrücken. Die Flüssigkeit zehn Minuten stehen lassen, vorsichtig abgießen und die abgesetzte KartoffelstärkeKartoffelstärke ist ein feines Stärkepulver aus Kartoffelknollen, das Flüssigkeiten bindet und Speisen verdickt. zurückbehalten. Die rohe Kartoffelmasse mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen, die aufgefangene Stärke und das Salz einarbeiten und anschließend die gekochten Kartoffeln unterheben. Falls die Masse zu weich ist, etwas Kartoffelstärke ergänzen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Masse ist formbar und hält zusammen, ohne flüssig zu wirken.

    • Die Kartoffelstärke erst nach dem Abgießen der Flüssigkeit vorsichtig zurückgewinnen.
    • Die gekochten Kartoffeln gründlich unterheben, aber die Masse nicht unnötig lange bearbeiten.

    Wichtig: Mit kochendem Wasser vorsichtig arbeiten, um Verbrühungen zu vermeiden.

  3. Klöße formen und füllen

    Aus der Kartoffelmasse mit nassen Händen acht Klöße formen und jeweils einige geröstete Brötchenwürfel in die Mitte geben. Die Klöße bis zum Kochen des Wassers kühl und abgedeckt bereithalten.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Klöße sind geschlossen und behalten ihre runde Form.

    • Die Füllung vollständig mit Kartoffelmasse umschließen, damit sie beim Garen nicht herausfällt.
    • Die Hände zwischendurch anfeuchten, damit die Masse weniger klebt.
  4. Klöße ziehen lassen

    Das Salzwasser in einem breiten Topf aufkochen. Die Klöße vorsichtig hineingleiten lassen, die Hitze sofort reduzieren und sie bei etwa 85 bis 90 °C 20 bis 25 Minuten ziehen lassen. Das Wasser darf nicht sprudelnd kochen. Wenn die Klöße an die Oberfläche steigen und sich fest anfühlen, sind sie gar.

    25 Minuten 88 °C

    Daran erkennst du es: Die Klöße steigen an die Oberfläche und fühlen sich fest an.

    • Die Klöße erst in das kochende Wasser geben und die Hitze danach sofort reduzieren.
    • Während des Ziehens nicht sprudelnd kochen lassen, damit die Klöße nicht zerfallen.

    Wichtig: Die Klöße vorsichtig in das heiße Wasser gleiten lassen, um Spritzer und Verbrühungen zu vermeiden.

Soße vollenden und anrichten

  1. Soße binden und abschmecken

    Den Sauerbraten aus dem Bräter nehmen und abgedeckt ruhen lassen. Die Soße durch ein Sieb gießen, zurück in den Bräter geben und den zerbröselten Soßenpfefferkuchen einrühren. Die Soße fünf Minuten sanft köcheln lassen und mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einem kleinen Schuss Essig abschmecken.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Soße ist leicht gebunden und schmeckt ausgewogen säuerlich, würzig und mild süßlich.

    • Den Soßenpfefferkuchen portionsweise einrühren, damit keine Klümpchen entstehen.
    • Die Säure erst am Ende nach Bedarf korrigieren.
  2. Sauerbraten aufschneiden und servieren

    Den Sauerbraten in Scheiben schneiden und mit den Grünen Klößen, Apfelrotkohl und reichlich Soße servieren.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich in saubere, zarte Scheiben schneiden.

    • Die Teller oder die Servierplatte vorwärmen, damit Fleisch, Klöße und Soße länger heiß bleiben.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Lange Marinierzeit einplanen: Die Beize benötigt 36 bis 48 Stunden im Kühlschrank. Das ist der wichtigste Vorlauf des Rezepts und lässt sich nicht sinnvoll kurzfristig ersetzen.
  • Klöße nur ziehen lassen: Sprudelndes Wasser kann die Klöße aufreißen oder zerfallen lassen. Nach dem Einlegen die Hitze sofort reduzieren und die Temperatur möglichst im Bereich von 85 bis 90 °C halten.
  • Arbeiten sinnvoll verbinden: Der Apfelrotkohl kann während der Sauerbraten im Ofen schmort zubereitet werden. So verkürzt sich die tatsächliche Arbeitszeit, ohne die Schmorzeit des Bratens zu verändern.
  • Soßenpfefferkuchen dosieren: Pulsnitzer Soßenpfefferkuchen bindet die Soße und bringt zugleich Würze und eine milde Süße. Die Soße nach dem Einrühren kurz köcheln lassen und erst danach abschmecken.

Zutatenwissen

Pulsnitzer Soßenpfefferkuchen

Der fein gewürzte, wenig süße Pfefferkuchen wird zerbröselt in die dunkle Soße eingerührt. Als Ersatz eignet sich milder Soßenlebkuchen; die Soße wird dann etwas würziger-süß.

Stärke nur bei Bedarf

Die aus dem Kartoffelwasser abgesetzte Stärke zuerst zurückbehalten. Zusätzliche Kartoffelstärke nur einarbeiten, wenn die Kloßmasse zu weich bleibt.

Mehligkochende Kartoffeln verwenden

Mehligkochende Kartoffeln liefern ausreichend Stärke und unterstützen eine formbare Kloßmasse.

Sinnvolle Alternativen

Milder Soßenlebkuchen

Die Soße wird etwas würziger und süßer, bleibt aber gebunden.

Den Soßenlebkuchen wie den Soßenpfefferkuchen zerbröseln und in die durchgesiebte Soße einrühren.

Rapsöl statt Butter

Der Rotkohl schmeckt etwas leichter und erhält weniger milchige Rundung.

Das Rapsöl zum Anschwitzen von Zwiebel und Apfel verwenden.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Fleisch wird in noch warmen Sud gelegt.

Den Sud vor Zugabe von Essig und Wein vollständig abkühlen lassen.

Wenn das Fleisch noch nicht lange im warmen Sud lag, den Sud sofort kühlen und das Fleisch anschließend durchgehend im Kühlschrank marinieren.

Der Braten bräunt beim Anbraten kaum.

Das Fleisch vor dem Anbraten gründlich trocken tupfen.

Das Fleisch kurz herausnehmen, trocken tupfen und den Anbratvorgang bei ausreichend hoher Hitze fortsetzen.

Die Klöße reißen auf oder zerfallen im Wasser.

Die Hitze nach dem Einlegen reduzieren und die Masse bei Bedarf mit Kartoffelstärke korrigieren.

Bei noch nicht gegarten Klößen die Hitze weiter reduzieren und einen Probekloß prüfen; die restliche Masse gegebenenfalls vorsichtig nachbinden.

Die Soße schmeckt nach dem Binden zu süßlich.

Den Pfefferkuchen portionsweise einrühren und erst danach abschmecken.

Mit einem kleinen Schuss Essig und bei Bedarf etwas Fond ausbalancieren.

Varianten

Grüne Klöße ohne Brotfüllung

Die Klöße werden pur geformt und ohne geröstete Brötchenwürfel in der Mitte gegart.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch als Festtagsteller: Den aufgeschnittenen Sauerbraten mit zwei Grünen Klößen, Apfelrotkohl und reichlich dunkler Soße anrichten.
  • Soße großzügig servieren: Die Soße besonders reichlich über die Klöße geben, damit deren feste Oberfläche aromatisch durchzogen wird.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Das Fleisch kann 36 bis 48 Stunden vor dem Garen in der Beize mariniert werden. Sauerbraten und Rotkohl lassen sich außerdem vollständig vorgaren und zum Servieren vorsichtig wieder erwärmen; die Klöße möglichst frisch zubereiten.

Aufbewahren

Sauerbraten, Soße und Rotkohl getrennt oder gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Die Klöße nach Möglichkeit frisch servieren und Reste ebenfalls gekühlt lagern.

Gekochte Reste nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.

Einfrieren

Mangels ausgearbeiteter Einfrier- und Auftauanleitung wird keine Einfrierempfehlung für das vollständige Gericht gegeben.

Aufwärmen

  • Sauerbraten und Soße im Topf: Fleischscheiben mit etwas Soße in einem abgedeckten Topf bei niedriger Hitze langsam erwärmen. Die Soße gelegentlich umrühren und nicht stark sprudelnd kochen lassen.
  • Apfelrotkohl im Topf: Den Rotkohl zugedeckt bei niedriger bis mittlerer Hitze erwärmen und gelegentlich umrühren.
  • Klöße im heißen Wasser: Die Klöße in heißem, nicht sprudelnd kochendem Salzwasser vorsichtig erwärmen.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Brötchen und Soßenpfefferkuchen sind als getreidehaltige Produkte angegeben; die genaue Getreideart des jeweiligen Produkts ist nicht ausgewiesen.
  • Milch: enthält · Butter wird für die geröstete Brotfüllung verwendet.
  • Sellerie: enthält · Knollensellerie ist ausdrücklich Bestandteil der Beize.
  • Senf: enthält · Senfkörner werden in der Beize verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie lange muss der Sauerbraten marinieren?

Die Beize sollte 36 bis 48 Stunden im Kühlschrank einwirken. Das Fleisch gelegentlich wenden und während der gesamten Zeit abgedeckt kühlen.

Kann man die Grünen Klöße ohne Brotfüllung zubereiten?

Ja. Die gerösteten Brötchenwürfel können weggelassen werden; die Klöße werden dann pur geformt und wie beschrieben in Salzwasser gezogen.

Was kann man statt Pulsnitzer Soßenpfefferkuchen verwenden?

Milder Soßenlebkuchen eignet sich als Ersatz. Die Soße wird dadurch etwas würziger und süßer.

Warum dürfen die Klöße nicht sprudelnd kochen?

Stark sprudelndes Wasser kann die empfindliche Kartoffelmasse aufreißen. Nach dem Einlegen die Hitze reduzieren und die Klöße nur bei etwa 85 bis 90 °C ziehen lassen.

Aus unserer Küche

Kommentare zum Rezept

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